Politische Entscheidungen treffen die Videospielbranche in den letzten Monaten immer wieder. Nicht nur die US-Zölle machten den Start der Nintendo Switch 2 zu einer Zitterpartie und sorgten für höhere Preise, auch politische Verwerfungen zwischen China und Japan führten zu Problemen bei der Veröffentlichung von Spielen und Abänderungen von Spielinhalten.
In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren Absagen von Veranstaltungen in den USA, weil die erforderlichen Visa nicht rechtzeitig erteilt wurden. Nun hat es auch das Konzert von Umamusume: Pretty Derby getroffen.
Konzert abgesagt – und großzügig erstattet
Die Entwickler von Umamusume: Pretty Derby mussten kurzfristig das am 22. und 23. Oktober geplante Konzert in Los Angeles absagen. Als Grund nannten sie, dass trotz „aller erdenklichen Bemühungen“ die erforderlichen Visa nicht erteilt wurden.
Für Fans des Spiels ein harter Schlag, denn das Spiel ist in den USA sehr beliebt und ein Umamusume-Konzert in Los Angeles eine seltene Gelegenheit, die Fans nicht so schnell vergessen hätten. Die bereits verkauften Tickets werden erstattet, dennoch sind viele Fans frustriert.
„Obwohl wir wiederholt mit allen Beteiligten gesprochen und alle erdenklichen Möglichkeiten ausgeschöpft haben, um die Veranstaltung stattfinden zu lassen, konnten wir die für die Einreise in die USA erforderlichen Visa nicht erhalten. Daher sind wir schweren Herzens zu dem Schluss gekommen, dass die Konzerte nicht stattfinden können“, heißt es in der Mitteilung.
„Allen Trainerinnen und Trainern, die der Veranstaltung entgegengefiebert haben, möchten wir uns aufrichtig für die dadurch entstandenen Unannehmlichkeiten und Sorgen entschuldigen – ebenso dafür, dass wir die Absage so kurz vor dem Veranstaltungstermin bekannt geben.“
Für Fans, die von weiter weg angereist wären, kündigt Cygames an, die Stornierungsgebühren für die Reisetickets und Hotel zu übernehmen – für Fans mit längeren Anreisen können unter Umständen sogar die Kosten für die beiden betroffenen Tage übernommen werden.
Verärgerung über die Einwanderungspolitik kurz vor den Wahlen
Verärgerung gibt es daher auf beiden Seiten – bei den Veranstaltern, da das Umamusume-Ensemble bezahlt werden muss, und bei den Fans, die sich auf das Konzert gefreut hatten. Ihr Ärger richtet sich jedoch nicht gegen die Entwickler von Umamusume oder die Veranstalter, sondern gegen die politischen Verhältnisse, die zu dieser Situation geführt haben.
So schreiben Twitter-Nutzer etwa, dass sie nachvollziehen könnten, wenn es in Zukunft keine Umamusume-Konzerte in den USA mehr geben würde. Andere bemerken, dass viele Fans von weit her anreisen und dementsprechend bereits Flüge und Hotels gebucht hatten.
„Ich wäre auch ziemlich wütend, wenn ich sechs Monate lang auf ein Visum warten müsste und keine Antwort bekäme“, meint etwa ein Reddit-Nutzer. „Mir tun aber vor allem die Leute leid, die eine Reise nach Los Angeles geplant hatten. Jetzt müssen sie kurzfristig absagen oder sich etwas anderes überlegen. Immerhin können sie noch zum Cosplay-Tag auf der Santa-Anita-Rennbahn gehen …“
Die Branche ist aktuell verunsichert bei internationalen Veranstaltungen und Reisen in die USA. Mehrere Spieleentwickler und Führungskräfte äußerten wegen Änderungen in der Einwanderungspolitik bereits Sorgen über eine Reise zur GDC 2026.
Jetzt, kurz vor den für die aktuelle Regierung kritischen Zwischenwahlen, ist die Situation noch unklarer. Möglicherweise möchte die Regierung mit verzögerten oder abgelehnten Visa Handlungsbereitschaft zeigen. Die Videospielbranche ist jedoch auf enge internationale Zusammenarbeit angewiesen, um ihre Produkte und Veranstaltungen zum Erfolg zu bringen.
via Eurogamer, Bildmaterial: Umamusume: Pretty Derby, Cygames

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