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Im Test! Final Fantasy XIV: Endwalker

TitelFinal Fantasy XIV: Endwalker
Japan07. Dezember 2021
Square Enix
Nordamerika07. Dezember 2021
Square Enix
Europa07. Dezember 2021
Square Enix
SystemPC, PlayStation 4, PlayStation 5
Getestet fürPlayStation 5
EntwicklerSquare Enix
GenresMMORPG
Texte
Deutschland Nordamerika
VertonungDeutschland Nordamerika Japan

Das Ende ist gekommen! Mit Final Fantasy XIV: Endwalker geht die Saga rund um Zodiark und Hydaelyn nach nunmehr zehn Jahren dem Ende entgegen. Der verantwortliche Produzent Naoki Yoshida sicherte uns bereits ebenso viele Jahre weiteren Support zu, sodass sowohl Neueinsteiger als auch Veteranen in Zukunft auf ihre Kosten kommen werden.

Die beiden neuen Hauptstädte haben ihren ganz eigenen Charme.

Doch gerade der Release der Erweiterung war mit zahlreichen Problemen behaftet, weshalb meine Reise etwas länger gedauert hat als geplant. Dank der globalen Halbleiterkrise war es nicht möglich, die Kapazitäten der Server so auszubauen, dass sie dem anfänglichen Ansturm gewachsen waren. Warteschlangen bis in den fünfstelligen Bereich und technische Probleme waren zu Beginn keine Seltenheit.

Mittlerweile hat sich die Lage etwas beruhigt. Mit meiner Beschwörerin Kerona Skypiea, die niemals müde von den Abenteuern in Eorzea wird, habe ich die neuste Erweiterung nun endlich abschließen können. Ich verrate euch, wie mein Eindruck der neuen Erweiterung ist – natürlich so spoilerfrei wie möglich. Falls ihr jedoch komplett unvoreingenommen in die Erweiterung gehen wollt, solltet ihr euch den Test für später aufheben.

Eine lange Reise geht zu Ende

»Endwalker hat für mich viel intensivere Höhen und Tiefen als Shadowbringers. Es gibt einige unerwartete Wendungen und intensive sowie gefühlvolle Momente, doch genauso dröge sind die Abschnitte dazwischen.«

Den für viele schlimmsten Spoiler vorab: die Geschichte. Wie eingangs erwähnt werde ich nicht auf die Inhalte der Geschichte eingehen, sie aber in einem Gesamtkontext einordnen. Vor dem Release von Endwalker war für mich Shadowbringers die mit Abstand beste Erweiterung: Die Geschichte hatte ein konstant hohes Niveau und nur selten Einbrüche. Doch nun bin ich mir nicht mehr sicher, welche Erweiterung ich auf den Thron setzen würde.

Endwalker hat für mich viel intensivere Höhen und Tiefen als Shadowbringers. Es gibt einige unerwartete Wendungen und intensive sowie gefühlvolle Momente, doch genauso dröge sind die Abschnitte dazwischen. Allerdings überwiegen die Momente, in denen ich verzweifelt, traurig, melancholisch oder einfach nur glücklich war, weshalb Endwalker für mich ein wirklich gelungenes und würdiges Ende der Saga ist.

Dazu beigetragen haben unter anderem einige überraschende Zwischensequenzen, in denen wir in andere Häute schlüpfen durften – bekannte sowie eher unbekannte. Eine Mission ist mir dabei besonders im Gedächtnis geblieben, weil sie die Hilflosigkeit gut zum Ausdruck brachte. Man kroch verzweifelt Meter um Meter zum Ziel, um die Katastrophe abzuwenden – ein wirklicher Gänsehautmoment. Und solche hat Endwalker zur Genüge.

Doch leider schaffen es die skurrilen Animationen, mich ein ums andere Mal aus der Szenerie zu reißen. Wenn Charaktere bitterlich weinen oder verzweifelt sind, wirkt es oft grotesk, wenn sich kaum eine Miene verzieht. Ein wirklicher Durchbruch wäre es, durch Motion Capturing oder andere moderne Techniken etwas mehr Leben in Alphinaud und Co. einzuhauchen.

Hallo, hat jemand ein Taxi für mich?

Doch wie kommen dann die monotonen Zwischenabschnitte zustande? Nun, zwischen dem Popcorn-Kino bleiben die für ein MMO typischen Fetch-Quests nicht aus, in denen wir bestimmte Gegner besiegen, Gegenstände von A nach B bringen oder uns mit Personen unterhalten müssen, deren Aussehen und Name ich schon nach wenigen Minuten wieder vergessen habe.

Auf der neuen Teleportationskarte sind die Punkte nun eingezeichnet.

Außerdem ist das neue Quest-Feature etwas langweiliger als bei den bisherigen Erweiterungen. In Stormblood war es beispielsweise das Ausschau halten nach bestimmten Personen oder Events in der Umgebung, bei dem ihr durch eine Art Teleskop geblickt habt. Dieses Mal ist das „Besondere“, dass ihr von einem NPC begleitet werdet und diesen nicht verlieren dürft – sei es durch das Benutzen eines Reittiers oder eines Teleportationskristalls. Und diese Quests kommen wirklich seeehr häufig vor, was auf Dauer wirklich nervig ist, da wir uns maximal mit Sprinten fortbewegen dürfen.

Ein wenig dazu tragen außerdem einige Gebiete bei, die dieses Mal viel größere Laufwege benötigen als in den Erweiterungen zuvor. Das liegt nicht unbedingt an der Größe der Maps, sondern vielmehr an deren Architektur. Sind wir neu in einem Gebiet, dürfen wir erst mit unserem Reittier fliegen, sobald wir alle Windätherquellen gesammelt haben. Und die sind manchmal wirklich fies gesetzt, sodass wir die Quelle manchmal sogar schon sehen können, allerdings aufgrund eines klaffenden Kraters vor uns einen gewaltigen Umweg nehmen müssen. Da lobe ich mir Freunde, die bereits fliegen können, Taxi spielen und mich zu den Quellen mitnehmen!

Doch gerade das Design der Maps ist es dieses Mal, was mich so umhaut. Das Niveau ist mindestens so hoch wie bei der Shadowbringers-Erweiterung, in der mir wirklich jedes Gebiet im Gedächtnis geblieben ist. Endwalker setzt noch einmal die Kirsche obendrauf und zaubert Gebiete mit Ecken, die allesamt sehenswert sind. Vor allem die beiden Hauptstädte laden zum Erkunden ein und haben ihr ganz eigenes Flair. Auch die Musik ist in jedem Gebiet einfach nur der Wahnsinn und lädt zum Summen ein. Komponist Masayoshi Soken hat sich hier wieder einmal übertroffen. Mein liebstes Musikstück ist die fröhliche Melodie aus Labyrinthos.

Zusammen sind wir stark

Mit der neuen Erweiterung warten natürlich neue Dungeons, Raids und Prüfungen auf uns. Die Raids für acht Spielende sind zum Zeitpunkt des Verfassens dieses Tests gerade erst erschienen und mein Itemlevel noch einige Punkte zu niedrig, als dass ich sie schon hätte erkunden können. Deshalb beschränke ich mich nur auf die Dungeons und Prüfungen.

»Das Design der Gegner ist wie in den Erweiterungen zuvor gut gelungen. Es lauern einige abstruse, ekelerregende und schauerhafte Gegner auf uns, denen wir so schnell wie möglich den Garaus machen wollen.«

Einige der Dungeons sind dieses Mal stärker mit der Geschichte verbunden und erzählen den Strang sogar weiter – vor allem der dritte und der letzte Dungeon haben mich abgeholt und auf eine eigene Reise mitgenommen. Doch auch in den anderen Dungeons tauchen vereinzelt kleine Details auf, bei denen man kurz innehält und einfach nur staunt. Leider können die Dungeons nach dem Hauptszenario da noch nicht ganz mithalten, doch die ikonischen Dungeons aus der Hauptgeschichte machen das locker wett.

Der Weise ist einer der beiden neuen Jobs.

Es gibt zudem einige spannende und neue Mechaniken, die alle fair und schnell zu lernen sind. Vor allem in den Prüfungen wird einiges an Durchhaltevermögen von uns abverlangt. Doch jedes Mal, wenn ich hinter die Mechaniken gestiegen bin, waren die Durchläufe selbst auf hohem Schwierigkeitsgrad kein Problem mehr.

Das Design der Gegner ist wie in den Erweiterungen zuvor gut gelungen. Es lauern einige abstruse, ekelerregende und schauerhafte Gegner auf uns, denen wir so schnell wie möglich den Garaus machen wollen. Die Kreativität des Gegnerdesigns überrascht mich hier ein ums andere Mal.

Massig Neuerungen für Alteingesessene

»Als neue Jobs winken der Schnitter und der Weise. Auch die beiden neuen Jobs haben sich gut in die altbekannte Riege an Jobs integriert und erweitern das Roster um sinnvolle Jobs.«

Abseits der neuen Inhalte gibt es zahlreiche neue Features zu entdecken, die die Spielerschaft entdecken kann. Dazu zählt unter anderem die Überarbeitung sämtlicher Jobs. Wie in meiner Vorschau bereits erwähnt, hat mein Hauptjob, der Beschwörer, die wohl größte Änderung bekommen. Nun hatte ich ausgiebig Zeit, diesen zu testen und ich muss sagen: Er macht nun verdammt viel Spaß, ist nun auch in großen Gegnergruppen zu gebrauchen und angenehm flexibel geworden! Vor allem die Animationen begeistern mich jedes Mal aufs Neue, wenn ich Garuda, Ifrit oder Titan kurzzeitig aufs Schlachtfeld rufe.

Auch von anderen SpielerInnen habe ich nur Positives zur Änderung ihrer Jobs gehört. Für einige waren es ähnlich große Umstellungen wie bei mir, bei anderen sind lediglich einige Fähigkeiten weggefallen oder es kamen Neue dazu. Doch so oder so: Die Skill-Leiste musste in den meisten Fällen erst einmal umgeräumt werden. Doch keiner der Jobs fühlt sich nun deutlich stärker oder schwächer an als die anderen, das Balancing ist in Endwalker weitestgehend gut gelungen. Selbst mit zwei Barden im Team war es beispielsweise kein Problem, die schweren Inhalte zu meistern.

Die Größe der Beschwörungen kann zum Glück angepasst werden.

Als neue Jobs winken der Schnitter und der Weise. Auch die beiden neuen Jobs haben sich gut in die altbekannte Riege an Jobs integriert und erweitern das Roster um sinnvolle Jobs. Vor allem der Weise ist durch seine Fähigkeiten eine sinnvolle Ergänzung für jede Gruppe und bereits in vielen Partien vertreten.

Die weiteren, neuen Features fallen ansonsten etwas kleiner aus. Es gibt beispielsweise keine Gürtel mehr, die ihr ausrüsten könnt, und das Zahlensystem wurde an niedrigere Werte angepasst – doch all das sind Änderungen, die kaum ins Gewicht fallen. Die wirklich dicken Brocken wie die weiteren Raids und das Einzelspieler-Erlebnis „Inselparadies“ kommen erst mit der Zeit und sollen die Spielerschaft so auch längerfristig an Final Fantasy XIV binden.

Ein würdiger Abschluss für alle Krieger des Lichts

Insgesamt macht Endwalker eine durchweg gute Figur und bildet einen würdigen Abschluss für die Zodiark- und Hydaelyn-Saga. Die Erweiterung baut bereits vorhandene Stärken noch weiter aus und überzeugt durch ihre Geschichte, den Sound und das Design von Gebieten und Gegnern.

Doch wer denkt, Endwalker würde das Rad neu erfinden, der irrt: Die bereits vorhandenen Schwächen, die typisch für MMORPGs sind, bleiben auch mit Endwalker vorhanden. Falls ihr also kein Freund von Fetch-Quests seid, wird euch auch Endwalker nicht überzeugen können. Wer jedoch schon durch die Story von Final Fantasy XIV in Bann gezogen wurde, hat keine Chance, an Endwalker vorbeizukommen.

 

Story

Der Abschluss der Saga mit einem gewaltigen Finale und vielen emotionalen Höhepunkten. Unerwartete Wendungen sind ebenso Teil der Geschichte.

Gameplay

Klassisches MMORPG-Design, bei dem ihr keine überwältigenden Neuerungen oder Brüche mit der Tradition erwarten dürft.

Grafik

Jedes Gebiet erwartet uns mit seinem einzigartigen Flair. Lediglich die Zwischensequenzen und Animationen wirken ab und an etwas steif, sodass die Emotionen nicht immer zu 100 Prozent transportiert werden können.

Sound

Wirklich jedes Musikstück hat seinen Wiedererkennungswert und ist berechtigterweise Teil des Endwalker-Soundtracks. Wer bei dem bedeutungsschweren Song Footfalls nicht emotional berührt ist, hat ein Herz aus Stein.

Sonstiges

Vermisst ihr schon die Polygon-Trauben?

Bildmaterial: Final Fantasy XIV, Square Enix

1 Kommentar

  1. Wobei das doch sehr subjektiv ist, entweder man liebt MMO's oder man hasst es. Ist man für ersteres, dann gehört diese Erweiterung mit zum Besten, was das Jahr zu bieten hatte. Allgemein sticht mir FF14 aus der Reihe doch deutlich positiv hervor. FF13 und FF15 haben mir fast gar nicht gefallen und FF7Remake möchte ich mir erst nach Abschluss der Reihe ein Fazit ziehen.
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