Im Test! Super Bomberman R

Wir haben uns für euch Super Bomberman R zu Gemüte geführt. Ob der Current-Gen-Ableger das Potential hat Spieler wegzublasen, erfahrt ihr in unserem Test...
Titel Super Bomberman R
Europa 14. Juni 2018
Konami
System PlayStation 4, Xbox One, Nintendo Switch, PC
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Konami
Genres Partyspiel
Texte
Deutschland Nordamerika 
Vertonung Nordamerika 

Bereits 1983 erblickte Bomberman das Licht der Welt und erschien vier Jahre später für Nintendos kommerziell erfolgreiche Heimkonsole NES. Mittlerweile fand sich Bomberman auf gefühlt jeder auch nur erdenklichen Plattform, im vergangenen Jahr erschien dann mit Super Bomberman R ein Ableger für Nintendo Switch. Ebendieser bahnte sich nun seinen Weg auf PlayStation 4, Xbox One und PCs, als Versuch, auch bei Sony und Microsoft den Couch-Multiplayer wiederzubeleben. Ob es Konami und den Überbleibseln von Hudson Soft mit einer mittlerweile über drei Dekaden alten Idee schaffen, den Spieler wegzublasen oder eher einen Schuss in den Ofen liefern, erfahrt ihr in unserem Test!

Es ist das Jahr 2018. Wir schauen aus Vogelperspektive auf ein labyrinthartiges Areal, in welchem sich mehrere Figuren mit runden, an klassische Bomben erinnernde Köpfen tummeln. So oder so ähnlich hätte ein Redakteur irgendwo auf dieser Welt bereits vor dreißig Jahren in ein Bomberman-Review starten können. Das Spielprinzip ist seitdem hinlänglich bekannt und muss womöglich nicht allzu breit getreten werden: Spieler suchen sich ihren Charakter aus und können lokal mit bis zu drei und online mit bis zu sieben weiteren Mitspielern ein Labyrinth betreten, um sich mit Hilfe der zur Verfügung stehenden Bomben und Fähigkeiten gegenseitig den Garaus zu machen.

Um das Erlebnis abzurunden und Super Bomberman R durch eine weitere Facette zu bereichern, entschied sich Konami dazu, dem Titel einen Story-Modus zu spendieren. Fünf Welten mit insgesamt 50 Level warten auf Spieler, die sich den Story-Modus zur Mission gemacht haben. Zwischen den jeweiligen Level und vor Endbossen wird die Geschichte in Form von Cutscenes vorangetrieben. Dabei machen die gezeichneten Charaktere grundsätzlich eine gute Figur, jedoch lässt die Tiefe der Geschichte, wie erwartet, etwas zu wünschen übrig. Grundsätzlich stellen sich die Super Bomberman Rangers dem Weltraum-Bösewicht Emperor Buggler. Dieser wird von Schergen umgeben, welche euch am Ende jeder Spielwelt zum Endgegner werden.

Die Prämisse passt wortwörtlich auf einen Bierdeckel und reicht aus, um die sonst einfach aneinandergereihten Level etwas aufzulockern. Während sich dem Spieler in vielen Level Widersacher vom Schlag Kanonenfutter widersetzen, werden Endgegner ihrem Namen gerecht und stellen Herausforderungen dar. Diese durchlaufen während des Kampfes eine Verwandlung und zeigen, nachdem sie Schaden nehmen, ihr wahres, bildschirmfüllendes, gigantisches Ich. Sollten Widersacher das Kompetenzniveau des Spielers übersteigen, besteht jederzeit die Möglichkeit, sich Hilfe zu holen. Alle Story-Missionen sind im Multiplayer-Modus spielbar! Sollte es auch dann nicht klappen, können sich nach dem Verstreichen eurer Versuche weitere mit Spielmünzen erkauft werden. Diese verdient sich der Sprengmeister im herkömmlichen Spielverlauf mit jedem Sieg. Neben unterschiedlichen Arenen lassen sich mit Hilfe der Spielmünzen auch Spielfiguren selbst und Accessoires für diese freischalten. Zwar ist hier die Auswahl recht üppig, dafür dauert es durch die Bank weg aber ziemlich lang, um Gegenstände freizuschalten.

Als Sprengmeister schwammig unterwegs…

Spiele, die es auf Reaktionsfähigkeit und Fingerspitzengefühl absehen, stehen und fallen mit einer präzisen Umsetzung der Steuerung. Insbesondere wenn es darum geht, sich in letzter Sekunde vor einem Feuerstoß aus einer hochgehenden Bombe zu retten, werden Spieler feststellen, dass die Steuerung nicht optimal umgesetzt wurde. Durch die suboptimale Steuerung kommt es oft vor, dass euer Charakter an einer der Ecken hängen bleibt und die Kurve nicht ganz kriegt. Bereits nach den ersten Schritten und Bombardements im ersten Level fällt auf, dass mit der Steuerung etwas nicht stimmt.

Da sich die Steuerung bei dieser Art Spiel erheblich auf das Spielerlebnis auswirkt, müssen sich Spieler mit dem Gedanken trösten, dass immerhin alle Beteiligten unter gleichen Konditionen spielen. Die Bomberman-typischen Power-ups sind auch bei Super Bomberman R mit von der Partie. Neben der maximalen Anzahl Bomben, die zeitgleich gelegt werden können, kann auch die Sprengkraft der Bomben erhöht werden. Selbstverständlich ist auch das Aufwerten der Laufgeschwindigkeit eures Charakters möglich. Außerdem besteht die Möglichkeit, spezielle Items zu ergattern, um beispielsweise Bomben über mehrere Felder zu werfen oder diese, sofern die Schussbahn frei ist, entlang eines Weges zu schubsen. Grundsätzlich frischen die Aufwertungen das Spielerlebnis auf, verbleiben allerdings, was die Menge und Auswahl möglicher Upgrades angeht, hinter anderen Ablegern der Reihe.

Super Bomberman R verfügt über einen Online-Mehrspielermodus. Während üblicher Spielzeiten der meisten Westeuropäer finden sich allerdings nur schwer Gegner, um einen Team-Kampf auszutragen. Neben der Möglichkeit konventioneller Spiele, können sich Spieler auch in Ranglistenkämpfen messen. Theoretisch. Zahlreiche Versuche, ausreichend Spieler für einen der Spielmodi zu finden, endeten fast ausnahmslos in einer Zwei-Mann-Lobby. Meist wird ausgeharrt, bis einer aufgibt und die Lobby verlässt.

Technisch gibt es nicht allzu viel zu bemängeln. Es handelt sich um ein grundsolides, dreidimensionales Bomberman aus der Vogelperspektive. Die verfügbaren Arenen wissen zu gefallen und sind durchaus detailliert. Auch unterschiedliche Gegnertypen und speziell Endbosse können hinsichtlich Design absolut überzeugen. Die musikalische Untermalung zieht dem grundsätzlich gleich: egal ob Soundeffekte, welche nicht zuletzt zum Spielerlebnis beitragen, oder Ambiente-Musik: Konami macht die Musik.

Bombastisch geht anders…

»Die Spielidee, die Super Bomberman R (und allen anderen Bomberman-Spielen) zugrunde liegt, hat es nicht umsonst in die aktuelle Konsolengeneration geschafft. Prinzipiell macht Bomberman nämlich eine Menge Spaß. Dafür müssen jedoch grundlegende Dinge erfüllt sein und dazu gehört eine präzise Steuerung, welche hier leider nicht gewährleistet ist. Der Story-Modus ist solide und findet sicher den einen oder anderen glücklichen Abnehmer. Der Online-Modus ist, zumindest derzeit, schlecht besucht und entsprechend lassen sich Spiele nur schwer finden. Lokal macht Bomberman trotzdem Freude: bis zu vier Spieler tummeln sich in labyrinthartigen Arenen und versuchen, sich krampfhaft den Garaus zu machen. Alles in allem wäre hier mehr möglich gewesen.«

 

Die Story ist Mittel zum Zweck und zählt sicher nicht zu den Kaufgründen hinter Super Bomberman R.
Leider lässt die Steuerung zu wünschen übrig. Sonst ist es Bomberman, wie es leibt und lebt.
Unterschiedliche Arenen und durchdachte Widersacher wissen zu gefallen.
Konami liefert eine nette musikalische Untermalung sowie gut platzierte Soundeffekte.
Während in der Xbox-One-Version des Spiels der Master Chief als Bomber zur Verfügung steht, wird in der PlayStation-Version Ratchet zum Sprengmeister.