News

Ex-Capcom-Veteran und DmC-Producer spricht über die Relevanz von Zielgruppen

Bevor er GPTRACK50 unter NetEase gründete, war Hiroyuki Kobayashi stolze 27 Jahre bei Capcom. Er debütierte als Spieleproduzent mit Dino Crisis 2 und war anschließend Produzent der Serien Resident Evil, Devil May Cry, Sengoku Basara und Dragon’s Dogma.

In einem aktuellen Interview mit Famitsu sprach der Capcom-Veteran nun über seine Entscheidung, das noch nicht angekündigte Debüt seines Studios im Ausland zu vermarkten. Er gab Einblicke, wie seine umfangreiche Erfahrung als Spieleproduzent seine Ansichten zur erfolgreichen Vermarktung eines Spiels geprägt habe.

XBX Rectangle

Auf die Frage, wie sich die Rolle des Spieleproduzenten im Laufe der Zeit verändert hat, antwortet Kobayashi: „Früher begannen wir die Arbeit an einem Spiel mit einer vagen Vorstellung von ‚Das klingt interessant‘. Hätten wir erfahrene Entwickler daran gearbeitet, hätten wir es irgendwie zu einem Erfolg machen können, aber heute ist es nicht mehr möglich, ein Spiel nur zu verkaufen, weil es Spaß macht.“

Zu den Veränderungen bemerkt er: „Man muss im Vorfeld gutes Marketing betreiben und die Zielgruppe analysieren, die man ansprechen möchte. Wir leben in einer Zeit, in der man keine Akzeptanz findet, wenn man seine Zielgruppe nicht klar definiert.“

GPTRACK50-Debüt nichts für Japaner

Kobayashi erwähnt, dass das noch unangekündigte Spiel, an dem GPTRACK50 derzeit arbeitet, auf den ausländischen Spielemarkt ausgerichtet sei. Daher erwarte er keinen großen Verkaufserfolg in Japan. Kobayashi akzeptiert das und plant keine halbherzigen Änderungen am Spiel, um den japanischen Markt anzusprechen. „Würden wir solche Änderungen vornehmen, würde die Entwicklung des Spiels in die falsche Richtung gehen.“

Die Zielgruppe auf diese Weise einzugrenzen, so Kobayashi, „ist die Aufgabe der Spieleproduzenten.“ Obwohl es von Person zu Person unterschiedlich ist, sagt Kobayashi, dass er der Typ Produzent sei, der dem Game Director größtenteils „machen lässt, was er will“. Er greife aber ein, wenn eine Entscheidung bei der gewählten Zielgruppe schlecht ankommt. Dazu gehören praktische Punkte wie die Sicherstellung, dass das Spiel keine Darstellungen enthält, die ihm eine höhere Altersfreigabe als beabsichtigt einbringen könnte.

Bleibt zu hoffen, dass wir das GPTRACK50-Debüt noch erleben. Immerhin steht NetEase derzeit vor massiven Umstrukturierungen, die auch manch Studio an den Kragen gehen könnten.

via Automaton Media, Bildmaterial: Devil May Cry 5 Special Edition, Capcom

1 Kommentar

  1. Wir leben in einer Zeit, in der man keine Akzeptanz findet, wenn man seine Zielgruppe nicht klar definiert.“

    Dem möchte ich vehement widersprechen. Die erwähnten Zielgruppen sind häufig nicht so eindimensional, wie manche bisweilen glauben. Es gibt durchaus in allen Nischen und Altersgruppen Leute, die nicht immer das Gleiche spielen wollen und vor allem haben viele Leute ein Gespür dafür, wenn man sich Zielgruppen anzubiedern versucht - und reagieren mitunter recht allergisch darauf. Man darf sich somit auch heutzutage durchaus was trauen. Wäre es anders, müsste man den Verdacht äußern, dass die jungen Leute von heute weniger offen sind, als die Generationen vor ihnen. Das würden sicher die wenigsten aus der sogenannten Gen Z auf sich sitzen lassen wollen...

An dieser Stelle siehst du nur die letzten 5 Kommentare. Besuche das Forum um die komplette Diskussion zu diesem Thema zu sehen.