SW2 Test

Im Test! Xenoblade Chronicles 2 für Switch 2 – eine starke Überarbeitung des JRPG-Klassikers

Titel Xenoblade Chronicles 2
Japan 30. Juli 2026
Nintendo
Nordamerika 30. Juli 2026
Nintendo
Europa 30. Juli 2026
Nintendo
System Switch 2
Getestet für Switch 2
Versionsnummer 3.00
Entwickler Monolith Soft
Genres JRPG
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Nordamerika Japan

Xenoblade Chronicles 2 – Nintendo Switch 2 Edition ist eine der meisterwarteten Switch 2 Editionen. Es handelt sich dabei um quasi kostenpflichtige Upgrades alter Switch-Spiele mit mal kleineren, mal größeren „Quality of Life“- Verbesserungen und neuen Inhalten.

Mit der „Nintendo Switch 2 Edition“ von Xenoblade Chronicles 2 kündigen Nintendo und Monolithsoft einiges an Verbesserungen an, darunter einen 4K‑Modus mit 60 FPS am TV. Besonders stark sollen die Verbesserungen im Handheldmodus sein: 1080p bei 60 FPS sind mobil angesagt. Der Handheldmodus des 2017 auf der Nintendo Switch erschienenen Spiels war ein Kritikpunkt, da er notorisch schlecht lief.

Dichtere Atmosphäre

Xenoblade Chronicles 2 zeigt ziemlich direkt zu Anfang, wo sie Stärken der Nintendo Switch 2 Edition liegen: Die Feuer- und Raucheffekte des ersten großen Kampfes sind trotz ihres sichtbaren Alters hübsch in Szene gesetzt, auch die überarbeitete Beleuchtung hat durch die Blitzeffekte durchaus starke Momente im ersten epischen Kampf um die „Aegis“ Pyra. Die indirekten Kämpfe des kettenbasierten Kampfsystems wirken durch die 60 FPS auch etwas flüssiger und dynamischer – allerdings brechen sie in hektischen, effektreichen Situationen und aufwendigen Zwischensequenzen gerne mal ein.

Nach etwa zwei Stunden Spielzeit geht es weiter zur Stadt Gormott durch den dicht bewachsenen Dschungel mit atmosphärischen Schatten- und Nebeleffekten, üppiger Vegetation sowie äußerst simplen Lichtspiegelungen im Wasser. Es war der erste Bereich im Spiel, welcher die Switch sichtbar überforderte und die Framerate wiederholt unter 20 FPS zwang. Die Switch 2 Edition schlägt sich hier deutlich besser und liefert durch die höhere Auflösung und kleine Grafikverbesserungen mehr Details, welche die Atmosphäre noch einmal dichter wirken lassen.

Jedoch muss sie die Auflösung in manchen Gebieten des Spiels reduzieren, so auch in diesem. Die Bildskalierung macht ihre Arbeit zwar gut, dennoch gibt es in diesen Situationen sichtbare, ungewöhnliche Bildartefakte, die sich auch die Technik-Experten von Digitalfoundry nur schwer erklären können. Dazu ist in seltenen Fällen das Anti-Aliasing erneut etwas zu aggressiv und feine Details verschwimmen. Im Handheldmodus ist das kaum wahrzunehmen – auf dem 4K TV allerdings schon.

Wirkt fast schon „Retro“ – auch im Positiven

Ein positiver Aspekt sind die Ladezeiten. Xenoblade Chronicles 2 – Nintendo Switch 2 Edition lädt in Sekundenschnelle, wenn man es auf dem internen Speicher installiert. Fast schon beeindruckend für so eine riesige Spielwelt – und toll, dass man auch hieran gedacht hat bei der Optimierung.

Die Xenoblade-Reihe geht zwar gerne ihre eigenen Wege, bleibt aber in vielen Elementen sehr traditionell und legt in der Regel wenig Fokus auf Nebensächliches. Auch Xenoblade Chronicles 2 ist da keine Ausnahme. Dadurch kommt fast schon ein Retro-JRPG-Feeling auf – im positiven wie im negativen Sinne. So charmant es ist, dass die Gegner in Wänden hängen bleiben oder Begleiter enthusiastisch im vollen Lauf die Klippe hinunterspringen, so frustrierend ist es an anderer Stelle.

Spielmechanik-Frust wird leicht abgefedert

Die Schwächen des Spiels, die bereits vor neun Jahren schon angekreidet wurden, sind besonders für Neulinge unangenehm. Beispiel: Xenoblade Chronicles 2 ist in vielen Situationen schmerzhaft textlastig – Nebenmissionen, Tutorials, Erklärungen und selbst Questbelohnungen werden zum Teil unglaublich trocken in Textform präsentiert.

Dazu kommen die Animationen – sie wirken teilweise extrem steif. Das Gacha-System beim Ziehen der Klingen ist im Gegensatz zu modernen Gacha-Spielen pures Glücksspiel ohne jedes Auffangnetz für bereits investierte Ressourcen.

Hier hat man mit der zusätzlichen Klinge Momo, welche man bereits früh im Spiel findet, etwas Abhilfe geschaffen. Mit ihrem Licht-Dunkelheit-Typ lassen sich nun weitere Ketten abseits der bekannten Pyra / Dromarch Feuer-Wasser-Kette ab Kapitel 2 realisieren – auch ohne übermäßiges Glück beim Resonieren der Klingen. Dazu bekommt man in den neuen Söldnerkommando-Missionen weitere Kernkristalle – also weitere Pulls für Klingen.

Die Zufallselemente in der offenen Welt sind ebenfalls etwas altmodisch, aber auch hier hat man angesetzt: Wer zum Beispiel pflanzliche Zutaten sucht, pflückt sich nicht die ganze Pflanze am entsprechenden Ort, sondern tritt an einen leuchtenden Punkt und levelt die „Pflanzenkunde“ seiner Begleiter, um am Ende hoffentlich zufällig die richtigen Zutaten zu erhalten. In der Switch 2 Edition können jetzt auch Begleiter außerhalb des Teams ihre Fähigkeiten anwenden. Im Original wurden nur die Fähigkeiten der Teammitglieder berücksichtigt und es gab keine Möglichkeit, weitere Teams zu erstellen und dynamisch nach Bedarf zu wechseln, wie es heutzutage üblich ist. So war man häufiger damit beschäftigt, das Team umzustellen.

Neu sind die Söldnerkommando-Missionen, in welchen ihr die Kontrolle über die Klingen und ihre Fähigkeiten direkt übernehmen könnt. Im Grunde sind sie damit direkt steuerbare Söldnertruppe-Missionen, welche im Hintergrund automatisch ablaufen. In diesem Modus gilt es, Gegnerwellen zu besiegen und Ressourcen zu sammeln. Zur Belohnung gibt es Gold, Erfahrung, Kernkristalle und Bonus-Kostüme für Pyra und Myrtha.

Ein zeitloses Abenteuer

Glücklicherweise sind die Stärken von Xenoblade Chronicles 2 absolut zeitlos und wissen auch ein knappes Jahrzehnt später noch zu begeistern. Die mitreißende Story mit vielen interessanten Wendungen hat uns auch diesmal wieder gefesselt und die Zeit (und Hitze!) vergessen lassen. Auch die Nebenmissionen rund um Freundschaft, Nachbarschaftshilfe, Gutherzigkeit, Positivität und “Harmoniegespräche” wissen trotz der hölzernen Präsentation nach wie vor zu gefallen.

Der Soundtrack von Xenoblade Chronicles 2 gehörte seinerzeit mit zum Besten, was die Spielebranche zu bieten hatte, und ist auch heute noch top. Die Spielwelt ist ebenfalls großartig. Auch wenn das „Absperren“ von Gebieten durch überlevelte Gegner heute nicht mehr als gelungenes Gamedesign gilt, weiß die lebendige Spielwelt nach wie vor sehr zu gefallen.

Nahezu überall wuseln die Monster im Hintergrund, in den Städten des Spiels ist trotz des postapokalyptischen Settings immer etwas los und den farbstarken, fast schon malerischen Stil der riesigen, offenen Spielwelt bekommen bis heute nur wenige Spiele so auf den Punkt hin wie Xenoblade Chronicles 2. Dazu kommen nach wie vor stark geschriebene Charaktere mit auffälligen Charakterdesigns, welche seinerzeit wegen der übermäßigen Freizügigkeit kontrovers diskutiert wurden. Heutzutage passen sie wunderbar zu den anderen vielfältigen, auffälligen Asia-RPG-Charakteren.

Sinnvoll verbessert und überwiegend gut gealtert

Die Xenoblade Chronicles 2 – Switch 2 Edition ist für 10 Euro eine gelungene Verbesserung des JRPG‑Klassikers. Technisch wurde das Spiel genau dort verbessert, wo es dringend nötig war – endlich ist die Grafik sauber und scharf, die Details verschwimmen nicht mehr durch die Kombination aus niedriger Auflösung und übermotivierter Kantenglättung – auch wenn bei genauem Hinsehen weiterhin Unschärfen und Upscaling-Artefakte zu sehen sind.

Dadurch bekommen viele Bereiche des Spiels quasi ein “zweites Leben” – man sieht endlich die Details im Hintergrund, bewundert die Effekte in den Kämpfen und ist erneut beeindruckt von der farbstarken, stark stilisierten Spielwelt mit sympathischen Charakteren. Die Spielwelt und Musik sind nach wie vor grandios, die Story zeitlos. Vereinzelte Schwächen wurden durch gezielte, kleine Gameplay-Änderungen leicht abgefedert.

In anderen Bereichen des Spiels hat der Zahn der Zeit jedoch sichtbar genagt – hier ist es schon fast retro-artig und es hilft zu verzeihen, wenn man die alten Action-RPGs der 2000er und 2010-er Jahre noch live miterlebt hat. Man merkt dem Spiel sein Alter trotz des gelungenen „Facelifts“ in mehreren Punkten an.

Auch, dass das Spiel nach wie vor Vollpreis kostet und für den DLC inkl. Torna-Erweiterung weitere 30 Euro verlangt werden, ist ein knappes Jahrzehnt später kritikwürdig. Dennoch: Allein die Hauptstory wird euch über 60 Stunden beschäftigen und an viele malerische Orte bringen. Mit Nebenmissionen seid ihr gut und gerne 100 Stunden beschäftigt. Xenoblade Chronicles 2 – Switch 2 Edition unterhält auch im Jahr 2026 noch gut – wenn auch mit Einschränkungen.

Bildmaterial: Xenoblade Chronicles 2: Definitive Edition – Nintendo Switch 2 Edition, Nintendo, Monolith Soft

1 Kommentar

  1. Nur als kleine Ergänzung: Torna wurde auch mit nem Patch auf die Vorzüge des Hauptspiels gebracht (man kann das ja standalone spielen). Habe es letztens durchgespielt und hat sich wirklich gut angefühlt mit 60FPS, höherer Auflösung und niedrigen Ladezeiten.

An dieser Stelle siehst du nur die letzten 5 Kommentare. Besuche das Forum um die komplette Diskussion zu diesem Thema zu sehen.