| Titel | Rhythm Paradise Groove |
| 2. Juli 2026 | |
| Nintendo | |
| 2. Juli 2026 | |
| Nintendo | |
| 2. Juli 2026 | |
| Nintendo | |
| System | Nintendo Switch |
| Getestet für | Nintendo Switch |
| Entwickler | Nintendo |
| Genres | Rhythmusspiel |
| Texte |
|
| Vertonung |
Nach einem Jahrzehnt Pause liefert Nintendo mit Rhythm Paradise Groove endlich den neuesten Teil der Rhythm-Paradise-Serie für die Nintendo Switch – kompatibel auch mit der Nintendo Switch 2.
Seit 2006 begeistert die Rhythmus-Minispiele-Sammlung Fans auf der ganzen Welt – in Japan ging es auf dem Game Boy Advance los und mit einer Arcade-Umsetzung weiter, im Westen startete die Serie auf dem Nintendo DS und fand auch auf der Wii mit ihrem simplen, aber charmanten Gameplay viele Fans.
Die beiden Konsolen waren auch ideal für eine Casual-Zielgruppe, die man mit kleinen, kreativen Spielen einfach abholen konnte. Man könnte auch sagen, die Rhythm-Paradise-Spiele trafen damals den Zeitgeist zwischen Wii Sports und Osu!.
Nach dem 3DS-Teil gab es nun eine längere kreative Pause, bevor es die Reihe nun endlich mit einiger Verzögerung ins HD-Zeitalter schafft. Wir waren daher gespannt, wie sich der neueste Ableger spielen wird, nachdem Nintendo den Titel in der letzten Direct stark in den Fokus gerückt hatte, indem sie diese mit Rhythm Paradise Groove eröffneten. Beep.
Retro-Fans fühlen sich sofort zu Hause
Der Einstieg wirkt für Fans der Reihe besonders vertraut – die Minispiele wählt man klassisch in einem simpel gehaltenen Menü, das an die früheren Rhythm-Paradise-Titel erinnert, eins nach dem anderen aus. Vielleicht ist das sogar ein Vorteil: Die Storyline mit einem nicht unbedingt beliebten Sidekick war nicht gerade die Stärke des Vorgängers auf dem 3DS.
Ganz klassisch gibt es nach vier Minispielen einen Remix, der von einem vollständigen Song geführt wird. Die Minispiele mit der simplen Meistens-2-Knopf-Steuerung sind dabei so simpel und verrückt wie immer – und auch auf die Grafik trifft „so simpel wie immer“ zu.
Ein einheitlicher Stil fehlt
Einige Minispiele wurden dabei ordentlich aufgehübscht. Mehrere davon sehen in HD wirklich gut aus, mit hübschen, handgezeichneten Hintergründen und interessanten Animationen. Die eingängigen Melodien und eigens produzierten Songs sind auch wieder am Start.
Leider ergibt die Aufwertung einiger Minispiele am Ende einen echten Stilbruch – insbesondere die Minispiele, die sich am DS-Teil orientieren, fallen negativ auf. Auch andere Stellen des Spiels sind inkonsistent: Manchmal sind hübsche Effekte zu sehen, andere Male gibt es 8-Bit-Grafiken oder extrem simple Charakterzeichnungen, die sich nicht gut ins Gesamtspiel einfügen.
Der wiederholte Stilbruch und die schwankende Qualität lassen nicht so einfach „in den Flow“ kommen, wie es in den früheren Spielen der Rhythm-Paradise-Reihe der Fall war. Die Qualität der einzelnen Minispiele passt zwar – vereinzelte Ausnahmen bestätigen die Regel – aber gemeinsam harmonieren sie nur selten.
Die wenigen größeren Neuerungen sind etwas durchwachsen. Ein neues Minispiel mit drei Knöpfen hat gleichzeitig einen herausfordernden, wechselnden Takt und dürfte daher mit zu den schwersten der Serie gehören. Das Text-Vorlesen per Voice Synthesizer („Stimmlinchen“) ist tendenziell störend und ohne echten Charme, die Beatspell-Kämpfe im RPG-Stil zwar nett und eine willkommene Abwechslung, aber leicht hektisch.
Viel Mittelmaß mit genialen Momenten
Dabei hat das Spiel wirklich mehrere starke Abschnitte. Das „Scheibenfangen“ mit dem Hund direkt zu Beginn ist kreativ und herausfordernd, ebenso die Fütterungszeit des Dinos. Abschnitt 3 ist voller kreativer Minispiele, die stilistisch dazu noch recht einheitlich sind. Leider zeigen Abschnitt 2 und 4 alle angesprochenen Negativpunkte. Ab Abschnitt 6 pendelt sich die Qualität langsam ein. Hier gibt es erneut einzelne kreative Highlights, die zeigen, warum die Rhythm-Paradise-Reihe so beliebt wurde.
Gut, aber nicht mehr herausragend
Für Neulinge ist Rhythm Paradise Groove zu empfehlen. Die kreativen Minispiele machen Spaß und sind herausfordernd – mit den oben genannten Einschränkungen bei der Konsistenz der Minispiele. Fans der Retro-Versionen auf Nintendo DS und Wii werden sich ebenfalls schnell zu Hause fühlen, allerdings hebt sich Rhythm Paradise Groove nicht so deutlich von den alten Versionen ab, wie man es nach 15 Jahren erwarten würde. Auch die Neuerungen sind für Veteranen gewöhnungsbedürftig und greifen nicht immer nahtlos ins gewohnte Spielerlebnis.
Rhythm Paradise Groove befindet sich in einer schwierigen Position: Die Konkurrenz im hochqualitativen Indie-Rhythmusspiele-Bereich ist inzwischen ziemlich stark, auch viele andere Spiele binden immer wieder Rhythmus-Minispiele in hoher Qualität ein – manchmal als Bonus-Stages, manchmal als Eventinhalt. Aus dieser kreativen Masse an Spielen kann Rhythm Paradise Groove im Jahr 2026 nicht mehr so einfach herausstechen, wie es früher der Fall war.
Dennoch: Wer sich von den Trailern und der Demo angesprochen fühlt, sollte durchaus mal einen Blick ins Spiel riskieren – der moderate Preis von 40 Euro ist angemessen. Denn gut ist das Spiel ohne Frage – nur keine uneingeschränkte Empfehlung. Abseits der altbekannten Pfade ist Rhythm Paradise Groove etwas mutlos und inkonsistent. Das ist schade, da die Reihe in ihren besten Zeiten ein kreativer und mutiger Lichtblick im Genre der Rhythmusspiele war, das sich seinerzeit mit dem nächsten jährlichen Ableger von Guitar Hero und Singstar in eine Sackgasse manövrierte.
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Sonstiges: Bildmaterial: Rhythm Paradise Groove, Nintendo

0 Kommentare