Im Test! Dragon Ball FighterZ

Mit Dragon Ball Fighter Z bedienen Arc System Works und Bandai Namco Franchise-Fans. Ob das Kampfspiel im Stile des Animes dem Hype gerecht wird?...
Titel Dragon Ball FighterZ
Europa 26. Januar 2017
Bandai Namco Entertainment
System PCs, PlayStation 4, Xbox One
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Arc System Works
Genres 2D-Kampfspiel
Texte
Deutschland Nordamerika 
Vertonung Nordamerika Japan

Bereits seit den 80er-Jahren fasziniert Dragon Ball als weltweit zweitmeistverkaufter Manga Shonen-Freunde rund um den Planeten. Neben zahlreichen Anime-Adaptionen zu Dragon Ball, Dragon Ball Z und der aktuellen Variation Dragon Ball Super gesellen sich nicht nur eine Hand voll Spiele zum Portfolio des Zeichentrick-Giganten. Nach den durchaus positiv aufgenommenen und von Dimps entwickelten Dragon-Ball-Xenoverse-Spielen gesellt sich nun auch Dragon Ball FighterZ zum Current-Gen-Portfolio. Für das ebenfalls von Bandai Namco vertriebene Kampfspiel ist diesmal Arc System Works zuständig, welche unter anderem durch das Entwickeln einiger Guilty-Gear- und BlazBlue-Ableger bekannt sind. Ob das Kamehameha ein durchschlagender Erfolg wird oder im Keim erstickt, erfahrt ihr in unserem Test!

Dragon Ball FighterZ schlug bereits nach ersten Screenshots und Gameplay-Videos ziemlich hohe Wellen. Insbesondere die visuelle Aufmachung beeindruckte Kampfspiel- und Dragon-Ball-Freunde gleichermaßen und steigerte die Vorfreude auf einen weiteren Current-Gen-Dragon-Ball-Titel. Im Vergleich zu den Xenoverse-Spielen beschränkt sich das von Arc System Works entwickelte Dragon Ball FighterZ auf zwei Dimensionen; aber eins nach dem anderen!

Selbst Goku kann nicht glauben, wie gut das aussieht!

Zunächst finden sich Spieler in einem zentralen Hub wieder, über welchen sämtliche Spielmodi angesteuert werden können. Das Hub-System hat sich bereits in Dragon Ball Xenoverse und dem studioeigenen Guilty Gear Xrd: REV 2 bewährt und kommt hier ebenso zum Einsatz. Über den Hub lassen sich unter anderem Trainingsmodi, Online-Kämpfe, ein Shop und der Story-Modus anwählen. Bereits der erste Blick in den mittlerweile fest zum Repertoire gehörenden Story-Modus offenbart, dass es sich um ein dreigeteiltes Erlebnis handelt. Nach dem ersten Arc, welcher Spieler behutsam an die Thematik heranführt, dass Klone der Z-Fighter auf der Erde ihr Unwesen treiben, und einem mysteriösen Plot rund um die Red-Ribbon-Armee, warten zwei weitere Arcs zur Hauptgeschichte auf neugierige Dragon-Ball-Fans. Dabei gehören die ersten Kämpfe im ersten Geschichtsstrang sicherlich zu den wichtigsten, da hier sämtliche Spielmechaniken erklärt werden.

Wie dem auch sei, nachfolgende Kämpfe sind bis zum jeweils letzten Viertel der Geschichtsstränge meist ungleich, da die Widersacher bestenfalls als Kanonenfutter durchgehen. Magische Bohnen sind also höchstens zum Ende hin und insbesondere im dritten und letzten Geschichtsstrang nötig. Die wahren Schätze finden sich im Story-Modus allerdings nicht während, sondern vor und nach den Kämpfen. Humor, welcher typisch für Dragon Ball ist und auch in den Anime-Adaptionen nie zu kurz kam, gibt es hier im Minutentakt! Vor und nach den Kämpfen wird das Geschehen durch Cutscenes aufgelockert. Vorwiegend im Kampf eingesetzte Charaktere werden dabei in Szene gesetzt und Teams, die Kämpfer wie Yamcha, Gotenks oder Ginyu – oder gleich alle drei gleichzeitig – enthalten, sorgen für insbesondere skurrile Gespräche und Sticheleien.

Während Gotenks meist nur Flausen im Kopf hat, scheint Yamcha selbst mittlerweile auch begriffen zu haben, dass er der schwächste Kämpfer in FighterZ ist. Son Goku muss alles vierzig Mal erklärt werden, Vegeta ist grundsätzlich nicht begeistert und auf blöde Fragen antwortet der Herr vom gleichnamigen Planeten ohnehin nicht. Insbesondere Fans und Kenner des Dragon-Ball-Franchise kommen im Story-Modus auf ihre Kosten, da Hintergrundinformationen zum Verstehen zahlreicher Anspielungen und boshafter Bemerkungen von Vorteil sind. Insgesamt nimmt der Story-Modus über zehn Stunden in Anspruch.

Neben dem Story-Modus bilden Arcade- und Online-Modi das Herzstück eines jeden Kampfspiels. Im Arcade-Modus gilt es eine Reihe Widersacher aus dem Weg zu räumen. Die Arcade-Kämpfe sind in drei Schwierigkeitsklassen eingeteilt. Auf dem Weg an die Spitze entscheidet eure Performance während der Kämpfe darüber, aus welchem Schwierigkeitssegment der kommende Gegner stammt. Während die unteren Segmente durchschnittlichen Storykämpfen ähneln, steigen Teams aus dem höchsten Segment schockierend schonungslos in den Ring. Die Online-Kämpfe unterteilen sich in Ranglisten- und Trainingskämpfe. Beim Aufeinandertreffen zweier Charaktere im Hub-Bereich lässt sich der Charakter anwählen und zu einem Duell einladen. Nach einer kurzen Wartezeit, die verwendet wird um die Spieler miteinander zu verbinden, kann es losgehen! Der Online-Modus ist unkompliziert und die Server mittlerweile stabiler als zu Anbeginn.

Während in zahlreichen Kampfspielen und insbesondere Prüglern aus der Schmiede von Arc System Works Muskelgedächtnis, Fingerfertigkeit und Gehirnakrobatik zum Grundrepertoire gehören müssen um vor allem in Online-Arenen Land zu sehen, zeigt sich das Gameplay in Dragon Ball FighterZ freundlicher für Einsteiger. Bereits durch wiederholtes Tastendrücken führen Charaktere spektakuläre Kombinationen aus und das Höchstmaß an Komplexität wird durch die Tastenkombination dargestellt, mit welcher sich in Street Fighter nur ein müdes Hadouken produzieren lässt. Damit verschiebt Arc System Works den Fokus von anspruchsvollen Tastenkombinationen auf das Timing der Angriffe.

Selbstredend ist das Aufladen von Ki erneut mit von der Partie und jeder Charakter hat eine individuelle Super- und Meteor-Attacke. Diese bestehen zu großen Teilen aus den aus dem Manga und der Anime-Serie bekannten Angriffen wie dem Final Flash oder dem Kamehameha und setzen die Charaktere beeindruckend in Szene. Nach insgesamt sieben vollwertigen Schlagkombinationen besteht die Möglichkeit mitten im Kampf die Hilfe von Shenlong, dem heiligen Drachen der Erde, zu erbitten. Dieser erfüllt dem Spieler anschließend einen aus vier Wünschen: das Wiederbeleben eines bereits geschlagenen Teammitglieds, das Auffüllen der Lebensenergie, das Verstärken der Angriffe und das beschleunigte Wiederaufladen der Lebenspunkte.

Überragend präsentiert!

Der mit kolossalem Abstand ausschlaggebendste Punkt, der zum Hype rund um Dragon Ball FighterZ beigetragen hat, ist die visuelle Aufmachung. Die Transformation der Animehelden in ein Videospiel ist vermutlich selten so gut gelungen: FighterZ sieht zu großen Teilen deutlich besser aus als die aktuelle Dragon-Ball-Animeadaption. Das ist nicht unbedingt als Vorwurf an die Animeproduktion zu verstehen, sondern als riesiges Kompliment an Arc System Works. Nicht nur spielt sich das Spiel wahnsinnig flüssig, sondern es sieht auch revolutionär gut aus. Jede Bewegung, jede Animation und jedes Detail ist ein Eins-zu-eins-Abbild von Son Goku und Co.! Angriffe, ganz egal ob aus der Ferne oder im Nahkampf, sind absolut befriedigend und überzeugen vollumfänglich. Die musikalische Untermalung ist gelungen und unterstreicht die hervorragende, visuelle Darstellung und sorgt für die richtige Atmosphäre in der Arena.

Weiterhin wurde eine Art Geldsystem implementiert. In Kämpfen und durch das Lösen unterschiedlicher Aufgaben – wie das Gewinnen eines Arcade-Kampfes – erwirtschaftete Zeni lassen sich in den zu Beginn erwähnten Shop investieren. Bisher lassen sich ausschließlich Lootboxen in Form der Dragon-Ball-typischen Kapseln erstehen, welche Modeartikel und Kostüme für die Hub-Avatare enthalten. Echtgeld-Käufe gibt es keine: Erhaltet ihr eines der Kostüme doppelt, werdet ihr mit einem Z-Coin entlohnt. Diese können re-investiert werden um ein Item zu erhalten, in dessen Besitz ihr noch nicht seid.

Fuuuuuuuusion!

»Arc System Works versteckt hinter der, mit Nachdruck, überragenden Dragon-Ball-Haube ein ausgezeichnetes Kampfspiel und erhebt den Anspruch Einsteiger wie Veteranen zu bedienen. Zumindest die Steam-Statistiken sprechen für sich: mit 40000 Spielern zur selben Zeit und durchschnittlich 20000 Spielern stellt Dragon Ball FighterZ sowohl Tekken 7 (19000 und 7000) als auch Street Fighter V (13000 und 6000) in den Schatten. Das ist wenig überraschend und absolut nachvollziehbar, denn Arc System Works und Bandai Namco liefern mit Dragon Ball FighterZ ein besonderes und bemerkenswertes Kampfspiel ab!«

 

Die Geschichte richtet sich primär an Freunde des Franchise. Insbesondere die Zwischensequenzen wissen zu überzeugen!
Als zweidimensionales Kampfspiel mit einsteigerfreundlichen Kombinationen macht Dragon Ball FighterZ den Spagat zwischen Anfänger und Veteran.
Arc System Works liefert. Wenn das Videospiel besser aussieht als der zugehörige Anime. Hut ab!
Die auditive Untermalung unterstreicht das Spielgeschehen und sorgt für die richtige Atmosphäre in der Arena!