Im Test! Hyrule Warriors: Definitive Edition

Die The-Legend-of-Zelda-Reihe besteht seit mittlerweile über 30 Jahren. Ab und an hat Nintendo die grundlegende Formel aufgebrochen oder ein Spin-off...
Titel Hyrule Warriors: Definitive Edition
Japan 22. März 2018
Nintendo
Nordamerika 18. Mai 2018
Nintendo
Europa 18. Mai 2018
Nintendo
System Nintendo Switch
Getestet für Nintendo Switch
Entwickler Koei Tecmo Games
Genres Action
Texte
Deutschland  
Vertonung Nordamerika 

Die The-Legend-of-Zelda-Reihe besteht seit mittlerweile über 30 Jahren. Ab und an hat Nintendo die grundlegende Formel aufgebrochen oder ein Spin-off der Reihe veröffentlicht. Eines der wohl erfolgreichsten Experimente in den vergangenen Jahren war Hyrule Warriors, welches in Zusammenarbeit mit Koei Tecmo und Omega Force entstand. Für Wii U wurde der Titel ursprünglich veröffentlicht, nach kurzer Zeit folgte eine Portierung auf Nintendo 3DS. Es ist aufgrund des Erfolges von Nintendo Switch keine große Überraschung, dass auch der aktuelle Heimkonsolen- und Handheld-Hybrid eine Version des Spieles erhält. Hierbei handelt es sich, wie der Name schon sagt, um die Definitive Version von Hyrule Warriors. Aber ist es wirklich die absolut definitive Fassung des Spieles oder könnte es noch weitere Verbesserungen geben?

Bei Hyrule Warriors handelt es sich, was das „Warriors“ kennzeichnet, um einen Ableger der von Koei Tecmo und Omega Force etablierten Warriors-Reihe. Darin wandert ihr nicht durch Dungeons und sammelt Items, sondern schlachtet hunderte von Feinden in kurzer Zeit auf einem großen Schlachtfeld ab. Hierfür stehen euch leichte und starke Angriffe zur Verfügung, die je nach Kombination andere Angriffsketten auslösen. Die über 25 verschiedenen Charaktere spielen sich dabei sehr unterschiedlich, wobei durchaus manche Kämpfer deutlich besser sind als andere. Sämtliche DLC-Charaktere der Wii-U- und 3DS-Version sind hier übrigens als normal freischaltbare Figuren enthalten. Generell sind sämtliche Inhalte, die es früher zum Herunterladen gab und die zusätzliche Kosten mit sich brachten, bereits in der Definitive Edition enthalten. Dabei basiert die Nintendo-Switch-Version auch mehr auf der 3DS-Version als auf der Wii-U-Fassung.

Das bedeutet, dass ihr in einer Schlacht auch zwischen verschiedenen Charakteren wechseln könnt. Per Knopfdruck springt das Geschehen dann zu dem anderen Kämpfer. Dies hilft vor allem dann, wenn der Charakter sich gerade in der Nähe eines Missionsziels befindet oder ein besonderer Feind darauf wartet, besiegt zu werden. Die Möglichkeit, mehrere Charaktere dabei haben zu können, hilft vor allem im Abenteuer-Modus, aber dazu später mehr.

Nicht untypisch für die Warriors-Reihe sind die bildschirmfüllenden Spezialangriffe. Die dazugehörige Anzeige füllt sich mit normalen Angriffen oder durch das Einsammeln von Gegenständen. Auf Knopfdruck könnt ihr dann einen Angriff durchführen, welcher zahlreiche Gegner mit einem Schlag vom Feld fegt oder einem stärkeren Feind ordentlich Schaden zufügt. Die Magie-Leiste funktioniert da ein wenig anders und kann meistens nur durch das Aufsammeln von Magie-Flaschen aufgefüllt werden. Ist dies jedoch erfolgreich erledigt, könnt ihr den Magie-Angriff starten. Da seid ihr nicht nur stärker und schneller, sondern könnt auch wichtige Boni erhalten. Je mehr Feinde ihr während des Magie-Angriffs besiegt, desto länger hält er an und ihr erhaltet beispielsweise mehr Erfahrungspunkte oder mehr Rubine von besiegten Gegnern. Ein starker Spezialangriff beendet den Modus dann, wobei ihr zwei unterschiedliche Angriffe zur Auswahl habt. Diese werden je nachdem aktiviert, ob ihr den jeweiligen Knopf dafür betätigt oder die Magie einfach auslaufen lasst. Je nach Situation könnt ihr also noch einmal unterschiedliche Angriffe starten.

Sobald ihr Hyrule Warriors: Definitive Edition das erste Mal startet, ist der Story-Modus der erste Anlaufpunkt. Hier werdet ihr in die Charaktere und die Geschichte des Spieles eingeführt. Die Story selbst dient mehr als Aufhänger, die Helden aus verschiedenen Zelda-Titeln irgendwie zusammenzubringen und niemand sollte eine besonders spannende Geschichte erwarten. Immerhin sind die Zwischensequenzen hübsch animiert. Leider gibt es keine Sprachausgabe, mit Ausnahme der weiblichen Erzähler-Stimme zwischen den Kämpfen.

»Sämtliche DLC-Charaktere der Wii-U- und 3DS-Version sind hier übrigens als normal freischaltbare Figuren enthalten.«

Während ihr den Story-Modus absolviert, levelt ihr eure Charaktere ordentlich auf und könnt zahlreiche Materialien sammeln. Letztere sind ein sehr wichtiger Aspekt des Spieles, denn mithilfe der erhaltenen Items könnt ihr eure Charaktere verbessern. Dabei gibt es dann neue Angriffsketten, ihr könnt Gebiete der Feinde schneller einnehmen oder könnt euren Magie-Angriff länger einsetzen. Ebenfalls wichtig ist es, durch das Besiegen von Feinden zahlreiche Rubine zu sammeln. Denn davon werdet ihr sehr viele brauchen, beispielsweise für das Aufleveln von Charakteren. Es ist aber nur möglich, einen Charakter mit Rubinen auf den Level des Kämpfers mit dem höchsten Level zu bringen. Sprich, ihr müsst die maximal höchste Stufe durch das Sammeln von Erfahrungspunkten erreichen.

Damit ihr nicht die ganze Zeit nur stur durch die Gegend flitzt und alles niedermetzelt, gibt es zahlreiche Objektive, die euch in den Kämpfen gegeben werden. So muss ein gewisses Gebiet eingenommen oder ein starker Feind besiegt werden. Ihr müsst jedoch aufpassen, dass eure eigenen Festungen dabei nicht vom Feind besetzt werden und euch eine Niederlage bescheren.

Da es sich hierbei um ein Zelda-Spiel handelt, besitzt ihr verschiedene Items, die in einer Schlacht genutzt werden können und die im Laufe der Story freigespielt werden müssen. Mit den Bomben könnt ihr Felsen sprengen und mögliche Schatztruhen aufdecken oder mit der goldenen Okarina zu aktivierten Statuen auf der Karte fliegen. Stärkere Gegner besitzen oft einen Angriff, welcher mit einem Item gekontert werden kann. Am meisten kommen die Gegenstände aber in einem Bosskampf zum Einsatz. Bei den Kämpfen gegen die großen Feinde müsst ihr auf einen speziellen Moment der Schwäche warten.

Im Kampf gegen King Dodongo, eine riesige Echse, wartet ihr zum Beispiel auf das Aufreißen des großen Maules und müsst dann eine Bombe in den Rachen werfen. Ist dies erfolgreich erledigt, geht der Feind zu Boden und offenbart seine Schwachstellen-Anzeige. Diese muss dann nur noch leergeprügelt werden, um einen besonders starken Angriff durchzuführen. Die Kämpfe gegen die Bosse sind grundsätzlich cool, aber es dauert manchmal einfach viel zu lange, bis sich die Schwachstelle offenbart. Das ist dann einfach Zeit, in der ihr lediglich wartet und selbst nicht wirklich viel machen könnt, außer ausweichen. Vor allem im Abenteuer-Modus, wo ihr manchmal mehreren Bossen gleichzeitig gegenübersteht, ist das durchaus nervig. In einem Spiel, wo ihr flott zahlreiche Gegner besiegen müsst, wirken die Bosse dann auf Dauer einfach nur bremsend.

Kommen wir zum mehrfach angesprochenen Abenteuer-Modus. Dieser ist das eigentliche Herzstück von Hyrule Warrior, mit dem man unfassbar viel Zeit verbringen kann. Auf mehreren verschiedenen Karten, welche auf Orten der Zelda-Spiele basieren, könnt ihr euch von Feld zu Feld bewegen und Missionen bewältigen. In denen müsst ihr nicht unbedingt immer nur den feindlichen General besiegen, sondern manchmal auch ein kleines Quiz bewältigen oder einfach in einer bestimmten Zeit so viele Gegner wie möglich besiegen. Dabei werdet ihr immer mit einem Rang bewertet, welcher davon abhängig ist, wie viele Gegner ihr besiegt habt, wie oft ihr getroffen wurdet und wie lang ihr gebraucht habt.

Dabei sind die Bedingungen für die Rangverteilung meist gleich, nur leider nicht im Spiel einsehbar. Aber immerhin könnt ihr sehen, wie viel Schaden ihr genommen habt und wie lang die Mission schon läuft. Der Rang ist deshalb wichtig, da ihr auf vielen Feldern der Abenteuer-Karte neue Dinge wie Herzteile, Kostüme, Charaktere oder Waffen nur dann bekommt, wenn der A-Rang erreicht wurde. Um neue Felder betreten zu können oder Belohnungen freizuschalten, müsst ihr Karten-Items wie Kerzen oder Kompasse sammeln. Es ist manchmal anstrengend, eine Schlacht nur zu bewältigen, um ein Item zu bekommen. Aber dank des neuen Karten-Item-Shops könnt ihr nun auch einfach ein benötigtes Item kaufen, wofür ihr jedoch wertvolle Rubine aufbrauchen müsst.

Ebenfalls zum Sammeln sind die Skultulla, welche nur bei dem Erfüllen bestimmter Bedingungen auf der Karte auftauchen. Oft gibt es zwei der grusligen Spinnen auf einer Karte, aber pro Schlacht könnt ihr nur eine Spinne auftauchen lassen. Ehrlich gesagt ist das eine furchtbare Designentscheidung und zieht die Spielzeit unnötig in die Länge, da ihr die Schlachten einfach nur deshalb ein zweites Mal bewältigen müsst. Es ist irgendwie verständlich, dass diese Methode im Original genutzt wurde, um die Spielzeit künstlich zu verlängern, aber da die Definitive Edition auch so mit extrem viel Inhalt daherkommt, hätte man die Bedingungen für die Skultulla ruhig ändern können. Die Spinnen selbst zu finden ist dann auch keine so triviale Sache, da euch nur ein ungefähres Gebiet auf der Mini-Karte angezeigt wird, wo die Spinne zu finden ist. Nur anhand des Geräusches, welches sie machen, könnt ihr sie finden. Blöd nur, wenn man wie ich meist im Handheld-Modus unterwegs spielt und dann ohne Ton ein Finden der Spinne dann doch etwas schwierig ist. Schade, dass man da nicht einfach wie in Fire Emblem Warriors eine Markierung auf der Karte hat, wo sich die Spinne genau befindet.

Wo ich den Vergleich gerade anbringe, möchte ich noch weitere Dinge ansprechen, die man ruhig aus Fire Emblem Warriors hätte übernehmen können. So ist es zum Beispiel in Hyrule Warriors: Definitive Edition möglich, den anderen Charakteren einen Marschbefehl zu geben. Die Charaktere begeben sich dann an den angegebenen Ort und bekämpfen im besten Falle dort den Feind. Leider bleiben sie dann meist einfach stur dort stehen, anstatt sich der nächsten Aufgabe anzunehmen. Dies wurde in dem Äquivalent von Fire Emblem deutlich besser gelöst. Dort ist die allgemeine künstliche Intelligenz der Mitstreiter deutlich besser und sie können die Befehle klüger umsetzen. Im Vergleich auch nervig ist das Aufsammeln von Materialien. Während euch in Fire Emblem Warriors die von Feinden fallen gelassenen Dinge einfach zufliegen, müsst ihr in Hyrule Warriors weiterhin auf dem Boden liegende Gegenstände selbst aufsammeln.

Was nichts mit Fire Emblem zu tun hat, aber dennoch hätte überarbeitet werden können, ist das Öffnen von Kisten. Diese können oft nur von bestimmten Charakteren geöffnet werdet. Im schlimmsten Falle habt ihr diesen Kämpfer aber gar nicht mit dabei oder er ist am anderen Ende der Karte, was bedeutet: einmal quer über das Feld rennen. Das kostet einfach unnötig viel Zeit und hätte besser gelöst werden können. Dies ist ein Kritikpunkt, der seit der Wii-U-Fassung besteht, weshalb für mich nicht ganz klar ist, warum er nicht behoben wurde. Immerhin ist der Abenteuer-Modus durch die Möglichkeit, oft mehr als nur einen Charakter mitzunehmen, dennoch ein bisschen einfacher geworden. Denn manchmal müsst ihr mit einem bestimmten Kämpfer spielen, um weiterzukommen, aber ist dieser nicht gelevelt oder hat schlechte Waffen, ist das Ganze dann unnötig schwer.

In der Nintendo-3DS-Fassung von Hyrule Warriors wurden die Feen eingeführt, welche ihr in den Kampf mitnehmen könnt. Diese wurden nun im Design überarbeitet und strahlen euch nicht mehr als gezeichnete, sondern nun als 3D-animierte Figuren an. Zahlreiche Klamotten können für die putzigen Wesen gefunden werden, welche euch im Kampf Boni bringen und zum Angriff genutzt werden können. Besonders auf schwereren Feldern im Abenteuer-Modus können die Elementar-Boni der Feen stark dabei helfen, einen Boss zu besiegen. Der Nachteil: Ihr müsst eure Magie-Leiste nutzen, um eine Fee einsetzen zu können. Auch übernommen wurde der Gruppen-Bonus beim Kampf gegen ein Bossmonster: Je mehr Kämpfer sich an einer Stelle befinden, um ein riesiges Monster zu bekämpfen, desto mehr Boni gibt es in Form von Magie oder mehr Angriffsstärke beim Bekämpfen der Schwachstellen-Anzeige.

Im Grunde genommen handelt es sich bei der Switch-Fassung von Hyrule Warriors um die 3DS-Version mit der Grafik der Wii-U-Fassung. Dabei sieht das Spiel wirklich schick aus und kann viele Feinde auf einmal darstellen. Auch im Handheld-Modus sieht der Titel sehr gut aus und läuft überwiegend flüssig. Leider gibt es Gebiete im Spiel, wo die Framerate dann doch etwas einbricht, aber nie in einen kritischen Bereich.

Der Soundtrack ist wirklich gut und besteht zu großen Teilen aus Remix-Versionen bekannter Songs, aber auch aus neuen Titeln. Wie bereits erwähnt gibt es keine wirkliche Sprachausgabe, die Zelda-typischen Sounds wie „Hah!“ „Hooooh!“ und „Hiyaaaa!“ ausgenommen. Das macht es gerade dann schwierig, im Kampf die Gespräche am unteren Bildschirmrand mitzubekommen, wobei diese selten wichtig sind.

Dieses Spiel ist wie das Internet: ein Haufen Links

»Ich bin schon seit der Wii-U-Version ein riesiger Fan von Hyrule Warriors. Zelda + Warriors ist einfach eine sehr gut passende Kombination und es ist unglaublich, wie viel Inhalt das Spiel euch bietet. Jedoch gibt es, wie bereits erwähnt, ein paar Dinge, die man für die Switch-Fassung ruhig hätte überarbeiten können. Auch die Tatsache, dass es im Vergleich zur 3DS-Fassung nur zwei neue Kostüme gibt und sonst nur ein paar Balance-Arbeiten vorgenommen wurden, ist bei einem solchen Port ein wenig schade. Immerhin hilft der Karten-Item-Shop stark dabei, den Abenteuer-Modus deutlich angenehmer zu gestalten. Wer den Titel noch nie gespielt hat und Lust auf ein wenig Metzel-Action hat, der sollte sich Hyrule Warriors: Definitive Edition einmal anschauen. Wer bereits die 3DS-Fassung komplett durchgespielt hat, sollte sich jedoch zweimal überlegen, ob sich der Kauf lohnt, da man nicht wirklich viel „Neues“ finden wird.«

 

Der Ritter-Rekrut Link wird in einen Kampf gegen die Finsternis gezogen, in welchem mehrere Dimensionen aufeinanderprallen.
Ihr kämpft auf großen Schlachtfeldern gegen tausende von Feinden und könnt mit euren Angriffen teilweise hundert Feinde auf einmal besiegen.
Auf dem TV läuft das Spiel flüssig, im Handheld-Modus gibt es ganz selten kleine Einbrüche in der Framerate.
Viele abwechslungsreiche Songs, welche man als Zelda-Fan oft wiedererkennt und sich über die Remix-Versionen freut. Keine Sprachausgabe in den Zwischensequenzen, außer das „Stöhnen“ der Charaktere. Nur ein Erzähler ist zwischen den Kämpfen zu hören.
Zwei-Spieler-Modus dank einzelnen Joy-Con quasi jederzeit möglich. Über 25 Charaktere und wahrscheinlich mehr als über 200 Stunden Spielzeit möglich.