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Ein Mord in München bringt Final Fantasy in Verruf

Ein Mord an einen Menschen zu verüben ist eine grausame Tat und der Mörder soll mit unserem Beitrag natürlich nicht entlastet werden. Nur der Grund oder die Vorbelastungen, wieso ein Mensch zu einer solchen Tat fähig sein kann, wirken in manchen Berichtserstattungen wie an den Haaren herbeigezogen. Ein solcher Fall ist heute in diesem Artikel das Thema. Eine Mitschuld an einem Mord, der sich vor ungefähr 3 Wochen in München ereignete, trägt mal wieder ein Videospiel. Doch es wird in den Berichten kein bekannter Ego-Shooter genannt, sondern der Name Final Fantasy wird mit dem Mord in Verbindung gebracht.

Am 04. Januar 2013 wurde die 31-jährige Katrin Michalk mit 18 Messerstichen getötet. Dabei ging der Täter mit einer solchen Brutalität vor, dass die Klinge der Tatwaffe abbrach. Der Mord geschah in München, Obersendling, direkt vor ihrer Haustür. Ein unbekannter Mann fing sie im Flur ab und griff sie mit einem Messer an, wobei ein Stich direkt ihr Herz traf. Obwohl die Nachbarn schnell reagierten, kam für die Frau jede Hilfe zu spät. Am 25. Januar wurde der Täter, Marco F, von der Polizei gestellt und festgenommen. Als Motiv nannte Marco, dass er Katrin Michalk, zu der er keine Verbindung besaß, getötet hat, um ihre Wohnung zu übernehmen.

Die Medien berichten über den traurigen Vorfall und stellen dabei die Freizeitbeschäftigungen von Marco F. sehr in den Vordergrund. Er mag Schwerter, er spielt auch Final Fantasy und trägt eine Frisur, die an Cloud erinnert. Für Lokalblätter, wie die Abendzeitung, wirkt das wie ein gefundenes Fressen, um Videospiele mit diesen Worten an den Pranger zu stellen:

Stark, geschickt und intelligent ist sein Online-Charakter – so wäre der 19-Jährige wohl gerne auch in der richtigen Welt gewesen.

Das Profil auf der Seite des Online-Spiels lässt jedoch darauf schließen, dass er das japanische Rollenspiel nur mal ausprobiert hat, ein bisschen gespielt hat.

Seine Figur ist ein mittelmäßiger Schwertkämpfer, dafür hatte der junge Mann eine Schwäche. Denn auf sein Facebook-Profil hat er auch das Bild eines Schwertes geladen.

In „Final Fantasy“ kämpfen sich die Spieler durch eine mystisch aufgeladene Welt. Wobei für Computer-Freaks hier nicht die Gewalt im Vordergrund steht, sondern die gute Geschichte, die das Spiel erzählt und die Atmosphäre. Vielleicht war das dem 19-Jährigen zu wenig.

Zitat aus der Abendzeitung

Ein Foto, welches Marco F. mit gegelten Haaren zeigt, wobei er sich wohl um die beschriebe Frisur handelt, wird mit folgenden Worten von der Abendzeitung beschrieben:

Gegenüber einem Freund prahlte Marco F., dass er sich ein Samuraischwert besorgen wolle, um jemanden zu „überfallen“. Auf seine Facebook-Seite stellte er dieses Foto. Marco F. mit der Frisur eines seiner Comic-Idole. Die Kämpferin verwandelt ihre Haare in Stacheln, um diese in ihre Gegner zu rammen.

Dabei wurde Final Fantasy VII bereits mit einem Mord in Verbindung gebracht und als „Killerspiel“ in den Medien bezeichnet. 2007 wurde ein Ehepaar in Tessin von 2 Schülern mit mehreren Messerstichen getötet und ihre Tochter als Geisel genommen. Die Schüler spielten derzeit Final Fantasy VII und die Bild schrieb zu diesem Fall:

Die Idole der Jungen: „Sephiroth“, der mit seinem Langschwert unschuldige Bewohner tötet. Und „Reno“, der den Anführer der Guten killen soll. Die Computerfestplatten der Täter wurden beschlagnahmt. Am Tatabend sollen sich die Killer mit den Spielnamen angeredet haben. Wollten sie sein wie ihre Vorbilder, ohne Gnade töten, wie sie es schon hundertmal am PC geübt hatten?

RTL nutzte für Final Fantasy die Bezeichnung Killerspiel in ihrem Artikel zu diesem Mord:

Die beiden Schüler spielten offenbar das sogenannte Killerspiel „Final Fantasy“. Beide redeten sich am Tatabend offenbar nur noch mit ihren Fantasy-Namen an, beide waren in dem Spiel die „Bösen“, die die „Guten“ abschlachten müssen.

Es wurde damals schon über dieses Thema im Forum heiß diskutiert. Wie denkt ihr über die Meldungen aus der Presse?

via abendzeitung, consolewars