| Titel | Yoshi and the Mysterious Book |
| 21. Mai 2026 | |
| Nintendo | |
| 21. Mai 2026 | |
| Nintendo of America | |
| 21. Mai 2026 | |
| Nintendo | |
| System | Nintendo Switch 2 |
| Getestet für | Nintendo Switch 2 |
| Entwickler | Good-Feel |
| Genres | Platformer |
| Texte |
|
| Vertonung | – |
Good-Feel ist bekannt dafür, eher seichte Wohlfühl-Unterhaltung zu liefern – zuletzt etwa mit dem von vielen kritisch beäugten Princess Peach: Showtime!. Jetzt rückt aber wieder Yoshi ins Rampenlicht. Ganze sieben Jahre nach Yoshi’s Crafted World geht es in Yoshi and the Mysterious Book auf Entdeckungstour durch ein farbenfrohes Bilderbuch-Abenteuer. Gleichzeitig markiert das Spiel Yoshis ersten Soloauftritt auf der Nintendo Switch 2.
Im Vorfeld gab es allerdings einige Sorgen. Zu leicht, zu anspruchslos, kein Vollpreis-Titel – diese Kritikpunkte schwirrten schon früh durchs Netz. Offenbar sah auch Nintendo selbst das ähnlich und senkte den Preis der physischen wie digitalen Version jeweils um zehn Euro.
Warum man das neue Yoshi-Abenteuer trotzdem keineswegs unterschätzen sollte, wie viel Charme und Spaß in dem Bilderbuch stecken und vor allem für wen sich das Ganze lohnt, klären wir in diesem Test.
Eine Bilderbuch-Geschichte
Eine gute Bilderbuch-Geschichte lebt eigentlich auch von einer spannenden Handlung … oder? Nun ja, genau das war bei der Yoshi-Reihe noch nie wirklich der Fokus – und auch das neue Abenteuer macht da keine Ausnahme.
Eines Tages landet die sprechende Enzyklopädie Enzo – ja, der Name ist durchaus Programm – auf der beschaulichen Yoshi-Insel. Gemeinsam mit den Yoshis machen wir uns daran, die verblassten Seiten des Buches wieder mit Leben zu füllen. Einst enthielten sie allerlei Informationen über die unterschiedlichsten Kreaturen dieser Welt, nun sind sie leer und müssen nach und nach erneut gefüllt werden. Natürlich dürfen auch bekannte Gesichter nicht fehlen: Bowser Jr. mischt wieder fleißig mit, unterstützt von Kamek.
Die Story bleibt letztlich aber klar Nebensache und dient eher als lockerer Aufhänger für das eigentliche Abenteuer. Das ist allerdings auch vollkommen okay, denn die Prioritäten liegen hier ganz woanders. Und seien wir ehrlich: Eine besonders tiefgründige oder emotionale Handlung hätte hier vermutlich ohnehin niemand erwartet.
Entdecken statt Durchrennen
Ganz klar im Mittelpunkt von Yoshi and the Mysterious Book steht das Erkunden und Entdecken – genau hier spielt das neue Abenteuer seine größten Stärken aus. Um die verblassten Seiten von Enzo wieder zu füllen, werden wir direkt in die Buchseiten hineingesogen und erkunden dort die Lebensräume unterschiedlichster Kreaturen.
Vor jedem Ausflug dürfen wir uns erst einmal einen beliebig farbigen Yoshi aussuchen. Stil muss schließlich auch im Bilderbuch-Abenteuer sein. Spielerisch steuert sich Yoshi dabei genauso, wie Fans ihn kennen und lieben: mit ikonischem Flattersprung, der typischen Fähigkeit Gegner zu verschlucken und allerlei Objekte auf dem Rücken zu transportieren.
Für nahezu jede Interaktion mit einer Kreatur erhalten wir kleine „Fleißsternchen“, die wiederum neue Seiten in Enzos Buch füllen. Manchmal reicht es schon aus, ein Wesen einfach zu verschlucken, nur um herauszufinden, wie es wohl schmeckt. Andere Aufgaben werden deutlich komplexer und motivieren dazu, mit möglichst vielen Elementen innerhalb der Level zu experimentieren. Und genau das ist der entscheidende Punkt: Das Spiel zwingt einen selten wirklich zu etwas, sondern ermutigt vielmehr zum Ausprobieren.
Die gesammelten Sterne schalten nach und nach neue Kapitel frei, wobei die benötigte Mindestanzahl angenehm fair ausfällt. Zusätzlich warten auch wieder die bekannten Grinseblumen in den Leveln, die diesmal besonders im späteren Spielverlauf wichtig werden können. Wer gründlich sucht, spart sich später einiges an Aufwand. Mit den sogenannten Glyphen existiert zudem eine weitere Währung, mit der zusätzliche Hinweise zu den Kreaturen freigeschaltet werden können.
Jede Seite birgt ein neues Geheimnis
Jede Kreatur besitzt ihre eigene große Hauptaufgabe. Ist diese abgeschlossen, können wir das Level verlassen oder weiter erkunden. Anschließend wird alles fein säuberlich in Enzos Enzyklopädie eingetragen – inklusive der Möglichkeit, den Kreaturen eigene Namen zu geben oder einen Vorschlag von Enzo anzunehmen. Dabei treffen wir sowohl auf komplett neue Wesen als auch auf bekannte Gesichter aus der Mario- und Yoshi-Historie.
Besonders spannend: Viele dieser Kreaturen erweitern Yoshis Fähigkeiten. Mal erzeugen wir Seifenblasen, um höhere Plattformen zu erreichen, mal rasen wir blitzschnell durchs Wasser oder schleudern einen Bumerang durch die Gegend. Teilweise verändert sich dadurch sogar die Steuerung grundlegend, was gelegentlich etwas fummelig werden kann. Insgesamt steuert sich Yoshi aber gewohnt hervorragend.
Die einzelnen Level bleiben zwar recht übersichtlich und das grundlegende Leveldesign eher simpel, dafür steckt das Spiel voller kreativer Ideen. Gerade in der zweiten Hälfte überraschen die Fähigkeiten und Einsatzmöglichkeiten der Kreaturen immer wieder aufs Neue. Man fragt sich regelmäßig: „Wie sind sie denn jetzt wieder auf diese Idee gekommen?“ Genau diese kreative Verspieltheit trägt das Abenteuer bis zum Schluss.
Kein Grafikbrett, aber voller Charme
Die Präsentation von Yoshi and the Mysterious Book ist genau das, was man von einem Yoshi-Abenteuer erwarten würde: bunt, verspielt und voller Bilderbuch-Charme. Wir bewegen uns förmlich durch die einzelnen Seiten des magischen Buches, was dem gesamten Abenteuer eine sehr eigene Atmosphäre verleiht.
Ein echtes Grafikbrett sollte man allerdings nicht erwarten. Optisch wirkt das Spiel zwar stimmig, hätte aber meiner Meinung nach auch problemlos noch auf der ersten Nintendo Switch laufen können. Technisch gibt es dagegen wenig zu meckern: Flüssige 60 FPS sorgen für ein angenehm rundes Spielgefühl, größere Bugs oder technische Probleme sind mir während der Testzeit nicht begegnet.
Die Reihe war schon immer für ihre eingängigen Melodien bekannt. Dieses Mal fällt das Ohrwurm-Potenzial allerdings etwas geringer aus. Die Musik bleibt zwar verspielt und teilweise angenehm experimentell, wirklich dauerhaft im Gedächtnis bleiben die Stücke jedoch eher selten.
Eine vertane Multiplayer-Chance
Wie bereits erwähnt, liegt der Fokus komplett auf dem Erkunden – und genau das zieht das Spiel konsequent durch. Leben gibt es keine, verletzt werden kann Yoshi ebenfalls nicht. Wir sind also praktisch unverwundbar und können uns voll und ganz auf das Entdecken konzentrieren. Das mag man als anspruchslos empfinden, für die Art von Spiel, die Yoshi and the Mysterious Book sein möchte, passt das aber erstaunlich gut.
Im ersten Durchgang ist es nahezu unmöglich, sämtliche Geheimnisse eines Levels oder alle Details der jeweiligen Kreaturen aufzudecken. Über die vielen Kapitel hinweg wartet reichlich Inhalt auf neugierige Spielerinnen und Spieler, die wirklich alles entdecken möchten.
Vor allem jüngere SpielerInnen dürften hier besonders viel Spaß haben. Für diese Zielgruppe bietet das Abenteuer viele Stunden entspannte Unterhaltung. Gleichzeitig schließt das erfahrenere Spieler keineswegs aus – man sollte nur wissen, worauf man sich einlässt. Für ein paar gemütliche Runden auf der Couch, vielleicht sogar gemeinsam mit den eigenen Kindern, eignet sich das Spiel eigentlich perfekt. Umso enttäuschender ist es, dass ein Multiplayer-Modus komplett fehlt. Weder zwei Yoshis gleichzeitig noch ein klassischer Rückenreiten-Koop sind vorhanden. Gerade hier wurde leider einiges an Potenzial verschenkt.
Unterstützt werden außerdem verschiedene amiibo-Figuren, darunter Yoshi-, Bowser-Jr.- und Schnuffel-amiibo. Darüber lassen sich zusätzliche Hinweise freischalten, falls man etwas Unterstützung möchte.
Mehr Couch als Competition
Yoshi and the Mysterious Book setzt voll auf Entdeckung, Kreativität und diesen typischen Wohlfühl-Charme, den man von der Reihe erwartet. Die Story bleibt zwar erneut reine Nebensache, dafür punktet das Spiel mit einer enorm kreativen Grundidee rund um die verschiedenen Kreaturen und ihre Fähigkeiten. Gerade das stetige Erkunden, Ausprobieren und Sammeln sorgt für einen angenehm motivierenden Gameplay-Loop.
Spielerisch ist das Abenteuer allerdings extrem entspannt. Es gibt keine wirkliche Gefahr, keinen Frust und kaum Hürden. Das mag erfahrenen Spielerinnen und Spielern stellenweise zu simpel erscheinen, passt aber hervorragend zum lockeren Bilderbuch-Stil des Spiels. Vor allem jüngere Fans oder alle, die einfach ein paar entspannte Stunden verbringen möchten, dürften hier genau das finden, was sie suchen.
Technisch läuft das Ganze angenehm rund, die Präsentation ist bunt und charmant, auch wenn man der Grafik anmerkt, dass hier kein großes Technikfeuerwerk abgebrannt wird. Wirklich schade bleibt nur der fehlende Multiplayer-Modus – gerade hier hätte das Spiel enormes Potenzial gehabt. Trotzdem bleibt am Ende ein unglaublich sympathisches Abenteuer, das mit kreativen Ideen und viel Herz punktet.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: Yoshi and the Mysterious Book, Nintendo

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