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Im Test! Monster Hunter Stories 3 bietet viele Stunden Spaß und einen fesselnden Gameplay-Loop

Titel Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection
Japan 13. März 2026
Capcom
Nordamerika 13. März 2026
Capcom
Europa 13. März 2026
Capcom
System Nintendo Switch 2, PlayStation 5, PC, Xbox Series X/S
Getestet für Nintendo Switch 2
Entwickler Capcom
Genres RPG
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Nordamerika Japan

Erst Jäger, dann Rider und nun Ranger. Das „Monster Hunter“-Franchise hat mich bereits in verschiedene Rollen geworfen. Nicht alle dieser Rollen resultierten mit einer positiven Resonanz. Einige hatten mehr gute Elemente, andere weniger. Bislang gab es für mich jedoch immer viele positive Ansätze in den bisherigen Stories-Teilen.

Dafür sorgten die charmanten Charaktere und die weitestgehend stressfreie Handlung, die mich immer bestens unterhielten. Warum mich das Spielen als Ranger in Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection besonders überzeugt hat und der erwachsenere Ansatz gut zum Spiel passt, verrate ich euch in den nächsten Zeilen.

Königliche Pflichten und Ranger

Ich bin Prinz (oder wahlweise Prinzessin) aus dem Königreich Azuria. Meine königliche Stellung kann ich zwar nicht ignorieren, doch ich konzentriere mich lieber auf mein Dasein als Ranger. Als Kapitän der Ranger-Gruppe beschütze und erforsche ich zeitgleich das Ökosystem der Monster, wobei ich Informationen zu den sogenannten Ei-Quarzen sammle. Dabei handelt es sich um eiförmige Kristallformationen, die Monster und Eier umschließen. Sie finden sich im ganzen Land, doch niemand weiß, woher sie stammen.

Die Ranger-Gruppe wurde ursprünglich von meiner Mutter, Königin Amara, mit dem Ziel gegründet, die natürlichen Lebensräume zu schützen und zu erhalten. Da sie jedoch vor einigen Jahren aus dem Königreich floh, liegt es nun an mir, ihre Aufgaben zu übernehmen und die Natur zu bewahren.

Grund für ihre Flucht war der Fund eines besonderen Monster-Eis. Aus diesem schlüpfte ein Rathalos, eine Monsterart, die wie viele andere in diesem Reich vom Aussterben bedroht ist. Doch dann geschah etwas Unvorhergesehenes. Ein weiteres Rathalos schlüpfte aus dem Ei.

Beide trugen das Mal der Himmelsschuppen, das unweigerlich an den schrecklichen Bürgerkrieg vor 200 Jahren erinnerte. Mit diesem dunklen Zeichen als Vorahnung beschloss mein Vater, der König, eines der beiden Rathalos hinrichten zu lassen. Bei diesem Versuch wurde er von meiner Mutter aufgehalten. Sie floh mit dem Rathalos und seitdem fehlt von den beiden jede Spur.

Nicht nur Rider, sondern Ranger

Zwar sind seitdem einige Jahre vergangen, dennoch frage ich mich bis heute, was mit ihr passiert ist und warum sie diese Strapazen auf sich genommen hat. Glücklicherweise fühle ich mich nicht allein. An meiner Seite befindet sich unter anderem Ratha, eines der beiden Himmelsschuppen-Rathalos. Er ist mein „Monstie“, mit dem ich eine besondere Bindung eingegangen bin. Zusammen untersuchen wir die Gebiete in Azuria. Diese besondere Beziehung und der Bindungsstein machen mich zu einem Rider.

Doch unser Ranger-Trupp besteht aus noch mehr Leuten: Da wären Simon, ein stets freundlicher Mann und mein engster Freund, Ogden, ein wandelndes Monsterlexikon, sowie Kora, die bereits als Gründungsmitglied meine Mutter unterstützt hat. Hinzu kommen Gaul, der stellvertretende Kommandant der Ranger, und Thea, ein energiegeladener Frischling mit einer besonderen Vorliebe für Poogies.

Nicht zu vergessen ist Rudy, ein königlicher Felyne, dessen Familie seit Generationen dem Königtum von Azuria dient. Er ist mein Palico-Partner und begleitet mich seit meiner Jugend. Dabei ist er nicht nur der königlichen Familie von Azuria gegenüber loyal, sondern steht mir in brenzligen Situationen ebenso als Freund zur Seite.

Was befindet sich hinter dem Meridian?

Am liebsten bin ich mit den anderen Rangern unterwegs und erforsche Gebiete nach Informationen zum Ei-Quarz und den Kristallisationen, welche die einheimischen Lebewesen und sogar große Monster in Kristalle verwandeln. Letztere sorgen dafür, dass aus normalen Monstern unbändige Monster werden, die besonders aggressiv in dem Land ihr Unwesen treiben. Allerdings verschlechtern sich in letzter Zeit die Beziehungen zu unserem Nachbarkönigreich Vermeil.

Dies führt zu einer eskalierten Auseinandersetzung, die uns dazu bringt, den Meridian zu überqueren und ins verbotene Land aufzubrechen. Eigentlich besteht ein jahrhundertealter Pakt mit den Wyverianern, der es unserem Königreich verbietet, diesen zu überqueren. Wir wissen jedoch so gut wie nichts über die Ereignisse in dieser Welt und die Beteiligung der Menschen daran.

Was genau hat es mit den Kristallisationen auf sich? Warum ist es uns untersagt, das verbotene Land zu betreten? Was hat das alles mit dem Sakrosanktum zu tun? Um die gesamte Wahrheit zu ergründen, müssen wir uns auf den Weg über den Meridian machen.

Auf in eine unbekannte Abenteuerreise!

Monster Hunter Stories 3 versprüht von Beginn an eine herzerwärmende Handlung, die gespickt ist mit klischeehaften Charakterzügen, leicht vorhersehbaren Handlungssträngen und mit Überraschungenbesticht, die selbst der Hauptcharakter im Vorfeld logisch erahnt. Was sich nun eher negativ anhört, stört im Spiel allerdings so gut wie gar nicht. Der Grund dafür ist einfach: Die Kombination aus allem schafft eine Atmosphäre, die genügend Spannung und Handlungsstränge aufbaut, gleichzeitig aber nicht zu komplex wird, sodass man der Geschichte immer angenehm folgen kann.

Dabei werden die Themen nicht oberflächlich behandelt, sondern erhalten genügend Spielzeit für die Erklärung. Sei es die Entwicklung der persönlichen Charakterzüge des Hauptcharakters, der nicht nur mehr über die Welt, sondern auch über sein eigenes Weltverständnis lernt. Dabei wird man als SpielerIn leicht in die Welt hineingezogen. Es wird unter anderem erklärt, was Ranger von klassischen Rider unterscheidet, wie eine Bindung zu einem Monstie aufgebaut wird und warum es wichtig ist, das Ökosystem zu schützen.

Gleichzeitig präsentiert sich die Geschichte von ihrer schönsten Seite und die Handlungsstränge werden in nachvollziehbarer Reihenfolge aufgebaut. Nach und nach werden die wesentlichen Punkte erforscht und die Geheimnisse gelüftet. So erfährt man beispielsweise schnell, dass das verbotene Land gar nicht so unbewohnt ist, wie die Charaktere glauben, warum es den Pakt gibt und der Meridian nicht überquert werden darf. Je tiefer ich in die Spielwelt eintauchte, desto besser gefiel mir die Handlung und ich wollte, wie der Hauptcharakter, mehr über die Welt und die einzelnen Personen erfahren.

Das Spiel kommt jedoch nicht ohne einige genretypische Klischees aus. Wer der Handlung aufmerksam folgt, erkennt einige Muster und kann daraus mehr oder weniger auf zukünftige Handlungsstränge schließen. Dadurch wird das Spiel keineswegs schlechter, sondern hält immer noch einige schöne Überraschungen parat, die es in emotionalen und mitreißenden Zwischensequenzen präsentiert. Während meiner über 40-stündigen Spielzeit habe ich mich so gut wie nie gelangweilt.

Nicht allein unterwegs

Neben der Beziehung zwischen dem Hauptcharakter und seinem Ratha steht insbesondere die Gruppendynamik innerhalb der Ranger-Gruppe im Mittelpunkt. Diese wird in der Haupthandlung anhand verschiedener Unterhaltungen und Zwischensequenzen anschaulich in Szene gesetzt. Dabei spielt der Umstand, dass der Hauptcharakter der Prinz (oder die Prinzessin) ist, eine Rolle. Die anderen Gruppenmitglieder machen sich oft Sorgen, wenn dieser sich waghalsig ins Abenteuer stürzt. Eine richtige zwischenmenschliche Beziehung entwickelt sich eher in den Nebengeschichten.

Letzteres sind zusätzliche Handlungen, die sich um den Hauptcharakter und seine Rangergefährten und -gefährtinnen drehen. In diesen Geschichten stehen die Gefährten des Protagonisten im Vordergrund, sodass diese besser kennengelernt werden können. Dadurch baut sich als SpielerIn eine bessere Beziehung zu den Figuren auf und man versteht nicht nur, warum sie sich den Rangern angeschlossen haben, sondern auch ihre persönlichen Motivationen und ihre Vergangenheit. Auf diese Weise erhalten die Charaktere eine tiefere Bedeutung und wirken nicht nur wie bloße Nebencharaktere. Zusätzlich lassen sich damit weitere Belohnungen und Fähigkeiten für die Ranger freischalten.

Eine etwas besondere Stellung haben Rudy und Eleanor. Beide werden im Verlauf der Handlung ausgiebiger dargestellt. Bei Eleanor liegt es daran, dass sie aus Vermeil stammt und sich eigentlich für den Frieden der beiden Königreiche einsetzen möchte. Als die Spannungen zwischen den Königreichen jedoch eskalierten, entscheidet sie sich, den Rangern auf ihrer Reise zum Meridian zu folgen, um wie der Hauptcharakter mehr über die Geschichte des Landes in Erfahrung zu bringen.

Gerade während der fortlaufenden Geschichte wächst die Beziehung zwischen Rudy und dem Hauptcharakter immer weiter. Der königliche Palico-Partner ist dem Königreich treu ergeben und steht daher dem Prinzen bzw. der Prinzessin treu zur Seite. Durch die ans Licht kommenden Geheimnisse wird dessen Welt jedoch etwas auf den Kopf gestellt. Infolgedessen wird die Beziehung zwischen Rudy und dem Hauptcharakter noch enger, was für herzerwärmende Momente im Spiel sorgt.

Klassisch rundenbasiert

Im Gegensatz zur Hauptreihe konzentriert sich Monster Hunter Stories nicht nur auf eine Geschichte, sondern bietet zudem ein rundenbasiertes Kampfsystem. Neben dem bekannten Schere-Stein-Papier-Prinzip – Geschwindigkeit schlägt Kraft, Kraft schlägt Technik und Technik schlägt Geschwindigkeit – gibt es weitere Elemente, auf die geachtet werden sollte. Letzteres ist wörtlich zu nehmen. So können Wasser-, Feuer- oder Donnerangriffe als weiteres Element für zusätzlichen Schaden sorgen.

Gleiches gilt für die richtige Waffe mit unterschiedlichen Fähigkeiten. Je nachdem, ob ihr mit Schnitt-, Schlag- oder Stichwaffen angreift, könnt ihr einzelne Monsterteile brechen und das Monster sogar umwerfen. Zur besseren Veranschaulichung wurde in Twisted Reflection der Wyvernseelen-Balken eingeführt.

Dieser steht für den Kampfgeist eines Monsters. Sinkt der Balken auf null, gerät das Monster ins Taumeln. Taumelnde Monster verlieren ihren Wyvernseelen-Vorrat und gehen in einen ermüdeten Zustand über. Das macht es nicht nur leichter, ihren Angriffen auszuweichen, sondern ist der Balken vollständig aufgebraucht, wird das Monster umgeworfen.

Einmal umgeworfen, geht es zu viert mit einem Synchronansturm auf das Monster. Dabei wird nicht nur enormer Schaden verursacht, sondern der Angriff füllt ebenfalls die Bindungsanzeige schnell auf. Ist diese aufgefüllt – was auch bei normalen Angriffen und Fähigkeiten passiert –, kann eine mächtige Bindungsfähigkeit entfesselt werden. Das sind spezielle Fähigkeiten, die immer wieder für ein kleines Highlight während des Kampfes sorgen, denn jedes Monstie besitzt eine individuelle Bindungsfähigkeit.

Explosive Angriffe

Diese Animationen sehen nicht nur spektakulär aus und wirken etwas übertrieben, sondern richten außerdem sehr viel Schaden an. So führt beispielsweise Ratha mächtige Feuerangriffe aus und stürzt mit Überschallgeschwindigkeit vom Himmel auf das gegnerische Monster. Beim Pukei-Pukei entsteht eine gewaltige Giftwelle, auf die ein Giftregen folgt. Beim Brachydios gibt es erneut eine gut inszenierte Rückblende mit Trainingsmontage.

Man könnte glatt meinen, bei einem solchen Angriff würde ein komplettes Gebiet zerstört werden. Erst recht, wenn die doppelte Bindungsfähigkeit eingesetzt wird. Diese sind noch pompöser und enden in der Regel in einer gewaltigen Explosion. Allerdings wirken die doppelt ausgeführten Bindungsfähigkeiten nach einiger Zeit etwas eintönig, da diese immer in einer gewaltigen Explosion enden.

Weniger eintönig sind die anderen Ranger, die einen begleiten. Sie lassen sich im Menü ganz einfach als MitstreiterIn auswählen, sodass man beispielsweise mit Eleanor und ihrem Anjanath, Thea und ihrem Tobi-Kadachi oder Ogden und seinem Pukei-Pukei unterwegs sein kann. Das macht die Erkundung etwas abwechslungsreicher, wenngleich es keinen direkten Einfluss auf die Umgebung hat.

Unbändige Gefahren

Abwechslungsreicher werden damit dagegen die Kämpfe zwischen den wilden Monstern gemacht. Je nach Waffe und Monster des Partners oder der Partnerin können diese mal mehr und mal weniger im Kampf unterstützen. Sie greifen die Monster und deren Teile an oder heilen den eigenen Charakter. In den Einstellungen lässt sich ebenfalls festlegen, wie sie sich im Kampf am besten verhalten sollen. Das insoweit ist hilfreich, da sich die meisten Monster im Laufe des Kampfes ihr Angriffsmuster ändern.

Dadurch verändern sich ihr Verhalten und ihre Angriffstypen. Manche Monster erhalten dadurch sogar stärkere Fertigkeiten. Das macht die Kämpfe variantenreicher, weshalb man immer eine passende Gegenstrategie haben sollte. Gleiches gilt für die unbändigen Monster, die neu in der Reihe erscheinen. Diese von mysteriösen, mit Kristallen übersäten Monster verfügen nicht nur über die gewöhnlichen Angriffsmuster normaler Monster, sondern sind durch die Kristallisation ebenfalls besonders aggressiv.

So ist die grüne Hautfarbe eines unbändigen Chatacabra beispielsweise nicht nur ein wenig heller, sondern das Monster kann plötzlich Donner-Angriffe schleudern. Zwar lassen sich die mit sogenannten Seuchensteinen übersäten Körperteile angreifen. Darauf folgt jedoch prompt ein Abwehrmechanismus und das Monster kontert mit einem Angriff oder einer Statusveränderung. Damit ist nicht zu spaßen. Das sorgt nicht nur für eine größere Herausforderung, sondern lässt einem auch mal die eigene Strategie überdecken.

Invasiv und bedroht

Apropos Strategie. Noch wichtiger ist diese bei den Kämpfen gegen invasive Monster. Diese mächtigen Monster übernehmen die Behausungen bedrohter Monsterarten. Invasive Monster tummeln sich nur nachts in den Gebieten. Neben den generell größeren Herausforderungen in der Nacht, in der die Monster stärker werden und ungewöhnliche Erscheinungen auftreten, sollten sie bekämpft werden. So gelangt man in die Monsterbauten, in denen sich die Eier bedrohter Arten befinden und kann diese in die Wildnis zurückführen.

Da es zu den Aufgaben der Ranger gehört, das bedrohte Ökosystem zu schützen, sollten sich diesen Monstern entgegengestellt werden, um die Gefahr für andere Monster zu senken. Allerdings gestaltet sich dies als durchaus anspruchsvolle Aufgabe. Da sie äußerst kräftig sind, können sie vorerst nicht besiegt werden, sondern müssen zum Rückzug gezwungen werden.

Dies gelingt nur, wenn die Rückzugsbedingungen des jeweiligen Monsters bekannt sind. Diese lassen sich durch die invasiven Monsterspuren in deren Revier aufdecken. Dabei unterscheiden sich die Rückzugsbedingungen der einzelnen Monster voneinander. Mal sind bestimmte Waffen- oder Monsterfähigkeiten erforderlich, ein anderes Mal muss ein bestimmtes Teil zerstört werden.

Das macht die Kämpfe zwar teilweise sehr kurz, führt aber zu einer guten taktischen Komponente. Gelegentlich fiel es mir jedoch schwer zu erkennen, was genau die Rückzugsbedingung ist, beispielsweise wenn ich die jeweilige Waffe noch nicht ausreichend genutzt hatte und entsprechend die Fähigkeit noch nicht kannte. Wer noch eine größere Herausforderung sucht, kann die Monster in ihrem Bau herausfordern.

Das Ökosystem wiederherstellen

Mit dem Ei eines bedrohten Monsters in den Händen machen wir uns anschließend auf den Weg ins Lager, um es auszubrüten und die jungen Monster wieder auszuwildern. Diese Habitat-Restauration ist es, die die Ranger von den klassischen Ridern unterscheidet. Damit soll die Population der Monster wiederhergestellt werden. Praktischerweise können so auch diese Monster eure Monstie-Partner werden. Übrigens kann die Habitat-Restauration nicht nur bei bedrohten Monsterarten durchgeführt werden.

Mit der Auswilderung der Monster steigt jeweils die Anzahl der Monster im Ökosystem und dessen Rang. So lassen sich Monsties mit anderen oder besseren Spezialfähigkeiten sowie Genen finden. Das geht sogar so weit, dass Monster mehr als ein Element in sich tragen können, je nachdem in welchem Bereich, das Monster-Ei gefunden wird.

Jedes Gebiet ist in mehrere Bereiche unterteilt, die unterschiedliche Grundelemente aufweisen. Wenn der Ökosystem-Rang im jeweiligen Gebiet hoch genug ist und ihr euch auf die Suche nach neuen Eiern macht, findet ihr zwar die gewöhnlichen Eier, zum Beispiel die eines Tobi-Kadachi oder eines Anjanath, jedoch besitzen die Monster mehr als nur ihr ursprüngliches Element und haben eine andere Farbe beim Ausbrüten. So wird ein Tobi-Kadachi rötlich, wenn dessen Ei im Feuerbereich gefunden wird und ein Anjanath grün, wenn aus dem Blitz-Gebiet stammt. Da stellt sich doch die Frage, wie gut die Auswilderung wirklich für das Ökosystem ist.

Doppelte Elemente und besondere Gene

Zwar sind Doppel-Element-Monster im Kampf sehr praktisch, wenn sie mit den neuen Elementfähigkeiten geboren werden, jedoch lassen sich die Farben nicht ändern. Dadurch erhalten einige Monster ein etwas kurioseres Aussehen, was – wenn einem das Originaldesign gefällt – nicht immer von Vorteil sein kann. Glücklicherweise gibt es zu diesem Zweck erneut den Ritus der Überlieferung aus den vorherigen Teilen. Mit dieser Rider-Technik können die Gene von Monsties übertragen werden.

Im Gegensatz zu den vorherigen Teilen geht das Monster bei der Übertragung von Genen dieses Mal nicht mehr verloren. Auf diese Weise entstehen viele mögliche Genkombinationen und es lassen sich sehr starke Monster heranzüchten. Wenn ihr beispielsweise Gene der gleichen Farbe oder des gleichen Musters in einer Dreierreihe platziert, könnt ihr zusätzliche Boni für das Monster freischalten. Zusätzlich besitzen Monster ab einem bestimmten Rang Feld-Fähigkeiten, die mit den richtigen Genen aktiviert werden können und die bestimmten Angriffe verbessern oder erlittenen Schaden verringern können.

Zeit für Parcours

Wer den Kontakt mit Monstern in der Wildnis vermeiden möchte, sollte auf die gelben und roten Symbole über den Monstern achten. Sie vermitteln einen Eindruck von deren Stärke. Andere Monster, die man bereits besiegt hat und die ein niedrigeres Level aufweisen, können einfach per Nahkampf erlegt werden. Das macht das Erkunden deutlich angenehmer, da nicht gegen jedes Monster gekämpft werden muss, sondern es einfach beim Vorbeilaufen besiegt werden kann, wodurch anschließend Monsterteile für neue Ausrüstung und Erfahrungspunkte erlangt werden.

Eine nette Spielerei ist auch, dass Monster ihren Atem einsetzen können, sofern sie über diese Fähigkeit verfügen. Damit lassen sich große Sammelpunkte oder Mauern zerstören. All das vermittelt das Gefühl, auf einem kleinen Parcours unterwegs zu sein, auf dem mal ein Monster erlegt, mal ein Luftstrom zum Fliegen genutzt und mal durch Gewässer geschwommen wird. Praktischerweise lassen sich die Monsties, die einen begleiten, leicht und unkompliziert per Radialmenü wechseln. Dies sorgt für ein stets leichtfüßiges Spielgefühl beim Erkunden.

An manchen Stellen fehlte mir jedoch noch etwas der letzte Feinschliff, um die Landschaft noch mehr genießen zu können. Ein gutes Beispiel sind die freilebenden einheimischen Wesen, die es auch im Haupttitel gibt und die man dort einsammeln kann. Diese sieht man zwar auch in Stories, leider lassen sie sich dort hingegen nicht selbst einsammeln. Gäbe es ein ähnliches System in Stories, könnte das Erkunden noch belohnender anfühlen und ein noch tieferes Eintauchen in die Natur ermöglichen.

Immerhin findet man Informationen über einige einheimische Wesen sowie der Monster in der Monsterklopädie. Dort werden sie nicht nur wunderschön präsentiert, sondern ihr erfahrt auch als SpielerIn etwas über das Verhalten der Monster und darüber, wie ihr an die Unterarten in einem Habitat herankommt. So werdet ihr zu richtigen Rangern und lernt das Ökosystem zu verstehen.

Vielfältige und detailreiche Monsterarten

Da wir gerade beim Schlagwort „wunderschöne Präsentation“ sind: Monster Hunter Stories 3 präsentiert sich in den meisten Fällen von seiner Schokoladenseite. An jeder Ecke finden sich Details, welche die Gebiete lebendig wirken lassen. Dazu zählen die vielfältigen Monsterarten, die Anzahl an Monster, die in den Gebieten leben, die sammelbaren Gegenstände und auch der parcoursähnliche Aufbau der Gebiete. Während meiner vielen Spielstunden war ich immer gerne in den Gebieten unterwegs, um auch den letzten Winkel zu erkunden und jedes Geheimnis zu lüften.

Dabei scheint sich Capcom einige Kritik aus den beiden vorherigen Teilen zu Herzen genommen zu haben. Die Welt wirkt nicht mehr so leer, sondern deutlich lebendiger. Das liegt unter anderem an den besagten vielfältigen Monsterarten. Neben klassischen Monstern wie Rathian oder Velocidrome haben es auch Monster aus jüngeren Spielen wie „Sunbreak” und „Wilds” in die natürlichen Lebensräume geschafft. Fans dürfen sich etwa auf Magnamalo, Ajarakan und Malzeno freuen. Generell gibt es eine gute Mischung der unterschiedlichen Arten, sodass es mir manchmal schwerfiel, nur sechs Monster für mein Team auszuwählen.

Selbst die Monsterbauten sind nicht mehr so eintönig. Zwar sind diese in den jeweiligen Gebieten immer gleich aufgebaut, jedoch wirken sie im Vergleich zu früher lebendiger, da es viel mehr Details zu sehen gibt und nicht nur einen farblichen Einheitsbrei. Manchmal lassen sich sogar Monsterbauten mit zwei Nestern finden, was wiederum das Heranzüchten bestimmter Monster beschleunigt. Gleiches gilt für die Höhlen, die durch eine entsprechende Lichtstimmung aufgewertet werden und nicht mehr nur trübe, braunfarbige Höhlen sind.

Ghibli-eske Figurenmodelle

Ganz ohne Probleme kommt das Spiel jedoch nicht aus. So werden die Bodentexturen des Öfteren nachgeladen, wenn sich das Gebiet oder der Ort ändert. Verlässt man beispielsweise das Lager, sieht man für einen Augenblick, wie sich die Bodentexturen erst kurz aufbauen müssen. Das ist leider auch bei den ansonsten sehr sehenswerten Zwischensequenzen zu sehen.

Es wirkt dann manchmal so, als würde man ein YouTube-Video anschauen, bei dem die HD-Qualität des Bodens noch buffern muss. Auch die große Weitsicht lässt an der einen oder anderen Stelle Monster pixeliger wirken. Letzteres fällt jedoch nicht so stark ins Gewicht, da Personen oder große Objekte in der realen Welt aus weiter Entfernung schließlich genauso schwer erkennbar sind.

Die Charaktere und Monsties hingegen haben diese Problematik hingegen nie, selbst in den Zwischensequenzen nicht. Sie sind immer gestochen scharf und detailliert. Diese Ghibli-esken Figurenmodelle sehen einfach sehr eindrucksvoll und detailreich aus. Gleichzeitig hat das Spiel für mich einen zeitlosen Cel-Shading-Look, der die Umgebungen stilvoll präsentiert. Während des Spielens sind mir zudem keine technischen Probleme untergekommen. Selbst in größeren Gebieten oder Städten lief das Spiel flüssig.

Emotionaler Ton

Neben dem eindrucksvollen grafischen Eindruck verfügt das Spiel über eine ebenso gute Synchronisation. Diese gibt es zwar leider nur auf Englisch und Japanisch, jedoch ist sie gut gelungen und unterstreicht die Zwischensequenzen noch einmal auf emotionaler Ebene. Nun hat sogar der Hauptcharakter eine Stimme erhalten. Das verleiht ihm eine persönlichere Ebene, wenn die Figur sich zum Beispiel mit den Rangern unterhält oder inbrünstig nach Ratha ruft.

Auch musikalisch kann sich das Spiel wieder hören lassen. Die allgemeine Grundstimmung wirkt erneut sehr freundlich und entspannt, während man sich die Gebiete erkundet. Gleichzeitig unterstützt ein orchestraler Soundtrack die Zwischensequenzen in den passenden emotionalen Momenten, wodurch man noch tiefer in die Welt hineingezogen wird.

 

Auf ins herzerwärmende Abenteuer!

Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection schafft für mich ein herzerwärmendes Abenteuer, in das ich mich gerne fallen lasse. Ohne großen Stress kann ich mich hier zurücklehnen und das Spiel für viele Stunden genießen. Dafür sorgen die unterschiedlichen Charaktere mit ihren individuellen Eigenschaften und der persönliche Umgang miteinander. Es mag klischeehaft sein, wenn Charaktere überstürzt handeln oder sich erst von Situationen emotional überzeugen lassen müssen.

Wenn dies jedoch im richtigen Ton präsentiert wird und ein generelles Gemeinschaftsgefühl zwischen den Rangern entsteht, stört mich das nicht. Meiner Meinung nach trifft das Spiel in den Zwischensequenzen und im Spiels selbst in der Regel den richtigen Ton und schafft dabei eine Atmosphäre, die mich mitfiebern lässt.

Gleichzeitig hat Capcom an den richtigen Spielschrauben gedreht und bekannte Mechaniken erweitert. Durch die Habitat-Restauration entsteht ein Gameplay-Loop, der mich selbst nach dem Durchspielen dazu gebracht hat, die letzten Monster eines Gebiets zu finden, diese heranzuzüchten und passend in mein Team zu integrieren. Motivierend sind dabei ebenso die vielfältigen Monstervarianten, die ins Spiel gelangt sind. Von klassischen Monstern über Fanlieblinge bis hin zu kürzlich erschienenen Monstern ist eine gute Mischung dabei.

 

Story

Als Prinz oder Prinzessin seid ihr zugleich Kapitän der königlichen Ranger-Gruppe und widmet euch dem Schutz des Ökosystems sowie der Erforschung mysteriöser Kristallformationen. Die Handlung dreht sich um die Suche nach Antworten zu den Kristallisationen und ein herzerwärmendes Abenteuer durch das verbotene Land. Dabei spielen die Beziehungen und individuellen Motivationen der Ranger eine wichtige Rolle.

Gameplay

Das Spiel setzt auf ein klassisches, rundenbasiertes Kampfsystem. Elementangriffe und die richtige Wahl von Waffen und Fähigkeiten sorgen für taktische Tiefe. Spektakuläre Bindungsfähigkeiten und die Unterstützung durch verschiedene Ranger machen die Kämpfe abwechslungsreich. Herausforderungen durch wilde, invasive und unbändige Monster sorgen für zusätzliche Variation. Doppel-Element-Monster und die Habitat-Restauration erweitern das bekannte Spielprinzip auf sinnvolle Weise.

Grafik

Monster Hunter Stories 3 besticht durch seine detailreiche Präsentation, die vielfältigen Monsterarten und die lebendigen Gebiete. Lediglich kleinere technische Schwächen, wie nachladende Bodentexturen, können gelegentlich auftreten. Charaktere und Monster bleiben jedoch stets eindrucksvoll. Das Spiel überzeugt durch einen zeitlosen Cel-Shading-Look und eine flüssige Performance.

Sound

Neben der beeindruckenden Grafik überzeugt das Spiel mit einer gelungenen Synchronisation, durch die insbesondere der Hauptcharakter lebendiger wirkt. Der stimmungsvolle, orchestrale Soundtrack trägt zudem zur emotionalen Atmosphäre der Zwischensequenzen und zur entspannten Erkundung der Spielwelt bei.

Bildmaterial: Monster Hunter Stories 3: Twisted Reflection, Capcom

11 Kommentare

  1. Bin auch schon sehr hyped drauf. Demo hat mich direkt abgeholt und selbst da hab ich 20 std bereits investiert (Namielle Rüstung+Waffen,Espinos Eier und Brachy besiegt)

    Bin von dem kompletten Roster leider nicht ganz so angetan und hoffe wirklich das man da mit Updates noch die ein oder andere Überraschung rausbringt.

  2. Danke für den Test.

    Die Lobeshymnen für dieses Spiel ertönen ja aus allen virtuellen Internetz-Ecken! Dabei fand ich die Demo des zweiten Teils auf der ersten Switch eher meh. Müsste hier auch erstmal probespielen.

    Ob es dann die PS5- oder Switch 2-Version sein wird, weiß ich auch noch nicht so recht. Im Internet wird gerade viel über den Switch 2-Port hergezogen; persönlich halte ich den aber für okay. Läuft halt in ~30 FPS mit niedrigeren Details und weniger Auflösung. Aber das war ja, im Vergleich zu den großen Konsolen, zu erwarten.

    Vergleichsvideo aus DuRöhre:

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  3. Dabei fand ich die Demo des zweiten Teils auf der ersten Switch eher meh. Müsste hier auch erstmal probespielen.

    Dann wirst du den 3. Wohl auch eher meh finden denn am eigendlichen Gameplay hat sich jetzt nicht allzu viel verändert. Es wurde zwar stark verfeinert aver das Grundgerüst steht seit dem 1. Teil und is gleich geblieben. Abwr joar why not Demo ausprobieren kostet ja nichts ;)


    Läuft halt in ~30 FPS mit niedrigeren Details und weniger Auflösung. Aber das war ja, im Vergleich zu den großen Konsolen, zu erwarten.

    Wir reden hier aber auch von ner Konsole aus dieser Generation die ebenfalls mit ~500€ zu buche schlägt. Würde man hier jetzt die Switch 1 Version vergleichen dann wäre ich da bei dir aber das sich hier sogar die Series S besser schlägt welche ja schon zum Release deutlich schwächer auf der Brust war als die Series X und PS5 dürfte bei weitem echt nicht sein. Das Game is jetzt Gragisch echt kein Monster das ne Menge performance braucht.


    Für Unterwegs mags wohl ausreichend sein aver auch da hätte bestimmt noch mehr möglich sein können.

  4. boah, der Bildvergleich, autsch tut das weh, XBX/PS5 scharf, NS2 Augenkrebs-unscharf und verwaschen.. da sieht man den Unterschied zwischen Next Gen Performance und Old Gen aufgewärmter Kaffee mit modernem Kaffeefilter, der trotzdem den veralteten Kaffee nicht wieder frischer macht

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