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Im Test! Neptunia: Sisters VS Sisters

TitelNeptunia: Sisters VS Sisters
Japan21. April 2022
Idea Factory
Nordamerika24. Januar 2023
Idea Factory International
Europa24. Januar 2023
Idea Factory International
SystemPlayStation 4, PlayStation 5, PC
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerCompile Heart
GenresJRPG
Texte
Nordamerika
VertonungNordamerika Japan

Die Hyperdimension-Neptunia-Reihe ist mittlerweile über zehn Jahre alt. Seitdem sind zahlreiche Ableger der Hauptreihe und Spin-off-Titel erschienen. Mit Neptunia: Sisters VS Sisters gibt es nun ein Spin-off, welches sich aber letztendlich wie einer der Hauptableger der Reihe spielt. Der Name verrät es schon ein wenig: In diesem Ableger spielt nicht Neptune die Hauptrolle, sondern zum ersten Mal seit mk2 ihre Schwester, Nepgear. Wir haben uns durch das knapp 20 Stunden lange Abenteuer gekämpft – doch hatten wir Spaß dabei? Nun …

Irreführender Spieltitel?

Eines muss ich direkt loswerden: In diesem Spiel kämpfen keine Geschwister gegeneinander. Zumindest nicht wirklich. Ich verstehe also den Namen des Spieles nicht. Das heißt nicht, dass Sisters VS Sisters nicht mit einer guten Geschichte daherkommt – im Gegenteil sogar.

Der Titel macht nichts komplett Neues, nimmt aber gewisse Tropes und erzählt eine rundum stimmige und tolle Geschichte. Ich war ganz am Ende des Spieles richtig begeistert, weil gewisse Fragen bis zum Schluss nicht beantwortet werden – doch dann kommt das große „Oooh“. Doch ich will gar nicht zu viel vorwegnehmen. Es war einfach nur überraschend, wie sehr mich die allgemeine Story gepackt hat – und das war auch wichtig, denn das Gameplay konnte das nur bedingt. Doch dazu später mehr.

Bevor ich nun mit einigen Begriffen um mich werfe, hier eine kurze Erklärung des Neptunia-Franchise. Ein Großteil der Charaktere basiert auf Videospiel-Firmen, beziehungsweise Konsolen oder bekannten Charakteren aus der Videospiel- und Anime-Welt. Der Hauptcharakter der Reihe, Neptune, basiert beispielsweise lose auf SEGA, während Blanc aus „Lowee“ auf Nintendo basiert, und so weiter.

Die gesamte Story findet in der Welt von Gameindustri statt, dessen Name ich sicher nicht weiter erklären muss. Oft nehmen sich die Spiele nicht besonders ernst und sind voller Referenzen auf Videospiele oder andere Medien-Franchise. Der Hauptcharakter Neptune bricht auch regelmäßig die sogenannte Third Wall und spricht direkt darüber, dass sie sich in einem Spiel befindet. Sie und die anderen Franchise-Repräsentationen sind die CPU Goddesses, ihre kleinen Geschwister die Goddess Candidates. Das sollte dann erst einmal reichen für einen kleinen Überblick.

Der Titel startet mit einer Zwischensequenz, welche erst nach wenigen Stunden Spielzeit Sinn ergibt: Die Goddess Candidates, sprich Nepgear, Ram, Rom und Noire, kämpfen gegen eine unbekannte andere CPU Goddess. Nach einem gewissen Ereignis wechselt das Geschehen zwei Jahre zurück. Die großen Göttinnen, Neptune, Vert und Blanc, müssen zum PC-Kontinent, um dort einem Notruf nachzugehen.

Währenddessen gehen die Schwestern auf Mission, eine Bande an Monstern zu bekämpfen. Doch plötzlich stolpern sie über eine Höhle und finden darin ein Labor, in welchem sie eine in einer Kapsel schlafende Person befreien. Diese stößt sie jedoch in die Kapsel und erst nach zwei Jahren wachen die Mädels wieder auf.

Anspielungen wie eine Faust ins Auge

»Der Titel wirkt wie die ersten Ableger der Reihe, was aber nicht unbedingt ein Kompliment ist. Es funktioniert und bringt den Spielfluss voran, aber es wirkt auch nicht mehr richtig zeitgemäß.«

Als die Gruppe an Schwestern aufwacht, ist die Welt im Chaos. Auf der ganzen Welt gibt es Ausbrüche des Trendi Phenomenon. Teile der Welt sind im Lockdown, der PC-Kontinent wurde zerstört und überall hängen die Leute an ihren Smartphones um sich von schrecklichen Ereignissen um sie herum abzulenken. Dass hier eine gewisse Parallele zu Covid-19 gezogen wird, ist da sehr eindeutig. Spätestens als der Titel darüber redet, dass Leute sich nicht impfen lassen wollen und lieber irgendwelchen Quatsch glauben, den sie im Netz lesen, ist das Ganze offensichtlich. Mit all diesem Chaos muss Nepgear nun als neue Goddess von Planeptune einen Weg aus der kafkaesken Krise finden.

Die Geschichte wird größtenteils im Visual-Novel-Stil erzählt. Der Spielablauf ist dabei recht simpel: Auf der Weltkarte wählt ihr ein Gebiet aus, dann lest ihr euch durch die Story, bis ihr in einen Dungeon könnt. Durch den kämpft ihr euch, mit diversen Geschichts-Momenten zwischendurch, besiegt den Boss. Dann geht es zurück zur Weltkarte und das Spielchen geht von vorn los.

Zwischendurch gibt es Side Stories, welche euch angezeigt werden und ihr nach Auswahl lesen könnt. Hier wirkt der Titel wie die ersten Ableger der Reihe, was aber nicht unbedingt ein Kompliment ist. Es funktioniert und bringt den Spielfluss voran, aber es wirkt auch nicht mehr richtig zeitgemäß. Den letzten Teil des Satzes werdet ihr übrigens noch ein paar Mal in diesem Review lesen.

In den Visual-Novel-Sequenzen bekommt ihr meist Live2D-Modelle der Charaktere zu sehen und viele Hauptstory-Momente sind vertont. Live2D bedeutet, dass es sich um 2D-Zeichnungen handelt, welche aber animiert sind. In den Dungeons bewegt ihr euch in einer 3D-Umgebung mit einer Party aus drei Charakteren von Anfang bis Ende – unterwegs gibt es diverse zerstörbare Holzkisten und Schatz-Würfel zum Einsammeln. In den Kisten findet ihr Komponenten für das Erstellen von Discs und in den Würfeln Heilitems, Ausrüstung, Geld oder Komponenten.

Eine Zeitreise – in die Zeit vor zehn Jahren

Mit den Dungeons glänzt Neptunia: Sisters VS Sisters nun wirklich nicht. Es gibt ungefähr sechs verschiedene Themen für die Gebiete, welche aus sich immer wiederholenden Baublöcken bestehen. Dabei reist ihr meist durch den Wald oder die Höhle – vier weitere Themengebiete tauchen erst später im Spiel auf und auch recht selten. Es gibt in der Story eine Passage, in der ihr euch durch Planeptune bewegt und auch anschließend die Stadt recht frei erkunden könnt.

Das war eine im Vergleich zum Rest des Spieles sehr erfrischende Sequenz des Spieles, da es sich wie ein richtiger Dungeon anfühlte und auch mit vergleichsweise netter Optik überzeugen konnte. Ich hätte mir mehr Schauplätze mit dieser offenen Größe gewünscht – auch wenn es da nicht wirklich viel zu machen gibt.

Selten gibt es in den Dungeons mehr zu machen als Monster zu besiege und Kisten zu finden. Es kommen später ein paar Schieberätsel hinzu, diese fordern aber meist nicht einmal ein Kleinkind. Mit ein paar Schaltern um Wege freizuschalten mag das Spiel auch versuchen zu glänzen, es wirkt aber eher wie das Einbauen von Hindernissen um den Dungeon zu strecken. Nichts daran fordert euch. Generell wirkt der gesamte Aufbau einfach nicht mehr zeitgemäß, vor allem im grafischen Aspekt.

Eines muss man der Neptunia-Reihe durchaus lassen: Sie versucht sich mit jedem Teil weiterzuentwickeln. Während die Vorgänger der Hauptreihe eine Mischung aus rundenbasiertem RPG und Action waren, so springt Sisters VS Sisters nun völlig in Richtung Action und liefert euch ein neues Kampfsystem. Dabei bleibt aber die Freiheit des Zusammenstellens einer eigenen Kombo-Reihe.

Diese löst ihr auf Knopfdruck aus und haut dem Feind ordentlich eins auf die Ohren – ohne Wartezeiten wie bei einem rundenbasierten System. Ausweichen und Abwehren ist dabei theoretisch auch gefragt. Praktisch kam dies aber bei mir eher selten zum Einsatz. Viel wichtiger ist das regelmäßige Wechseln des Charakters.

Immer in Bewegung, die Kombo immer in Gang halten

Einen Angriff nutzen kostet den Charakter AP. Jeder Skill hat dabei seine eigene Anzahl an Punkten, die er verbraucht. Besonders zu Beginn des Spieles gehen euch diese jedoch schnell aus. Diese füllt ihr auf, indem ihr einfach wartet. Spaß macht das aber nicht. Deswegen möchten die Entwickler, dass ihr regelmäßig nach Abschluss einer erfolgreichen Kombo zu einem anderen Charakter wechselt. Dieser erhält dann einen Ketten-Bonus mit mehr Schaden und führt eure Angriffskette fort. Während ihr mit diesem Kämpfer angreift, füllen sich die AP der anderen beiden Party-Mitglieder wieder auf. Ihr könnt also nun weiter die Kette aufrechterhalten, indem ihr zwischen den Charakteren wechselt. Das Ganze macht ehrlich gesagt echt Spaß und somit fühlen sich die Kämpfe sehr dynamisch an.

»Eines muss man der Neptunia-Reihe durchaus lassen: Sie versucht sich mit jedem Teil weiterzuentwickeln.«

Leider sind die Kämpfe letztendlich selten fordernd. Es gibt ein paar Gegner-Typen, welche etwas länger brauchen, bis sie von euren Angriffen gestoppt werden. Das war es dann aber auch mit den Herausforderungen. Die größte Herausforderung ist das Fehlen eines Abbrechens der Kombo mithilfe der Ausweichen-Taste. Zwar gibt es eine Fähigkeit, die das ermöglichen soll, aber so richtig geklappt hat das bei mir nie. Ein Großteil der Boss-Gegner ist auch recht einfach zu besiegen und erst gegen Ende des Spieles im Bonus-Dungeon musste ich lernen, wie man Items einsetzt. Diese benötigen eine volle Strategie-Leiste und verbrauchen diese nach Nutzen eines Gegenstandes.

Apropos: Selbige Leiste wird genutzt, um spezielle Angriffe nutzen zu können. Davon kann jeder Charakter bis zu drei Fähigkeiten auswählen. Hierbei handelt es sich entweder um starke Skills, Heil-Fähigkeiten oder Buffs. Habt ihr mal keine AP mehr, könnt ihr eure Angriffskette mit den speziellen Fähigkeiten zum Beispiel fortführen. Die CPU-gesteuerten Charaktere nutzen diese Fähigkeiten frei nach Laune heraus – außer ihr nehmt im Strategie-Menü andere Einstellungen vor.

Goddesses, Transform!

Wer die Neptunia-Reihe kennt, der weiß, dass alle CPU-Charaktere sich in ihre HDD-Form verwandeln können. Hierbei handelt es sich um stärkere Formen der Kämpferinnen. Um dies in Sisters VS Sisters zu machen, muss die dazugehörige Leiste komplett gefüllt sein. Dies geschieht aber recht langsam und im Laufe meiner Spielzeit war ich deswegen selten in diesen Formen. Vor allem auch, da sich die EX-Angriffe ebenfalls mit der Hälfte der Leiste ausführen lassen. Bei den EX-Angriffen handelt es sich um bildschirmfüllende Attacken. Diese richten ordentlichen Schaden an und können auch in der HDD-Transformation genutzt werden – beenden diese aber nach Nutzung.

Neben dem „Erkunden“ der langweiligen Dungeons, den recht spaßigen Kämpfen und dem Lesen der Visual-Novel-Abschnitte gibt euch Sisters VS Sisters noch ein paar Mechaniken an die Hand, mit denen ihr euch beschäftigen könnt. Nicht überraschend ist da das JRPG-bekannte Kaufen und Finden von neuer Ausrüstung, mit der ihr eure Charaktere ausstatten könnt um Status-Werte zu erhöhen.

Ein anfangs recht interessantes, doch im späteren Verlauf des Spieles recht langweiliges System sind die Discs. Hier wählt ihr ein Videospiel-Genre, einen Produzenten und eine Komponente aus. Nach diverser Zeit erhaltet ihr dann eine Disc, welche dem ausrüstenden Charakter diverse Boni bringt: mehr Erfahrungspunkte, zwischen Kombo-Strängen wechseln können, eine höhere Krit-Rate und so weiter. Im Laufe des Spieles erhaltet ihr mehr Produzenten, welche unterschiedliche Fähigkeiten mit sich bringen.

»Ein anfangs recht interessantes, doch im späteren Verlauf des Spieles recht langweiliges System sind die Discs.«

Das Problem ist nur: Habt ihr einmal alle Abilities auf eurer Party, die ihr wollt, gibt es kaum Grund, weitere Discs zu erschaffen. Ich habe dann eher mal aus Neugier, wenn ich einen neuen Produzenten bekam, eine Disc erschaffen, aber selten dann etwas bekommen, was ich brauche – da das Ergebnis letztendlich trotzdem zufällig ist. Hätte man hier Status-Boni bekommen oder Ähnliches, würde sich ein weiteres Basteln von Items lohnen – so aber gibt es nach kurzer Spielzeit kaum Grund das System noch zu nutzen. Immerhin handelt es sich bei den Produzenten und den Komponenten immer um Anspielungen auf andere Franchise – das bringt euch vielleicht wenigstens an der Stelle mal zum Schmunzeln.

Noch(!) nicht von Musk gekauft – Chirper

In der Welt von Neptunia gibt es ein Äquivalent zu Twitter namens Chirper. Hier könnt ihr zahlreiche Chirps der Charaktere lesen und diese auch mit einem Like markieren. Dabei handelt es sich aber um nicht mehr als kurze spaßige Sätze. Aber es ist eine nette Sache, um zwischendurch einmal kurz reinzuschauen. Auf Chirper erhaltet ihr auch eure Nebenaufgaben. Diese beinhalten aber nie mehr als Items zu sammeln, Monster zu besiegen oder einen Charakter zu „retten“.

Dabei müsst ihr die Figur einfach nur im Dungeon ansprechen. Die Sammel-Quests von Komponenten sind nervig, da diese nur sporadisch und völlig zufällig in Holzkisten zu finden sind. Benötigt ihr also eine gewisse Anzahl eines Items, heißt es nun, einen Dungeon immer und immer wieder zu betreten und Kisten zu zerkloppen, bis das Item gefunden ist.

Nach kurzer Zeit habe ich diese Sachen dann ignoriert, da die Belohnungen es nicht wert waren und die neuen Produzenten für Discs nicht benötigt wurden. Schade. Auch hier schafft es der Titel nicht, sich aus der Zeit von vor zehn Jahren weiterzuentwickeln und wenigstens aus mehr als Referenzen in der Quest-Beschreibung hinauszuwachsen. Wie angedroht auch hier der Satz: Das Ganze ist einfach nicht mehr zeitgemäß. War es eigentlich auch beim ersten Ableger der Reihe schon nicht.

Apropos nicht zeitgemäß: Beim Kauf von neuer Ausrüstung könnt ihr diese nicht direkt anlegen und müsst erst ins Menü wechseln. Das nervt irgendwann einfach nur. Das Gegner-Design ist ebenfalls altbacken und als Fan der Reihe sieht man nur wenig Neues. Auch als Neuling nicht: Die wenigen Gegner-Typen, die es gibt, seht ihr bereits im zweiten Dungeon in neuen Farben. Später gibt es nicht einmal neue Farben, es werden einfach Accessoires auf die Monster geklatscht und ein lustiger Name vergeben. Das ist, besonders im Bonus-Dungeon, dann einfach nur langweilig. Apropos: 100 Ebenen! Wer dachte, das sei eine gute Idee? Nach 50 Ebenen war ich schon auf dem höchsten Level und rannte dann nur noch durch die Flure, an Monstern vorbei, auf der Suche nach immerhin neuen starken Waffen. Und alles nur für einen Erfolg in meiner Trophy-Liste. Enttäuschend.

Eine weitere Sache muss ich loswerden: Die Tastenbelegung ergibt keinen Sinn. Im Kampf ist Angriff auf die Quadrat-Taste gelegt, im freien Feld auf Kreis. Dort ist dann Springen auf X und Bestätigen auf Quadrat. Ich habe mich anfangs so oft verdrückt, weil diese Belegungen einfach keinen Sinn ergeben. Meine Empfehlung: Passt die Belegung im Menü direkt an, für ein angenehmeres Spielerlebnis ohne Verwirrung.

Grafisch nie wirklich hui, aber immerhin auch nie komplett pfui

Immerhin gibt es auch gute Sachen. So werdet ihr vor jedem Boss-Kampf ins Menü geworfen, falls ihr euch doch noch einmal heilen oder neu aufstellen wollt. Mit zahlreichen Accessoires könnt ihr eure Charaktere ausstatten, wobei mir da persönlich kaum etwas gefiel. Immerhin sind auch hier die Anspielungen nett: Ihr findet 2Bs Augenbinde, die Schwerter von Kirito oder eine Copyright-gerechte Form des Hylia-Schildes aus Zelda.

„Neptunia: Sisters VS Sisters sieht richtig gut aus!“ würde ich nun sagen, wenn es sich um einen Launch-Titel für die PS3 handeln würde. Gut, das ist etwas übertrieben, immerhin sehen die Kampf-Effekte nett aus und die wenigen 3D-Umgebungen sind nicht komplett hässlich. Aber als PS4-Titel 2022 (in Japan erschien das Spiel Mitte 2022) und vor allem als PS5-Titel sollte Sisters VS Sisters einfach mehr liefern können. Das Budget kann man natürlich nicht vergleichen, aber ein Star Ocean: The Divine Force und Tales of Arise zeigen, wie ein Anime-Titel heute aussehen kann. Selbst die Atelier-Spiele können da mehr glänzen, und diese waren – bis man mit Ryza mal eine Komplettüberholung wagte (erfolgreich!) – eher Nischentitel. Dass man mit Neptunia letztendlich auch nur eine Nische in einer Nische bedient, muss man da miteinbeziehen, dennoch sollten die Spiele grafisch mittlerweile mehr können. Auch bei kleinem Budget.

Immerhin kann das Spiel, wie eigentlich alle seiner Vorgänger, mit einem angenehmen Soundtrack überzeugen. Als Fan erkennt man wahrscheinlich Tracks aus Neptunia auch mit verbundenen Augen, da diese immer einen synthetischen Stil mit einbinden. Dieser passt einfach und klingt auch gut. Die englische Sprachausgabe ist größtenteils sehr gut, die japanische Sprachausgabe natürlich auch. Dabei sind auch diverse Sprecher mit dabei, die man sich an der Stelle auch erhofft: Ein auf Rena aus der Higurashi-Reihe basierender Charakter namens Higurashi wird in der japanischen Sprachausgabe von derselben Person gesprochen, welche auch Rena im Anime von Higurashi spricht.

Apropos Higurashi: Sie und Alice, welche auf dem Touhou-Franchise basieren, tauchen im Laufe der Story häufiger mal auf. Spielbar sind sie im Grundspiel nicht. Ich gehe davon aus, dass sie, wie immer, nachträglich als DLC-Charaktere verfügbar sein werden. Im Bonus-Dungeon fand ich zumindest Waffen für die beiden. Diese Praktik nervt mich ehrlich gesagt einfach nur noch. Der Titel hat eigentlich nur für zehn Stunden Inhalt, ist aber auf 20 Stunden gestreckt, aber dennoch fast ein Vollpreistitel. Dann hängt man euch zwei coole Charaktere vor die Nase, die ihr aber auch noch zusätzlich kaufen müsst. Auch Kostüme fand ich im Spiel keine, aber diese gibt es durch die Badekostüme natürlich wieder als zusätzlichen DLC zu kaufen.

Ein neptastisches Abenteuer?

Letztendlich mag ich Neptunia: Sisters VS Sisters persönlich, auch trotz all der altbackenen Probleme, die es hat. Die Gespräche zwischen den Charakteren, das neue recht spaßige Kampfsystem und die überraschend spannende Story fesselten mich dann doch ausreichend. Auch der Foto-Modus konnte mich für knapp fünf Minuten unterhalten, immerhin. Aber würde ich nun mit einer PS5 neu in die Reihe einsteigen, würde ich mir schon ein wenig veralbert vorkommen. Nichts wirkt zeitgemäß und hier muss die Neptunia-Reihe definitiv ein wenig anziehen. Ob man so heutzutage noch neue Fans gewinnt, ist fraglich. Deswegen kann ich nur bedingt eine Kaufempfehlung aussprechen, wenn ihr noch keinen Kontakt mit Neptunia hattet. Fans der Reihe können aber beruhigt zugreifen – mit dem Wissen, wie immer kein technisch zeitgemäßes Abenteuer zu erleben.

 

Story

Nach anfänglichem Geplänkel, in welchem man alle Göttinnen einsammelt, wird die Geschichte dann doch recht spannend und schlüssig – und teilweise erstaunlich ernst.

Gameplay

Actionreiches Kampfsystem mit Fokus auf Kombo-Ketten. Drumherum recht altbackenes System aus „Story->Dungeon->Boss“-Gameplayloop. Belangloses Nebenquest-System.

Grafik

Wäre in Anfangszeiten der PS4 grafisch ok gewesen. Heute nicht zeitgemäß, vor allem nicht auf PS5. Aber nun auch nicht hässlich.

Sound

Gute Sprachausgabe mit den bekannten Sprechern in Englisch sowie japanische Sprachausgabe. Netter Soundtrack.

Sonstiges

Disc-System kann neue Fähigkeiten bringen, wird aber schnell belanglos. Chirper als Twitter-Parodie sorgt für so manches Schmunzeln.

Bildmaterial: Neptunia: Sisters VS Sisters, Idea Factory, Compile Heart

2 Kommentare

  1. Das liest sich schon sehr vielversprechend das es für Fans ein guter Ableger zu sein scheint, so wie beschrieben klingt es auch als wäre das endlich mal wieder ein Ableger der ähnlich wie Megadimension Neptunia ambitionierter ist und sich in der Reihe abhebt.
    Bin jetzt noch etwas gespannter und ist bereits vorbestellt und wird hoffentlich spätestens nächste Woche im Urlaub gezockt. ^^
  2. Es gibts natürlich wieder in keinem Laden zu kaufen. Media Markt etc. kotzt mich an. xD
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