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Angespielt! Aniimo könnte vom Hype- zum Hit-Kandidat in diesem Jahr werden

Schon der erste Trailer zu Aniimo sah dynamisch, actionreich und vielversprechend aus. Die offizielle Webseite zeigte einen modernen, verspielten Stil und die kleinen Monster rund um Emberpup wirkten zum Teil verboten kuschelig und niedlich.

Doch für das Mobile-Studio dahinter ist es das erste Projekt in dieser Größe. Daher war ich besonders gespannt auf mein erstes Hands-on mit dem Spiel. Von einem Überraschungshit bis zu einem spielerischen Reinfall war alles im Bereich des Möglichen. Tendenz bisher: Überraschungshit!

Bereits das Tutorial lässt staunen

Die Wahl der Technik überrascht, denn für das Spiel kommt die moderne Unreal Engine 5 zum Einsatz. Normalerweise sehen wir diese eher bei großen Konsolentiteln mit einem Fokus auf einen realistischeren, dunkleren Stil. Sehr selten wird sie bei stark stilisierten Spielen, die auch eine Handyversion bekommen, eingesetzt. Infinity Nikki ist hier eine Ausnahme der Regel, und an dieses Spiel fühle ich mich auch nicht nur grafisch und technisch immer wieder erinnert.

Helle, knallige Farben, übertriebene Beleuchtung und topmoderne Patikel-, Belichtungs-, Fell- und Oberflächeneffekte sorgen direkt im Tutorial für Staunen. So gut kann eine vielseitige Fantasywelt mit sowohl kampflustigen als auch scheuen Monstern aussehen, wenn man es denn möchte.

Um es direkt zu sagen: Aniimo wirkt zum Teil wie ein Generationsunterschied gegenüber der traditionsreichen, technisch „steifen“ Konkurrenz, die auf -mon endet. Und auch das noch recht junge Palworld muss gegenüber Aniimo in vielen Punkten zurückstecken und sieht nicht annähernd so gut aus.

Stark geführte, narrative Erfahrung

Der Fokus von Aniimo liegt in den ersten Stunden in einer stark narrativ geprägten Erfahrung. Als Neuling in der fremden Welt nehmt ihr einen Promo-Fernsehspot in einer toll gestalteten Waldumgebung mit vielen unterschiedlichen Aniimo auf, doch dann geht überraschend alles schief und ihr landet in einer geheimnisvollen Höhle mit einer tödlichen Gefahr.

Dieser könnt ihr euch nur dank einer DNA-Digitatio… Entschuldigung, dank der Twining-Mechanik von Aniimo entkommen, durch die ihr die direkte Kontrolle über euer Aniimo übernehmt. Hier kommen wir auch schon zum zweiten Hauptunterschied zur Konkurrenz: Während dort noch zum Teil rundenbasiert mit Angriffsbefehlen gearbeitet wird, verschmilzt man in Aniimo alle paar Minuten mit seinem Begleiter und erlebt die Welt durch dessen Augen, wodurch ein deutlich dynamischerer Spielfluss aufkommt.

Die mit Überraschungen gespickte Spielwelt aus der Perspektive der Aniimo

Ob morsche Ranken mit dem kleinen Feuerhund Emberpup entfernt werden, um eine alte Truhe freizugeben, das etwas zu gut genährte Flughörnchen Celestis in einer amüsanten, fast schon unbeholfenen Weise mühsam einen Pfeiler hochklettert, nur um dann erstaunlich elegant wieder Richtung Boden zu gleiten, ihr als „getwintes Aniimo“ plötzlich innerhalb der Story mit anderen Artgenossen kommunizieren könnt und so Nebenquests freischaltet oder mit einem Wassermonster elegant durch den Fluss gleitet und so eine kleine Weltmission a la Infinty Nikki und Mario Kart World erledigt – das Spiel steckt voller kleiner Überraschungen.

Hier möchte ich das Team hinter dem Spiel explizit loben: Während selbst große Hersteller den damit verbundenen Aufwand scheuen, zündet Aniimo eine Monster-Animation nach der nächsten, baut viele kleine Nebenmissionen ein und schafft es so, mich alle paar Minuten wieder zu überraschen. Die Spielerfahrung bleibt dadurch erstaunlich vielfältig und sorgt dafür, dass ich mit offenen Augen die Spielwelt erkunde, um nichts Interessantes zu verpassen.

Apropos wachsam sein: Es hilft generell, beim Suchen und Fangen von neuen Aniimo bereits aus der Distanz zu sehen, wie sich ein Monster verhält. Denn ein schlafendes Monster lässt sich wesentlich einfacher fangen als ein Monster mit gutem Gehör oder scharfer Sicht, das bereits merkt, dass aus der Ferne etwas auf es zukommt.

Wer die Umgebung nicht im Auge behält, wird auch überrascht sein, wenn er ein abgelenktes, fressendes Aniimo am Rande der Herde angreift, nur um dann am Ende von der ganzen Herde in die Flucht geschlagen zu werden. Hier hilft es dann, sich spontan mit einem flinken Aniimo zu twinen.

Spielerisch näher an Gacha-RPGs wie Infinity Nikki als an Pokémon

Insgesamt ist mein Eindruck von Aniimo durchweg positiv und ich bin begeistert, wie gut der moderne Ansatz der altbewährten Formel im F2P-Konzept funktioniert. Spielerisch würde ich Aniimo aber nicht allzu sehr mit Pokémon vergleichen wollen, dazu sind die Ansätze trotz der vielen kleinen Monster zu unterschiedlich.

Gerade die Kämpfe erinnern eher an Action-RPGs statt an die strategischen Kämpfe in Pokémon, die farbintensive Spielwelt und deren ständige Interaktionen und Mini-Missionen sowie dem Aniimo-Verkleidungswettbewerb erinnern stark an das Gacha-RPG Infinity Nikki.

Allgemein lag der Fokus in der Beta bislang weniger auf Kämpfen, Brüten und Züchten, stattdessen ging es mehr um die kindgerecht geschriebene Geschichte, die Erkundung der Umgebung und dem Entdecken von Geheimnissen in der Open-World.

Mit Aniimo könnte ein Überraschungshit im Anmarsch sein

Schon bei Palworld hatte Microsoft den richtigen Riecher, als sie mit Pocketpair eine „Konsolen-Zeitexklusivität“ für die Xbox aushandelten und die ersten Monate des Mega-Hypes exklusiv hatten. Nur: Aniimo macht bereits in der Beta einen besseren Eindruck als Palworld zum „Early Access“-Launch und ist dazu noch gratis.

Schon die Voraberfahrung macht Lust darauf, die gesamte Spielwelt zu erkunden, die vielen kleinen Rätsel und Nebenmissionen zu lösen und sich mit den über 100 Monstern zu twinen. Der Fokus des Spiels ist ganz klar die narrative Erfahrung und die Interaktion mit der Fantasy-Spielwelt. Das Kämpfen, Brüten und Züchten ist zwar vorhanden, steht aber nicht im Vordergrund.

Aniimo fühlt sich frisch, dynamisch und modern an und könnte deshalb gerade bei einer jüngeren Zielgruppe sehr gut ankommen – die Trailer-Aufrufzahlen von deutlich über 5 Millionen und der allgemeine Social-Media-Hype der letzten Tage zeigen, dass wir hier nicht nur mit einem kleinen Indie-Titel eines bislang unbekannten Studios zu tun haben. Da das Spiel Free-to-Play sein wird, kann ich jedoch Spielerinnen und Spielern in jedem Alter schon jetzt empfehlen, sich Aniimo zumindest für ein paar Stunden anzusehen.

 

Bildmaterial: Aniimo, Kingsglory, Pawpring Studio

1 Kommentar

  1. Kling erst mal interessant. Gerade, dass man mit seinem Aniimo verschmilzt und die Welt durch dessen Augen erlebt, ist ein interessanter Ansatz.

    Auch sonst schein es technisch ja Eingies her zumachen.

    Nur der F2P-Konzept und der Vergleich zum Gacha-RPG lässt mich wieder etwas zurückschrecken, denn das ist nicht so meins ^^"

    Vielleicht probiere ich es ja mal aus. Bisher hatte ich es nicht so auf dem Zettel.

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