Lange wehte ein Schleier der Ungewissheit über dem mysteriösen Sci-Fi-Projekt von Capcom. Längst Schnee von gestern wie ihr wisst, tatsächlich ist mittlerweile das Gegenteil der Fall. In den letzten Wochen und Monaten zeigte sich Capcom überaus emsig bei der Bewerbung von PRAGMATA.
Wir haben den Titel bereits mehrfach anspielen können und auch ihr werdet mittlerweile sicher die eine oder andere Bestzeit im Rahmen der Sketchbook-Demo hingelegt haben. Bevor im nächsten Monat die Vollversion aufschlägt, sind wir trotzdem einer weiteren Einladung gefolgt.
Zwei weitere Stunden konnten wir mit dem potenziellen Hit zu verbringen und einen frischen Blick auf neue Kulissen, Feinde und Waffen zu werfen. Winkt hier nach Resident Evil Requiem und Monster Hunter Stories 3 der nächste Volltreffer? Wir sind da jedenfalls guter Dinge.
Allein in New York
Dass das Abenteuer unseres sympathischen Protagonisten-Duos über die engen, klinischen Gänge der Sketchbook-Demo hinausgeht, bewiesen in der Vergangenheit bereits diverse Trailer. Im Rahmen der jüngsten Hands-on-Session konnten wir uns dann auch im Detail davon überzeugen. Diesmal geht es für Hugh und Diana nach New York.
Naja, nicht ganz – die weltbekannte Kulisse des Times Square steht allerdings Modell für eine großflächige Simulation, die als Spielplatz für unsere Mission herhält. Die verquere Sci-Fi-Version des Big Apple ist ein echter Augenschmaus, viel Zeit zum Staunen bleibt aber nicht. Als uns eine turmhohe Blockade den Weg versperrt, gilt es diverse Sender in der Umgebung zu entschärfen – nur so können wir unsere Reise fortsetzen.


Wir wählen also nach Belieben einen der relativ deutlich angelegten Pfade und scannen die Umgebung, sollten wir den roten Faden mal aus den Augen verlieren. Die Gefahr, sich ernsthaft zu verirren, ist aber gering: Während die Times-Square-Kulisse den Eindruck großer Weitläufigkeit erweckt, bewegen wir uns doch die meiste Zeit durch abgesteckte Bereiche, die aber durchaus hier und da Raum für kleine Erkundungen lassen.
Im weiteren Verlauf schalten wir dann sogar eine Fähigkeit frei, um zuvor versperrte Wege freizulegen. PRAGMATA turtelt hier also gewissermaßen mit dem Metroidvania-Genre. Ob es bei solch schüchternen Berührungen bleibt oder der Titel besagten Genre-Einfluss im Spielverlauf weiter ausprägt, wird die Vollversion zeigen müssen.
Im Mittelpunkt steht jedenfalls klar die Action und folgerichtig ist unser Weg auch zuverlässig von feindlichen Robotern gepflastert. Erfreulicherweise bittet dabei auch manch neuer Scherge zum Tanz. Während uns die schlurfenden Blechdosen aus der Demo kaum noch ein müdes Lächeln abringen, wissen hochgewachsene Roboter Marke „Attack on Titan“ mit ihren grotesken Bewegungen sehr wohl, unseren Puls in die Höhe zu treiben.
Auch, weil mit ihnen spaßige, neue Variationen von Dianas Hacking einhergehen. Haben wir einen solchen Quasi-Titanen zu Genüge bearbeitet, schützt er sich vor weiteren Hacking-Versuchen. Dann gilt es, die roten Ziele in seinem Gesicht zu beseitigen, um Hacks wieder möglich zu machen.


Elektrisierender Stress
An anderer Stelle weichen wir aggressiven Kreissägen-Automaten mit einem zeitig abgestimmten Schub aus. Und profitieren – bei Installation eines entsprechenden Upgrades – von einer kurzen Zeitlupe, in der wir den Feind bestrafen. Dann sind da noch Drohnen, deren zielsuchende Raketen flott gehackt und so zu ihrem Absender zurückgeschickt werden wollen. Für sich genommen sind sämtliche Roboter gut zu handlen. Spannend wird es jedoch, wenn wir es mit bunten Feindesgruppen zu tun bekommen.
Bitten unterschiedliche Gegnertypen in Echtzeit um individuelle Herangehensweisen bei ihrer Bekämpfung, sorgt das im besten Sinne für elektrisierenden Stress. Flinkes Taktieren und noch flinkere Reaktionen werden in diesen Situationen zur Voraussetzung, um heil davonzukommen. Wie gut also, dass uns diverse neue Werkzeuge an die Hand gegeben werden, um am längeren Hebel zu bleiben. Da wären etwa Multihack-Dioden, die unsere Hacks auf nahe gelegene Feinde weiterspringen lassen.
Greifen wir dann noch zum Stase-Netz, um die Truppe festzusetzen, nehmen wir die verletzlichen Blechdosen wenig später effektiv mit dem Granatwerfer unter Beschuss. Beim Perforator ist der Name derweil Programm: Laden wir seine Schüsse auf, werden verheerende Schwachstellen-Treffer möglich. Damit wir inmitten des Chaos auch genug Zeit für solche Manöver haben, platzieren wir ein Köder, der feindliche Angriffe auf sich zieht.


All diese Elemente fügen sich organisch in den Spielfluss ein und verkommen nie zur optionalen Dreingabe. Wir haben unseren Werkzeugkasten jedenfalls in aller Regelmäßigkeit bemüht, um gefährliche Situationen dynamisch aufzulösen. Und das bereitet jede Menge Spaß!
Skepsis? Zerschlagen!
Aber trägt sich das über die gesamte Laufzeit? Eine skeptische Frage, die regelmäßig in Bezug auf das Kern-Feature des Hackings geäußert wird und die wohl erst mit der Vollversion endgültig geklärt werden kann. Wir sind da jedenfalls bester Dinge. Während sich das Potenzial des Kampfsystems bereits in vergangenen Preview-Sessions absehen ließ, untermauert die jüngste Session unsere Vermutungen. PRAGMATA lässt sich regelmäßig clevere Ideen einfallen, um sein ohnehin erfrischendes Spielkonzept weiterzudenken. Und wir sind ziemlich zuversichtlich, dass sich das im weiteren Spielverlauf nicht ändern dürfte.


Den spielerischen Höhepunkt erleben wir im Bosskampf mit einem gewaltigen Roboter-Insekt. Die Keilerei mit dem Biest ist nicht nur audiovisuell beeindruckend, sondern spielerisch hochgradig spaßig. In angenehm fordernder Art fragt uns der Kampf sämtliche bis dato erlernten Fähigkeiten ab. Wir hacken uns durch ein deutlich komplexeres Raster, weichen Hieben aus und nehmen Störsender ins Visier, sobald das Biest unsere Hacks beeinträchtigt.
Diese sind zum Kampfbeginn noch leicht erreichbar, später müssen wir uns an erhöhte Stellen begeben, um die Ziele auf dem Rücken des Bosses bearbeiten zu können. Hier oben sind wir dann auch vor potenziell tödlichen Bombardements sicher. Als wir nach einem unterhaltsamen Kampf zum Gnadenstoß ansetzen, sind wir von der fabelhaften Präsentation überaus angetan.
So wie auch von der unheimlich charmanten Beziehung des ungleichen Protagonisten-Duos. Dianas Wissbegier und Hughs bemühten Versuche, ihr die Welt greifbar zu machen, sorgen für eine tolle Charakter-Dynamik, die von humorvoll bis rührend reicht.
Wenn Diana sich angesichts eines eigentlich typischen Sprichworts das Lachen verkneift, ist das genauso zum Schmelzen wie ihr gemeinsames Feiern eines Triumphs. Ist dieser Preview-Build repräsentativ für das, was im weiteren Spiel auf uns wartet, steht dem nächsten Capcom-Hit wenig im Wege.

Volltreffer Nummer 3?
Wieder haben wir nur widerwillig den Controller beiseite gelegt. PRAGMATA ist erfrischend, fesselnd und fühlt sich im besten Sinne nach Videospiel an. Immerzu ist unser Kopf mit spaßigen Analysen und unsere Finger mit flotten Eingaben beschäftigt – PRAGMATA ist ein Quell an Spielspaß. Das Spielkonzept als solches wäre bereits Grund genug, sich auf die Vollversion zu freuen; der Titel verwebt es aber mit charmanten Protagonisten (inklusive toller deutscher Vertonung), einer spannenden Welt und jeder Menge tollen Schauwerten. Wir können die Vollversion kaum noch abwarten und sind zuversichtlich: Hier winkt der nächste Volltreffer für Capcom. Lang gedulden müssen wir uns zum Glück nicht mehr – PRAGMATA erscheint – früher als gedacht – am 17. April für PS5, Xbox Series, Switch 2 und PCs.
Bildmaterial: Pragmata, Capcom

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