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Im Test! Moonlighter

TitelMoonlighter
Nordamerika29. Mai 2018
11 Bit Studios
Europa29. Mai 2018
11 Bit Studios
SystemPCs, PS4, Xbox One
Getestet fürWindows
EntwicklerDigital Sun Games
GenresAction-RPG,

Dungeon-Crawler

Texte
Deutschland Nordamerika 

Ein Großteil unserer Community besteht aus Freunden fernöstlicher Rollenspiele. Jeder, der jemals mehr als eine halbe Stunde mit einem Rollenspiel verbracht hat, hat sicher schon einmal ein Item bei einem der Händler gekauft. Und wer hat sich schon mal gefragt, wo die Items eigentlich herkommen? Welche Mühen mit der Beschaffung wertvoller Materialien, Artefakten, Waffen und Ausrüstung zusammenhängen? Offensichtlich haben sich die Digital Sun Studios mit genau dieser Fragestellung befasst und sich dem Thema Aufklärung angenommen. Mit Moonlighter veröffentlichen die 11 Bit Studios einen Titel, der Action-Rollenspiel mit Roguelike- und Shopkeeping-Elementen vereinen soll. Wir haben in unserem Moonlighter-Review untersucht, ob das Mashup aus Shopkeeping, Dungeon-Crawler und Action-Rollenspiel gelungen ist!

Zur Verfügung gestellt wurde unser Rezensionsexemplar von GOG.com – dort könnt ihr die PC-Version von Moonlighter kaufen*.

Wie die Archäologie die Menschheit nach vorne bringt – davon kann Rynoka, ein kleines Handelsdorf, ein Lied singen. Vor langer, langer Zeit wurden bei Ausgrabungen fünf Tore entdeckt. Durch die Arbeit kühner Abenteurer stellte sich heraus, dass es sich bei den Toren um Dimensionsportale handelt. Ein netter Nebeneffekt der Abenteuer war die Ausbeute: In den unterschiedlichen Dimensionen ließen sich eine Vielzahl von Schätzen finden. Folgerichtig entstand um die Ruinen das kleine Handelsdorf Rynoka. Dort wurde den Abenteurern nicht nur ein Platz zum Ausruhen nach ihren Reisen geboten, sondern auch ein Ort, ihre ergatterten Schätze zu verkaufen. In Moonlighter schlüpft ihr in die Rolle von Will, einem Ladenbesitzer, welcher ebendiese Portale dazu verwendet, seinen Shop mit wertvollen Gütern zu befüllen. Insgeheim träumt Will jedoch davon, eines Tages ein gefeierter Held zu werden.

Zu Beginn des Spiels sind noch alle Dungeons verschlossen!

In Moonlighter helft ihr Rynoka zu altem Ruhm

Es wäre gelogen zu sagen, dass Rynoka am Höhepunkt seiner Existenz ist. Infolge der mit den Dimensionsportalen einhergehenden Gefahren verschwundenen und verstorbenen Abenteurern wurde den Reisen durch die Tore ein Ende gesetzt. Allem Anschein nach wurden alle Tore bis auf ein einziges versiegelt. Das Tor führt in einen von Steinwesen gespickten Dungeon und markiert den Beginn der Mission, Rynoka zu altem Ruhm zu verhelfen. In der Rolle des jungen Will investiert ihr eure erwirtschafteten Gewinne nicht ausschließlich in den eigenen Shop, sondern erweist Rynoka den Dienst, weitere Händler, Schmiede und Ausrüster anzuwerben. Dabei lüftet Will fortlaufend Geheimnisse der mysteriösen Dungeons, die das kleine Handelsdorf umgeben…

Die Frage, ob ein Titel mit den Grundprinzipien von Moonlighter von Erfolg gekrönt sein kann, beantwortete bereits das von EasyGameStation entwickelte Recettear: An Item Shop’s Tale. Wie auch in Recettear begibt sich der Spieler in der Rolle des Will in Katakomben, um möglichst wertvolle Schätze zu erbeuten, um diese in seinem Shop anzubieten. Moonlighter beginnt mit einem kurzen Tutorial, welches die grundsätzlich simple Steuerung darlegt: Neben einer Rolle zum Ausweichen stehen Primärer und Sekundärer Angriff zur Verfügung. Um einem Dungeon zu entfliehen, kann ein Amulett verwendet werden, welches durch das lange Betätigen der jeweiligen Taste aktiviert wird.

Zwei Waffen, ein Helm, eine Rüstung und Schuhe

Neben zwei Waffen kann Will einen Helm, Rüstung sowie Schuhe anlegen. Außerdem wird das Repertoire durch die Schnellnutzung unterschiedlicher Tränke erweitert. Bereits nach ersten Kämpfen wird aber klar, dass die simple Steuerung nicht unbedingt mit einem einfachen Spiel gleichzustellen ist: Die Krux besteht aus Timing, Positionierung und insbesondere der Kenntnis über die unterschiedlichen Gegnertypen. So muss nach eigenen Angriffen unmittelbar ausgewichen werden oder Positionen im Raum eingenommen werden, die strategische Vorteile versprechen. Neben zahlreichen offensiven Optionen wie einem Bogen, einer Klaue, einem Zweihandschwert und einem Speer stehen neben der defensiven Rollbewegung auch eine Kombination aus Schwert und Schild zur Verfügung. Während die sekundären Aktionen aller Waffentypen zu einem Angriff führen, besteht diese bei der Schwert- und Schild-Kombination aus dem Selbstschutz mit Hilfe des Schildes.

Auf in den ersten Dungeon

In den ersten Dungeon eingedrungen, stellen sich Will diverse Widersacher in den Weg. Wortwörtlich werden Will im Golemdungeon, so die Bezeichnung des ersten Dungeons, Steine in den Weg gelegt: Die meisten Gegner bestehen aus mystischen Stein- und Metallkonstruktionen. Der Dungeon besteht dabei aus mehreren Stufen und führt schlussendlich zu mächtigen Endgegnern. Auf dem Weg dorthin besteht die Möglichkeit sich in Brunnen zu heilen, Truhen mit wertvollen Inhalten aufzuspüren und bereits zerstörte Camps vorheriger Abenteurer aufzusuchen und deren Tagebucheinträge zu durchstöbern.

Auf diesem Weg wird nicht nur die Geschichte von Moonlighter raffiniert vorangebracht, sondern auch Features des Spiels erklärt. Die im Dungeon erbeuteten Gegenstände werden in Wills Rucksack abgelegt. Einige Gegenstände sind jedoch verzaubert und landen entweder unmittelbar in eurer Truhe im Shop oder zerstören bei Aufnahme in den Rucksack umliegende Gegenstände. Unter Freunden: Werdet nicht übermütig. Sollte euch einer der Widersacher die Lebensleiste nullen, landet ihr in der Stadt. Mit leerem Rucksack. Die Gegenstände, die Will am Körper trägt – zum Beispiel seine ausgerüsteten Waffen und einige, wenige Gegenstände – bleiben euch jedoch erhalten. Das Teleportieren aus dem Dungeon selbst kostet mindestens 300 Münzen. Fehlen euch die Mittel, können ab einem Punkt im Spiel Gegenstände in Münzen konvertiert werden – zu einem katastrophalen Wechselkurs. Quasi Alchemie rückwärts.

Zurück in der Stadt

Zurück in der Stadt, egal ob freiwillig oder erzwungen, empfiehlt es sich, sich in den Moonlighter zu begeben und die gesammelten Gegenstände zum Verkauf anzubieten. Der anfänglich recht kompakte Shop lässt sich während des Spielverlaufs ausbauen. Neben passiven Effekten wie 10 Prozent höheren Einnahmen, können durch das Zukaufen von Verkaufsflächen weitere Gegenstände zeitgleich angeboten werden. Für Gegenstände, die en masse auftauchen, gibt es einen separaten Sale-Korb. Im Hinterraum befinden sich Wills private vier Wände: Neben Schreibtisch stehen Truhe und Bett zur Verfügung.

Während das Bett als Speicherplatz dient, können so auch Tag und Nacht umgeschaltet werden. Die Truhe dient selbstverständlich zum Ablegen wichtiger Items, die ihr zum Schmieden neuer Ausrüstung oder dem Brauen frischer Tränke benötigt. Während die Stadt anfangs trist und leer ist, lassen sich bereits nach wenigen Dungeon-Durchläufen erste Shops freischalten. Für nagelneue Waffen lohnt sich stets ein Besuch in der Schmiede. Die dort angebotenen Waffen und Ausrüstungsgegenstände lassen sich auf eine Wunschliste setzen, sodass bei vollem Rucksack im Dungeon abgewogen werden kann, welche Gegenstände in jedem Fall bleiben müssen. Der Shop lässt sich übrigens nur tagsüber betreiben, also gilt: Tagsüber Verkäufer, in der Nacht Dungeon-Crawler!

Moonlighter
Ziemlich großer Raum. Was da wohl auf Will wartet?

Um in den Dungeons weiterzukommen, ist es unabdinglich, diese mehrfach zu spielen. Die nötigen Mittel für das Erweitern eures Arsenals sind ausschließlich auf diesem Wege zu erwirtschaften. Entsprechend kann es nach einigen Stunden im immer selben Dungeon auch trotz der zufällig generierten Räumlichkeiten ein wenig eintönig werden. Kompaktere Räumlichkeiten, insbesondere in den ersten Dungeons, hätten dem Spielerlebnis möglicherweise einen etwas besseren Antrieb verliehen und die Spielzeit gestaucht, indem keine Leerfahrten entstehen.

Top-Down-Pixellook bietet eine hübsche Kulisse

Zwischen Idee, Engine und Ausführung ist es den Digital Sun Studios gelungen, Moonlighter ein hübsches Äußeres zu verpassen. Der Top-Down-Pixellook dient bereits seit Längerem als Stilmittel zahlreicher Indie-Titel und funktioniert auch für Moonlighter. Shop, Charaktere und Dungeons sind hübsch anzusehen und Animationen fühlen sich durchgehend flüssig an. Dasselbe gilt für die Steuerung: Will fühlt sich zu keinem Zeitpunkt an, als würde er nicht eurem Input folgen. Die auditive Untermalung weiß prinzipiell zu gefallen, fällt allerdings der zahlreichen Wiederholungen der Dungeons zum Opfer und wiederholt sich dementsprechend. Dabei haben Musikstücke in der Stadt einen eher positiven, hellen und in Dungeons einen eher dunklen und mysteriösen Klang.

Kapitalismus jetzt!

»Moonlighter schnürt ein Paket aus Shopkeeping, modernem Dungeon-Crawler und Action-Rollenspiel. Die Elemente der verschiedenen Genres werden großartig zusammengefasst und lassen wenig Raum für Kritik. Kämpfe erfordern stellenweise einiges an Geschick und bereiten insbesondere durch die gelungene Steuerung viel Spaß. Um Leerfahrten zu vermeiden, hätten einige Räumlichkeiten kompakter geschnitten sein können. Abgesehen davon liefern die Digital Sun Studios ein Spielerlebnis, welches für Freunde ähnlicher Titel sicher einen Blick wert ist!«

 

Die Geschichte hinter Moonlighter ist recht simpel und zweckdienlich, motiviert aber durchaus zum Erkunden.
Die Steuerung weiß zu gefallen. Gelegentlich wirken Dungeons monoton, da in zu großen Räumen zu wenig passiert.
Das Rad wird hier nicht neu erfunden: Top-Down-Pixelgrafik. Dafür ist die Ausführung hervorragend und weiß zu gefallen.
Die Musik ist gut in Szene gesetzt. Einzig immer wiederkehrende Stücke in Dungeons schlauchen auf Dauer.
Dialoge sind nicht vertont, deutsche Bildschirmtexte sind allerdings vorhanden. Drei Schwierigkeitsstufen verfügbar.

3 Kommentare

  1. Vielen Dank für den ausführlichen und informativen Test @awake. Der Text hat mein Interesse geweckt. Recettear hat mir Spaß gemacht, aber der zeitliche Druck bezüglich der Rückzahlung hat mir dabei überhaupt nicht gefallen. Daher denke ich, dass ich mir Moonlighter näher anschauen werde. Bin gerade auf den Indie-Trip.

    Vielen Dank für das tolle Review.

    Gerade gesehen, dass ich mich bis zum Herbst gedulden muss. Dann soll der Titel auch für Nintendo Switch erscheinen.
  2. Vielen Dank für die lieben Worte, @Pericci :) Es gibt auch, wie der Test hoffentlich suggeriert, extrem wenig zu beanstanden! Wenn du Spaß mit Recettear hattest, wird dich Moonlighter sicher nicht enttäuschen!
  3. Vielen Dank für den Test! Auf das Spiel habe ich gewartet. Habe schon Recettear sehr gerne gespielt und mir war mal wieder nach so einer Art Spiel. Wird direkt für die PS4 geladen. :)
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