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Im Test! Good Job!

TitelGood Job!
Japan26. März 2020
Nintendo
Nordamerika26. März 2020
Nintendo
Europa26. März 2020
Nintendo
SystemNintendo Switch
Getestet fürNintendo Switch
EntwicklerPaladin Studios
GenresAction-Puzzle-Spiel
Texte
Deutschland 
Vertonung– 

Man kann Nintendo eigentlich nicht vorwerfen, man würde für Nintendo Switch nur Mario- und Zelda-Titel veröffentlichen. Mit ARMS hat man mit einem großen Titel etwas Neues versucht, auch Astral Chain ist ein von Nintendo veröffentlichter Titel. Doch mit Hilfe von Nintendo finden auch kleinere Sachen ihren Weg in den eShop. Der neueste Streich ist Good Job!, ein Action-Puzzle-Spiel von Paladin Studios, in dem ihr in der Firma eures Vaters diverse Aufgaben erledigen müsst. Dabei kann man meistens entscheiden, ob man alles ordentlich erledigt oder pures Chaos schafft.

Die Karriereleiter erklimmen (oder einfach alles einreißen?)

In einem kleinen Einspieler bekommt ihr gezeigt, dass der von euch gesteuerte Charakter von klein auf stets in der Nähe seines schwer arbeitenden Vaters war. Dieser besitzt eine eigene Firma, die nicht genauer beschriebene Dinge erledigt. Leider ist das Kind nicht unbedingt geschickt und baut viele kleine Unfälle. Auf diese Weise möchte man den Spielern wohl direkt vermitteln: Dieses Kind ist das lebendig gewordene Chaos.

Wie in vielen anderen Familien ist es das Ziel eures Vaters, euch eines Tages zu seinem Nachfolger zu machen. Hierfür müsst ihr euch aber wortwörtlich nach oben durcharbeiten. Ihr beginnt mit euren Aufgaben in der ersten Etage und arbeitet euch bis zur Chefetage vor. Doch was genau müsst ihr nun machen?

Aus einer isometrischen Perspektive steuert ihr den Strichmännchen ähnlichen Charakter durch die Level und müsst die jeweils gegebene Aufgabe erledigen. Ein gutes Beispiel ist hierfür eine der ersten Stages, welche den Spieler sehr gut auf die kommenden Level einstimmt. Darin habt ihr die Aufgabe, einen ausgefallenen Projektor mit einem anderen Gerät zu ersetzen. Wie genau ihr dies machen könnt, wird euch nicht näher erklärt. Ihr sollt also nun herausfinden, was ihr genau machen müsst.

„YEET“ – und da fliegt der Projektor

»Aus einer isometrischen Perspektive steuert ihr euch durch die Etagen eines Unternehmens und müsst die jeweils gegebene Aufgabe erledigen.«

Wer sich absolut nichts zum Spiel angeschaut hat und einfach drauflosspielt, der wird wahrscheinlich Folgendes machen: Den Projektor durch die Türen ziehen, nachdem man die Stromzufuhr durch einen Stecker wieder hergestellt hat. Hierfür zieht man einfach den Stecker aus der Wand und führt ihn zu der nahegelegenen Steckdose, welche dann das Öffnen der Tür ermöglicht. Anschließend navigiert ihr den Projektor durch das Büro und passt dabei auf, möglichst wenig kaputt zu machen.

Die viel lustigere Methode sieht jedoch anders aus. Ihr spannt das Stromkabel mithilfe einer Steckdose so, dass ihr das Kabel als Schleuder verwenden könnt. Richtig gelesen: Ihr zieht den Projektor mithilfe des Kabels so weit, bis sich ordentlich Kraft angesammelt habt und schießt das Gerät anschließend durch die Wände. Dabei entsteht natürlich ordentlich Schaden und Chaos. Dies interessiert lustigerweise die Arbeiter nicht, Hauptsache der Projektor steht an der richtigen Stelle. Vielleicht ist eine solche Vorgehensweise auch die Norm in der Firma.

Auf diesem Konzept sind künftig nun alle Level aufgebaut. Entweder versucht ihr, die Puzzles zu lösen und die Aufgaben auf „ordentliche“ Weise zu regeln, oder ihr versucht, durch pure Zerstörung und Chaos zum Ziel zu kommen. In manchen Stages gibt es allerdings nicht wirklich einen Grund für ein destruktives Vorgehen. In einem Level müsst ihr beispielsweise einfach nur Teile eines Roboter-Autos auf Plattformen legen, damit diese dann automatisch vom Laufband genommen werden, welches dann zum Zusammenbau des Autos führt. Hier habe ich tatsächlich erst einfach versucht, alles aus Prinzip kaputt zu machen, merkte dann aber schnell, dies ist dann doch nicht ganz der richtige Weg.

Der Schaden ist der Weg

Am Ende eines jeden Level bekommt ihr eine Bewertung. Diese setzt sich aus der benötigten Zeit, dem angerichteten Schadenswert und den zerstörten Objekten zusammen. Interessanterweise zählt aber eigentlich nur die Zeit. Selbst wenn ihr die bestmögliche Wertung S bei der Zeit und, sagen wir, zwei Mal B bei den anderen Bewertungen habt, ist eure Gesamtwertung ein S. Man sieht also, wirklich relevant ist der angerichtete Schaden nicht. Dies fördert also den Drang, die Rätsel gar nicht zu lösen und einfach alles zu zerstören, wenn dies einen schneller weiterbringt.

»Entweder versucht ihr, die Puzzles zu lösen und die Aufgaben auf „ordentliche“ Weise zu regeln, oder ihr versucht, durch pure Zerstörung und Chaos zum Ziel zu kommen.«

In jeder Stage können vier Kleidungsstücke gefunden werden. Diese reichen von Wikinger-Hut zu Punk-Frisur oder einer Gitarre auf dem Rücken. Manchmal sind sie gut versteckt, aber oft relativ schnell zu finden. Lediglich das Erreichen der Gegenstände ist dann eher ein Problem. Meist kommt man hier gar nicht darum herum, pure Gewalt anzuwenden. Wirklich etwas am Spiel ändern die Kleidungsstücke nicht, aber wer sammelt nicht gern Hüte?

Wichtig werden die Kleidungsstücke dann, wenn ihr zu zweit spielt, damit ihr euch besser unterscheiden könnt. Es ist jederzeit möglich, einen Freund lokal mit ins Spiel einklinken zu lassen. Es gibt jedoch Stages, die nicht wirklich darauf ausgelegt sind, zu zweit gelöst zu werden. In einem Level müssen beispielsweise Kisten mit einem Kran bewegt werden. Dies erledigt dann ein Spieler, während der andere einfach nur rumsteht oder sinnlos durch die Gegend läuft. In anderen Stages kann man jedoch auch ordentlich tricksen, wenn man zu zweit spielt.

Abwechslung ist geboten

Das besonders Schöne an Good Job! ist die Abwechslung. Natürlich gibt es sich wiederholende Elemente, aber in nahezu jeder Stage habt ihr andere Aufgaben. Während ihr am Anfang einen Projektor durch die Gegend schleudert, müsst ihr in einem späteren Level einen Weg auf den Boden pinseln, dem dann ein Roboter-Auto zum Ziel folgt. Ebenfalls gibt es eine Stage, in der ihr nahezu den kompletten Boden von einer mysteriösen pinken Flüssigkeit befreien müsst. Oder ihr sollt Mitarbeiter aus der Pause zurück in ihren Arbeitsbereich bringen.

Jede Etage besteht aus drei Stages und einem „Beförderungs“-Level, welches nach Abschließen die nächste Etage freischaltet. Aufgrund der großen Abwechslung im Aufgabenbereich ist es jedes Mal spannend, wenn ihr das nächste Level betretet. Jede Etage hat ein kleines Themengebiet, auf welchem die Aufgaben dann aufbauen. Zwischen den spaßigen Aufgaben gibt es aber auch ein paar Level, die wirklich nicht gut sind.

Eine Stage ist beispielsweise einfach so riesig, dass sie über drei Ebenen geht. Die Aufgabe darin ist es, mehrere Pakete auf einen Laster zu bringen. Die Pakete sind recht verstreut und aufgrund der drei Ebenen und der isometrischen Ansicht ist alles ein wenig verwirrend und überladen. Wir haben zu zweit ungefähr 20 Minuten gebraucht, bis das Level abgeschlossen war. Vielleicht sind wir aber auch einfach nur zu dumm gewesen. Wirklich spaßig war die Stage aber nicht. Dies ist allerdings eine Ausnahme, ein Großteil der Level ist dann wiederum echt lustig.

Technisch leider manchmal genauso chaotisch wie das Spielprinzip

In einem Titel, der viel mit Physik zu schaffen hat, ist eine solide Spiel-Engine wichtig. Denn wenn ihr Wände einreißt oder massig Objekte aufgrund einer Explosion durch die Gegend fliegen, sollte das Spiel das technisch ohne Probleme packen. Dies ist leider in Good Job! nicht wirklich der Fall. Der Titel bricht ein wenig in der Leistung ein, sobald auf dem Bildschirm mehr los ist. Es ist nun nie so schlimm, dass es unspielbar ist, aber vor allem im Zweispieler-Modus fällt der Einbruch in der Bildrate häufiger auf.

Dies fiel vor allem in Leveln auf, die ein wenig größer sind. Je mehr los ist, desto schneller bricht der Titel etwas ein. In der oben erwähnten Stage mit den drei Ebenen war alles deutlich weniger flüssig, vor allem zu zweit, als beispielsweise in der ersten Stage mit dem Projektor. Dabei ist der Stil eigentlich recht simpel und charmant gehalten. Dies bricht dem Titel aber wie erwähnt nun nicht das Genick und ist nichts, was einen nun massiv aufregt. Aber es fällt halt leider auf.

Die Musik in Good Job! ist schnell vergessen. Das heißt aber nicht, dass sie schlecht ist. Der Soundtrack macht seinen Job als „Hintergrundmusik“ wirklich gut, die Melodien sind nett und untermalen die Puzzles schön. Ihr werdet aber nun nicht jede Nacht auf Spotify checken, ob denn endlich der Soundtrack online ist. So mache ich es zumindest mit Final Fantasy XIV: Shadowbringers. Und werde täglich enttäuscht.

Ein spaßiger Titel für zwischendurch

Mit Good Job! hat Nintendo gemeinsam mit Paladin Studios ein lustiges Spiel herausgebracht, welches einfach nur Spaß machen soll. Es überzeugt nicht durch seine tolle Grafik, eine geniale Story oder coole Charaktere. Das Gameplay macht (meistens) Spaß und testet trotz Zerstörungswut auch eure grauen Zellen. In einer Zeit, in der alles ein wenig düster aussieht, ist ein Spiel, in dem man einfach lachend Wände einreißen kann, eine willkommene Alternative.

 

Story

Ihr seid das Kind eines erfolgreichen Unternehmenschefs und fangt in dessen Firma an.

Gameplay

Zahlreiche Aufgaben erwarten euch und können entweder mit purer Zerstörung oder mit Köpfchen erledigt werden.

Grafik

Simpler, aber hübscher Grafikstil im Cartoon-Look. Bildrate bricht leider ab und an ein.

Sound

Nichts Besonderes zu vermerken. Die Hintergrundmusik macht ihren Job gut. So gut, dass sie kaum auffällt.

Sonstiges

Gesamtes Spiel lässt sich zu zweit spielen, lustige Hüte können gesammelt werden.

Bildmaterial: Good Job!, Nintendo / Paladin Studios

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