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Angespielt! Unterwegs auf der verrückten Deutschland-Map von Crazy Taxi: World Tour

Die Nostalgie treibt uns manchmal zu den merkwürdigen Spielen – und für den Autor war die Einladung zu Crazy Taxi: World Tour eine sehr persönliche Sache, da der Vorgänger auf der Dreamcast einer der Gründe war, warum erst verspätet eine PlayStation 2 ins Haus kam.

Aber auch die Mobile-Ports von Crazy Taxi auf iOS, Android und PC wurden gerne genommen und besonders unterwegs viel gespielt. Also: Wie crazy wird es wirklich? Kann das Arcade-Spielprinzip auch mehr als 25 Jahre später heute noch überzeugen? Bietet der neue Ableger auch für Neulinge genug? Oder fallen die Crazy Boosts und Crazy Drifts ins Wasser?

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Austragungsort Deutschland – gleich doppelt

Auf der Gamescom 2026 in Köln wurde uns die Deutschland-Map gezeigt, welche uns mehrfach zum Schmunzeln brachte. Denn einige Dinge sind so typisch deutsch, dass man sie nicht wegdiskutieren kann.

Beispielsweise ein Dom, welcher dem direkt um die Ecke des Kölner Messegeländes liegenden sehr ähnlich sieht – inklusive des Vorplatzes. Dazu gibt es auffällige Bahnhöfe, Automuseen und Burgen. Während die Autobahn zu einem Crazy Boost und riskanten Spurwechseln einlädt, sind die Serpentinen rund um die Burgen klassisches Driftgebiet.

Und nicht zuletzt kann man auch Bratwurststände umrasen sowie neue, deutsche Markenläden entdecken. Auch das fein säuberliche, deutsche Mülltrennungssystem wird in einer Mission auf die Schippe genommen.

Damit kommen wir auch direkt zu den vielen Neuerungen in Crazy Taxi: World Tour. Denn diesmal geht es nicht nur in zwei umfangreiche Städte, sondern gleich um die ganze Welt. Der bereits aus den Vorgängern bekannte Protagonist Axel sucht sein gestohlenes Taxi und möchte es unbedingt zurückhaben.

Die neuen Städte könnt ihr euch erstmals ganz ohne Zeitdruck ansehen. Dafür gibt es – ähnlich wie in anderen bekannten Open-World-Rennspielen – überall kleine Missionen, welche man über ein Steuerkreuz-Menü aufrufen kann. Forza-Horizon-Fans sollte diese Spielmechanik bekannt vorkommen.

Bekannte Spielmechaniken leicht modernisiert

Die Kernmechaniken wurden dagegen nur leicht angepasst: Im Grunde geht es immer noch darum, Passagiere von A nach B zu bringen, und zwar möglichst schnell und ohne größere Zwischenfälle. Für riskante Manöver gibt es Trinkgeld und ein begeistertes Quietschen der Fahrgäste.

Dazu kommen einzelne Liefermissionen. So wollen etwa 50 Pizzen in der Stadt verteilt werden – welche schnell aus dem Taxi fliegen, wenn man mit Vollgas irgendwo gegenrempelt. Das fühlt sich alles genauso spaßig an wie vor über 25 Jahren. Das Timing der einzelnen Spezialaktionen ist etwas verändert und vereinfacht worden. Auch das Fahrgefühl wurde leicht verändert, sodass Neulinge einen etwas leichteren Zugang haben dürften.

Dazu kommt ein Boost, welcher mit verrückten Aktionen aufgefüllt und dann eingesetzt werden kann, um noch mal ein, zwei Sekunden herauszuholen. Der Crazy Stop ist ebenfalls zurück, diesmal in einer Mission, welche zum Vibe des Spiels passt. Denn ein Mann im Flughörnchen-Kostüm möchte eben dieses unbedingt mal ausprobieren, was uns die Chance für einen ganz besonderen Highscore gibt – sofern nicht ein Haus ungünstig in der Flugbahn steht.

Die Musik macht Laune

Dazu kommt die klassische Musik mit energiegeladenem Punkrock und Skate-Punk der Bands The Offspring und Bad Religion. Bestätigt wurden etwa „All I Want“,  „Change the World“ und weitere.

Dazu wurden weitere Klassiker angekündigt, welche vielleicht schon zum Netzwerktest in wenigen Tagen zu hören sind. Die bekannte Punkmusik startet, sobald eine Mission beginnt, und bringt uns so in die richtige Stimmung, um möglichst rücksichtslos, aber trotzdem halbwegs sicher durch das virtuelle Deutschland zu rasen.

Grafisch verbesserungswürdig

So viel Spaß das Spiel auch macht, so verbesserungsbedürftig ist auch die Grafik. Aktuell wirkt das Spiel etwa so, als hätte man nur eine PlayStation 4 Pro zur Hand gehabt und versucht, mit einem übermäßigen Einsatz von Unschärfe-Effekten die Schwächen zu kaschieren – auch in der Framerate, welche aktuell nicht immer stabil bleibt. Der Realismus-Comic-Stil-Mix passt dagegen zum Spiel. Die Unreal Engine im Hintergrund ist jedoch kaum zu übersehen.

Dazu kommt die Kontroverse um den GenAI-Einsatz bei Details – wir sind dran vorbeigerast, aber andere Tester wollen typische GenAI-Fehler bei den Plakaten erkannt haben. Den Autor des Textes schockt das als Mobile-Spieletester nicht mehr – dennoch ist es erwähnenswert, dass Crazy Taxi: World Tour ein größerer Titel eines bekannten, etablierten Entwicklers und Publishers ist, welcher offen sichtbar generative KI einsetzen wird.

Die Arcade-Formel funktioniert auch heute

Crazy Taxi: World Tour setzt klar auf Dreamcast-Nostalgie, erweitert das Setting aber und nutzt eine offene Welt mit optionalen Nebenmissionen. Die klassische Arcade-Formel funktioniert nach wie vor, wird aber leicht angepasst, um Neulinge nicht abzuschrecken. Die Modernisierung mit mehreren größeren Städten ist gelungen.

Positiv hervorzuheben ist das Fahrgefühl, das zwar vereinfacht wurde, aber immer noch relativ originalgetreu bleibt. Auch der bekannte, lizenzierte und energiegeladene Punkrock und Skate-Punk der Bands The Offspring und Bad Religion aus dem Original sind wieder dabei, was Fans des Originals freuen dürfte.

Negativ sind die aktuell noch durchwachsene Grafik mit vielen Unschärfe-Effekten, GenAI-Einsatz und die nicht immer stabile Framerate. Trotzdem: Das Spiel macht Spaß und das Spiel- und Fahrgefühl ist nah genug am Original, dass wir uns auf künftige Inhalte freuen – etwa den Multiplayer-Closed-Network-Test, welcher am diesem Wochenende läuft.

Bildmaterial: Crazy Taxi: World Tour, SEGA

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