GC18: Unsere Eindrücke zu 11-11: Memories Retold

Die Demo beginnt damit, dass Harry seine Kamera bei seiner Arbeit in Kanada testet. Kurz darauf begegnet er einem Kommandanten, der zurück an die Front...

Im Frühjahr 2018 kündigte Bandai Namco eine neue Zusammenarbeit mit dem Animationsstudio Aardman Animations und Entwickler DigixArt Studio an. Durch diesen Zusammenschluss entsteht das narrative Weltkriegs-Adventure namens 11-11: Memories Retold. Das Spiel soll sich durch ein besonderes Augenmerk auf den Erzählstil und die künstlerische Darstellung auszeichnen. Auf der Gamescom hatten wir die Gelegenheit in ein kurzes Szenario der beiden Protagonisten hineinzuspielen.

Kurt, gespielt vom internationalen Emmy-nominierten Schauspieler Sebastian Koch, ist ein deutscher Soldat, dessen Sohn als vermisst gilt. Auf der Suche nach ihm geht Kurt an die Front. Harry, gespielt vom mehrfach ausgezeichneten Schauspieler Elijah Wood, ist ein Kanadier, der als Fotograf an die Front kommt, um die raue Wirklichkeit des Krieges aufzunehmen. Die Handlung des Spiels dreht sich rund um diese beiden spielbaren Charaktere, ihre Gefährten und ihre Verbindung zueinander, während sich der Spieler an dieses bewegende, erzählende Abenteuer wagt.

Die Demo beginnt damit, dass Harry seine Kamera bei seiner Arbeit in Kanada testet. Kurz darauf begegnet er einem Kommandanten, der zurück an die Front muss und dafür einen Fotografen sucht. Schließlich müssen seine heroischen Taten gegen die Deutschen festgehalten werden. Zur gleichen Zeit arbeitet Kurt auf einer Zeppelin-Station als Techniker. Dort erfährt er, dass die Einheit seines Sohnes auf dem Schlachtfeld angegriffen wurde und vermisst wird. Nun begeben sich beide an die Front.

Die Szene wechselt und wir sehen, wie Harry dem Kommandanten auf dem Schlachtfeld folgt, um diesen in den passenden Situationen zu fotografieren. Das ist mitten in einem Feuergefecht gar nicht so einfach. Entsprechend kann man nicht kopflos nach vorne laufen, sondern muss in Deckung gehen und warten bis die Gegner aufhören zu schießen. Anschließend stellt sich der Kommandant in eine heroische Position und möchte fotografiert werden.

Währenddessen ist Kurt dafür zuständig, die Waffen der eigenen Einheit mit Wasser zu kühlen. Dazu kommt noch die Beschaffung der Munition über den Aufzug. Leider ist der Stromkasten des Aufzugs beschädigt und man benötigt ein neues Kabel, welches bei einem Soldaten ist, der gerade von einem herunterfallenden Balken eingeklemmt wurde. Also retten wir als Spieler schnell den Soldaten, holen uns das Kabel und reparieren den Aufzug, um die Munition zur Waffe zu bringen.

Durch unglückliche Zustände auf beiden Seiten treffen sich die beiden Protagonisten in einem Höhlensystem. Als Kurt steht man nun vor der Entscheidung, auf Harry zu schießen oder nicht. Bevor es jedoch so weit kommt, schlüpft man in die Rolle einer Katze und sieht kurz darauf, wie die Szene mit den beiden endet.

Emotionale Achterbahnfahrt

Während aller Szenarien hört man immer wieder die Gedanken von Harry und Kurt. Dadurch werden ihre Gefühle und Stimmungen preisgegeben. Als Spieler baut man so die eine oder andere Bindung zu den Charakteren auf, selbst nach kurzer Zeit. Während bei Harry die Sache sehr gut funktioniert, hapert es ein wenig bei Kurt. Das liegt vor allem an der Synchronisation. Als deutsche Soldaten sprechen alle seine Kollegen Deutsch, nur Kurt nicht. Seine Gedanken sind auf Englisch. Für das Spiel ist es zwar plausibel, jedoch wirkt es so nicht ganz realitätsnah.

Von Beginn an habe ich gemerkt, dass 11-11: Memories Retold deutlich auf die Tränendrüse drücken bzw. an mein Mitgefühl appellieren möchte. In den Szenen, in denen man sich vollkommen auf die Geschichte konzentrieren kann, klappte das recht gut. Bei den Szenen, in denen ich selbst agieren musste, wie zum Beispiel bei der oben beschreibenen Szene mit Kurt, hat es mich etwas herausgerissen. Es fühlte sich seltsam an, das Kabel von einem verwundeten Soldaten zu holen, der allerdings keine Anzeichen von Verletzungen hatte oder sonst einen Mucks von sich gab und uns einfach das Kabel gab. Es wirkte wie vorgetäuschtes Gameplay, damit der Spieler auch mal etwas zu tun hat.

Nicht ganz warm geworden bin ich ebenfalls mit dem Grafikstil, welcher wie ein Ölgemälde aussieht. Sicher wirkt so etwas schön, wenn ich es auf einem Gemälde sehe. Nach etwa 15 Minuten im Spiel hat es mir allerdings gereicht und mir wäre ein normaler Stil lieber gewesen. Was hingegen gut herüberkam, war der Soundtrack, welcher besonders die Situation auf dem Schlachtfeld untermalte und eine schöne Spannung aufbaute oder dezenter in den Hintergrund versank, bis zum großen Aufeinandertreffen am Ende.

Ein narratives Spiel mit Hilfe einer Demo zu bewerten ist immer schwierig. In diesem Fall besonders. Ich merkte, was mir 11-11: Memories Retold vermitteln wollte und auf welche gefühlvolle Achterbahn ich mich bei beiden Protagonisten einstellen kann. Leider sprang der Funke in der kurzen Zeit nicht ganz über. Das Spiel braucht wahrscheinlich mehr Zeit, um sich komplett zu entfalten und das ganze Potential auszuschöpfen. Zudem sagt mir der Grafikstil nicht wirklich zu.

11-11: Memories Retold erscheint für PS4, Xbox One und PCs am 9. November 2018.

Gamescom-Trailer

Gamescom-Gameplay