Muss man ein Spiel eigentlich selbst spielen, um Fan davon zu sein? Für SEGA offenbar nicht. Präsident und COO Shuji Utsumi sprach im Interview mit The Nikkei, übersetzt von Automaton Media über eine interessante Entwicklung: Das Unternehmen beobachtet zunehmend Fans seiner Marken, die die dazugehörigen Spiele selbst überhaupt nicht spielen.
Als Beispiel nennt Utsumi Like a Dragon. Viele Fans lernen die Geschichten und Charaktere demnach über offizielle YouTube-Inhalte oder Streams bekannter Content-CreatorInnen kennen. Trotzdem kaufen sie Merchandise und beschäftigen sich intensiv mit der Marke. Bei Like-a-Dragon-Merchandise sollen etwa 60 bis 70 Prozent der KundInnen Frauen sein.
Für SEGA sind auch sie „Gamer“
Utsumi betont, dass SEGA auch Menschen als Fans und „Gamer“ betrachtet, die ein Spiel niemals selbst gespielt haben. Teilweise könne deren Engagement für eine Marke sogar höher ausfallen als bei Fans, die tatsächlich selbst spielen. Was SEGA dabei konkret unter Engagement versteht, führte Utsumi allerdings nicht weiter aus.
Für das Unternehmen unterstreicht die Entwicklung vor allem die Bedeutung seiner „Transmedia-Strategie“. SEGA möchte seine bekannten Marken längst nicht mehr ausschließlich über Videospiele verbreiten, sondern unter anderem über Filme, Merchandise und andere Medien. Damit entstehen neue Einstiegspunkte in Serien wie Like a Dragon – selbst wenn das eigentliche Videospiel dabei manchmal gar nicht mehr der erste Kontakt ist.
Was ist eure Meinung dazu? Kann man auch Fan einer Serie oder eines einzelnen Spiels sein, ohne es je selbst gespielt zu haben? Habt ihr selber vielleicht noch ein paar weitere Beispiele?
via Automaton Media, Bildmaterial: Like a Dragon: Infinite Wealth, SEGA, Ryu Ga Gotoku Studio

Ist jemand automatisch Fan von Yakuza, nur weil er eine Yakuza-Kette trägt, oder kann ihm einfach die Kette gefallen?
Nicht direkt. Er spricht halt etwas verallgemeinert und separiert jetzt nicht zwischen "da kauft jemand mal eine Kette oder ein Shirt oder sowas" und "da kauft jemand sehr viel vom jeweiligen Franchise".
Jemand der zig Merch Artikel einer Marke hat, kann man durchaus dazu zählen. Anscheinend treffen die Artikel, die ja auf der Marke basieren, dessen Geschmack.
Wer nur einmal eine Sachen holt, da weiß mans natürlich eher erst im Gespräch. Allerdings liegt die Vermutung nah, dass er auch was damit anfangen kann. Obs wirklich so ist, kann man nicht sagen ohne wen zu kennen.
Ich persönlich achte z.B. sehr darauf, dass ich nur Sachen trage zu Marken, mit denen ich auch was anfangen kann. Bei den Motiven, die mich zieren kann man davon ausgehen, dass ich die auch mag. Gibt auch paar geile Band Shirts z.B., wo ich erstmal Songs angehört habe und mich daraufhin entschieden hab, ob ich was hole oder nicht. Das suggeriert sonst einfach ein falsches Bild bei Menschen, die eben Fans von denen sind.
War auch mal witzig... Ich hab ein Pac-Man Shirt das die Tribute von Panem (oder wie der Film da hieß mit diesen Hunger Games) etwas "parodiert", in dem da eben was von "die echten Hunger Games" steht. Das hat ich mal in nem Laden an, war an der Kasse und die Verkäuferin war begeistert davon. Aber sie kannte glaub ich Pac-Man gar nicht, sondern dachte , das sei nen Panem Fanshirt, was mir erst hinterher auffiel
Ich hab den Film zwar gesehen aber fand ihn nun auch eher okayisch.
Am Ende muss es jeder für sich wissen, aber generell würde ich daher nie was von ner Marke tragen, mit der ich nix anfangen kann.^^
Allerdings bei solch Beispielen, wie ne Yakuza Kette, kann ich mir auch vorstellen, dass einige gar nicht wissen, dass es zu einer bestimmten IP gehört und es erstmal so für ne random coole Kette halten.
Für SEGA kanns am Ende eh egal sein. Eine Differenzierung macht für die keinen wirklichen Sinn. Wenn die Leute Merch kaufen, bringen die mehr davon... warum dies kaufen ist egal. Bestenfalls, erfährt dann irgendwann wer, was es damit auf sich hat, informiert sich bzw. wird neugierig und wird dann zum tatsächlichen Fan.
Aber generell ist sowas natürlich recht wischiwaschi. Irgendwie muss er die Verkäufe ja werten. Gehört halt zum Job dazu, denke ich^^
Danke vielmals
!
Den Punkt finde ich richtig interessant. Aus Sicht von Sega ist wahrscheinlich wirklich weniger entscheidend, warum jemand den Merch kauft, sondern dass er ihn kauft.
Ich denke auch, dass man absolut Fan eines Spiels sein kann, ohne es selbst gespielt zu haben. Natürlich hat man nicht den subjektiven Gameplay-Eindruck, sondern wird hier sicherlich sehr von der Person beeinflusst, der man beim Spielen zusieht, sei es ein Streamer, YouTuber, der Partner neben sich auf der Couch etc. Es ist halt eher eine filmische Erfahrung, aber gerade bei Story-Games funktioniert das trotzdem fantastisch. Ich persönlich habe auch schon viele Games als Zuschauer erlebt, tatsächlich bin ich so auch Fan der Yakuza-Games geworden. Mein Partner ist mit Yakuza 7 ins Franchise eingestiegen und hat dann auch 8 gespielt und ich hab die Spiele im Prinzip komplett miterlebt und mir haben sie wirklich gut gefallen. Ich war dann auch neugierig auf die Vorgänger-Spiele, aber mein Partner hatte keine Lust auf das actionbasierte Kampfsystem, deshalb habe ich jetzt mit den älteren Games angefangen: Yakuza 0 und Kiwami 1 habe ich schon durch, Kiwami 2 soll bald folgen. Merch habe ich deshalb allerdings nicht gekauft
Und dasselbe kann ich noch von zahlreichen anderen Games behaupten: die beiden neusten God of War-Games, die neusten Spiderman-Games, die Lara Croft-Trilogie, die beiden ersten Little Nightmare-Games, Resident Evil 2, sämtliche Fromsoft-Games, etliche andere Soulslikes. Wie gesagt, der eigene Eindruck vom Gameplay fehlt, aber Videospiele bieten ja noch viel abseits des reinen Gameplays: Story, Atmosphäre, Art Direction, Musik usw.
Also ich hab mir z.b. paar Splatoon Amiibos gekauft weil ich die cool finde, ich bin aber nicht unbedingt Fan der Spiele.