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Im Test! Orbitals ist das Koop-Erlebnis des Jahres

Titel Orbitals
Japan 3. September 2026
Kepler Interactive
Nordamerika 3. September 2026
Kepler Interactive
Europa 3. September 2026
Kepler Interactive
System Nintendo Switch 2
Getestet für Nintendo Switch 2
Versionsnummer 1.1.0.0-166471
Entwickler Shapefarm
Genres Puzzle-Adventure, Koop-Spiel
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Deutschland Nordamerika Japan

Bereits im Juli konnte uns Orbitals beim Anspiel-Event begeistern. Uns war ein kurzer Einblick vergönnt, der vor allem auf optischer Seite begeisterte und Nostalgie zu alten Anime-Serien aufkommen ließ. D

as exklusiv für Switch 2 erscheinende Koop-Erlebnis von Kepler Interactive und Shapefarm lädt endlich dynamische Duos weltweit zu einem Abenteuer ein. Wir haben uns die Vollversion noch einmal vorgeknöpft und geprüft, ob es über den ersten Eindruck hinaus weiterhin begeistern kann. Was dabei herauskam, erfahrt ihr hier im Test.

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Eine galaktische Heldengeschichte

Gleich zu Beginn sind wir mitten im Geschehen. Wo auch immer wir sind, es geht drunter und drüber. Erschütterungen und Explosionen lassen vermuten, dass wir gerade in einer heiklen Situation stecken. Ein Mann namens Togen steckt die beiden Protagonisten Maki und Omura, in deren Rollen wir schlüpfen, in eine mysteriöse Vorrichtung.

Wie sich herausstellt, handelt es sich dabei um I.M., Maschinen, die das Bewusstsein von Personen speichern. Über ein weiteres Gerät können die Körper beliebig oft wiederhergestellt werden, solange das Bewusstsein im I.M. unbeschädigt bleibt. Eine clevere Erklärung für die zahlreichen Tode, die wir zukünftig noch sterben werden!

Fünfzehn Jahre später ist aus Maki eine chaotische Mechanikerin und aus Omura ein besonnener Kartograph geworden. Gemeinsam brechen die beiden mit ihrem Raumschiff auf, um im All nach wertvollen Ressourcen zu suchen. Sie wollen zu Helden werden, die alle in der Raumstation schützen, die den schweren kosmischen Sturm damals überlebt haben. Und dabei bleibt ihnen nicht viel Zeit, denn die nächste Bedrohung scheint schon unmittelbar bevorzustehen.

Omura und Maki wollen zu Helden werden.

Detailverliebtheit over 9000

»Bereits nach den ersten Schritten zeigt sich der hohe Grad an Detailverliebtheit.«

Der Übergang von Zwischensequenzen zu Gameplay ist so fließend, dass wir erst einmal ein paar Sekunden brauchen, um uns aufs Spielen einzustellen. Eben haben wir noch einen traditionell handgezeichneten Anime im klassischen 80er-Jahre-Look geschaut und schon dürfen wir selbst erkunden. Bereits nach den ersten Schritten zeigt sich der hohe Grad an Detailverliebtheit.

Obwohl die Spielumgebung aus 3D-Modellen besteht, fühlt sich das gesamte Spiel handgezeichnet an. Das liegt vor allem an den cleveren Methoden, durch die ein echtes Retrofeeling entsteht. Die Charaktere bewegen sich mit zwölf bis vierundzwanzig Bildern die Sekunde, genau wie es bei alten Animationen der Fall war. Dazu kommen noch optische Effekte wie pastellige Farben, Körnungsfilter und chromatische Aberrationen, also leichte farbliche Verzerrungen, die alte Röhrenfernseher simulieren.

Aber nicht nur die Grafik haut uns bei Orbitals vom Hocker. Die Spielwelt strotzt nur so vor Leben. Überall wuseln Personen und Tiere herum und gehen ihrem Tagwerk nach. An jeder Ecke gibt es für uns kleinere Interaktionen wie Katze streicheln, Geräte begutachten oder auf einem Sofa lümmeln, die zum Erkunden und genauen Betrachten der Umgebung einladen.

Auch die ein oder andere Anspielung auf bekannte Serien und Spiele darf nicht fehlen. Im Laufe des Spiels wird auch unser Raumschiff immer belebter und die zahlreichen freischaltbaren Minispiele sind willkommene Verschnaufpausen zwischen den einzelnen Episoden.

Ein gutes Spieltempo

Orbitals ist nämlich wie ein Anime in mundgerechte Häppchen aufgeteilt, wobei jede Episode einem Abenteuer mit einer neuen Umgebung entspricht. Mal erkunden wir Asteroidenfelder, dann verschlägt es uns in eine Mine oder in eine von Eis überzogene Station. Dabei haben wir unterschiedliche Werkzeuge wie Greifhaken, Wasserwerfer oder Laserkanone dabei, um die zahlreichen Rätseleinlagen zu lösen.

Im Schiff kann man mit den Werkzeugen allerlei Schabernack treiben.

Die Steuerung beschränkt sich dabei auf wenige Tasten und durch den Splitscreen können wir jederzeit sehen, was die jeweils andere Person gerade macht, ohne unser eigenes Sichtfeld beim Erkunden einzuschränken oder räumlich aneinander gebunden zu sein. Allerdings gibt es auch nicht viel Spielraum sich voneinander zu entfernen, da die Level sehr linear aufgebaut sind.

Dies fällt allerdings nicht negativ ins Gewicht, da die Aufgabendichte sehr hoch ist. Gelegentlich wird der Weg auch durch Perspektivwechsel aufgelockert, bei denen wir unter anderem von einer 3D-Umgebung zu einer 2D-Sidescroller-Perspektive wechseln.

Eine Person schießt, die andere steuert das Schiff.

Zusätzlich gibt es noch die Raumschiffpassagen, bei denen wir durchs All fliegen und auf Hindernisse und Geschütze schießen. In diesen Momenten wird die Einschränkung beim Erkunden wesentlich deutlicher. Allgemein sind die Raumschiffabschnitte schwächer als die einzelnen Level am Boden. Das Schießen fühlt sich nicht sehr genau an, beziehungsweise ist die Treffertoleranz sehr niedrig. Vor allem, weil die andere Person parallel das Raumschiff steuert und durch Ausweichmanöver das Zielen erschwert. Auch fehlt uns dieser gewisse Wumms hinter den Angriffen.

Kreative Knobelaufgaben

»Manche Stellen sind wirklich knifflig, denn gutes Timing und Absprache sind entscheidend.«

Als langjährige Fans von Zelda und Professor Layton kommen wir meist recht schnell auf die Lösung der Rätsel. Wer nicht so rätselversiert ist, könnte etwas länger brauchen. Bis auf eine Stelle fanden wir die Rätsel aber immer sehr gut konzipiert, nach kurzem Herumprobieren war eigentlich immer klar, was zu tun ist.

Bei der Umsetzung sieht es dann schon etwas anders aus. Manche Stellen sind wirklich knifflig, denn gutes Timing und Absprache sind entscheidend. So leiten wir beispielsweise den jeweils anderen mit dem Wasserwerfer durch Gänge voller Lava oder aktivieren mit dem Laser Plattformen, damit die andere Person über Abgründe springen kann.

Auch wenn wir teils mehrere Anläufe brauchen, kommt niemals Frust auf. Denn jedes Rätsel hat gut platzierte, unsichtbare Checkpoints, durch die wir schnell wieder einsteigen können. So sind auch längere Rätseleinlagen gut machbar. Leider gibt es keine Möglichkeit manuell zu speichern, falls man spontan einmal unterbrechen möchte oder muss. Das Spiel speichert bei größeren Meilensteinen oder am Ende einer Episode immer automatisch. Beim lokalen Spiel fällt dies weniger ins Gewicht, nur beim Online-Koop oder über Gameshare sollte man sich entsprechend Zeit einteilen.

Freunde gesucht

Hier liegt auch die Krux des Spiels: Orbitals bietet bewusst keinen Solomodus an, das Spiel ist explizit für zwei Spieler konzipiert worden. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass die Entwickler das nostalgische Gefühl replizieren wollten, als Kind gemeinsam mit Freunden eine Serie geschaut oder nebeneinander ein Spiel erlebt zu haben. Um das gemeinsame Spielen zu ermöglichen, stehen einige Optionen zur Verfügung. An sich braucht nur eine Person die Vollversion.

Das Spiel ist voll mit beeindruckenden Momenten.

Im lokalen Koop wird gemeinsam an einem Gerät gespielt. Über Gameshare kann lokal oder online mitgespielt werden, hierbei wird die Vollversion auf das Gerät der mitspielenden Person gestreamt. Das funktioniert sowohl mit der originalen Switch als auch mit der Switch 2.

Zu guter Letzt gibt es online auch noch die Option über die Freunde-Pass-App zu spielen. Diese Version ist exklusiv für Switch 2 und funktioniert wie Gameshare, enthält aber den zusätzlichen Bonus einer Demoversion. Bis auf geringfügig längere Ladezeiten spielt sich Orbitals in allen Varianten gleich gut und läuft durchweg flüssig.

Da wird gerne hingehört

An dieser Stelle wollen wir noch auf die grandiose Vertonung von Orbitals eingehen. Für jede der acht verfügbaren Sprachen gibt es auch eine vollständige Vertonung. Für euch haben wir in die japanische, englische und deutsche Synchronfassung reingehört. Dabei ist uns die durchweg hohe Qualität aufgefallen. Darunter sind hochkarätige Sprecher und Sprecherinnen aus der Branche, die ihr vermutlich bereits aus Anime oder Spielen kennt.

Im Japanischen wäre das beispielsweise Ryota Osaka als Omura, der zuletzt Elliot aus The Adventures of Elliot: The Millennium Tales oder Gyutaro aus Demon Slayer gesprochen hat. Im Englischen könnt ihr Rebecca Wang als Maki hören, die unter anderem Mary aus Trails in the Sky 1st Chapter oder Carina aus Fire Emblem Shadows ihre Stimme lieh. Oder auch Stephen Fu als Togen, der die englische Stimme von Doma aus Demon Slayer oder dem männlichen Spielercharakter aus Code Vein II ist.

Deutsche Fans können sich über Franciska Friede als Maki freuen, die unter anderem auch Killjoy in Valorant oder Irelia aus League of Legends gesprochen hat. Tim Knauer als Omura ist auch für seine Sprechrollen als Loid Forger aus Spy x Family, Tengen Uzui aus Demon Slayer und Benimaru aus Fire Force bekannt. Vincent Fallow als Togen dürfte den meisten als Clive Rosfield aus Final Fantasy XVI oder als Twice aus My Hero Academia begegnet sein. Durchweg hervorragende Besetzungen, die den Charakteren viel Leben und Persönlichkeit einhauchen.

Macht echt Laune und Lust auf mehr

Orbitals war von Anfang bis Ende ein wahres Fest für die Sinne. Die Optik hat mich komplett vom Hocker gehauen, kein Animespiel, das ich bisher gespielt habe, konnte einen solchen Grad an überzeugendem 2D-Look erreichen. Es fühlt sich durchgängig so an, als wäre man mitten in einer alten Serie. Die erstklassige Synchronisation und die vielen charmanten Interaktionen hauchen dem Spiel Leben ein.

Ich habe tatsächlich nichts an dem Spiel auszusetzen, außer dass mir die Spielzeit mit etwas über acht Stunden viel zu kurz vorkam. Ich hätte locker noch doppelt so viel Zeit in diesem Universum verbringen können und hoffe sehr, dass wir zukünftig noch mehr Abenteuer von Maki und Omura erleben dürfen. Hier gibt es eine ganz klare Kaufempfehlung meinerseits, dieses Spiel ist ein wahres Erlebnis!

 

Story

Als Maki und Omura erkunden wir Gebiete im Weltall, um etwas zu finden, das unsere Heimat vor dem Untergang bewahren kann.

Gameplay

Lineare Level mit cleveren Koop-Rätseln, gelegentlichen Raumschiffpassagen und Bosskämpfen.

Grafik

Pastellige, verwaschene Farben und geschickter Einsatz von limitierten Bildraten und Filtern sorgen für einen einzigartigen Look im Stile der 80er-Jahre-Anime.

Sound

Sehr retro mit vielen spacigen Soundeffekten und einer hochwertigen Synchronisation in verschiedenen Sprachen.

Sonstiges

Nur eine Person braucht die Vollversion, die andere spielt lokal oder online dank Gameshare und Freunde-Pass kostenlos mit.

Bildmaterial: Orbitals, Kepler Interactive, Shapefarm

3 Kommentare

  1. Danke für den Test. Freut mich das es so gut ankommt. Ich habe das Spiel auch schon vorgestellt und kann es kaum erwarten zu spielen.

  2. Danke für euren Test! Das klingt richtig gut! 😊

    Mir gefällt der Anime-Stil auch sehr – gerade der traditionell handgezeichnete Look im klassischen 80er-Jahre-Stil spricht mich total an. Dass der Übergang von den Zwischensequenzen ins Gameplay so fließend ist und die Spielumgebung trotz der 3D-Modelle wie handgezeichnet wirkt, finde ich besonders gelungen.

    Auch das Koop-Konzept gefällt mir. Die Steuerung mit wenigen Tasten klingt angenehm zugänglich und durch den Splitscreen kann man jederzeit sehen, was die andere Person gerade macht. Das erinnert mich schon ein bisschen an It Takes Two.

    Acht Stunden Spielzeit für ein Koop Game wie ich finde ausreichend, gerade wenn die Qualität durchgehend so hoch ist. Vorbestellt ist es schon. 😊

  3. Buhuuuu ich will eine Switch 2. ;(

    Oookay. Dann mache ich, was ich in solchen Fällen immer tue: Ich schaue ich mal, ob ich irgendwo in den Soundtrack reinhören kann.

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