| Titel | MIO: Memories in Orbit |
| 20. Januar 2026 | |
| Focus Entertainment | |
| 20. Januar 2026 | |
| Focus Entertainment | |
| 20. Januar 2026 | |
| Focus Entertainment | |
| System | Nintendo Switch 1/2, PlayStation 5, PC, Xbox Series X/S |
| Getestet für | Nintendo Switch 2 |
| Entwickler | Douze Dixièmes |
| Genres | Metroidvania, Plattformer |
| Texte |
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| Vertonung |
Die Kombination aus Metroidvania und Indie-Spiel taucht in der Videospielbranche sehr häufig auf. Um in dieser Masse herauszustechen, muss ein Spiel etwas Besonderes aufweisen oder einen besonderen Stil verfolgen. Mit MIO: Memories in Orbit versucht das Indie-Entwicklerstudio Douze Dixièmes, in dieser Masse aufzufallen. Der Stil lässt zumindest erahnen, dass mehr hinter dem Titel steckt. Doch wie sieht es mit dem Rest des Spiels aus?

Erinnerungen im Weltall
In MIO: Memories in Orbit schlüpft ihr in die Rolle des gleichnamigen Roboters Mio, der mit lückenhaften Datensätzen in Betrieb genommen wird. Zumindest scheint es so, denn das Spiel erklärt zu Beginn nur wenig darüber, was in dieser Welt eigentlich vor sich geht. Ohne große Anleitungen und Karte geht es Schritt für Schritt durch eine mechanische, aber scheinbar lebendige Welt, in der etwas vorgefallen zu sein scheint.
Schnell stellt sich heraus, dass wir uns auf dem Gefäß befinden. Dabei handelt es sich um ein riesiges technologisches Raumschiff, in dem nicht nur Maschinen im Grunde als Fauna leben, sondern ebenfalls eine eigenständige Flora. Die KI-Verwalter des Raumschiffs haben jedoch ihren Dienst eingestellt, sodass das Schiff ziellos durch die Gegend schwebt. Nun liegt es an euch, den seltsamen Vorkommnissen und den Geheimnissen auf dem Schiff auf den Grund zu gehen.
Entschleunigte Erkundung
Narrativ fokussiert sich MIO auf eine aus dem Kontext der Umwelt resultierende Erzählweise, anstatt euch mit vielen Erklärungen zu belangen. Wer dennoch mehr über die Gegebenheiten erfahren möchte, muss zwischen den Zeilen lesen. Die Geschichte entfaltet sich eher durch fragmentartige Erinnerungen, visuelle Hinweise und optionale Entdeckungen als durch langatmige Dialoge. Letztere sind nur in kleinen Zwischensequenzen vorhanden, die sogar auf Deutsch synchronisiert sind.

Dieser Ansatz ist vermutlich nicht für jeden geeignet. Wenn ihr zu den SpielerInnen gehört, die nach eindeutigen Antworten, Hinweisen oder Erklärungen suchen, könntet ihr euch an der einen oder anderen Stelle unbefriedigt fühlen. So kann es beispielsweise vorkommen, dass man vergisst, warum und wofür Mio sich auf einem Raumschiff befindet. Manchmal habe ich sogar vergessen, dass ich mich auf einem Raumschiff befinde. Allerdings liegt dies auch an der sehr authentischen Umwelt, die nicht unbedingt an ein Raumschiff erinnert.
Wer jedoch Spaß daran hat, Geschichten in einer entschleunigten Atmosphäre zusammenzusetzen, wird mit einer liebevoll gestalteten Welt belohnt. Die verstreuten Hinweise können den Erkundungsdrang durchaus anregen, sodass man so viele herumliegende Gegenstände wie möglich finden möchte, die einem eventuell mehr über diese Welt und Zustände des Raumschiffs verraten.
Klassisches Metroidvania
Beim Gameplay folgt MIO den klassischen Prinzipien eines Metroidvania, hat jedoch eigene Kniffe. Mit besonderem Fokus auf die Erkundung erlernt ihr im Laufe des Spiels neue Fähigkeiten, die es euch ermöglichen, in alte Bereiche zurückzukehren und weitere Geheimnisse aufzudecken. Mio spielt sich dabei angenehm flüssig, da sie eine hohe Luftbeweglichkeit besitzt. Das liegt unter anderem daran, dass bereits zu Beginn ein Doppelsprung vorhanden ist.
Zwar sorgt das für eine gute Mobilität, doch auch mit den späteren Upgrades, die euch unter anderem gleiten lassen oder das Klettern an Wänden erleichtern, fühlte sich Mio für mich immer etwas zu entschleunigt an. Besonders in hektischeren Plattformer-Passagen hatte ich das Gefühl, dass mir unterschiedliche Bewegungsoptionen zur Verfügung stehen, die sich flüssig miteinander kombinieren lassen. Dennoch gab es immer eine minimale Ungenauigkeit, die mich glauben ließ, Mio könnte sich eigentlich präziser durch enge Gänge, Stacheln oder Gegner steuern lassen.
Selbiges Problem hatte ich bei den Bosskämpfen, von denen es eine kleine Handvoll im Spiel gibt. Diese sind generell herausfordernd und auch wenn man mehrere Versuche benötigt, gut machbar. Nichtsdestotrotz hatte ich bei diesen Kämpfen das Gefühl, die Bossgegner könnten sich in ihren Animationen etwas genauer bewegen als Mio.

Grundsätzlich sorgt Mios hohe Luftbeweglichkeit für eine dynamische Komponente in den Kämpfen und in den Plattformer-Passagen, da gezielte Schläge unter anderem ihren Doppelsprung in der Luft reaktivieren. Die gefühlten entschleunigten Bewegungen von Mio machten es mir dennoch gerade zu Beginn des Spiels schwer, mich an ihre Bewegungen zu gewöhnen.
So sind im Gegensatz zu anderen Genrevertretern die Kämpfe ebenfalls eher bedächtig als hektisch und konzentrieren sich auf gute Positionierung und Timing der Angriffsmuster bei den Gegnern.
Mancher Weg ist lang
Bei diesen Kämpfen kann das Stecksystem helfen, mit dem weitere Fähigkeiten durch Module freigeschaltet werden können. So lässt sich der eigene Spielstil etwas individualisieren und etwa der Schlag verbessern, eine weitere Kombination aktivieren, Mio einen zusätzlichen Schutzschild verleihen oder ihre Heilungsgeschwindigkeit erhöhen.
Das einzige Problem dabei ist, dass die Module oftmals gut im Spiel versteckt sind. Je nachdem, wie stark der eigene Erkundungsdrang ausgeprägt ist, findet man lediglich eine Handvoll dieser Module. Diese reichen zwar für das normale Durchspielen aus, jedoch ist es teilweise schade, dass sie so gut versteckt sind. Beim Nexus sieht man dann immer so viele leere Slots, wenn diese angepasst werden.
Apropos Nexus! Das sind Checkpoints, die ihr im Laufe des Spiels findet und an denen ihr rasten könnt. Lasst euch gesagt sein: Manche dieser Checkpoints werdet ihr gerade zu Beginn öfter sehen. Wenn Mios Schutzpanzer durch herumschwirrende Gegner, anspruchsvolle Plattformer-Passagen oder Bossgegner komplett entleert ist, startet ihr wieder am Nexus. Leider sind die Wege zwischen dem Tod und dem Nexus ohne bereits freigeschaltete Abkürzungen sehr lang.

Das sorgt gerade zu Beginn für viele und ermüdende Laufwege. Zwar wird das im Laufe des Spiels besser, jedoch hätten dem Spiel mehr Checkpoints – gerade vor Bossgegnern – gutgetan, um die Wege zu verkürzen und dröge Laufwege zu reduzieren.
Wer stirbt, verliert … Perlmutt
Mit jedem Dahinscheiden müsst ihr nicht nur lange Wege in Kauf nehmen, sondern verliert all euer Perlmutt. Perlmutt dient auf dem Schiff als Währung, womit ihr euch beim Ladenbesitzer Mel nützliche Module oder Erweiterungen kaufen könnt. Allerdings wird das ein wenig verkompliziert, da bei einem Tod wirklich alles verloren geht. Zwar verfolgt das Spiel damit einen bestimmten Zweck, da mit dem Perlmutt ein Teich gefüllt wird. Das macht die ersten Spielstunden jedoch noch mühsamer.
Ihr müsst nicht nur die ermüdenden Laufwege hinnehmen, sondern ihr verliert auch das bis zu einem gewissen Punkt gesammelte Perlmutt. Das kann insoweit frustrierend sein, da der Eindruck in den ersten Spielstunden entsteht, kaum voranzukommen. Glücklicherweise findet man nach einiger Zeit Maschinen, die das Perlmutt verfestigen können, sodass es beim Tod nicht verloren geht.
Um dem Gefühl des Scheiterns entgegenzuwirken, verfügt MIO über einige Assistenzfunktionen, die das Erkunden erleichtern können. So gibt es den Modus „Erodierte Bosse“, der die maximale Gesundheit eines Bosses nach jedem fehlgeschlagenen Versuch leicht verringert. Zusätzlich kann der Pazifisten-Modus aktiviert werden, der Mio mit einer schützenden Aura umgibt, sodass Feinde sie nicht angreifen, bis sie zuschlägt.

Wer einen zusätzlichen Schild benötigt, der sich immer wieder auflädt, kann die Bodenheilung aktivieren. Diese Funktionen können an der einen oder anderen kniffligen Stelle oder beim Bosskampf wirklich nützlich sein, um den Frust zu reduzieren und das Spielgefühl angenehmer zu gestalten.
Ein malerischer Aquarell-Look
Ein besonderes Highlight des Spiels, das es aus der Masse herausstechen lässt, ist der Grafikstil. Die handgezeichneten Biome zeichnen sich durch einen malerischen Aquarell-Look aus und präsentieren das Raumschiff als einen lebendigen Organismus mit eigenem Ökosystem und individueller Architektur. Dabei strahlen einen nicht nur detaillierte mechanische Umgebungen an, sondern ebenfalls eine Eiswelt, blühende Pflanzen und stadtähnliche Strukturen.
Auch wirken die Übergänge zwischen den Biomen stimmig, wenn man das riesige Labyrinth des Raumschiffs erkundet. Dabei sind die Umgebungen nicht starr: In den Wasserfarben-Hintergründen bewegen sich teilweise maschinelle Wesen, was die handgefertigte Ästhetik noch einmal unterstreicht. Dazu gesellt sich ein individueller, entschleunigter Soundtrack mit sanften Klängen oder auch Chormelodien. Gleichzeitig passt sich der Soundtrack bei den Bosskämpfen dynamisch an. All dies macht das Spiel in gewisser Weise zu einem Kunstwerk.

Ein Augenschmaus für Metroidvania-Fans
Story
Gameplay
Grafik
Sound
Sonstiges
Bildmaterial: MIO: Memories in Orbit, Focus Entertainment, Douze Dixièmes

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