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Die Switch 2 hat kaum eine „Cross-Gen“ – was macht Nintendo anders?

Nintendo hat im Gegensatz zu Sony und Microsoft beim Switch-2-Start konsequent auf Cross-Gen-Titel verzichtet und setzt damit auf exklusive Software, die den Kauf der neuen Konsole attraktiv macht.

Das begann bereits zum Start der Konsole mit Mario Kart World, wurde kurz darauf mit Donkey Kong Bananza fortgeführt und erst vor wenigen Monaten mit Pokémon Pokopia vervollständigt. Woran das liegt, diskutieren die Technik-Experten von Digital Foundry in einem aktuellen Video.

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Nintendo glaubt an Hardware-Generationen

Das hat bei Nintendo eine gewisse Geschichte: Das Unternehmen handelt klassisch, um direkt zum Start mit seinen starken Marken neue Hardware zu verkaufen. Sony dagegen orientiert sich eher betriebswirtschaftlich – und brachte viele Jahre ihre Exklusivtitel als Cross-Gen, um möglichst viel Geld zu verdienen. Das hatte zur Folge, dass bis heute die Playstation 4 sehr viel genutzt wird – und erst letztes Jahr die PlayStation 5 die aktiven Spielerzahlen der PlayStation 4 überholen konnte.

Für Nintendo ist neue Hardware essenziell

Nintendo ist auf der Switch-Plattform mit Abstand der größte Publisher: Rund die Hälfte aller Switch-Umsätze stammt von Nintendo-eigenen Titeln. Dadurch kann Nintendo das Tempo vorgeben und auch riskante Entscheidungen treffen – etwa ein aufwendiges Spiel wie Mario Kart World direkt am Launch-Tag nur für Switch 2 zu veröffentlichen, obwohl die Installationsbasis zunächst bei null liegt.

Sony und Microsoft sind dagegen Third-Party-dominiert. Publisher wie Take-Two, Activision oder EA würden kaum mitmachen, wenn sie auf Last-Gen-Verkäufe verzichten müssten, um den Absatz neuer Konsolen zu pushen.

Manch einer würde noch hinzufügen, dass bei diesen Plattformen auch die „Free to Play“-Titel und lang laufenden Live-Service-Games, umgangssprachlich auch „Forever Games“ genannt, sehr stark sind. Diese würden bei einem harten Generationenwechsel die profitableren Alternativen nutzen.

Die Switch 2 ist ein technologischer Sprung

Auch wenn die Hardware der PlayStation 4 aus heutiger Sicht relativ schwach ist, reicht sie dennoch für viele Spielkonzepte aus. Das ist bei der Nintendo Switch anders. Die Switch 1 war in vielen Bereichen deutlich schwächer als PS5 und Xbox Series. Mit der Switch 2 holt Nintendo in puncto Entwicklungsmöglichkeiten auf und macht Portierungen wie Street Fighter 6 oder Oblivion Remastered erst möglich.

Der Leistungssprung zwischen Switch und Switch 2 ist daher selbst für den Massenmarkt überzeugender, als der Sprung von PlayStation 4 auf PlayStation 5. Das erhöht für viele den Anreiz, auf die neue Konsole umzusteigen.

Dazu kommt, dass die Unterschiede nicht nur grafisch sichtbar sind: Viele Switch-2-Exklusivtitel wären auf der alten Switch nur mit starken Kompromissen lauffähig gewesen, welche sich direkt auf das Gameplay auswirken würden, etwa reduzierte FPS, weniger Inhalte oder kleinere Welten. Daher müssten bewusste Design-Entscheidungen getroffen werden, um das Spiel an die schwächere Hardware anzupassen.

Das wiederum stärkt die Wahrnehmung der Konsole, insbesondere wenn Titel auf die Nintendo Switch 2 portiert werden, die auf der ersten Switch nicht lauffähig gewesen wären, wie etwa Cyberpunk 2077, Star Wars Outlaws oder Final Fantasy VII Remake Intergrade.

Kurzum: Nintendo setzt mit Switch 2 auf eine klare Konsolengeneration mit exklusiven Titeln, die technisch und inhaltlich nur auf der neuen Hardware ihr volles Potenzial entfalten. Diese Strategie ist möglich, weil Nintendo als dominanter Publisher auf der Plattform die Regeln selbst setzt, denn im Gegensatz zu Sony und Microsoft hängen sie deutlich weniger von den Einflüssen der Third-Party-Publisher ab. So können sie schon früh zeigen, warum man eine Switch 2 kaufen sollte – und keine Konkurrenzhardware.

Das Video von DF Clips:

Bildmaterial: Donkey Kong Bananza, Nintendo

2 Kommentare

  1. Im Großen und Ganzen muss ich da zustimmen, das stimmt schon. Ich habe mir die Switch 2 aber vor allem auch als Upgrade geholt, weil die Switch mittlerweile wirklich auf dem letzten Loch pfiff. 😅 Ordentliche Portierungen aktueller Games waren kaum noch möglich, ohne dass man bei Technik und Performance massive Abstriche machen musste. Da war der Leistungssprung für mich einfach ein ziemlich überzeugendes Argument.

  2. Im Großen und Ganzen muss ich da zustimmen, das stimmt schon. Ich habe mir die Switch 2 aber vor allem auch als Upgrade geholt, weil die Switch mittlerweile wirklich auf dem letzten Loch pfiff. 😅 Ordentliche Portierungen aktueller Games waren kaum noch möglich, ohne dass man bei Technik und Performance massive Abstriche machen musste.

    This. Selbst als jemand, der noch keine Switch 2 hat und die alte Switch nutzt, kann man dem nur beipflichten. Ein DK Bananza wäre auf der alten Switch nicht mögilch. Das neue Fire Emblem oder Yoshis Mysterious Book wären eventuell noch mit kleinerer Auflösung und 30 FPS gegangen. MK World eventuell mit 8 Spielern und normal breiten Strecken ebenfalls, aber da leg ich meine Hand nicht ins Feuer. Insgesamt definitiv ein Generationensprung, durch den die vielen guten Portierungen erst möglich wurden.

    Bei PS4 zu PS5 war bei zahlreichen Spielen der Hauptunterschied: 60 statt 30 FPS oder ebenfalls 30 FPS, dafür in höherer Auflösung. Beides völlig valide Gründe für eine Anschaffung, aber im Zuge der unglücklichen Veröffentlichung der PS5 zur Corona-Zeit und den teils exorbitanten Preisen (dank Scalpern) war es folgerichtig von Sony, keinen harten Cut zu machen, sondern einen ruhigen Übergang mit vielen Cross-Gen-Titeln. Sonst hätte man zu viele Spieler verprellt.

    Zudem waren gerade viele hochkarätige Spiele wie God of War / Ragnarök oder Horizon Forbidden West auf der PS4 butterweich mit 30 FPS gelaufen. Selbst Eldenring lief fast zu 100% sauber. Wenn man eh schon an 30 FPS gewohnt ist, bot das Lineup der PS5 damit wenig Anreiz für einen frühen Umstieg.

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