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Von K-Pop, über EDM bis Synthwave-Sounds: Die vielfältige Musik von Zenless Zone Zero

Zenless Zone Zero ist ein echter Gaming-Hit und auch bei uns in der JPGAMES-Redaktion beliebt. Ein befriedigendes, actionlastiges Kampfsystem, großartige Animationen und Zwischensequenzen, eine durchaus interessante Story mit chaotischen Charakteren sowie die Hoyoverse-typische F2P-Freundlichkeit sind nur einige der Gründe, warum das Spiel uns immer wieder fesselt.

Anfänglich waren die Songs sehr elektro- und beatlastig, mit der Zeit wurde der Sound jedoch so vielfältig wie die Charaktere des Spiels, auf die wir uns in diesem Artikel auch konzentrieren. Die Veröffentlichung des Minialbums für Zhao – „Tiny Giant“ hat uns aber doch überrascht.

In einem Spiel, das bisher überwiegend mit elektronischen Sounds begeistern konnte, nun plötzlich K-Pop in hoher Produktionsqualität zu hören, verleitete unsere Autoren Christian (gettingbetter) und Ludwig (Soldier 11) zu diesem Artikel. Legen wir ohne Umschweife los – oder wie man als ZZZ-Fan sagt: 3, 2, 1, Fire!

Burnice, Burnice, Go, Go!

Song: Hoyo-Mix – Burning Desires
Genre: EDM, Pop

Die Charaktervorstellung der etwas verrückten, aber loyalen Barkeeperin Burnice mit feurigem Gemüt ging viral. Nicht nur griff das Musikvideo unzählige TikTok-Trends und Memes auf, auch der Song selbst war ein EDM-Banger, der absolutes Ohrwurm-Potenzial hat. Ihre mitreißende Persönlichkeit verlockt Kunden der Bar dazu, Dinge zu tun, die sie normalerweise zurückhalten – sei es einfach mal, sich von ihren Problemen loszureißen, sich Hals über Kopf in ihre Wünsche und Träume zu stürzen oder einfach mal sinnlos ihr Geld auszugeben, um sich besser zu fühlen.

Burnice lebt währenddessen ihren Traum – als Millionärin nach einem Lotteriegewinn feiert sie das Leben und ist häufiger betrunken auf Partys zu finden. Sie verbreitet Optimismus und hilft in ihrer Freizeit auch gerne Leuten. Für Negativität ist bei ihr kein Platz: Bei Idioten reißt ihr Geduldsfaden sehr schnell. Burnice ist ein Charakter voller Widersprüche: Ein Mix aus Party-Spaß, Verführung und pyromanen Warnungen.

Zwischen „Moe“ und innerer Dunkelheit: Ellen

Song: Issey – MoeChakkaFire, HoyoFair
Genre: „new J-Pop”

Ellen ist eine der tiefgründigeren Charaktere in Zenless Zone Zero: Die eiskalte Hai-Thiren besteht als Mitglied der als Maids „verkleideten“ Victoria Housekeeping Co, die spezielle Arten von „Haushaltsreinigungen“ anbietet. Sie ist aufgrund des für sie nicht idealen Umfelds stets schläfrig, energiesparend und gemütlich unterwegs – auch im Kampfstil und der kurzen, direkten Kommunikation.

MoeChakkaFire beschreibt ihre innere Zerrissenheit über ihre Rolle als „Moe-Maid”, in der sie ihre Höflichkeit durch Maskieren und Lügen vortäuscht, während sie ihr „verspieltes Chaos” als Schülerin nicht ausleben kann. Die Bridge deutet eine endlose Welt mit traurigen Kindern an, die am liebsten schlafen würden. Eine Andeutung an die japanische Kultur, in der viel Wert auf die Anpassung an die Gesellschaft gelegt wird, oft auf Kosten der psychischen Gesundheit.

MoeChakkaFire gilt als einer der beliebtesten Songs und wurde von einem Fan des Spiels kreiert. Die Idee kam ihm während eines Besuchs bei Starbucks, als er sich beim Trinken des Kaffees äußerlich kalt und innerlich warm fühlte. Hoyoverse nahm den Song aufgrund seiner Beliebtheit bald in ihr HoyoFair-Programm auf und vertonte ihn mit der Originalstimme von Ellen, wodurch er weiter an Beliebtheit gewann – unser Autor Christian fand den Song beispielsweise auf einer beliebten MaiMai-Arcade-Maschine von SEGA, wo er als einer der beliebtesten Songs im Attract Mode lief. Aber auch andere Rhythmusspiele nahmen den Song bereits in die Songliste auf, etwa Chunithm und Taiko no Tatsujin.

Mehr als nur Show: Astra Yaos musikalische Selbstsuche

Song: HoyoMix – Original Me / Wonderland Reverie
Genre: Synthwave-Pop, J-Pop

Astra Yao ist ein Pop-Star in der Welt von Zenless Zone Zero. Doch genau dieser Status zehrt an ihr – Wenn im Zenless Zone Zero-Universum jemand für Musik, Star-Appeal und innere Zerrissenheit steht, dann ohne Diskussion Astra Yao. In New Eridu ist sie eine lebende Ikone, doch ihr Privatleben ist sehr eingeschränkt. Zwei Songs zeigen besonders eindrucksvoll, wie viel mehr hinter der schillernden Fassade steckt.

„Original Me“ ist Astras lauteste Selbstreflexion und einer der erfolgreichsten Songs in ZZZ. Der introspektive Synth-Sound trifft einen Nerv: Stars, Neonlichter, künstliches Leben – und mittendrin eine Künstlerin, die nicht mehr missverstanden werden will. Die Lyrics kreisen um Themen wie Identität, Entscheidungsfreiheit und den Mut, Fehler sichtbar zu machen. Zeilen wie „Life has no rehearsal“ oder „The real me stands before your eyes“ machen klar: Hier geht es nicht um Perfektion, sondern um Authentizität. Diese ist auch ihre größte Stärke – während ihrer Ultimate-Attacke läuft nicht umsonst dieser Song im Hintergrund.

Ganz anders, aber mindestens genauso stark zeigt sich Astra in „Wonderland Reverie“. Der Song ist ruhiger, verträumter und fast schon intim. Er wirkt wie ein Ventil für jemanden, der trotz Ruhm einfach nur frei sein möchte – ohne Kameras, ohne Erwartungen, ohne Personenschützerin im Nacken (zumindest für ein paar Minuten). Das Musikvideo erzählt genau diese Geschichte: Astras fast märchenhafte Reise, geleitet einzig von Melodie und Rhythmus. Sie tanzt, wandert, verliert sich – und entkommt kurz dem wachsamen Blick ihrer Personenschützerin.
Die Lyrics sind voller sanfter Bilder: Meeresbrisen, Nachtlichter, fliegende Träume und Musik als Transportmittel. Immer wieder taucht das Motiv auf, sich selbst ein Versprechen zu geben und Schritt für Schritt eine eigene Traumwelt zu erschaffen. Ihre ganz eigene Wunderland-Träumerei.

Ein energiegeladenes Kaninchen auf der Suche nach Akzeptanz

Song: Hoyo-Mix – Tiny Giant
Genre: K-Pop

Klein, aber Oho: Das Kaninchen – Thiren Zhao zeigt mit energiegeladenem K-Pop, dass mehr hinter den flauschigen Ohren und kurzen Beinen steckt, als man auf den ersten Blick annimmt. Der Song betont ihr Selbstvertrauen trotz ihrer geringen Größe, die im Spiel aber häufig als „perfekte Größe“ beschrieben wird. Zhao fokussiert sich lieber auf die positiven Dinge im Leben und hat wenig Zeit für Negativität: Sie setzt Trends und bricht im Notfall auch Regeln – oder wie der Songtext sagt: „Busy making the whole world my own“. Sie hat gelernt, mutig ihren Weg zu gehen und ihre „Besonderheit“ zu akzeptieren und der Welt zu zeigen, was sie kann. Nur bleibt die Frage: Mag man sie wirklich so, wie sie ist? Also: „Like me, whatchu like in me?“

Einsamkeit, Traurigkeit und Hoffnung – Damidami

Song: Hoyo-Mix – Damidami
Genre: Keltischer Folk-Pop

„DAMIDAMI“ ist einer der neueren Songs und erschien am 16. Oktober 2025 als Charaktervorstellung der Ziegen-Thiren Lucia. ​Der Keltische Folk-Pop-Song erzählt von Einsamkeit und der Jagd nach einem weißen Lamm, das sich versteckt. Es steht symbolisch für die Selbstfindung und der Suche nach Zugehörigkeit. Durch Abenteuer-Vibes, einen leitenden Fluss und dem Wunsch nach Freiheit endet es hoffnungsvoll: Lucia findet auf ihrer Reise eine weitere reisende Nomadin auf der Suche, mit der sie gemeinsam die weitere Reise bestreitet.​

„Essen nährt Körper und Geist“ – Wenn Kultivierung durch den Magen geht

Song: HoyoMix – Self-Cultivation Through Food
Genre: Chinesischer Folk-Pop, J-Pop

Die Version 2.0 begann mit der Tiger-Thiren Ju Fufu: stolz auf ihre Herkunft, kompromisslos reinlich (nach ihren eigenen Maßstäben) und mit einem Ego, das locker drei Reisschüsseln füllt. Ihr Song, der auf dem traditionellen chinesischen Volkstanz „Yingge Dance” basiert, verkörpert diesen Charakter perfekt – vom herrlich selbstbewussten Ton bis hin zum Thumbnail, das unmissverständlich den Mut eines Tigers zeigt.

Die Lyrics sind im Kern eine Parabel: Trainieren bei Hitze, schlemmen im Schnee – Körper und Geist wachsen nur im Gleichgewicht. Essen ist hier keine Belohnung, sondern Unterricht. Eine Mahlzeit, eine Lektion.

Besonders schön ist der Kontrast zwischen heroischen Kampfansagen („taste my fists and feet!“) und fast schon mütterlichen Küchentipps wie „Rush the dish? You’ve only got yourself to blame!“. Zeilen wie „Life serves sweet and bitter bites” „You’ve got to take it all in stride“ „The rest of my responsibilities as senior can wait till tomorrow“ zeigen aber auch: Wer hetzt und sich unter Druck setzt, verbrennt nicht nur das Essen, sondern auch sich selbst. Außerdem ist es okay, wenn gelegentlich der Genuss über das Pflichtbewusstsein siegt.

Das Musikvideo ist zudem ein einziges Referenz-Buffet – von klassischen Hongkong-Filmen über Martial-Arts-Legenden bis hin zu Kult-Komödien. Ob tigerisierte Kung-Fu-Klassiker, überzeichnete Trainingsmontagen oder kulinarische Ehrfurchtsmomente.

Außen Bikergang-Anführerin, innen „pinKing”

Song: HoyoMix – pinKing
Genre: Bubblegum Pop

Die Sons of Calydon sind eine Biker-Gruppe, bestehend aus Mitgliedern, die überwiegend aus der Stadt verstoßen wurden – und Caesar King ist ihre strenge, aber faire Anführerin. Umso erstaunlicher ist es, dass ihr Musikvideo mit viel Pink und im Bubblegum-Pop-Sound produziert wurde. Eigentlich möchte sie keine strenge Anführerin sein, vielmehr sucht sie nach ihrem Traumprinzen, der sie entführt und dem sie ihre weiche, weibliche Seite zeigen kann. Ihr romantischer Traum, „Written in a sugary and dreamy love story” „Makes me wanna sing a love song“ – ein Kontrast aus Stärke und pinkfarbener Sehnsucht.

​Bei der Community scheint der Song jedenfalls etwas ausgelöst zu haben: Unzählige Male wurde er auf Social Media diskutiert, außerdem gibt es sehr viele Karaoke- Coverversionen des Songs.

Bildmaterial: Zenless Zone Zero, miHoYo

1 Kommentar

  1. Ich spiele ZZZ schon seit der ersten Stunde. Neben den vielen tollen Charakteren, der guten Story und dem ziemlich süchtig machenden Gameplay war es auch immer die Musik, die mich immer wieder überrascht und begeistert hat.

    Das Zusammentragen dieser Liste hat auf jeden Fall eine Menge Spaß gemacht. Ich hoffe, dass alle, die eher wenig Berührungspunkte mit der Musik oder dem Spiel haben, vielleicht auch etwas für sich finden, denn die Auswahl ist ja echt riesig.

    Nochmals vielen Dank an Christian @gettingbetter , dass ich mit ihm zusammen an diesem Artikel arbeiten durfte.

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