Wer The Hundred Line: Last Defense Academy gespielt hat, weiß um den gewaltigen Umfang von Too Kyo Games‘ Visual-Novel-TRPG-Hybriden. Mit seinen 100 verschiedenen Enden erzielt der Titel eine durchschnittliche Spielzeit von 180 Stunden – das könnten glatt zwei Spiele sein.
Sind es auch, wie der Publisher nun bekannt macht. Für Außenstehende dürfte diese Meldung erstmal seltsam wirken. Für Kenner ergibt es allerdings Sinn. Spoiler voraus!
Nach Ansicht der Entwickler und Publisher umfasst das „erste“ Spiel, die ersten 100 Tage an der Last Defense Academy, während sich das „zweite“ Spiel mit den Ereignissen nach dem 100. Tag befasst. Letzterer Teil entspricht dem New Game + innerhalb der Handlung.
Tatsächlich geht es nach dem Absolvieren der ersten 100 Tage aber erst so richtig zur Sache. Ab diesem Zeitpunkt verzweigt sich die Handlung enorm. Dass das New Game + nicht einfach nur ein New Game + ist, wird von der Designentscheidung unterstrichen, nach der sich der Titelbildschirm ändert und fortan „The Hundred Line 2“ anzeigt.
Um diese große Enthüllung zu feiern, veröffentlichten die Publisher neue Key-Visuals für das „zweite“ Spiel. Es scheint, als würde The Hundred Line: Last Defense Academy von nun an als Bundle mit zwei Spielen vermarktet.

Außerdem wurde bekannt gegeben, dass der offizielle Soundtrack zum Spiel (oder besser, den Spielen) mit insgesamt 112 Titeln am 17. Januar auf allen gängigen Streaming-Plattformen erscheint. Eine physische Version mit 88 von Komponist Masafumi Takada persönlich ausgewählten Titeln sowie unveröffentlichten Insert-Songs aus dem Originalspiel wird am 24. April, pünktlich zum ersten Jubiläum des Spiels, erhältlich sein.
Der neue „The Next 100 Days“-Trailer
via Automaton Media, Bildmaterial: The Hundred Line: Last Defense Academy, XSEED Games, Aniplex, Too Kyo Games, Media.Vision

@Psycake
Ich habe in den News ab der Spoiler-Warnung aufgehört, zu lesen. Insofern erscheint mir diese Aufteilung auch nicht gerade sinnig, denn sie scheint ja schon in gewisser Weise die Struktur des Spiels zu spoilern. Wer sich informieren will, tappt in gewisser Weise in die Falle. Da bleibe ich dann lieber verwirrt.
Ich halte diese Art der Spielstruktur für ausgesprochen zweifelhaft, denn das, was hier offenbar praktiziert wird, ist nicht Sinn und Zweck von New Game+ und toppt sogar noch das Epilog-Desaster von DQ11.
Ich mein, soweit ich das mitbekommen habe, gehen die Storys in den direkten Sequels der Legend of Heroes - Reihe auch "einfach weiter" und da sind die Spiele tatsächlich aufgesplittet und du wirst öfter zur Kasse gebeten, also ist es doch kein Problem, ein Spiel als "Split" zu vermarkten, findest du nicht?
Jaaaaaaaeiiiiiiin, ich bin mir nicht mal sicher, ob es offiziell "New Game Plus" genannt wird, es wird eher so genannt, um ein wenig zu bewahren, wie es wirklich abläuft. Soweit ich weiß, haben die Entwickler selbst es nie "New Game Plus" genannt.
Ich mein, dass die Struktur auch sehr gut funktionieren kann, haben ja schon die Drakengard-Spiele bewiesen, die dir nach dem Durchspielen auch eine brandneue Story boten in einer alternativen Route. Und ich nenne hier Drakengard und nicht Nier, weil ich schlicht der Meinung bin, dass Drakengard das Konzept viel besser umgesetzt hat.
Aber ja, Nier hat es wohl auch gut gemacht... schätze ich.
PSYCAAKEEE

Ganz so ist es nicht. Zumindest nicht immer. Ursprünglich lag das an Hardware-Limitierungen. Die "kompletten" Arcs passten einfach nicht auf eine einzelne UMD/Vita cartridge/PS3 Blu-ray. Deshalb musste man die Spiele aufteilen. Und die einzelnen Arcs sind dann schon voneinander getrennt, sowohl räumlich als auch zeitlich. Plus, innerhalb des "Cold Steel"-Arcs gibt's auch noch einen Zeitsprung.
Der Vergleich funktioniert aber von Grund auf nicht, denn Hundred Line ist de facto ein einzelnes Spiel, das einen anderen Verlauf nimmt. Technisch gesehen ist es nach den ersten 100 Tagen nicht wirklich zuende. Und was danach folgt, ist klassisch Visual Novel-Stil not unterschiedlichen Pfaden, die sich aus unterschiedlichen Entscheidungen ergeben. Jetzt stelle man sich mal vor, man würde eine VN zerteilen und in Stückchen verkaufen.
Statt Geld dafür zu verschwenden, hätte ich mir ein richtiges Artbook gewünscht.