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Angespielt! Aniimo ist hübsch, abwechslungsreich – und natürlich monetarisiert

Hinweis der Redaktion: An dieser Stelle würde normalerweise ein vollständiger Test stehen, doch technische Schwierigkeiten verhinderten die Progression nach schätzungsweise einem Drittel der Hauptstory, sodass wir nach etwa 5 Stunden Spielzeit feststeckten. Daher können wir nur unsere ausführlichen ersten Eindrücke liefern.

Dazu war trotz fast täglicher Patches in der Testphase die deutsche Übersetzung bis zuletzt mangelhaft – in der Anfangsphase würden wir euch empfehlen, die Sprache auf Englisch zu stellen. Deshalb haben wir uns entschieden, keinen vollständigen Test mit Empfehlung zu veröffentlichen, sondern den Test in unserem Vorschau-Format „Angespielt!“ zu liefern.

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Seit der zweiten Beta, oder genauer gesagt seit ziemlich genau 8 Monaten, verfolgen wir Aniimo auf JPGAMES sehr genau. Schon zu Beginn des Jahres war abzusehen, dass das auf der Unreal Engine 5 basierende Spiel der wahrscheinlich schönste Monstersammler des Jahres wird, und auch bei deutschsprachigen Influencern bekam der Titel wegen seines besonderen Designs und seiner zahlreichen spielerischen Anlehnungen an andere bekannte Titel schnell größere Aufmerksamkeit.

Jetzt ist es endlich so weit – Aniimo wurde weiter poliert, die Plattformen wurden trotz anfänglich angekündigter Konsolenexklusivität für Xbox auf Playstation 5, PCs und Mobile ausgeweitet und es gab auch schon erste Kontroversen, welche die Monetarisierung und das Gameplay für die finale Version beeinflussen, welche am 16. September auf Konsolen und PC erscheint.

Ein pastellfarbenes Palworld ohne Brutalität?

Für viele von euch stellt sich trotzdem die Frage: Was ist Aniimo eigentlich genau? Pokémon in guter Grafik und offener Welt, Palworld ohne die comichafte Brutalität? Oder ist es doch eher wie das stilistisch starke, einfach zu spielende und an Mädchen gerichtete Infinity Nikki mit niedlichen, bunten Monstern?

Tatsächlich ist die Frage gar nicht so einfach zu beantworten, denn Aniimo lässt sich von vielen Spielen inspirieren – am Ende liegt der Fokus aber auf einer kindgerechten Story mit viel Abenteuer und Entdeckungsdrang, inklusive einer wunderschönen Grafik, die vielleicht sogar etwas zu häufig einen Einschlag in mädchenfreundliche Pastelltöne hat.

Eine Sache lässt sich aber ziemlich sicher beantworten: Die Zielgruppe sind nicht Millennials, welche mit Pokémon aufgewachsen sind, sondern junge Menschen weltweit, die ihre aufregende Reise durch die unbekannte Welt voller Kreaturen auf Social Media teilen und auch die kleinen Welten ihrer Freunde besuchen möchten.

Die meisten Anleihen hat Aniimo sicherlich von Palworld. Die frei erkundbare, offene Welt mit mehr oder weniger angriffslustigen Monstern, Herausforderungen gegen Alpha-Monster und mehreren Kampfmissionen in einem Action-RPG-Kampfsystem und Missionen gegen andere NPCs sind auffällige Ähnlichkeiten.

Auch die gefangenen Monster zur Arbeit zu bewegen, ist gewünscht. In der Nähe von Wohnwagenparks ist es möglich, eine Heimat aufzubauen, in der eine Farm mit verschiedensten Basisressourcen in verketteten Arbeitsschritten und Crafting neue Objekte erstellt werden können – darunter auch die nötigen, würfelförmigen Aniipods, mit welchen ihr neue Aniimo fangen könnt. Die comichafte Brutalität wird in Aniimo aber ausgespart – an ihre Stelle tritt eine hübsche, kinderfreundliche und vorwiegend friedliche Welt, die entdeckt werden möchte.

Händchenhalten in den ersten Stunden

In der Geschichte von Aniimo beginnt ihr als ein Streamer oder eine Streamerin, welche/r sich als ForscherIn ein Ticket nach Idyll lösen konnte – eine Welt, in der Monster friedlich mit Menschen zusammenleben. Die Aufmachung dieser Szenen erinnert stark an asiatische Videoplattformen wie NicoNico oder Bilibili – nicht nur hat das Charakterdesign einen starken koreanisch-chinesischen Einschlag, auch die Kommentare in den Zwischensequenzen werden mitten im Bild eingeblendet. Später gibt es auch auf diese Art Hinweise für etwas kniffligere Rätsel.

Leider geht bereits auf eurer ersten Mission etwas gewaltig schief. Nachdem ihr die ersten niedlichen Monster gefangen und die ersten Rätsel gelöst habt, werdet ihr durch einen Unfall in eine Höhle teleportiert, in welcher eine geheimnisvolle Kraft instabil wird.

Glücklicherweise ist hier nicht nur eine gefährliche Kraft gebannt, sondern auch zwei legendäre Aniimo. Für den ersten Bosskampf könnt ihr euch zwischen den Starter-Aniimo Kühno und Lunara entscheiden: Kühno ist ein vorlauter, aber kräftiger kleiner Löwe, während Lunara mit ihrer niedlichen, aber dennoch grazilen Ausstrahlung an die Feen-Entwicklung von Evoli erinnert.

Dynamische Kämpfe durch Twining-Mechanik

In diesem Kampf lernt ihr auch eine Kerntechnik von Aniimo kennen: Das Twining-System, auf Deutsch auch “Verschmelzen” genannt. Mit ihm könnt ihr euch mit eurem Monster-Begleiter verschmelzen und dessen Attacken auch direkt kontrollieren, was für actionreiche und dynamische Kämpfe sorgt.

Nach dem ersten Bosskampf dürft ihr die offene Welt von Aniimo erkunden. Es beginnt in der Forschungsbasis, in der ihr die Basics beigebracht bekommt, Aniimo-Eier ausbrüten könnt, Belohnungen für eure gefangenen Aniimo abholt, deren Kampfkraft bewertet bekommt und vieles mehr.

Schon kurz darauf werdet ihr auf Idyll losgelassen. Das Twinen mit einer pummeligen Gleitmaus (Celestis) verleiht euch die Fähigkeit zu gleiten, mit einem Gluwelp (Emberpup) könnt ihr größere Distanzen schnell auf vier Pfoten zurücklegen und mit einem Tami stellen auch Flüsse keine Herausforderung, sondern eine neue natürliche Umgebung dar.

Eine riesige offene Welt, die entdeckt werden möchte

Schon auf dem Weg in eure erste Stadt seht ihr die ersten Geheimnisse in Form von Mini-Missionen in der Welt, einer geheimnisvollen Kraft, welche Aniimo müde macht, und geheimnisvollen Pollen, welche Pflanzen-Aniimo wie Iris magisch anziehen, sie kräftiger machen und ihnen eine neue Farbe verleihen.

Auch das legendäre Aniimo Irisalis ist im Verlauf der Geschichte immer wieder Thema. Die Legende besagt, dass es sich nicht nur im Kampf klonen und sich vergrößern kann, sondern auch, dass es unsterblich ist – denn es beherrscht angeblich die Fähigkeit der Wiedergeburt.

Bis es so weit ist, dass ihr das legendäre Aniimo mit eigenen Augen sehen könnt, gilt es erst einmal, die Besonderheiten der Spielwelt und der weniger legendären Aniimo kennenzulernen. So könnt ihr durch das Twinen mit einem Flammwuff Ranken verbrennen, Lagerfeuer anzünden und deren Aufwind nutzen oder mit einem Eisfenrir Eisschollen erzeugen und so quasi auf dem Wasser laufen.

Viele dieser Fähigkeiten werden auch abseits der Welt eingesetzt, etwa in den Elementrätseln in den von Breath of the Wild inspirierten Heiligtümern, oder gar in Höhlen – hier ist es manchmal sogar nützlich, Dinge ausgraben oder sogar sich selbst eingraben zu können, um auch unter den kleinsten Öffnungen in der Felswand hindurchschlüpfen zu können.

82 große und kleine Monster

In Kämpfen gegen andere Monster und Forscher:innen ist dagegen die richtige Aufstellung des Teams wichtig. Ein Tank, der gut Schaden einstecken und die Break-Mechanik auslösen kann, ein Damage-Dealer, der in diesen kurzen Phasen möglichst viel Schaden austeilt, und ein Heiler sind empfehlenswert. Am besten in mehreren Element-Varianten und mit unterschiedlichen Spezialattacken, denn auch diese werden im bekannten Schere‑Stein‑Papier berücksichtigt und teilen so mehr oder weniger Schaden aus.

Die Kämpfe haben seit der Beta auch ordentlich zugelegt in der Dynamik und wirken deutlich besser und herausfordernder – auch wenn immer noch etwas Luft nach oben ist. Insgesamt stehen zum Start 82 Aniimo zur Verfügung, welche durch unterschiedliche Formen und Farben über 200 Kombinationen ergeben. Die Kombinationen entstehen durch unterschiedliche Möglichkeiten: Aniimo wechseln bei Nacht oder Regen oft Form und Farbe, manche kommen gar nur in diesen Situationen aus ihren Verstecken.

Ein echtes Highlight sind die vielfältigen, oft liebevollen und witzigen Animationen der zum Teil verboten niedlichen und flauschigen Aniimo. Manchmal reicht es einfach nur, sie klettern oder schwimmen zu lassen oder einfach mal den Controller zur Seite zu legen und die Idle-Animationen zu genießen. Die Aniimo können auch mit zusätzlich kaufbaren Accessoires ausgestattet werden – dazu später mehr.

Entwicklungen und Progression

Das Leveln der Teams erfolgt dabei nicht nur durch Kämpfen, sondern – wie auch in Palworld – durch das wiederholte Fangen der Aniimo. Dazu gibt es auch Items, welche das Leveln vereinfachen. Jedoch gibt es harte Levelcaps, welche nur durch besondere Prüfungen zu überwinden sind. Dazu müssen sowohl bestimmte Missionen abgeschlossen als auch eine praktische Kampfprüfung bestanden und auch eine „schriftliche“ Multiple-Choice-Prüfung absolviert werden.

Dazu gibt es noch einen Talentbaum, der aber besonders die TrainerInnen – welche in Aniimo „Pfadfinder“ (Pathfinder) genannt werden – betrifft. Dazu gehören aktive Fähigkeiten wie LP-Regeneration oder ein Aerobord, aber auch passive Fähigkeiten wie Shop-Freischaltungen oder kleine Statusboosts werden mit der Zeit freigeschaltet, was euch bei späteren Kämpfen unterstützt. Auch die Aniimo selbst lernen mit der Zeit weitere, oft stärkere Attacken.

Das Shopping geht ins Geld

Eine Kontroverse der letzten Monate war die Monetarisierung von Aniimo, denn das Fangen des legendären Aniimo Irisalis erinnerte viele an klassische Gacha-Spiele, obwohl Entwickler Pawprint Studio und Publisher Kingsglory mehrfach betonten, dass das Spiel ein klassisches Free-to-Play-Spiel sei, das sich vor allem durch Skins und Accessoires finanziert.

Die positive Nachricht zuerst: Die Gacha-Elemente wurden entfernt, an ihre Stelle tritt jetzt eine klassische Jagd mit etwas aufwendiger Ressourcensammlung auf dem Weg zum Fang von Irisalis – testen konnten wir das selbst jedoch leider nicht.

Doch das Free-to-Play ist nicht nur auf optische Anpassungen beschränkt – die übrigens ziemlich umfangreich sind. Tatsächlich spielt Aniimo die gesamte Klaviatur der Free-to-Play-Monetarisierung.

Der “Laden”-Abschnitt des stark an Genshin Impact erinnernden Menüs ist fast schon überwältigend. Ein Monatspass erhöht die Ätherenergie und gibt Premiumwährung für das tägliche Einloggen. Dazu schaltet das Begleiterhandbuch in zwei Preisstufen zusätzliche Belohnungen für Vielspieler frei.

Ein klassisches Top-Up-Event zeigt euch besondere Belohnungen für mehrfache Einkäufe mit Echtgeld. Ein zeitlich limitierter Skin kostet schon mal 15 bis 35 Euro. Bei spontanem Ressourcen- und Progressionsmangel hilft der In-Game-Shop selbstverständlich auch – auch mit wöchentlichen Sonderangeboten. Und wie selbstverständlich gibt es auch mehrere In-Game-Währungen mit unterschiedlicher Rarität, welche begrenzt gegen andere Währungen eingetauscht werden können.

All das ist nichts Neues und für Kenner der Finanzierungsmethode in umfangreichen F2P-Spielen auch erwartbar gewesen. Der enorme Umfang der F2P-Monetarisierung könnte jedoch SpielerInnen, welche seltener F2P-Spiele spielen, etwas überraschen. Dennoch ist positiv hervorzuheben, dass man außerhalb der Menüs fast nie mit den Kaufoptionen in Kontakt kommt – auch wenn man während des Spiels natürlich immer wieder ins Menü gelockt wird, um sich die aktuellen Micro-Belohnungen abzuholen.

Hochwertige F2P-Erfahrung

Dafür bekommt man jedoch auch einiges an Gegenwert – die Grafik ist sehr nah dran an aktuellen AAA-Spielen, den Grafikvergleich gegen Vollpreisspiele wie Pokémon und Digimon gewinnt Aniimo auf PlayStation 5, Xbox Series und PC mühelos.

Spielerisch bietet Aniimo einiges an interessanten und umfangreichen Spielementen und macht auch neben der Story und dem Fangen und Trainieren von Monstern viel Spaß. Auch hier muss man sich nicht vor der Vollpreis-Konkurrenz verstecken, hält das Basisspiel aber simpel, während die Progression vergleichsweise komplex ist – Vielspielende haben die Möglichkeit, viel Zeit und Geld ins Spiel zu investieren.

Eine Entdeckungsreise mit vielen interessanten Spielementen

Hier würde normalerweise ein umfangreiches, segmentiertes Fazit stehen – aber aufgrund eines Game-Breaking-Bugs innerhalb der Hauptstory mussten wir den Test vorzeitig abbrechen. Doch Fans von Monstersammlern sind bereits an das Leid gewöhnt – insbesondere Pokémon und Palworld waren in der Vergangenheit bekannt dafür, mit größeren technischen Mängeln zu kämpfen.

Auf der Positiv-Seite bietet Aniimo eine wunderschöne Spielwelt und eine interessant gestaltete, kinderfreundliche Story, die besonders junge Teenager und speziell Mädchen ansprechen dürfte. Auch das Gameplay ist nicht überfordernd, kann aber im Detail durchaus mal komplexer werden.

Aniimo ist dabei ein gelungener Mix – die Basis bildet ein Palworld-artiger Überbau mit offener Welt, vielen Entdeckungen und vielen weiteren Spielementen aus anderen bekannten Spielen. Dazu zählen etwa die vielen kleinen Weltmissionen und Designelemente von Infinity Nikki, immer wieder kleinere Story- und Progressions-Anlehnungen an Pokémon und auch die Heiligtümer sowie die Karten-Freischaltemechanik aus Zelda: Breath of the Wild.

Daher lohnt es sich, Aniimo selbst einmal auszuprobieren, um die Faszination und den Hype um das Spiel nachvollziehen zu können. Besonders für Gelegenheitsspieler bietet Aniimo interessante Ansätze – ältere SpielerInnen sollten jedoch bereit sein, ihr inneres Kind zu wecken, um das Spiel wirklich genießen zu können.

Bildmaterial: Aniimo, Kingsglory, Pawprint Studio

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