Im Test! Ace Combat 7: Skies Unknown

Mit Ace Combat 7 schwingt sich Bandai Namco erneut in die Lüfte. Unser Luftgeschwader schließt sich an und prüft die Simulation auf Herz und Nieren.
Titel Ace Combat 7: Skies Unknown
Japan 17. Januar 2019
Bandai Namco Games
Nordamerika 18. Januar 2019
Bandai Namco Games
Europa 18. Januar 2019
Bandai Namco Games
System PS4, Xbox One, PC
Getestet für PS4
Entwickler Bandai Namco Games
Genres Flugsimulation/Action
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung Nordamerika Japan

Bildmaterial: Ace Combat 7: Skies Unknown, Bandai Namco / Project Aces

Es war lange still um einen neuen Hauptteil der Ace-Combat-Reihe. Ace Combat 6: Fires of Liberation erschien zuletzt 2007 für Xbox 360. Seitdem sind einige Jahre ins Land gegangen. Während dieser Zeit waren die Entwickler natürlich nicht untätig und spendierten verschiedenen Plattformen Titel wie Assault Horizon oder Infinity. Mit Ace Combat 7: Skies Unknown erscheint durch Bandai Namco nun endlich der siebte Hauptteil der Ace-Combat-Saga für die gängigen Plattformen.

JPGames schwang sich für euch in die Lüfte, um Ace Combat 7 auf seine Flugtauglichkeit zu testen. Ob wir unsere Mission erfolgreich beenden konnten oder das Spiel eine Bruchlandung machte, lest ihr bei uns.

Ins dunkle Blau

Es ist ein sonniger Tag und der Himmel erstrahlt in einem tiefen Blau. Es hat einige Jahre gedauert, die Maschine, welche Avril mit ihrem Großvater restaurierte, wieder flugtüchtig zu machen. Heute ist der Tag. Endlich wird sich die Mühe auszahlen. Schade, dass nur noch sie selbst dieses Erlebnis erfahren würde.

Nach einem kurzen Check startet sie die Motoren und erhebt sich in eine für sie unbekannte Welt. Eingehüllt in einem tiefen dunklen Blau durchstreift Avril die endlosen Weiten des Himmels. Lange Zeit zum Genießen bleibt ihr jedoch nicht.

Kurze Zeit später sieht sie von ihrem Cockpit aus, wie das oseanische Militär eine Drohne verfolgt. Ihr Pech, dass das Militär sie selbst als Ziel sieht und mit vom Himmel holt. Kein guter Start in den Tag, denn an diesem Tag sollte der Krieg zwischen den zwei großen Ländern beginnen. Ein Krieg ohne Namen und Gesichter.

Ace Combat 7In Ace Combat 7: Skies Unknown steckt ihr, anders als das Intro vermuten lässt, nicht im Körper der Flugzeugtechnikerin Avril Mead. Nein, ihr spielt viel mehr einen gesichts- und körperlosen Protagonisten. Diesen kennt man nur unter dem Codenamen “Trigger”. Avril und weitere Charaktere, die euch in der Kampagne begegnen, bringen dem Spieler die Geschichte über den Krieg der Länder Erusea und Osean näher.

Die Geschichte hat einen gewissen patriotischen Charakter, zeigt aber auch, wie schnell man in der Gunst seiner Vorgesetzten fallen kann. Krieg ist letztlich kein Sommermärchen und bringt viele Opfer mit sich. Die Geschichte ist gut erzählt, hält aber ihren Fokus auf die Charaktere um euch herum.

Die Thematisierung des Luftkampfes mit unbemannten Drohnen verstärkt wiederum die Thematik des anonymen Kampfes. Dass man als Protagonist teilweise wie eine Nummer behandelt wird, passt dann indes irgendwo in die Geschichte dieses Krieges. Ihr seid nur der namenlose, in Ungnade gefallene Held, der die Welt retten soll und dafür setzt ihr euch hinter den Steuerknüppel.

Heiße Action mit vielen Flugzeugen

»Die Kampagne schafft durch ihre mehrstufigen Einsatzziele eine gute Rotation und motiviert den Spieler, seine Ziele zu erfüllen. Das Zeitlimit ist meist recht fair gesetzt.«

Womit wir auch schon bei dem eigentlichen Kern des Spieles sind – dem Fliegen bzw. dem Luftkampf. Doch bevor es losgeht, habt ihr die Wahl. Ace Combat 7: Skies Unknown unterteilt sich in drei Hauptsegmente. Zum einen die Kampagne, in welcher ihr als Trigger die Geschichte um die Wirren des Krieges eures Landes erlebt.

Die Kampagne ist mit 20 Missionen nicht zu lang, aber auch nicht zu kurz geraten. Vor einer Mission wählt ihr im Hangar eure Maschine aus, mit der ihr euren Auftrag absolvieren möchtet. Anfangs steht euch nur ein Flugzeug zur Auswahl, weitere Fluggeräte und zusätzliche Upgrades lassen sich im Skilltree (Flugzeugschema genannt) freischalten. Für neue Flugzeuge und Upgrades wiederum braucht ihr MRP, die Währung in Ace Combat. Nach jeder Mission und jedem Multiplayer-Match erhaltet ihr je nach Leistung eine gewisse Anzahl an Punkten.

Jedes Flugzeug verfügt über drei verschiedene Waffensysteme. Ein Maschinengewehr, Standardraketen und eine Spezialwaffe. Bei Letzterer habt ihr die Wahl zwischen drei Ausführungen. Habt ihr euch für ein Set entschieden, geht es zur Mission. Größtenteils werden diese cineastisch in Form von Videosequenzen vorgestellt.

Nachfolgend werden die Details in einem Missionsbriefing auf einer dreidimensionalen taktischen Karte erklärt. Die Missionen überzeugen durch ihre vielfältigen Ziele. Mal müsst ihr einen einfachen Angriffseinsatz fliegen, mal bewegt ihr euch am feindlichen Radar vorbei und ein anderes Mal müsst ihr eine Eskorte für Luft- oder Bodenziele spielen. Natürlich gibt es auch noch anderweitige Missionstypen.

Einfache Steuerung und harte Dogfights

Die Flugzeuge sind hervorragend designt.

Die Kampagne schafft durch ihre mehrstufigen Einsatzziele eine gute Rotation und motiviert den Spieler, seine Ziele zu erfüllen. Das Zeitlimit ist meist recht fair gesetzt. Solange man nicht trödelt, sind die Aufgaben innerhalb der Zeit gut lösbar.

Die Steuerung ist relativ simpel zu erlernen, lässt einem aber noch genügend Spielraum, um actionreiche Dogfights zu bestreiten. Wahlweise stehen Standard- und Expertensteuerung zur Verfügung. Der größte Unterschied hierbei ist, wie sich die Kamera jeweils zu eurem Flugzeug verhält. Die Kampagne ist anspruchsvoll und kann je nach Missionstyp selbst auf dem einfachen Schwierigkeitsgrad zu unverhofften Bruchlandungen führen. Die Missionen sind fordernd, aber zu schaffen. Statt zu frustrieren, motiviert das Missionsdesign.

Selbst ungeübte Spieler sollten diese in knapp acht bis zehn Stunden bewältigen können. Neben der Kampagne könnt ihr die Missionen auch im freien Modus nachspielen oder einfach nur eure Flugfertigkeiten ohne Gegner verbessern.

Wenig Inhalt im Multiplayer

Die Flugzeuge sind hervorragend designt.

Der zweite Hauptbestandteil von Ace Combat 7: Skies Unknown ist der Multiplayer. Hier tragt ihr mit anderen Spielern Gefechte aus, wahlweise im Royal Rumble oder im Team Death Match. Im Royal-Rumble-Modus bestreitet ihr mit sieben weiteren Mitspielern den Sieg um die Krone. Schießt euch ein Kontrahent ab, werdet ihr nach kurzer Wartephase wieder ins Spiel gesetzt.

Gewinner ist jener mit der höchsten Punktzahl. Ähnlich wird im Team-Deathmatch verfahren. Während der Matches konnten keine Einschränkungen hinsichtlich der Performance bemerkt werden. Es kam auch zu keinen nervigen Verbindungsabbrüchen. In den Lobbys wird direkt die Verbindungsqualität und das Reglement für die Kampfrunde angezeigt. Große Wartezeiten gab es keine.

Trotzdessen, dass nur zwei Spielmodi verfügbar waren, machten diese eine Menge Spaß und sorgten für kurzweilige Unterhaltung. Der dritte Modus ist der VR-Modus. Hier steigt ihr direkt ins Cockpit und spielt aus der Egoperspektive. Dieser Modus ist um zusätzliche Funktionen angereichert, konnte aber im Test aufgrund fehlender Hardware selbst nicht berücksichtigt werden. Generell macht die Fliegerei viel Spaß, was unter anderem auch an den schönen Welten liegt, die als Schauplatz für die Kämpfe dienen.

Grafisch ansprechend mit krachenden Soundeffekten

Die Areale überzeugen durch ihr Design.

Eines muss man dem Entwickler lassen, Ace Combat 7: Skies Unknown sieht verdammt gut aus. Die vielen Details an den Flugzeugen, aber auch generell eure Umgebung wissen zu überzeugen. Die verschiedenen Flugareale sind wunderschön umgesetzt, wenn auch die Flora und die Bodenkarte im Vergleich zum Rest der Welt eher zweckmäßig aussehen.

Dennoch ist es atemberaubend, wenn man durch enge Schluchten fliegt und bei miesestem Wetter seine Missionen absolvieren muss. Ob in den Wolken, bei klarem Wetter oder am Boden während eines Sandsturms – die Orte sind abwechslungsreich gestaltet und nicht bloßes Beiwerk. Es macht einfach Spaß, die gegnerischen Ziele durch die Wolken zu jagen und in Flammen aufgehen zu sehen.

Auch musikalisch kann der Titel überzeugen, auch wenn sich die Musik während der Dogfights mehr im Hintergrund positioniert. Dennoch erfüllen die Stücke ihren Zweck und fügen sich harmonisch mit in die Welt ein. Wie aber bereits gesagt, achtet man im eigentlichen Gefecht weniger auf die Hintergrundmusik, dafür aber mehr auf die verschiedenen Funksprüche, Warnsignale und Soundeffekte.

Man wird praktisch von Eindrücken bombardiert, die um euch herum passieren. Man drückt sich regelrecht in den Sitz, wenn man aufgrund mehrerer Raketen eine harte Kurve fliegen muss, nur um vom Geräusch der vorbeizischenden Raketen erlöst zu werden. Die Geräuschkulisse ist eigentlich schon fast der vordergründige Soundtrack. Ace Combat 7: Skies Unknown liefert jedenfalls ein stimmiges audiovisuelles Gesamtpaket.

Ace Combat 7 dürft ihr wahlweise in englischer und japanischer Synchronisation genießen, zum Verständnis stehen euch sowohl deutsche als auch viele weitere Sprachen als Untertitel zur Verfügung. Meistens bekommt man aber kaum die Chance, die verschiedenen Funksprüche wirklich zu lesen, da meist zu viel in der Umgebung passiert. Die Synchronisation ist in beiden Sprachen gut gelungen. Jedoch muss man sagen, dass man sich größtenteils am Problem Lippensynchronität vorbeigemogelt hat, da viele Monologe in Gedanken gesprochen werden.

Solide Landung

Unterm Strich ist Ace Combat 7 eine ordentliche Umsetzung geworden. Die Kampagne bleibt durch ihre vielfältigen Missionsziele spannend und zugleich fordernd. Im Freiflug könnt ihr eure Fähigkeiten weiter verbessern, welche ihr benötigt, um im Multiplayer Schritt halten zu können. Dabei sieht Ace Combat 7 verdammt gut aus und hinterlässt auch hinsichtlich der Performance sowohl in der Kampagne als auch im Multiplayer einen äußerst zufriedenstellenden Eindruck.

Wenn man etwas bemängeln möchte, dann vielleicht die etwas kurze Spieldauer der Kampagne und der geringe Umfang an Modi im Mehrspielermodus. Neben Flugzeugen lassen sich auch weitere Sachen wie Skins für Flugzeuge, neue Embleme und Titel freischalten, welche man sowohl in der Kampagne als auch im Multiplayer-Modus nutzen kann. Wer actionreiche Luftgefechte mag, sollte auf jeden Fall zugreifen, aber auch eher bodenständige Spieler, die sich auf ihrer Konsole eher wenig in die Lüfte erheben, können einen Blick riskieren.

 

Eine Kriegsgeschichte, die von dem Piloten Trigger erzählt, ohne dabei auf ihn direkt einzugehen. Die Geschichte wird von Charakteren wie der Technikerin Avril erzählt und getragen.
Rasante Himmelsschlacht mit engen Dogfights in tiefen Gebirgsschluchten, ohne dabei in der Performance einzubrechen.
Wunderschön gestaltete Flugzeuge fliegen in einer atmosphärisch schön entworfenen Welt. Grafische Abzüge bei der Flora und Bodenkarte.
Krachende Soundeffekte von Raketen verbinden sich mit einem Soundtrack, der sich nicht in den Vordergrund drängt.
Zwei Vertonungen (Englisch und Japanisch) stehen zur Wahl. Ein New-Game-Plus-Modus steht nach der Kampagne zur Verfügung.