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Im Test! Demon’s Souls Remake

TitelDemon’s Souls
Japan12. November 2020
Sony Interactive Entertainment
Nordamerika12. November 2020
Sony Interactive Entertainment
Europa12. November 2020
Sony Interactive Entertainment
SystemPlayStation 5
Getestet fürPlayStation 5
EntwicklerBluepoint Games, SIE Japan Studio
GenresAction-RPG
Texte
Deutschland Nordamerika 
VertonungDeutschland Nordamerika 

Mit Demon’s Souls, welches im Jahre 2009 für PlayStation 3 erschien, gelang es den Entwicklern, den Grundstein für ein komplett neues Genre zu legen. Das sogenannte „Souls-Genre“ schafft es bis heute, Spieler zu begeistern und trotz des äußerst hohen Frustfaktors bei Laune zu halten.

Dies gelingt den Souls-Spielen und Ablegern vor allem durch die extrem dichte und bedrohliche Atmosphäre und das einzigartige Gameplay. Natürlich kann sich nicht jeder Spieler mit den extremen Gameplay-Mechaniken dieser Titel anfreunden. Doch wenn man die ersten Hürden erstmal hinter sich gebracht hat, spürt man, was diese Titel so besonders macht und warum diese so ein hohes Ansehen unter Gamern weltweit genießen.

Mit dem Remake des Urgesteins „Demon’s Souls“ will der speziell für hochkarätige Remakes und Remaster bekannte Entwickler Bluepoint Games gleich zum Marktstart von PlayStation 5 ein richtiges Brett abliefern und das Original der Reihe in neuem Glanz erstrahlen lassen.

Ob dem US-amerikanischen Studio dieses Vorhaben gelang oder ob sich das Remake zu weit vom Original aus dem Jahre 2009 entfernt hat, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Das Königreich von Boletaria steht vor dem Untergang

In „Demon’s Souls“ dreht sich alles um die tragische Geschichte des Königreichs von Boletaria, welches von finsterem Nebel umhüllt und von der Außenwelt abgetrennt wird. Dieser geheimnisvolle Nebel birgt ein schreckliches Geheimnis, denn mit ihm hält auch ein mächtiger, seelenverschlingender Dämon Einzug in das einst so schöne und friedliche Königreich.

Um das Königreich von Boletaria zu retten, bleibt euch nichts anderes übrig als euch dem Dämonenfürsten und dessen Untertanen zu stellen, um den Frieden in das Königreich zurückzubringen.

Um dies zu erreichen, muss der Spieler fünf Siegel in fünf unterschiedlichen Welten aktivieren. Diese Welten werden von starken Dämonen bewacht, die es zu besiegen gilt. Erst wenn alle fünf Siegel aktiviert wurden, ist es möglich, dem finsteren Dämonenfürsten gegenüberzutreten.

Nervenzerfetzende Bosskämpfe

Auch das Remake von „Demon’s Souls“ hält sich dabei strikt an die klassische Souls-Formel. Ihr durchstreift mit eurem eigens erstellten Charakter etliche gefährliche Welten, bekämpft allerlei Dämonen und trefft dabei auch auf die unterschiedlichsten Bosse. Gerade die Bosskämpfe sind es, was die Souls-Titel so besonders macht. Denn diese sind nicht nur fantastisch inszeniert, sondern lassen euren Puls auch in kürzester Zeit in ungeahnte Höhen schießen.

Die völlig unterschiedlichen Bossgegner stellen stets eine neue Herausforderung dar. Da sich kein Bosskampf wie der andere spielt, muss man seine Taktik stets an die jeweiligen Gegebenheiten anpassen. Man darf sich nicht auf altbekannte Muster verlassen. Bis man die zahlreichen Bossgegner erledigt hat, kann es teilweise schon Mal zu erheblichen Frustmomenten kommen. Dennoch ist jeder Kampf machbar.

Ein Geist mit Handicap

Solltet ihr doch mal das Zeitliche segnen, verliert ihr eure Menschlichkeit (vorausgesetzt ihr besitzt diesen Zustand zu diesem Zeitpunkt) und erscheint erneut als Hülle (Geist). In diesem Zustand habt ihr weniger Lebenspunkte zur Verfügung, könnt keine menschlichen Spieler oder NPCs zur Hilfe rufen und auch nicht heimgesucht werden. Einige Handicaps also, die es zu verschmerzen gilt. Diesen Geist-Zustand kann man mit einem entsprechenden Item natürlich jederzeit wieder aufheben. Da diese jedoch nicht in Massen gefunden werden können und auch bei den Händlern nicht allzu günstig zu haben sind, ist das leichter gesagt als getan.

Natürlich gibt es neben allerlei unterschiedlichen Waffen wie beispielsweise Schwertern, Speeren und Äxten auch die Macht der Magie, um euch der finsteren Dämonen zu erwehren. Zusätzlich zu den physischen Waffen gibt es in „Demon’s Souls“ auch allerlei Upgrades in Form von Ringen, welche euch unterschiedliche Buffs verleihen. So gibt es zum Beispiel Ringe für eine höhere Item-Droprate, mehr Resistenz gegen Feuer oder Gift und viele weitere.

Selbstverständlich dürfen auch die Rüstungen nicht fehlen und so gibt es auch in „Demon’s Souls“ unzählige Rüstungssets mit den unterschiedlichsten Vor- und Nachteilen. Eine schwere Eisenrüstung beispielsweise ist zwar stark und schützend, jedoch auch schwer und macht euch somit langsam im Kampf. Eine leichte und wendige Robe hingegen schützt euch zwar nicht so gut, macht euch aber äußerst agil und wendig in den hektischen Kämpfen. Hier gilt es, für sich selbst die beste Kombination der Rüstungssets zu finden.

Ohne klassischen Multiplayermodus, aber mit besonderem Feature

Einen klassischen Multiplayermodus gibt es bei „Demon’s Souls“ nicht. Stattdessen könnt ihr euch andere menschliche Spieler zur Hilfe rufen. Bei schweren Bosskämpfen beispielsweise ist das natürlich ein Segen. Ein ganz besonderes Feature ist das Invade-Feature. Mit diesem könnt ihr in die Welten anderer Spieler einfallen, diese bekämpfen und deren Seelen stehlen.

Andererseits kann euch dies natürlich ebenfalls passieren und so kann es stets vorkommen (vorausgesetzt ihr besitzt zu diesem Zeitpunkt die Menschlichkeit), dass ihr von einem anderen Spieler heimgesucht und bekämpft werdet. Die menschlichen Spieler erstrahlen dabei in bedrohlichem Rot, damit ihr sofort erkennen könnt, dass es sich nicht um einen herkömmlichen NPC-Gegner handelt.

Ein weiteres Online-Feature ist das Nachrichtensystem. Mit diesem können andere Spieler Hinweise in der Spielwelt hinterlassen. Natürlich könnt ihr auch selbst Nachrichten für andere hinterlassen. Ob man diesen allerdings stets trauen sollte, steht auf einem anderen Blatt.

Welt- und Charaktertendenz sorgen für mysteriösen Touch

Eine Besonderheit bei „Demon’s Souls“ ist die sogenannte Welt- und Charaktertendenz. Diese beiden Werte bestimmen teilweise über den Aufbau der Spielwelt und die Möglichkeit, bestimmte Items ergattern zu können oder nicht. Die beiden Werte werden durch euer Handeln während des Spielverlaufs beeinflusst und lassen sich wohl am besten als Moralindex oder Karma-Wert beschreiben.

Zu Beginn des Abenteuers sind beide Tendenzen natürlich ausgewogen, ihr habt ja noch keine Entscheidungen getroffen. Allerdings bestimmen von nun an unterschiedliche Handlungen auch die Werte dieser Tendenzen. Wenn ihr beispielsweise einen NPC aus einer misslichen Lage rettet, bewegt sich die Tendenz zur weißen Seite hin. Ermordet ihr diesen NPC jedoch, um seine Ausrüstung zu erhalten, bewegt sich die Tendenz zur dunklen Seite hin. Wenn man sich bewusst für die dunkle Tendenz entscheidet, muss man damit rechnen, dass das ohnehin schon bockschwere Spiel noch schwerer wird. Dieses bestraft euch sozusagen für die niederträchtigen Handlungen.

Auch in der Spielwelt selbst spürt man die Tendenzen deutlich. Sollte man sich auf der hellen Seite bewegen, stehen einem immer wieder Abkürzungen oder geheime Wege zu neuen Items und Waffen offen. Diese bleiben einem verwehrt, sollte sich die Tendenz in diesem Moment im dunklen Bereich befinden.

Eine klare Aussage, wie man die Tendenzen nachträglich noch maßgeblich verändern kann, ist allerdings schwer zu treffen. Klar ist jedoch, besiegt man einen Boss in einem Abschnitt beziehungsweise einer Welt, rutscht die Tendenz für diesen Abschnitt in den weißen Bereich. Sollte man jedoch zu oft in menschlicher Gestalt das Zeitliche segnen, wird die Tendenz in den dunklen Bereich rutschen.

Sterben jetzt noch schöner

Das Remake von Bluepoint Games strahlt vor allem auf grafischer Seite. Denn im Vergleich zum Original glänzt das Remake mit fantastischen Texturen, Partikel- und Lichteffekten. Speziell die beeindruckenden Lichteffekte sorgen endlich für Next-Gen-Feeling. Diese betonen die ohnehin schon düstere Stimmung noch mehr und zaubern ein wunderschön unheimliches Abenteuer auf den Bildschirm.

„Demon’s Souls“ bietet zwei völlig unterschiedliche Grafikmodi. Im Performance-Modus läuft der Titel in 1440p mit butterweichen 60 Frames. Dieser Modus bietet daher eine perfekte Balance aus gestochen scharfer Optik und einer flüssigen Darstellung. Für alle Grafikfetischisten gibt es außerdem noch den Cinematic-Modus, in welchem das Spiel dann in nativer 4K-Auflösung mit 30 Frames läuft. Das Spiel sieht so zwar absolut fantastisch aus, durch die Begrenzung auf 30 Frames spielt es sich allerdings deutlich weniger flüssig oder leichtgängig als im Performance-Modus. Speziell bei Souls-Titeln sollte man eine flüssigere Darstellung immer über die Auflösung stellen, da es hier eindeutig auf eine schnelle Reaktion des Spielers ankommt.

Auch in 1440p sieht „Demon’s Souls“ stets fantastisch aus und so gibt es eigentlich keinen Grund auf eine flüssigere Darstellung des Performance-Modus zu verzichten.

Ein Sound, der einem das Fürchten lehrt

Auch beim Sound gibt sich „Demon’s Souls“ keinerlei Blöße. Der Titel glänzt mit wunderschön schaurigen Soundeffekten wie zum Beispiel dem fürchterlichen Grunzen oder angsteinflößenden Schreien der zahlreichen dämonischen Gegnern. Auch Effekte wie beispielsweise das Klirren der Waffen können absolut überzeugen und klingen stets wuchtig und kraftvoll.

Der Sound trägt hier maßgeblich zur Atmosphäre bei und zieht den Spieler förmlich in diese unheimliche Welt, in der es nie sicher zu sein scheint. Mit Melodien oder Klängen geht „Demon’s Souls“ allerdings sehr spärlich um. Diese werden speziell in den nervenaufreibenden Bosskämpfen eingesetzt, um die hektische Atmosphäre noch weiter zu steigern. Durch das spärliche Einsetzen von Melodien wird allerdings eine noch unheimlichere und einsame Atmosphäre geschaffen.

Fazit

Das „Demon’s Souls“-Remake kann auf ganzer Linie überzeugen. Neben der grandiosen Next-Gen-Optik mit wunderschönen Details, Texturen und Effekten glänzt der Titel mit tollen Soundeffekten. Auch das Design der Welten und der Dämonen ist fantastisch und furchteinflößend.

„Demon’s Souls“ schafft es, durch seine bedrohliche Stimmung eine Atmosphäre zu generieren, wie es kaum ein anderer Titel vermag. Man fühlt sich ständig bedroht und nie sicher vor den zahlreichen dämonischen Feinden.

Ganz klar stellen die beeindruckenden Bosskämpfe das Highlight dar, welche nur mit höchster Konzentration zu meistern sind. Ein hoher Frustfaktor ist hier garantiert. Hat man diesen jedoch erstmal überwunden, erwartet einen ein Spiel wie kein zweites.

Auch die einfallsreichen Multiplayer-Features müssen erwähnt werden, da sich diese doch gänzlich vom Einheitsbrei anderer Spiele abheben. Besonders das Invade-Feature sorgt immer wieder für Panik, wenn man plötzlich von einem menschlichen Spieler attackiert wird und gar nicht weiß, wie einem geschieht.

Alles in allem kann man für das „Demon’s Souls“-Remake auf jeden Fall eine Empfehlung aussprechen. Fans des Franchises greifen ohnehin zu, aber auch neue Spieler sollten sich diese Erfahrung ansehen. Für mich ist „Demon’s Souls“ ein perfekter Launch-Titel, vielleicht sogar der beste dieser noch recht jungen Generation. Von mir gibt es also eine klare Kaufempfehlung.

 

Story

Das Königreich von Boletaria wird von finsteren Dämonen bedroht. Nun liegt es an euch, die fünf Siegel zu aktivieren, um den finsteren Dämonenfürsten in die Schranken zu weisen und die Welt zu retten.

Gameplay

Typisches Souls-Gameplay mit knallharten und äußerst fordernden Bosskämpfen und toll gestalteter Spielwelt. Die schaurig-schöne Atmosphäre tut ihr Übriges, um euch voll in diese geheimnisvolle Welt zu ziehen.

Grafik

Schöne Texturen, Partikel- und Lichteffekte lassen das Remake in moderner Next-Gen-Optik erstrahlen. Wahlweise ist der Titel in nativer 4K-Auflösung mit 30 Frames oder aber in 1440p mit 60 Frames spielbar.

Sound

Schaurig-schöne Effekte und Klangteppiche sorgen für die beklemmende Atmosphäre, die „Demon’s Souls“ so besonders macht. Musik gibt es nur während der Bosskämpfe. In den Levelabschnitten selbst herrscht beklemmende Stille.

Sonstiges

Die besonderen Multiplayer-Features und die Welt- und Charaktertendenzen verleihen dem Spiel den gewissen „mysteriösen“ Touch.

Bildmaterial: Demon’s Souls, Sony / Bluepoint Games

3 Kommentare

  1. Schöner Test!
    Mich muss er nicht umstimmen. Es wird sowieso geholt, wenn ich denn irgendwann mal eine PS5 habe XD
  2. Ich weiß noch immer, wer die Katze vor sehr vielen Jahren nicht auffing :D
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