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GC18: Unsere Eindrücke zu Bloodstained

505 Games lud zur diesjährigen Gamescom in Köln zum Anspielen von Bloodstained ein. Eine kurze Demo mit abgespeckten Möglichkeiten sollte ein grobes Gefühl der Atmosphäre und des Spielverlaufs verleihen. Nach der kürzlich verkündeten Verschiebung des Titels und der Streichung der ehemals angekündigten Version für PlayStation Vita wird es sicherlich noch einige Dinge zu verbessern geben.

Ohne große Einführung durften wir Hand ans Spiel legen und uns unvoreingenommen ein Bild vom spirituellen Nachfolger der Castlevania-Reihe machen. Einer langen Story-Einführung, die per Text über den Bildschirm rollte, folgte ein Gespräch zwischen Hauptcharakter Miriam und einem weiteren Charakter. Positiv fiel hier definitiv die recht gut gelungene englische Synchronisation auf, negativ hingegen die Mundbewegungen.

Während sich Miriam bei Dialogen bewusst sexy in Pose wirft, bewegt sie ihren Mund derzeit wie ein Fisch, der nach Luft schnappt. Dieses Problem sei aber durchaus bekannt, wie man uns mitteilte und man wolle schnellstmöglich daran arbeiten. Auch die langgezogenen Sequenzen und Einführungen wolle man noch etwas besser in Szene setzen, damit ein runderer Ablauf geboten werden kann.

Bloodstained braucht noch Finetuning

Auffällig war ebenfalls die offenkundig aufreizende Darstellung der Protagonistin. Sei es in den Dialogen, oder aber auch im Spiel selbst: Miriam setzt sich immer wieder in Szene, wenn sie gerade nicht kämpft. Hier wurde viel Mühe investiert, jedoch hoffen wir doch, dass Miriam auch charakterlich als „Bad Ass“-Protagonistin überzeugen wird.

Das Gameplay an sich ist dem klassischen „Metroidvania“-Format angelehnt. Man manövriert sich durch ein Gebiet mit verschlungenem Aufbau, findet Gegenstände und tötet Monster. Miriam stehen neben Zaubern verschiedene Waffen und spezielle Fähigkeiten zur Verfügung. Fähigkeiten erlangt man über sogenannte Shards, die bestimmte Gegner hinterlassen. Diese Shards werden über das Menü ausgerüstet und sind von da an per Knopfdruck einsetzbar. Bestimmte Shard-Angriffe sind hier gegen bestimmte Gegner hilfreicher als andere, sodass man öfter hin und her wechseln sollte.

Das normale Kämpfen mit einer ausgerüsteten Waffe war in der spielbaren Demo hinter bestimmten Tastenkombinationen als eine Art Easter Egg versteckt. Im fertigen Spiel sollen aber auch hier äußerst einfach Spezialattacken ausführbar sein. Die Standardattacke allein wäre auf Dauer allerdings auch ziemlich langweilig gewesen. Etwas, worauf man durchaus gespannt sein darf.

Grafisch hat Bloodstained noch nicht wirklich einen hohen Wiedererkennungswert. Monster und Umgebungen sehen schön aus, aber sind auch nicht sonderlich hervorzuheben. Der Unterschied zu Spielen wie Castlevania: Symphony of the Night und anderen ist noch viel zu klein. Einzig ein paar nette Lichteffekte und der grafisch an Pinselstrichmalereien angelehnte Stil in Zwischensequenzen lassen aufhorchen, denn auch hier wollte man noch einiges an Arbeit hineinstecken.

PlayStation Vita bleibt auf der Strecke

Worin definitiv keine Arbeit mehr reingesteckt wird, ist die PlayStation-Vita-Version. Für viele wohl die enttäuschendste Nachricht zum Kickstarter-Projekt. Die Entscheidung dazu fiel laut 505 Games allerdings auch nicht leicht. Die Erklärung dazu ist hingegen recht plausibel, wenn Sony einfach keine großausgelegten Chargen an Cartridges produziert und selbst den Online-Service der Vita bald ad acta legen möchte. Publisher und Entwickler wollen schlussendlich auch das Spiel an den Mann bringen und müssen dabei den realistischen Kosten-Nutzen-Faktor mit einberechnen.

Vielleicht bekommen Vita-Anhänger irgendwann ja doch noch eine Limited-Run-Edition, aber zunächst geht es erst einmal darum, das Spiel überhaupt mit dem nötigen Erfolg an die Spieler zu bringen.

Nach der aktuellen Verschiebung soll Bloodstained: Ritual of the Night 2019 für Nintendo Switch, PlayStation 4, Xbox One und PCs erscheinen.

In Bloodstained, das im England des 18. Jahrhunderts spielt, einer Ära, in der sich durch die beginnende industrielle Revolution das Leben der Menschen drastisch veränderte, wird die Geschichte von Miriam erzählt, einer Waise, die vom dämonischen Fluch eines Alchemisten gezeichnet ist. Dieser Fluch lässt ihre Haut langsam kristallisieren. Mit Fortschreiten des Fluchs fällt Miriam in ein mysteriöses Koma und wacht zehn Jahre später wieder auf, als ein Schloss erscheint und die Hölle erwacht. Nun muss sie zu dem Schloss reisen und seinen Schöpfer, Gebel, und dessen Dämonen bekämpfen, während sie versucht, den Fluch aufzuhalten.

Der aktuelle Story-Trailer zum Spiel:

4 Kommentare

  1. Liest sich ganz schön ernüchternd. Ne Demo braucht ja auch so seine Zeit und muss nicht unbedingt up to date sein, von daher hoffe ich, dass sie die Verschiebung bewusst nutzen werden. Auf ein mighty Flop No 10 hat Niemand lust.
  2. Ja, klingt deutlich ernüchternder als unser letztes Angespielt von einem anderen Autor :D Geschmäcker sind wohl auch verschieden. Liest sich hier und da auch unfertig (das Spiel) - aber das wird es wohl auch sein, wenn es auf 2019 verschoben wurde. Es fühlt sich anders an, weil es schon einige Male spielbar war auf Events.
  3. Ich hab das auf der gamescom irgendwie nicht einmal gefunden, hätte es auch gerne angespielt.
    Was die Vita Version angeht kann ich den Grund durchaus nachvollziehen, das stört mich nicht, was mich aber eher stutzig macht sind die kleinen Schwierigkeiten mit der Mundbewegung, ich finde es einfach schräg das man bei der bereits so langen Entwicklungszeit das immernoch nicht im Griff hat, ich hoffe echt man feilt jetzt noch lange genug am Spiel. Ich habe mich eigentlich sehr darauf gefreut, wäre Schade wen man wie bei den meisten Kickstarter-Spielen am Ende enttäuscht wird.
  4. Wusste auch nicht, dass Bloodstained spielbar war. Hab nach dem imho sehr gelungenem Curse of the Moon in gameplaytechnischer Hinsicht keine wirklichen Bedenken, aber die Cutscene-Schnipsel aus den Trailern wirken dann doch noch ziemlich unausgereift, vor allem Animation und Ton. Bleibt nur zu hoffen, dass man hier noch vor dem Release für den nötigen Feinschliff sorgt. Meinetwegen könnte man Bloodstained auch über 2019 hinaus verschieben, wenn das Spiel die Zeit braucht.
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