PS4 Test TOP

Im Test! Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition

TitelFinal Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition
Japan27. August 2020
Square Enix
Nordamerika27. August 2020
Square Enix
Europa27. August 2020
Square Enix
SystemPlayStation 4, Nintendo Switch, Mobil
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerSquare Enix
GenresRPG
Texte
Deutschland Nordamerika
VertonungNordamerika 

Puh, ist es wirklich schon 16 Jahre her, seitdem wir in Final Fantasy Crystal Chronicles mit unserer Kristall-Karawane durch die Gegend ziehen konnten, um unser Dorf vor der gefährlichen Bedrohung des Miasmas zu schützen? Wie doch die Zeit vergeht! Die alten Link-Kabel mitsamt den dazugehörigen Game Boy Advance wurden durch Smartphone-Geräte und die aktuelle Konsolengeneration ausgetauscht.

Meine Reise in der Remastered Edition hat nun ganze vier Wochen gedauert. Ich habe Bosse besiegt, neue Bekanntschaften getroffen, meine Ausrüstung und Statuswerte verbessert und die Welt vor dem Miasma gerettet. Klingt nach einem tollen Ablauf, meint ihr nicht? Wie es mir aber im Detail ergangen ist und wieso ich letztendlich doch meinen Geldbeutel herhalten lassen musste, verrate ich euch im Test.

Packt eure Streifenäpfel ein

So stelle ich mir den geborenen Hausmann vor.

Doch zunächst einmal eine kleine Zusammenfassung der Geschichte für alle Neulinge, die die Ursprungsversion noch nicht kennen. Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition ist ein Ableger der Final-Fantasy-Reihe und hat gameplaytechnisch nur wenig Gemeinsamkeiten mit dieser. Als Kristall-Karawane, einer Gruppe junger Reisender, müsst ihr euch in die weite Welt aufmachen, um nach Myrrhe-Tropfen zu suchen, die von leuchtenden Bäumen abgesondert werden.

Diese seltene Flüssigkeit hält die zahlreichen Kristalle in der Welt aufrecht, die ihre Umgebung vor dem tödlichen Miasma-Gas schützen. So müsst ihr euch in zahlreiche Dungeons begeben, an deren Ende ein starker Bossgegner lauert. Nur wenn ihr diesen besiegt, erhaltet ihr etwas von dem kostbaren Gut.

Der Fortschritt im Spiel wird als „Jahre“ beschrieben. Pro Jahr müsst ihr an drei verschiedenen Bäumen Myrrhe einsammeln, damit euer Kristall zufrieden ist. Ob ihr dabei Dungeons nach einigen Jahren wiederholen möchtet, bleibt dabei euch überlassen. Nach einiger Zeit tragen die Bäume erledigter Dungeons nämlich wieder Myrrhe, sodass ihr, bezogen auf die Spielejahre, unendlich weiterschreiten könnt.

Zieht eure besten Riemen an

Den ersten Schritt zur Gründung eurer Karawane tätigt ihr mit der Erstellung eures Charakters. Insgesamt könnt ihr zwischen vier Völkern wählen: Clavat, Selkie, Lilty und Yuke. Besonders die Clavats sind für Anfänger ein sehr beliebtes Volk, da sie mit hohen Verteidigungswerten und soliden Magiewerten aufwarten.

Juhu, endlich geschafft!

Liltys weisen hohe Angriffswerte auf, während Selkies mit ihren Spezialattacken punkten können. Allerdings weisen beide Rassen Schwächen in der Magie auf. Das wohl am schwersten zu spielende Volk bilden hier wohl die Yukes, da sie zwar mit ihren Magiewerten überzeugen können, aber durch ihre restlichen niedrigen Werte ansonsten schnell die Beine in die Hand nehmen müssen.

Habt ihr euch für ein Volk entschieden, könnt ihr den Charakter leicht anpassen. Pro Geschlecht stehen euch vier verschiedene, vorgegebene Modelle zur Auswahl. Ihr könnt zudem die Stimme anpassen sowie eurem Charakter einen Namen verpassen. Im weiteren Spielverlauf ist es zwar möglich, durch das Sammeln von Stempeln in Mogry-Nestern weitere Aussehen freizuschalten, allerdings hält sich hier die Auswahl stark in Grenzen. Auch mit den Aussehen, die ihr für Echtgeld im konsoleneigenen Shop erwerben könnt, hebt ihr euch leider meistens nicht aus der Masse hervor.

Lauft euch die Hacken wund

Nun habt ihr eure Karawane erstellt und schon geht es los! Mit einem überdimensionalen, blauen, knubbeligen Tier, das euren Wagen schleppt, müsst ihr auf einer Karte von Ort zu Ort navigieren, um die jeweiligen Gegenden betreten zu können. Die Welt beherbergt dabei Städte, Häfen und die Dungeons, in denen es zur Sache geht.

Die Oberwelt ist dabei in unterschiedliche Areale aufgeteilt, die durch Miasma-Ströme getrennt werden. Jedem Strom wird pro Jahr ein anderes Element zugewiesen, das ihr bei absolvierten Dungeons ändern könnt. Mit dem richtigen Element könnt ihr den Strom dann passieren und zu neuen Arealen aufbrechen.

Zwischen den Orten kann es zufällig passieren, dass ihr eine Zwischensequenz auslöst. Hier begegnet ihr unterschiedlichen NPCs und könnt ab und an sogar zwischen unterschiedlichen Dialogoptionen wählen. Diese haben zwar keinen direkten Einfluss auf den Spielverlauf, ihr solltet sie euch dennoch gut merken. Glaubt es mir, ihr werdet mir am Ende danken. Manche Zwischensequenzen geben euch sogar Tipps auf das Lösen von Rätseln oder zum Besiegen von Monstern. Das wohl größte Rätsel, das der Lynari-Wüste, wurde in der Remastered Edition allerdings komplett entfernt. Hier steht euch ein besonderes Upgrade für euren Kristallkelch (welches verraten wir natürlich nicht) schon sofort zur Verfügung, ohne dass ihr bestimmte Kakteen, Steine oder Zelte befeuern müsst.

Ein kleiner Mogry-Frisier-Salon.

Ärgerlich ist besonders auf eurer Reise, dass es hierbei keine Schnellreisefunktion gibt. Erhaltet ihr in einem Dungeon eine seltene Skizze, mit der ihr einen wertvollen Ausrüstungsgegenstand herstellen könnt, kann es gut und gerne mehrere Minuten dauern, bis ihr zurück zu der Stadt gelangt seid, die zufällig einen Schmied beherbergt, der ebenjenen Gegenstand herstellen kann. Hier täte es gut, eine Schnellreisefunktion einzubauen, um schnell von A nach B zu gelangen. Auch die Schifffahrt kann euren Weg ab und an nur minimal verkürzen.

Haltet euch die Gegner vom Leibe

»Das Herzstück von Final Fantasy Crystal Chronicles sind die wohl unterschiedlich gestalteten Dungeons. Jeder Dungeon ist thematisch einheitlich gestaltet und beherbergt zahlreiche Gegner.«

Das Herzstück von Final Fantasy Crystal Chronicles sind die wohl unterschiedlich gestalteten Dungeons. Jeder Dungeon ist thematisch einheitlich gestaltet und beherbergt zahlreiche Gegner. Insgesamt gilt es, 14 Dungeons zu bewältigen. Der Aufbau der Dungeons an sich ist oft sehr simpel und schlauchartig, enthält aber auch so manchen Kniff wie Treibsand, der einen zu einem neuen Areal führt. Gefüllt sind die Dungeons mit unterschiedlichen Rätseln, Truhen und Schlüsseln, sodass ihr eine große Abwechslung zwischen den einzelnen Dungeons habt. Mein Lieblingsdungeon war beispielsweise die Villa von Herrn Moschet, da diese klar strukturiert ist und die Geschichte hinter dem Dungeon ziemlich lustig ist. Ich werde nämlich auch sauer, wenn das Essen nicht pünktlich auf dem Tisch steht!

Wirklich toll ist, dass es bei verschiedenen Gegnern unterschiedlicher Herangehensweisen bedarf. Manche Geister müssen beispielsweise erst mit der Kombination bestimmter Zauber verwundbar gemacht werden, ansonsten kloppt man sich an diesen die Finger wund. Auch der Schwierigkeitsgrad der Bossgegner steigt mit dem Voranschreiten im Spiel und deshalb zählen die Bosskämpfe für mich als großer Pluspunkt des Spiels. Zu Beginn erwartet euch beispielsweise am Fluss Belle eine Krabbe, die ihr eigentlich durch stumpfes Hauen erledigen könnt. Im Sumpf Conall Curach hingegen, den ihr im späteren Spielverlauf betreten werdet, muss der hiesige Sumpfdrache erst einmal bearbeitet werden, bevor ihr diesem Schaden zufügen könnt. So habt ihr mit der Zeit eine Steigerung der Schwierigkeit über die Bossgegner gesehen, sodass kein Bosskampf dem anderen gleicht und ihr unterschiedliche Taktiken auspacken müsst.

»Nach Abschluss der Hauptgeschichte kommen noch 13 weitere Dungeons hinzu, die allerdings nur angepasste Versionen der alten Dungeons sind.«

Nach Abschluss der Hauptgeschichte kommen noch 13 weitere Dungeons hinzu, die allerdings nur angepasste Versionen der alten Dungeons sind. Die neuen Dungeons sind von der Schwierigkeitsstufe her sehr hoch, hier kann es öfters passieren, dass ihr das Zeitliche segnet. Die Farben des Dungeons und der Bossgegner variieren, zudem trefft ihr stärkere und häufiger Gegner an. Manche Herangehensweisen in Dungeons wie Moschets Villa werden allerdings komplett auf den Kopf gestellt. Hier müsst ihr beispielsweise nicht mehr die Köche erledigen, sondern einfach nur den Raum von Lady Moschet betreten und die darin befindlichen Truhen öffnen, um den Kampf zurück im Hof zu triggern. Die 13 neuen Dungeons könnt ihr im Multiplayer-Modus aber nicht dann bewältigen, wann ihr es möchtet. Vielmehr stehen euch tageweise nur bestimmte Dungeons zur Verfügung, sodass ihr fürs Grinden planen müsst, an welchem Tag ihr losziehen wollt.

Die Dungeons als solches können entweder alleine oder mit Freunden absolviert werden. Solltet ihr alleine den Dungeon betreten, steht euch ein Mogry zur Seite. Dieser trägt den schützenden Kelch, welcher mit einem Stück des Kristalls ausgestattet ist, um euch vor dem Miasma zu schützen. Allerdings hat dieser ab und an keine Lust mehr, den Kelch zu tragen, sodass ihr euch öfters mit dem Mogry abwechseln müsst. Im Multiplayer-Modus ist das meist kein Problem, da sich hier immer einer findet, der freiwillig den Kelch trägt.

Sammelt euer Hab und Gut ein

Kleine Zwischensequenzen erwarten euch.

Spielt ihr mit mehreren Spielern, müsst ihr darauf achten, eure Bonusaufgabe während eines Dungeons zu erfüllen. Denn je mehr Punkte ihr einheimst für das Erledigen eurer Aufgabe, desto eher dürft ihr euch eine Belohnung im Rad aussuchen. Diese können eure Statuswerte erhöhen, euch ein zusätzliches Herz oder eine zusätzliche Kommandoleiste einbringen, einen permanenten Zauber verschaffen, eine neue Skizze für einen Ausrüstungsgegenstand beinhalten oder einfach ein Material zur Herstellung ebenjener sein. Falls ihr ein Artefakt zur Verbesserung eures Charakters schon habt, werden diese ausgegraut. So kann es passieren, dass am Ende für euch nichts übrigbleiben kann – Pech gehabt!

Das ist vor allem deshalb ärgerlich, weil ihr keine Zauber oder gesammelten Artefakte innerhalb des Dungeons mitnehmen dürft. In jedem Dungeon müsst ihr erneut wichtige Zauber wie Vita oder Engel einsammeln, wenn ihr schwach auf der Brust seid und eine Chance gegen den Bossgegner haben möchtet. Natürlich könnt ihr euch auch mit Lebensmitteln oder Phönixfedern versorgen, nervig ist aber, dass diese nach einmaligem Gebrauch aus eurer Kommandoleiste verschwinden und ihr diese immer wieder neu bestücken müsst. Alleine geht das noch ganz gut, doch mit mehreren Spielern bleibt die Zeit nicht stehen, wenn ihr euch in eurem Menü befindet. Hier kann es zu hektischen Situationen kommen, falls eure Mitspieler nicht warten möchten.

Bislang ist es zudem sehr zeitraubend, dass ihr gegen Ende eines Dungeons alle Sequenzen wie die Vorstellung des Bossgegners sowie das Einsammeln des Myrrhe-Tropfens mit ansehen müsst. Square Enix hat hier schon ein Update für Mitte Oktober versprochen, mit dem ihr die Sequenz überspringen könnt. Klasse!

Haut in die Tasten

Das Kampfsystem an sich ist ein wirklich großer Minuspunkt in Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition. Ihr habt die Wahl zwischen Angriff, Verteidigung sowie Magie. Den Angriff könnt ihr durch das Gedrückthalten in einen Spezialangriff umwandeln, während ihr bei Zaubern generell die Taste gedrückt halten müsst, bevor sie wirken können. Durch diese Verzögerung beim Zaubern wirkt das Kampfsystem sehr träge und die Yukes werden zu einem der schwächeren Völker. Zwar könnt ihr die Aufladezeit durch Items ein wenig verkürzen, allerdings bewegt sich der Zielkreis immer noch sehr behäbig, sodass zwischen Auslösen des Zaubers und der Bewegung eines Monsters einige Zeit liegen kann. Deshalb kommt es oft vor, dass ein Monster gar nicht mehr dort steht, wo ihr euren Zauber eigentlich gesetzt habt.

Nach dem Abspann warten neue Dungeons auf euch.

Auch das stumpfe Draufkloppen macht auf Dauer keinen Spaß. Bis ihr den Wechsel zwischen Angriff und Verteidigung vollführt habt und gekonnt einsetzt, könnt ihr zwischendurch nur einen Schlag landen, bevor ihr erneut zur Verteidigung wechseln müsst. Da bringt es auch nichts, die der Beschreibung nach flinken Selkies zu spielen, auch hier vergeht viel zu viel Zeit. Insgesamt müssten die Angriffe eures Charakters viel schneller vonstattengehen, um eine gewisse Dynamik in den Kampffluss des Spiels zu bringen. Zur damaligen Zeit mag das noch angemessen sein, heutzutage artet so ein Kampfstil im simplen Buttonmashing aus.

Die Grafik hat sich gegenüber dem Original nicht viel geändert. Natürlich wurde die Grafik für die aktuelle Konsolengeneration etwas aufgehübscht, die Texturen sehen etwas klarer aus beispielsweise. Allerdings merkt man alleine durch einen ersten Blick dem Spiel sein Alter an. Besonders erfreuen dürfte es Fans, dass sich die Musik kaum geändert hat. Lediglich die Songs „Sound of the Wind“ und „Starry Moonlit Night“ haben ein frisches Gewand verpasst bekommen. Ihr könnt auf der Weltkarte also jedes Mal den immergleichen Soundtrack mitdudeln, viele Hintergrundmusikstücke in Dungeons dürften euch ebenso noch bekannt vorkommen.

Neben den vielen alten Songs gibt es aber auch neue Songs der Komponistin Kumi Tanioka, die euch im Laufe des Spiels begleiten werden. Komplett neu ist die englische sowie japanische Sprachausgabe. Die Charaktere in den Zwischensequenzen sind nun voll vertont, zudem warten Donna Burke und Yae als Erzählerinnen auf. Dadurch wirken die Zwischensequenzen noch einmal frischer und lassen sich gerne ansehen.

Sprecht euch aus

»Leider fällt der lokale Multiplayermodus des Originals weg. Dafür ist es möglich, via Crossplay mit Smartphone-, Switch- und PS4-Spielern gleichzeitig einen Dungeon zu betreten.«

Die wohl spannendste Erneuerung ist die Multiplayer-Komponente. Leider fällt der lokale Multiplayermodus und somit auch der Kabelsalat an eurem GameCube weg. Dafür ist es möglich, via Crossplay mit Smartphone-, Switch- und PS4-Spielern gleichzeitig einen Dungeon zu betreten. Auf allen Plattformen läuft der Titel weitestgehend stabil, nur bei größeren Gegneransammlungen auf dem Bildschirm kann die Bildrate in die Knie gezwungen werden.

Ärgerlich wird es aber dann, wenn einer eurer Kameraden nicht versteht, was er eigentlich tun soll. Ihr habt keine Möglichkeit, mit euren Mitmenschen zu kommunizieren. Die einzige Option bieten die vorgefertigten Sätze, mit denen ihr Anweisungen geben könnt. Das ist der sogenannte „Quick Chat“, für den ich allerdings auch viel zu langsam war. Wollte ich meinen Mitmenschen etwas mitteilen, stand ich schon längst nicht mehr im Kristallkelchkreis, bis ich den richtigen Satz herausgesucht hatte. In vielen Situationen reichen die Sätze oft aus, damit ihr mitteilen könnt, welcher Weg eingeschlagen werden muss. Allerdings hilft das nicht beim Lösen von komplexeren Schalterrätseln wie in Rebena Te Ra. Hier müsst ihr euch darauf verlassen, dass alteingesessene Mitspieler dabei sind.

Während der Dungeons ist es nie vorgekommen, dass die Verbindung abgebrochen wurde. Ab und an sind Mitspieler aus meiner Lobby verschwunden, dadurch wurde ich aber nicht aus dem Dungeon gekickt. Die einzige kritische Stelle ist der Wechsel zwischen Arealen. Hier erscheint ein Ladebildschirm, der ins Unendliche ausarten kann, sollte eine der Parteien eine schwache Internetleistung besitzen. Das ist vor allem dann ärgerlich, wenn ihr euch kurz vor dem Endgegner befindet und somit all eure gesammelten Artefakte und Gegenstände verliert. Hier sollte unbedingt noch an der Serverstabilität gefeilt werden.

Dieser Punkt hat mich auch zu einer Tat verleitet, die ich eigentlich nicht übers Herz bringen wollte. Im konsoleneigenen Shop musste ich mir tatsächlich eine stärkere Waffe sowie die Saphir-Ohrringe zulegen, die die Regeneration der Herzen beschleunigt. Warum? Nun, der Endboss im letzten Dungeon besteht aus mehreren Phasen, ergo: Mehrere Ladebildschirme und somit viele Möglichkeiten, aus dem Dungeon geworfen zu werden. Kein Wunder also, dass ich kaum Spieler für diesen Dungeon gefunden habe, die die Geduld dafür hatten, mit mir den Dungeon zu absolvieren. So musste ich ganz alleine den Dungeon bewältigen, wofür mein Equipment durch fehlendes Grinding allerdings zu schlecht war. Somit musste ich leider die Kreditkarte zücken, um den letzten Dungeon bewältigen zu können und euch nicht noch länger den Test vorzuenthalten.

Haltet zusammen

Ihr könnt Freunde hinzufügen, wenn es denn klappt.

Abseits dessen war ich von der Crossplayfunktion sehr begeistert und konnte mit jedem anderen Spieler problemlos die Dungeons bewältigen. Ein negativer Aspekt ist mir allerdings beim Hinzufügen von Freunden aufgefallen. Teilweise war es gar nicht möglich, Freunde auf andersartigen Plattformen zu finden, stattdessen wurde mir eine Person mit genau dem gleichen Freundescode auf meiner eigenen Konsole angezeigt. Nachdem das Hinzufügen irgendwann klappte, konnten wir uns allerdings nicht gegenseitig beim Eröffnen einer Lobby beitreten. Auch die Funktion als solche, dass man Lobbys eröffnen oder beitreten kann, klappt leider nur zufällig.

Es fühlt sich großartig an, Zauber mit anderen Spielern zu kombinieren. Im Singleplayer-Modus müsst ihr Zauber umständlich im Menü oder mit Mog kombinieren, während ihr kombinierte Zauber im Multiplayer-Modus durch das geschickte Timing beim Zaubern an sich bewirken könnt. Liegen eure beiden Zauberkreise übereinander, erscheint eine Uhr, die ihren Zeiger im Uhrzeigersinn dreht. Lasst ihr an den farbig markierten Feldern los, entfesselt ihr starke Zauber wie Gravitas, der euren Gegner auf den Boden wirft. Noch stärkere Zauber haben einen kleineren Bereich auf der Uhr und erfordern präziseres Timing, aber auch das bedarf nur ein wenig Übung, damit ihr diese Technik beherrscht.

Man merkt zudem, dass die Dungeons auf das Bewältigen mit mehreren Spielern ausgerichtet sind, da bei Bossgegnern beispielsweise kleinere Gegner in Schach gehalten werden müssen oder Angriffe von einem Spieler auf sich genommen werden können, damit die anderen in der Zwischenzeit Schaden ausrichten können. Schade ist es allerdings, dass der Fortschritt nach einem Dungeon nur beim Host einer Lobby gespeichert wird. Die wichtigen Sachen wie Artefakte behaltet ihr zwar, doch den Myrrhe-Tau dürft ihr nur beim Erstellen einer Lobby selbst einheimsen.

Und nun könnt ihr entspannen

Insgesamt habe ich etwa 20 Stunden für die Hauptgeschichte gebraucht. Allerdings kommen hier einiges an Wartezeit, Grinding und Doofheit hinzu (keiner hat gesagt, dass das Schalterrätsel in der Lynari-Wüste entfernt wurde…). Das Spiel lässt sich auch in einem Bruchteil der 20 Stunden bewältigen. Allerdings wartet nun der Endgame-Content, der abwechslungsreiche Ausrüstungsgegenstände ins Spiel bringt.

Man merkt dem Spiel schon sein Alter an. Ich würde auch nicht sagen, dass ich das Spiel bedingungslos jedem Final-Fantasy-Fan empfehlen könnte, da hier doch ganz andere Spielmechaniken auf den Spieler warten als in Hauptablegern. Trotzdem kann man seinen Spaß in Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition haben, vor allem, wenn eure Freunde dank der Lite-Version das Spiel nicht einmal besitzen müssen oder auf anderen Plattformen unterwegs sind als ihr. Der Titel lebt förmlich davon, mit anderen Spielern zu interagieren.

Falls ihr dem Spiel also eine Chance geben wollt, wartet am besten bis zum Update Mitte Oktober ab, denn da will Square Enix einige Verbesserungen am Spiel vornehmen, die die Multiplayer-Komponenten stabilisieren sollten. Mir hat der Ausflug in meine Kindheit eine ganze Menge Spaß bereitet.

 

Story

In der düsteren Welt wird euer Dorf ständig vom tödlichen Miasma-Gas bedroht. Nur der Myrrhe-Tau kann euren Kristall zu neuer Kraft verleiten, um dem Miasma zu trotzen.

Gameplay

Ein Dungeon nach dem anderen muss bewältigt werden, um die leuchtende Belohnung am Ende zu erhalten. Dazu müssen Gegner, vornehmlich mit Teamwork, besiegt werden.

Grafik

Hierbei könnte es sich auch um einen Titel einer älteren Konsolengeneration handeln. Man merkt dem Spiel sein Alter an.

Sound

 Fans erkennen zahlreiche Melodien wieder, aber auch für sie gibt es Neues für die Ohren.

Sonstiges

Ob die Karawane aus Luda ihr Dorf wohl irgendwann einmal retten kann?

Bildmaterial: Final Fantasy Crystal Chronicles Remastered Edition, Square Enix

0 Kommentare

Zu diesem Beitrag gibt es noch keine Kommentare, besuche das Forum und sei der Erste der einen Kommentar hinterlässt!