Im Test! Pokémon Ultramond

Seht ihr einen Zusammenhang zwischen “Platin”, “Kristall” und “Smaragd”? Das sind die Titel von sogenannten Zwischeneditionen von verschiedenen Pokémon...
Titel Pokémon Ultramond
Japan 17. November 2017
The Pokémon Company
Nordamerika 17. November 2017
The Pokémon Company
Europa 17. November 2017
The Pokémon Company
System Nintendo 3DS
Getestet für Nintendo 3DS
Entwickler Game Freak
Genres Rollenspiel
Texte
Deutschland Nordamerika Japan
Vertonung

Seht ihr einen Zusammenhang zwischen “Platin”, “Kristall” und “Smaragd”? Das sind die Titel von sogenannten Zwischeneditionen von verschiedenen Pokémon-Generationen! Obwohl die fünfte Generation mit der gewohnten Zwischenedition brach und uns mit “Pokémon Schwarz und Weiss 2” waschechte Nachfolger bot, sehen wir bei Pokémon Ultrasonne und -mond eher wieder das altbekannte Format einer verbesserten Version. Ob mich Pokémon Ultramond überzeugen konnte, erfahrt ihr in diesem Test!

Letztes Jahr durften wir uns erstmals nach Alola begeben, eine Region, die aus vier großen Inseln (fünf, wenn man die Privatinsel der Aether Foundation mitzählt) besteht, und uns der Inselwanderschaft als junger Trainer stellen. In Ultramond sieht die Grundstruktur der Erzählung sehr ähnlich aus, denn man bricht abermals zur Inselwanderschaft auf und bestreitet viele Kämpfe auf dem Weg, der Insel-Champ zu werden, trifft diesmal aber jedoch auf eine Bedrohung, die Alola in Gefahr bringen möchte. Hierbei sucht das neu auftretende Ultraforschungsteam nach Hilfe, um das lichtverspeisende Necrozma zu bändigen, welches das Licht seiner eigenen Dimension bereits nahm.

Die neuen Charaktere und die Kulisse von Ultrametropolis, dem Heimatort der Forscher, sind interessant anzusehen, jedoch werden diese nicht wirklich tiefgründig ausgebaut. Ich hatte das Gefühl, dass das neue Szenario etwas zu schnell vorbei war. Mir kam die gesamte Spannungskurve der Geschichte schwächer vor, da man weniger Dramatik und Auseinandersetzungen hatte und sich die großen Veränderungen und die Gefahr erst gegen Ende der Geschichte zeigten. Durch die Abänderung der Geschichte kommt die Entwicklung einiger Charaktere des Originals kürzer, was leider nicht mit den Charakteren des Ultraforschungsteams wettgemacht werden kann. Ultramond versprach mir, eine “alternative” Geschichte in der Welt von Alola zu erzählen und vielleicht habe ich mir den Grad der Alternativität, der damit gemeint war, anders vorgestellt, aber dies ist vielleicht mehr ein Problem meinerseits. Als Schmankerl für Fans der Pokémon-Reihe gibt es eine Extra-Episode nach Abschluss des Spiels, welche alle Bosse der Verbrecherbanden vergangener Spiele auftreten lässt.

Das grundlegende Gameplay von Pokémon Sonne und Mond wurde in den Ultra-Versionen nicht verändert. Man fängt ein oder mehrere Pokémon, trainiert diese und kämpft gegen die Teams von anderen Trainern. Ich werde hier mehr auf die kleinen und größeren Änderungen eingehen, die in Ultramond auftreten – ich verweise auf unseren Test von Pokémon Sonne und Mond, wenn man eine bessere Erklärung des Originals benötigt.

Im Laufe des Spiels wird man, wie im Original, mehrere Inselprüfungen bestreiten. Jegliche Prüfungen wurden überarbeitet, denn man trifft nun auf andere Kombinationen von Herrscherpokémon und gerufene Mitstreiter. Vor allem sind diese besser aufeinander abgestimmt und dies sorgt für sehr spannende und knackige Kämpfe. Sammelte man im Original noch Zygarde-Zellen, sind es nun Herrscher-Sticker, die an vielen Stellen in Alola verteilt sind. Findet man genug von diesen, so erhält man herrschergroße Pokémon vom alolanischen Professor Eich geschenkt.
In Pokémon Mond gab es in einigen Städten noch Baustellen, welche in Ultramond vollendet wurden. An diesen Stellen stehen nun Alola-Fotoclubs, in denen man Bilder mit dem eigenen Avatar und seinen Pokémon machen kann. Man wählt Posen, Kameraperspektiven und -winkel und kann das Endprodukt noch mit Stickern versehen; wenn man möchte, auch auf der SD-Karte speichern und dann online teilen.

»Durch die Abänderung der Geschichte kommt die Entwicklung einiger Charaktere des Originals kürzer.«

Eine weitere Neuheit sind die neuen Strände an den einzelnen Inseln, an denen man nun mit Mantax, einem Flugrochen-Pokémon, surfen kann. Dieses Minispiel macht durchaus Spaß: man nimmt Fahrt auf, springt von der Welle ab und führt Tricks aus, mit denen man Punkte sammelt. Erreicht man hohe Punktzahlen, so wird man entsprechend mit Gischtpunkten belohnt, welche man für Items oder Attacken ausgeben kann. Ein letztes Minispiel, mit ebenfalls praktischem Nutzen, lässt euch auf dem Rücken eines legendären Pokémon durch die Ultradimension reiten. Innerhalb dieser Dimension könnt ihr Portale durchqueren, welche euch in Taschendimensionen bringen, in denen man seltene und nicht in Alola auffindbare Pokémon (sogar legendäre!) fangen kann.

Die Kampfagentur, eine neue Einrichtung auf dem Festival-Plaza, lässt euch spannende Kämpfe bestreiten, ohne große Vorbereitung zu benötigen. Hierfür verwendet ihr ein eigenes Pokémon und leiht euch weitere von Personen, die ihr lokal oder online getroffen habt.
Die wohl größte Neuheit, die Pokémon Ultramond mit sich brachte, ist die Einführung von neuen Monstern, denn dies hat eine Zwischenedition bisher noch nicht gemacht. Neben der neuen Form von Necrozma, Wolwerock und dem Mützen-Pikachu gibt es vier neue Pokémon, die allesamt aus der Ultradimension stammen.

Wie andere Zwischeneditionen bringt auch Ultramond einige grafische Änderungen mit sich. An der gesamten Nutzeroberfläche wurde etwas geschraubt, sodass diese etwas besser aussieht als im Original. Selbst die Alola-Region wurde an einigen Stellen aufgehübscht, manche Routen wurden erweitert und mehr dekoriert. Ansonsten ist man die Grafik aus dem Original und die unflüssig aussehenden Kämpfe (sobald mehr als zwei Pokémon gegeneinander antreten) bereits gewohnt.

In Sachen Musik legt Ultramond auch einige Neuerungen vor. Manche Lieder, beispielsweise die normale Trainer-Kampfmusik, wurden überarbeitet und klingen nun anders. Das bringt frischen Wind in diese Edition und die neuen Songs, die zu dem Ultraforschungsteam und dem legendären Necrozma gehören, passen gut zum Rest des Soundtracks. Sie klingen zwar gewöhnungsbedürftig (die Musik des Ultraforschungsteams ist durchaus schaurig), tragen aber trotzdem zur Atmosphäre des Spiels bei.

Fazit

»Pokémon Ultramond bietet eine alternative Handlung in der Alola-Region, einige Gameplay-Anpassungen, neue Features (wie Minispiele) und, erstmals als Zwischenedition, sogar neue Pokémon. Meiner Meinung nach kommt die Erzählung von Ultramond vom Gesamteindruck her nicht an die des Originals heran. Dafür sorgt das Gefühl, dass die Geschichte zu langsam in Fahrt kommt und dann auch wieder zu schnell vorbei ist, wodurch auch manche Charaktere zu kurz kommen. Jedoch wurden die vielen kleinen Nebenaufgaben interessanter als in Sonne und Mond gestaltet. Spieler, die bereits genug von Alola hatten, wird Ultramond in meinen Augen nicht überzeugen können, aber sonst hat man mit dieser Edition ein Paket mit einigem (neuen) Inhalt, welches trotz der etwas schwächeren Handlung Pokémon-Fans und Neulingen Spaß bringen wird.«

 

Man reist durch Alola, nimmt an der Inselwanderschaft teil und muss die Region im Laufe der Geschichte vor Necrozma retten. Die Handlung unterscheidet sich erst gegen Ende groß vom Original, ist aber insgesamt etwas schwächer als zuvor.
Man wird Pokémon fangen, diese trainieren und gegen andere antreten. Es gilt, sich der Inselwanderung zu stellen, um am Ende Alolas Champ zu werden.
Die bereits schönen Gegenden wurden noch weiter ausgeschmückt, ansonsten bleibt es wie das Original. Framerate-Einbrüche in manchen Kämpfen sind leider immer noch vorhanden.
Ein großartiger Soundtrack wurde nun mit weiteren Songs ergänzt, die gut zum Rest des Soundtracks und den Situationen, in denen sie gespielt werden, passen.
Erstmals bietet eine Zwischenedition neue Pokémon. Es gibt auch Minispiele, Szenen, Kleidung und eine weitere Story-Episode, die es in Sonne und Mond zuvor nicht gab.