Im Test! Code of Princess EX

Code of Princess hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und der damalige Release im Westen wird dank der ausschließlich digitalen Veröffentlichung im...
Titel Code of Princess EX
Japan 02. August 2018
Nicalis
Nordamerika 31. Juli 2018
Nicalis
Europa 31. Juli 2018
Nicalis
System Nintendo Switch
Getestet für Nintendo Switch
Entwickler Studio Saizensen
Genres Hack ’n‘ Slash / Action-RPG
Texte
Nordamerika
Vertonung Japan

Code of Princess hat schon ein paar Jährchen auf dem Buckel und der damalige Release im Westen wird dank der ausschließlich digitalen Veröffentlichung im europäischen Nintendo eShop auch nur wenigen in Erinnerung geblieben sein. Dem damals exklusiv für Nintendo 3DS entwickelten Hack ’n’ Slash mit RPG-Elementen nahm sich nun Nicalis an und portierte es für Nintendo Switch. Das Spiel selbst erhielt hierbei einige kleinere Gameplay-Anpassungen, bleibt dem 3DS-Original aber größtenteils treu. Unter dem Namen Code of Princess EX ist das Spiel nun weltweit für Nintendo Switch erhältlich.

Eine Prinzessin ohne Königreich

Die Geschichte von Code of Princess EX beginnt inmitten eines Aufstandes. Das Königreich wird urplötzlich von Monstern angegriffen und eine gegnerische Fraktion von Rittern stellt sich diesen entgegen, was auch direkt die Einverleibung des ganzen Königreichs mit sich bringt. Das Volk stellt sich gegen das herrschende Königshaus und Prinzessin Solange macht sich auf, dem seltsamen Auftreten der Monster nachzugehen. Mit einem magischen Schwert bewaffnet trifft sie auf ihrer Reise auf einige exzentrische Charaktere wie die Diebin Ali oder eine sprechende Katze, für die Geld und Handel über allem steht.

Im Kampagnenmodus spielt man die Geschichte und trifft auf sieben weitere spielbare Charaktere, die man vor jedem Abschnitt auswählen muss. Im Kapitel selbst kann man zwar nicht mehr zwischen den Charakteren wechseln, allerdings erhalten alle einen gewissen Anteil an Erfahrungspunkten und teilen sich die Ausrüstungsgegenstände.

Die Story wird in recht kurzen Abschnitten erzählt. Meist bestehen diese aus einem kurzen Gespräch mit einem darauffolgenden Abschnitt, in dem man gegen Monster oder menschliche Gegner antreten muss. Die Abschnitte dauern meist circa 1-2 Minuten, bis man auch schon wieder im Menü landet. Durch die extrem kurze Erzählweise und den Levelaufbau eignet sich dieses Modell zwar gut für unterwegs, andererseits sind die Abschnitte so kurz gehalten, dass man kaum in die Geschichte eintauchen kann, bevor man wieder in das übergeordnete Menü geworfen wird. Der ganze Ablauf kann zudem durchaus auf Dauer langweilen und somit den Storypart komplett aus dem Gedächtnis löschen.

Weitaus mehr Potential wäre aber sicherlich da gewesen, denn die Charaktere sind recht liebenswert. Der Erzählstil dient diesen und deren Geschichte aber eher weniger. So verpasst Code of Princess EX, eine interessante Geschichte mit liebenswert verrückten Figuren zu erzählen und verkommt eher zu einer simplen Pinkelpausenüberbrückung.

Holpriges Gameplay mit wenig Abwechslung

Zum bereits erwähnten repetitiven Ablauf der einzelnen Story-Abschnitte gesellt sich noch ein ziemlich holpriges Kampfsystem mit zahlreichen Slowdowns und Eingabeverzögerungen. Dazu sei gesagt, dass das Kämpfen zwar im Handheld-Modus etwas besser von der Hand geht, aber die Probleme dadurch trotzdem nicht vergessen sind.

Das Kämpfen an sich gestaltet sich recht simpel und ist leicht zu erlernen. Jeder Charakter hat die gleichen Eingabeoptionen, sodass es recht leicht fällt, zwischen den verschiedenen Spielfiguren hin und her zu wechseln. Leider gibt es auch hier auf längere Zeit kaum Abwechslung und man lernt auch später keine neuen Techniken hinzu. Hat man also einen Charakter satt, bleibt nur der Wechsel zu einem anderen. Das einfache Prinzip bringt aber dennoch kurzweiligen Spaß, wenn man nicht zu lange am Stück spielt – sofern man sich an den Eingabe-Delay gewöhnt hat.

»Das Kämpfen an sich gestaltet sich recht simpel und ist leicht zu erlernen.«

Alles in allem hat jeder Charakter einen schwachen und starken Angriff, zwei bis drei spezielle Angriffe und die obligatorische Blockfunktion. Einziges taktisches Element ist das Anvisieren, welches über einen Angriff funktioniert, der den Gegner zudem schwächt. Zusätzlich bekommt man noch die Möglichkeit, dreimal pro Runde in einen Burst-Modus zu wechseln, in dem man für wenige Sekunden spezielle Angriffe ohne Magiepunktverlust ausführen kann. Im Burst-Modus macht man dann natürlich auch mehr Schaden, allerdings ist der Kampfmodus zu Beginn so kurz, dass man diesen erst gar nicht einzusetzen braucht – zumal höherer Schaden bei der Einfachheit des Spiels sowieso nicht unbedingt vonnöten ist.

Ein neuer Multiplayer ist mit dabei

Neben dem Kampagnenmodus, der auf 8 Kämpfer beschränkt ist, kann man die einzelnen Abschnitte im sogenannten Free Mode nach Beenden der Hauptmission noch einmal spielen. Hier kann man nun auch weitere Charaktere und selbst Monster steuern, die man im Laufe der Geschichte freischaltet. Zusätzlich schaltet man ebenfalls auch Bonus-Level frei, die meist bestimmte Voraussetzungen für das erfolgreiche Abschließen mit sich bringen. Der Aufbau bleibt allerdings auch hier identisch mit den bereits bekannten Level. Grundsätzlich gibt es immer eine recht überschaubare Gegend, die man frei in alle Richtungen durchschreiten kann. Hier tummeln sich Gegner, die man dann besiegen muss, um das Level abzuschließen. Der Kampfbereich ist hier in Mitte, Vordergrund und Hintergrund aufgeteilt, zwischen denen man frei wechseln kann. Dieser Aufbau ist in jedem Modus absolut gleich.

»Grafisch bietet Code of Princess EX nur minimale Anpassungen zur Originalversion.«

Als Bonus der Version für Nintendo Switch gibt es erstmals aber auch einen lokalen Mehrspielermodus, den man wahlweise mit- oder gegeneinander bestreiten kann. Viel mehr gibt das Spiel aber dann spielerisch nicht mehr her.

Die erwähnten RPG-Elemente wurden zudem auf Nintendo Switch abgespeckt. War es auf Nintendo 3DS noch möglich, Skill-Punkte nach einem Level-up verteilen zu können, werden diese nun komplett automatisch verteilt. Individualisieren kann man den gewünschten Charakter demnach nur noch über die verschiedenen Ausrüstungsgegenstände. Dies verhindert zwar ein mögliches „Verskillen“ eines Charakters, aber nimmt dem Spiel auch einen interessanten Gameplay-Aspekt weg.

Bild und Ton auch eher für unterwegs

Grafisch bietet Code of Princess EX nur minimale Anpassungen zur Originalversion. Nur ein wenig wurde hier die Auflösung angeglichen, um ein größeres Bild zu unterstützen. Auf dem großen Bildschirm wirkt das Ganze aber dennoch nicht besonders schön. Hier merkt man doch stark die eigentliche Heimat auf Nintendo 3DS. Wie schon bei der holprigen Umsetzung des Gameplays wirkt auch die Grafik im Handheld-Modus der Switch etwas besser.

Die gezeichneten Charakter-Artworks bei Gesprächen sind aber trotzdem recht ansehnlich. Leider beschränkt man sich bei der Darstellung, wie sooft, nur auf kleinere Reaktionen der Figuren. Im Spiel sind die Charaktere in aufwendigerer Sprite-Optik dargestellt, die im Handheld-Modus definitiv besser zur Geltung kommt als auf dem großen Bildschirm.

Musikalisch hat Code of Princess EX nicht wirklich viel zu bieten. Die musikalische Untermalung bleibt zweckmäßig und sticht wenig hervor. Nichtsdestotrotz sind Gespräche voll in japanischer Sprache vertont. Die ursprüngliche englische Synchronisation, die damals von Altus USA für Nintendo 3DS hinzugefügt wurde, fehlt beim Port allerdings nun. Die Texte sind ausschließlich in englischer Sprache gehalten.

Fazit

»Code of Princess EX ist im Großen und Ganzen ein leicht abgespeckter Port eines netten Hack-’n’-Slash-Spiels für Nintendo 3DS. Nicalis ermöglicht zwar nun einer großen Menge an Switch-Spielern einen Blick auf das Spiel zu riskieren, allerdings fehlte es hier dem Originalspiel schon an Abwechslung und technischer Finesse. Für Nintendo Switch vereinfacht man die RPG-Elemente des Originals und fügt einen lokalen Multiplayer hinzu. Der recht geringe Schwierigkeitsgrad und die mangelnde Abwechslung im Gameplay bringen aber leider nur Spaß für eine sehr kurze Dauer.

Durch den knappen Aufbau in winzigen Storyabschnitten verpasst man, die eigentlich liebevollen Charaktere besser in Szene zu setzen und der Geschichte mehr Tiefe zu geben.

Mit einer recht dürftigen grafischen Aufmachung und einigen Eingabeverzögerungen lässt sich Code of Princess EX am besten im Handheld-Modus spielen, um in zweiminütigen Spielsessions die Zeit auf der Toilette zu überbrücken.«

 

Prinzessin versucht die Unterstützung ihres Volkes zurückzugewinnen und deckt dabei das Geheimnis um den Code of Princess auf. Liebevoll gestaltete Charaktere schließen sich ihrer dürftig erzählten Geschichte an.
Abgespeckte RPG-Elemente und holprige technische Umsetzung mit Eingabe-Delays und Framerate-Einstürzen. Lokaler Multiplayer kann für ein wenig Abwechslung im stark eintönigen Spielablauf sorgen.
3DS-Grafik mit hochgeschraubter Auflösung. Schöne Charakter-Artworks treffen auf pixelige Sprites im TV-Modus, die aber durchaus besser im Handheld-Modus zur Geltung kommen.
Komplett japanische Sprachausgabe und seichte Musikuntermalung, die kaum in Erinnerung bleibt.