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Im Test! Death Stranding 2 für PCs ist ein fantastischer Port mit dickem Preisschild

Titel Death Stranding 2: On the Beach
Japan 19. März 2026
PlayStation Publishing LLC
Nordamerika 19. März 2026
PlayStation Publishing LLC
Europa 19. März 2026
PlayStation Publishing LLC
System PlayStation 5, PC
Getestet für PC (Steam)
Entwickler Kojima Productions, Nixxes
Genres Action-Adventure
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Deutschland Nordamerika Japan

Ich muss gestehen, dass Death Stranding nicht mein Spiel war. Womöglich hatte ich nach dem wirklich starken und durchdachten Gameplay des letzten Metal Gear Solid unter der Führung von Hideo Kojima einfach etwas anderes erwartet. Die meditative Reise über menschliche Verbindung hatte durchaus ihre Höhen, aber auch viel zu lange Talfahrten.

Meine Erwartungen für das Sequel waren also nicht sehr hoch. Da dieser Teil nun, wie nicht anders zu erwarten war, ebenfalls auf der beliebtesten Plattform der Welt erscheint, gibt es keinen besseren Zeitpunkt für mich, herauszufinden, ob Kojima seine Formel konsequent weiterentwickelt hat. Und natürlich, ob das Team von Kojima Productions das nötige Know-how besitzt, um dem Spiel eine ordentliche Optimierung auf PCs zu spendieren. Dank des Review-Musters von PlayStation gibt es nun die Antworten darauf.

Not so dead

Ähnlich wie der Vorgänger beginnt auch Death Stranding 2 mit einer Wanderung, untermalt von Kojimas persönlicher Spotify-Playlist. Das ist ein effektiver Anfang, um sowohl Ton als auch Stil der Geschichte und des Gameplays einzuführen.

Doch lange hält die Idylle nicht an. Nachdem der erste Teil genutzt wurde, um die Beziehung zwischen Sam Porter Bridges und seinem BB Lou aufzubauen und zu vertiefen, wird eben diese Verbindung zu Beginn zerrissen. Das ist einer der emotionalen Höhepunkte, von dem sich Spieler und Sam erholen müssen. Und ähnlich wie in der echten Welt geht das nicht ohne Verdrängung, Depression und den Sturz in die Arbeit.

Zusammen mit alten und neuen Freunden (von Kojima) zieht es Sam nach Mexiko und Australien. Dort muss er wieder wichtige Knotenpunkte mit dem chiralen Netzwerk verbinden. Dabei werden ihm jedoch mehrmals Steine in den Weg gelegt. Wer ist der Geldgeber dieser Mission? Wieso kann man sich von Mexiko nach Australien teleportieren? Was ist das Nirvana?

Erneut ist das Thema Verbindungen. Aber dieses Mal geht es mehr darum, welche Konsequenzen diese haben und wie sie einem mehr schaden als helfen können.

Evolution

Es handelt sich also tatsächlich um eine konsequente Entwicklung der Erzählung aus dem ersten Teil. Thematisch bleibt der Kern erhalten, aber die Sichtweise ändert sich. Sehr clever. Das führt trotz des üblichen Kojima-Nonsens zu einer runderen Geschichte mit besserem Pacing und am Ende zu einem epischen Finale, das alleine die Reise schon wert ist.

Getragen wird diese emotionale Reise von den starken Performances der Schauspieler. Allen voran Troy Baker, der als Higgs absolut jedem die Show stiehlt und mit seinem puren Charisma alle seine Szenen dominiert. Jedes Mal, wenn dieser Charakter auf dem Bildschirm erscheint, wird jede langgezogene Talfahrt sofort vergessen. Was für eine starke Performance. Auch dafür allein lohnt sich das Spiel. Obwohl die anderen Charaktere hier teils weit abfallen, sind sie dennoch interessanter als beim Vorgänger, obwohl Cliff Unger sehnlichst vermisst wird.

Leider versteht der gute Kojima-san weiterhin nicht, wie sich normale Menschen unterhalten. Anstatt normale Konversationen zu führen, ergießt sich praktisch nur schwallartige Exposition aus dem Mund der Charaktere. Je besser die Technik und somit die Optik wird, desto negativer fällt das auf. Auch die typischen Logik-Lücken sind natürlich mit von der Partie. Hier wird Logik gegen Coolness eingetauscht, aber anderes hätte man vom Schöpfer von Metal Gear Solid nicht erwartet.

Wer sich also durch die Exposition und das mal wieder sehr passive Gameplay kämpfen kann, wird dafür mit einer interessanten und verrückten Geschichte belohnt, die eine sinnvolle Entwicklung zum Original darstellt.

Alphabet

Warum bin ich länger als nötig auf der Geschichte herumgeritten? Weil sich zum Vorgänger in Sachen Gameplay nicht allzu viel getan hat. Den Großteil der Zeit wird man weiterhin damit verbringen, von A nach B zu kommen und dabei sein Gepäck zu managen.

Wer diesem System beim Vorgänger gar nichts abgewinnen konnte, der wird hier nicht glücklich werden. Diejenigen, die sich zumindest etwas mehr Abwechslung erhofft hatten, werden jedoch belohnt. Es gibt mehr und dynamischere Auseinandersetzungen mit den verschiedensten Feinden sowie abwechslungsreichere Methoden der Fortbewegung und vielfältigere Nebenmissionen. Hier also auch mehr Entwicklung statt Evolution.

Selbiges gilt für die Optik, die beim ersten Teil schon begeistern konnte. Was Kojima Productions mit der Decima-Engine aus dem Hause Guerrilla Games auf den Bildschirm zaubert, ist wahrlich brachial. Sowohl Charaktere als auch Umgebungen kommen immer näher an die Realität heran und das sorgt für wesentlich mehr Emotionen und Gänsehaut während der Zwischensequenzen und des Gameplays. Selten war eine triste Einöde so schön wie bei Death Stranding 2. Und jetzt, auf dem PC, wird noch einmal eine Schippe draufgelegt.

Ultra

Mit den gängigsten Methoden der Frame-Generation ist ein unglaublich flüssiges Spielerlebnis bei einer Auflösung von 4K möglich. Zudem gibt es Super-Ultrawide-Support. Diese technischen Details richten sich natürlich an Spieler mit einem entsprechenden Setup von starkem Rechner und gigantischem Bildschirm. Teuer, aber mehr Immersion geht nicht. Besonders mit einem entsprechenden Monitor wird klar, dass so schöne Umgebungen vielleicht noch nie auf den Bildschirm gezaubert wurden. Dabei hilft auch die Tatsache, dass man auch auf PCs nicht auf die vielen Funktionen des DualSense verzichten muss. Immersion pur.

Und halleluja: Die zweifelsohne talentierten Entwickler von Kojima Productions und Nixxes haben ein extra Preset für tragbare PCs wie Steam Deck programmiert. Was sagt uns das? Hier hat sich jemand extra die Mühe gemacht, für schwache PCs eine ordentliche Performance zu garantieren. Diesen Schritt gehen nicht mehr so viele Entwickler, vor allem nicht, wenn sie aus dem fernen Osten kommen. Viel mehr kann man von einem „einfachen“ PC-Port nicht erwarten.

Doch leider sind nicht alle tragbaren PCs gleich. Das Steam Deck muss zum Beispiel selbst bei der passenden Einstellung viel zu hart mit dem Spiel kämpfen und ohne Frame-Generation kratzt es allenfalls an den 30 FPS. So kann ich das Sequel leider nicht auf Valves Handheld empfehlen. Death Stranding 2 lebt von seiner Optik und das kann der kleine Rechner eben nicht leisten.

Entwicklung statt Revolution

Wie fällt nun mein Fazit zu Death Stranding 2 aus, nachdem mir der erste Teil nicht so zugesagt hat? Überraschend positiv. Das Spiel ist im Kern identisch, weist jedoch sowohl spielerisch als auch erzählerisch eine deutliche Entwicklung auf.

Die Erzählung ist spannender, interessanter und mit einem etwas besseren Fluss. Das Gameplay ist ein wenig abwechslungsreicher. Die Welt und Charaktere sind dazu noch deutlich hübscher. Trotz der weiterhin katastrophalen „Dialogen“, den ein oder anderen Logik-Lücken und dem languiden Gameplay hatte ich viel Spaß mit diesem Spiel, was nicht wenig an der fantastischen Portierung für PCs liegt.

Ein optisch so beeindruckendes Spiel auch auf mehr oder weniger schwachen PCs zum Laufen zu bringen, wird alles andere als einfach gewesen sein. Aber die Entwickler haben diese Aufgabe gut gemeistert. Dennoch erscheint mir ein Preisschild von 79,99 Euro für die Portierung eines Spieles, welches auf PlayStation schon weit unter die 30-Euro-Marke gefallen ist etwas überzogen.

Story

Typisch Kojima. Thematisch dem Erstling treu, aber aus einer anderen Perspektive. Spannend und emotional mit einem überragenden Troy Baker als Higgs. Nur bitte bessere Dialoge nächstes Mal.

Gameplay

Auch hier eine Weiterentwicklung mit mehr Dynamik und Abwechslung, aber in den Grundzügen identisch. Somit oft passiv, languid und repetitiv.

Grafik

DAtemberaubende Optik mit tollen Charaktermodellen und Umgebungen. Als Höhepunkt zählen die dichten und realistischen Effekte, die nochmal besser aussehen als auf PlayStation 5.

Sound

Überzeugende Performances von allen Mitwirkenden, obwohl die talentierten Schauspieler merklich mit den Dialogen zu kämpfen haben. Troy Baker stiehlt aber jedem die Show. Wieder guter Einsatz von Musik.

Sonstiges

Absolut überzeugende Portierung mit allen nötigen Extras und einer guten Optimierung für schwache Setups.

Bildmaterial: Death Stranding 2: On the Beach, Sony Interactive Entertainment, Kojima Productions

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