Mit dem Versionsupdate 2.3, „Defenders of Eorzea“, geht Final Fantasy XIV: A Realm Reborn nun in die dritte große Update-Runde. Es geht einen Schritt tiefer in die Geschichte und der Weg für zukünftig entstehende Konflikte und Parteien, die vorher noch unbekannt waren, wird gelegt.
Eorzea hat sich mittlerweile von den tragischen Ereignissen der letzten Jahre erholen können. Die Bedrohung der Garleaner und ihr verhängnisvolles Streben nach Macht, das Eorzea einst an den Rand seiner Vernichtung trieb, wurden in der Einheit der Eorzäischen Allianz der drei Stadtstaaten zurückgeschlagen. Die keimende Bedrohung der neu erstarkenden Primae, Schutzgötter der wilden Stämme Eorzeas, konnten auch dank der Hilfe mutiger Abenteurer zurückgeschlagen werden.
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Selbst die rätselhaften Ascians konnten ins Dunkel zurückgedrängt werden, dem sie entsprungen sind. Doch nun nähert sich das Böse auch aus den inneren Reihen der Eorzäischen Allianz – aus den Reihen der Allianz, die sich vor kurzem noch Treue schwor und ihr gemeinsames Streben nach Frieden, feierlich verkündete. Eine Intrige im Reich Uldah nutzt die Unruhen unter den verarmten Flüchtlinge in Uldah aus, um einen Konflikt um die Carteneauer Front auszulösen, dem Plateau, auf dem die Schlacht der Garleaner stattfand.
Zudem stellt sich der Schutzgott der Sylphen, der Primae Ramuh zum Kampf. Die Geschichte um Mor Dhona um ihrer Flüchtlingswellen dreht sich weiter. Rührende und spannende Szenen wartet auf den Spieler und neue mysteriöse Charaktere der Region Coerthas feiern ihr Stelldichein und ebnen in gewohnter Cliffhangermanier den Weg zum nächsten Primae.
Neben der Hauptszenario-Erweiterung – und dem mehr als epischen Nebenszenario Hildibrand – bietet das Versionsupdate eine Menge Neuheiten im Gameplay, die vorherige Gameplayelemente total auf den Kopf drehen. So hebelt zum Beispiel die neue Monsterjagd das Dungeon- und Raidsystem teilweise aus und das Materialverwertungssystem für Handwerker hat ungeahnt großen Einfluss auf die Marktwirtschaft. Um allen Neuheiten gerecht zu werden, findet ihr in diesem Review einzelne Artikel zu den Neuheiten mit ihren Kollateralen; ihren Pro und Kontra.
Syrcus Turm – Die zweite Kristallturm-Episode

Um den Kristallturm, ein Wunderwerk der antiken Hochkultur der Alager, der während der siebten Katastrophe wieder zum Vorschein kam, drehen sich viele Mysterien. Wieso erschien er gerade jetzt aus seinem tiefen Schlaf? Welchem Zweck diente er einst und ist er eine Gefahr oder ein Segen für die heutige Gesellschaft der Eorzäer? In Defeners of Eorzea geht die Kristallturm-Geschichte in die zweite Runde mit dem Syrcus-Turm und begrüßt die Spieler mit einer intensiven und tiefgreifenden Wendung, die direkt die Vorfreude auf die zukünftigen Patches macht.
Das Gameplay des Syrcus-Turms ist wie „Das Labyrinth der Alten“ für 24 Spieler ausgelegt und es gilt sich abermals, mit den drei anderen Teams zu koordinieren. Hat man die Trashmobs – Gegner, die keine Schätze abwerfen – hinter sich gelassen, gilt es, sich bei den Bossen in richtige Position zu bringen, Abwehrmechanismen gegen ihre Super-Attacken zu aktivieren und mit dem richtigen Timing seine Mitstreiter rechtzeitig zu befreien.
So bekommen beispielsweise die Spieler beim ersten Bossgegner eine zufällige elementar geladene Kugel zugewiesen. Spieler mit Eiskugeln müssen sich richtig positionieren und dann vereisen lassen, Spieler mit Feuerkugeln diese wiederum auftauen und Spieler mit elektrisch geladenen Kugeln die Abwehrtürme die noch im weiteren Verlauf des Kampfes benötigt werden aufladen. Beachten Spieler diese Mechaniken nicht, oder bekommen sie nicht erklärt, führt das unweigerlich zum Versagen der gesamten Allianz.
Der Syrcus-Turm beherbergt vier dieser riesigen Bossgegner und jeder hinterlässt eine Schatztruhe nachdem man ihn besiegt hat. In der Truhe befinden sich je ein zufälliger Ausrüstungsgegenstand für alle Kämpferklassen. Hat man einen der Gegenstände bekommen, erhält man eine Sperre bis zur nächsten Woche Dienstag und kann keinen weiteren Gegenstand mehr erhalten. Dies gilt auch für die besonders interessante Truhe des Endbosses des Syrcus-Turms. Er kann neben der Ausrüstung auch einen „Unidentifizierten allagischen Stein“ enthalten und ein „Öl der Zeit“, welche vor Defenders of Eorzea nur in den neuen Runden der „Verschlungenen Schatten von Bahamut“ zu erhalten waren, der nur von recht wenigen Spielern bestritten werden konnte.
Zudem können noch ein Begleiter (eine Art Pokémon ohne Nutzen) und ein wertvoller Edelstein, aus dem man sich den pompösen Thron des Bossgegners für sein Zimmer oder das Haus der Freien Gesellschaft nachbauen kann. Aber auch hier gilt – außer für den Begleiter und den Stein – dass man nach dem Erhalt für eine Woche keine weiteren Gegenstände mehr im Syrcus-Turm erhalten kann.

Die Gestaltung des Syrcus-Turms übertrifft seinen Vorgänger um einiges. Kristalline Treppen, eingebettet in Goldrahmen, riesige Opernsäle als Schlachtfeld und eine Sonnenterasse, deren Wasser das Licht des Kristalls und Goldes reflektiert.
Um fair gegenüber dem Labyrinth der Alten zu bleiben, ist dies auch der erste Kristallturm-Dungeon, denn das Labyrinth war lediglich ein Vorhof, der zum Turm führte. Die musikalische Untermalung ist wie im Labyrinth sehr pompös gestaltet und stimmig zum Ambiente.
Kommen wir zu den Pro und Kontra des Syrcus-Turms.
Kontra: Die Kristallturmsaga sollte ursprünglich mit der Veröffentlichung von Final Fantasy XIV: A Realm Reborn beginnen, doch hat es das Team leider nicht mehr rechtzeitig fertigstellen können. Somit hinkt der Inhalt der Schatztruhen, der noch anderswo zu erhaltenen Ausrüstung, weiterhin mit ihrer Gegenstandsstufe und Statuswerten hinterher. Zudem nervt das Limit an Gegenständen, das wegen der Verspätung eingeführt wurde, und jeder erfahrene Eorzäer weiß, dass mit den nächsten Updates das Limit wieder aufgehoben wird. Ob daher die Bemühungen, die Ausrüstung zu erbeuten der Beute selbst gerecht werden, ist fraglich, aber auch davon abhängig, wie lange man schon spielt.
Der Syrcus-Turm kann sich auch leider, wie sein Vorgänger, in ein mächtiges Trollfest entwickeln. Spieler manipulieren hier gerne andere, indem sie mit falsch platzierten Markern oder den Bossmechaniken spielen, verletzende Worte werden gerne an Anfänger über den Allianzchat geschrieben. Zudem scheitern viele Allianzen an den Sprachbarrieren einiger Nationalitäten, die eigentlich Englisch sprechen können müssten. Auch hat man immer potentielle Beute-Gegner, die den gewünschten Schatz vor der Nase wegschnappen können, sodass man sich erneut vierzig Minuten dem Dungeon stellen muss.
Pro: Der Vorteil des Syrcus-Turms sind eindeutig die zwei Zusatzgegenstände, die bei der Endbosstruhe erscheinen können – der „Unidentifizierte allagische Stein“ und das „Öl der Zeit“. Mit diesen Gegenständen kann man die verschlissenen Rüstungen, die im Versionsupdate 2.3 eingeführt wurden, restaurieren und somit mächtige Waffen und Ausrüstung erhalten. Der Turm wirft zudem 100 allagische Steine der Mythologie ab, die man für Gegenstände der Gegenstandsstufe 90 eintauschen kann – oder gegen Schatzkarten für eine Novuswaffe – eine jobspezifische Waffe.
Frontlines – Carteneauer Front
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„Schonmal von den Plänen zur Besiedlung des Grenzlandes gehört? Es geht um die unerschlossene Region, die ans nördliche Thanalan grenzt, die Carthenoer Heide. Dort sollen Siedlungen für Flüchtlinge entstehen… „
„Soweit ich mich erinnere sind die Ansprüche auf diese Region noch gar nicht geklärt.“
„Ganz recht… die Carthenoer Heide ist noch immer ein Schlachtfeld.“
Das Böse beginnt sich, wie schon im vorherigen Versionsupdate abzusehen war, nun langsam auch wieder aus den Reihen der drei Stadtstaaten Eorzeas zu erheben. Die Flüchtlingsfluten und Unruhen, die durch die Dalamund-Katstrophe ausgelöst wurden, die eigentlich mit vereinten Kräften befriedet werden sollten, werden als Deckmantel für Machtspiele missbraucht und weiter angeheizt. Völlig machtlos stehen die Stadtstaaten dieser Situation entgegen, während die Abenteurer die Schlacht um die Carteneauer Heide für ihre Staatliche Gesellschaft führen.
Die Carteneauer Front – oder Frontlines – ist der neue PvP-Modus (Player versus Player), bei dem sich sagenhafte drei Allianzen, 72 Spieler gegenüberstehen. Wer Final Fantasy XIV: A Realm Reborn schon einmal gespielt hat, weiß, dass sich die Wartezeit bei so einer Menge an Spielern sehr hinziehen kann. Daher werden auch Schlachten ab 48 Spielern begonnen, wenn sich nicht genug Leute für Frontlines anmelden und die Suche nach einer Gruppe wird nicht abgebrochen, wenn Spieler abwesend sind oder ihre Suche zurückziehen. Im Gegensatz zu dem alten PvP-Modus, gilt es hier einen Stützpunkt zu erobern und ihn zu verteidigen, um Punkte für seine Gesellschaft zu erlangen. Alternativ sind auf der großen Karte noch alte allagische Abwehrsysteme zu finden, für die man Bonuspunkte erhält, wenn man sie zerstört.
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Nach jedem K.O. erhält man einen kurzen Timer bis man sich wiederbeleben kann und zum Startpunkt zurückkehrt – dieser Timer wird immer länger, je öfter man stirbt. Um seinen frühzeitigen K.O. entgegenzuwirken, hat man sechs PvP-Fähigkeiten zur Auswahl. Beispielsweise bekommen Beschützer eine Fähigkeit, die alle Gegner um sie herum um zehn Meter wegstoßen, oder Heiler können ein Feld um sich errichten, in dem sie weniger Schaden nehmen und mehr Lebenspunkte heilen. Dafür können sie sich aber nicht mehr vom Fleck bewegen.
Natürlich gibt es auch Punkte pro besiegtem Gegner, doch ist tatsächlich das Halten der Stützpunkte das Schlüsselelement, um erfolgreich aus der Schlacht hervor zu gehen. An und für sich ist das Spielsystem hiermit schon erklärt, der Teufel liegt hier aber im Detail – wie man sich untereinander organisiert und wie man die PvP-Fähigkeiten einsetzt, haben erheblichen Einfluss auf den Verlauf der Schlacht. Anfänger bevorzugen es, einen längst überrannten Stützpunkt mit einem zerstreuten Trupp wieder und wieder anzugreifen, womit man eigentlich nur dem Gegner in die Tasche spielt. Sich im Allianzchat zu organisieren, ist also unabdingbar, wenn man gewinnen möchte.
Die Moralpunkte, die im vorherigen PvP ein wichtiger Statuswert waren, haben in Frontlines keinen Nutzen mehr, um auch PvP-Neueinsteigern eine gleiche Chance zu geben. Hat man genug Schlachten geschlagen, bekommt man abhängig von Sieg und Niederlage, Rangpunkte und Wolfsmarken. Die Rangpunkte eröffnen bei Händlern die Möglichkeit, besonders prachtvolle und für PvP vorteilhafte Ausrüstung gegen Wolfsmarken tauschen zu können. Hier spielen aber auch wieder weniger die Werte der Ausrüstung eine Rolle als nur das Aussehen, da die Moralpunkte in der Ausrüstung wenigstens im jetzigen Frontlines keine Rolle spielen. Da in Frontlines die Gegenstandsstufe auf 80 zurücksetzt wird, braucht man sogar nicht die momentan noch beste Ausrüstung, um Erfolg zu haben.
Kontra: Die bisher schon für PvP-Veteranen erlangten Ausrüstungssets mit Moralpunkten haben keine Auswirkung auf die Carteneauer Front und Erfolg oder Misserfolg bringen keine Vor- und Nachteile für den Spieler in normalen Dungoens und Instanzen.
Pro: Es macht unheimlich viel Spaß, vor allem, sich mit einer vorgefertigten Gruppe von Freunden in die Schlacht zu wagen. Durch Voicechats bekommt die Front noch mehr Tiefgang. Man bekommt wesentlich mehr Wolfsmarken und Rangpunkte als im alten PvP -Modus und die pompöse Ausrüstung, die man kaufen kann, kann man als Glamour – damit ist gemeint, nur das Aussehen der PvP-Ausrüstung auf seine normale Spielausrüstung zu projizieren – benutzen, um sich so von der Masse abzuheben, sofern die ausgefallenen und pompösen Designs der PvP-Ausrüstungen gefallen.
Experten-Dungeons – Atmosphäre für Storyliebhaber
Traditionsgemäß bekommt Defenders of Eorzea drei neue Experten-Dungeons für erfahrene Spieler, wobei einer ganz neu ist und zwei die schweren Versionen von Anfängerdungeons: Die Schiffbrecher-Insel, Totenacker Tam-Tara (schwer) und die Steinerne Wacht (schwer).
Die Steinerne Wacht, die von vielen herbeigesehnt und vorab gefeiert wurde, entpuppt sich leider als der von vielen als schwächste empfundene neue Dungeon. Die Atmosphäre ist gewohnt eisig und die Drachengegner sind anspruchsvoll und stark, doch sind die Bossmechaniken relativ unangenehm. Alle drei Drachenbosse ignorieren größtenteils den Verteidiger der Gruppe und man muss viel laufen und ausweichen; die meisten Angriffe werden nicht wie üblich mit einer roten Fläche auf dem Boden angezeigt. Man muss also den Bossgegner gut im Auge behalten und erahnen, wohin seine nächste Attacke geht.
Der zweite Bossgegner ist nochmal ein Stück spezieller. Man kämpft mit einem Heer von NPCs(Non Playable Characters/Nicht Spielbare Charaktere), die den Bossgegner und später erscheinende Gegnerwellen in der Mitte bündeln, während die Spieler vier Haubitzen bedienen und den Gegnern mit schweren Geschossen zusetzen müssen. Man hat zwei Ladungen zur Auswahl: Die eine macht nur Schaden auf den Gegner und kann als Querschläger auf alle reflektiert werden, wenn der Bossgegner einen Schutzwall um sich errichtet. Der andere Schuss verhindert, dass der Bossgegner einen riesigen Stampfer ausführt, der allen Spielern und NPCs Schaden zufügt. Hier ist Absprache erforderlich! Trotz all der unüblichen Mechaniken, die anfangs noch eine positive Überraschung waren, spielt sich das Dungeon leider sehr träge.
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Die Schiffsbrecher-Insel hingegen ist ein offenes Strandparadies und eine sehr angenehme Abwechslung zu den meist düsteren Dungeons untertage. Am Anfangsufer gilt es, die „Affen“Gegner zur Strecke zu bringen und sich einen Berg hochzukämpfen, während man Bärenfallen ausweichen muss, oder lockt die Affen hinein. Hat man alle Affen besiegt, kommt man zum ersten Bossgegner, einem Gorilla, schlägt sich durch eine wunderschön lichtdurchflutete Höhle zum zweiten Bossgegner durch. Wieder draußen, kämpft man sich eine Klippe herunter zum Endbossgegner durch, einem riesigen Kraken!
Auch diese Bossgegner haben neue Mechaniken. So muss man den Gorilla mit Bananen füttern, wenn er wutentbrannt beginnt zu schreien und damit allen Gruppenmitgliedern Schaden zufügt. Beim zweiten Bossgegner muss man sich im richtigen Moment in Wasserblasen zurückziehen, um einem starken Wasserstrudel auszuweichen und dem Kraken muss man jeden Arm nach und nach abschlagen, während man zwischen vier kleinen Inseln hin- und herspringt. Auch diese Mechaniken sind stressiger als die gewohnten, aber sie machen viel Spaß und der Dungeon dauert auch nicht allzu lang.
Das Highlight unter den Dungeons ist eindeutig der schwere Totenacker Tam-Tara. Die Questreihe beginnt mit einem Lalafell namens Paiyo Reiyo, den man aus seinen jungen Tagen als Anfänger-Abenteurer noch kennt und ihm gegenüber Ruhm und Respekt erlangt hat. Damals war Paiyo in einer Abenteurergruppe mit drei Freunden, den Verlobten Edda und Avere und deren Freundin Liavinne. Doch ereilte dem kleinen Trupp damals eine große Tragödie. Erst verstarb Avere, Eddas Verlobter, und später in dem Kampf gegen die Garleaner verlor auch Liavinne ihr Leben.
Umso beunruhigender ist, dass Paiyo einen Brief von Edda erhalten… und zwar zu der Hochzeitseinladung von ihr und ihrem verstorbenen Verlobten… Ohne noch viel mehr vorwegzunehmen, hat auch dieser Dungeon ausgefeilte Systeme in den Bosskämpfen. Beim ersten Bossgegner gilt es, eine Horde Zombies mit Markern zu erlegen. Der erste markierte Spieler wird von einer Horde Zombies angegriffen, die nicht besiegt werden dürfen. Der zweite markierte Spielern muss sich daraufhin mit in die Horde stellen bis ein Flächenangriff auf ihn und die Horde Zombies niederhagelt. Bei den anderen Bossgegnern gilt es, NPCs zu verteidigen und die Mechaniken so einzusetzen, dass man nicht von den Bossen mit einem Hieb niedergestreckt wird. Nachdem man den Dungeon erfolgreich abgeschlossen hat, warten noch weitere Videosequenzen. Wirklich ein perfekt inszenierter Dungeon und sehr atmosphärisch!
Kontra: Alle drei neuen Dungoens haben Mechaniken, um die sogenannten Speedruns zu unterbinden, also Runs, in denen man Tricks einsetzt, um sie schneller abzuschließen. Flammenwände oder magische Runen versperren den Weg, oder gar ein riesiger Gorilla, der erst weicht, wenn man seine Affenkollegen besiegt hat. Die Lebenspunkte der Gegner sind um einiges höher als in alten Dungeons und somit muss man länger kämpfen.
Pro: Alle drei Dungeons haben eine sehr gute Atmosphäre und Geschichte im Gepäck. Die Ausrüstung, die man erbeuten kann sieht ziemlich gut aus, falls man den Stil seiner Ausrüstung damit überschreiben möchte. Weiterhin bekommt man täglich bei dem Expertendungeon-Roulette einen Gegenstand, den man gegen eine Alexandrite-Schatzkarte für seine Novus Waffe eintauschen kann.
Monsterjagd – Das Tohuwabohu des Gameplays
Das Kernstück von Defenders of Eorzea, wie sich im Nachhinein herausstellt, und zugleich ein frustrierender Kampf mit den Grenzen der Technik und anderen Spielern. Die Monsterjagd ist einfach erklärt: In ganz Eorzea erscheinen starke Monster in Ränge unterteilt, B Rang A Rang und S Rang. Es gilt diese Monster zu suchen und dann mit einer dem Rang entsprechend großen Gruppe zu bezwingen. Dabei werfen die Monster unterschiedlich viele Jagdabzeichen ab, maximal fünf bei B-Rängen, zwanzig bei A-Rängen und fünfzig bei S-Rängen.
Zudem werfen die Ränge unterschiedlich viele Steine der Mythologie und Strategie ab. Dabei variieren die Zeiten, wann die Gegner erscheinen können zwischen den Rängen. S-Ränge müssen sogar mit speziellen Aktionen dazu gezwungen werden, aufzutauchen. Um die herauszufinden, muss man die neuen Jäger-NPCs in der jeweiligen Gegend ansprechen und erfährt durch rätselhafte Verse die Voraussetzungen, um die S-Ränge herauszulocken.
Die Monsterjagd sollte man in einer vollen Gruppe bezwingen, denn baut man zu wenig Feindseligkeit durch Schaden, Heilen oder Herausfordern des Gegners auf, bekommt man nicht die volle Punktzahl. Hat man nun einige Monster erlegt und Punkte gesammelt, kann man sie gegen mehr und weniger nützliche Gegenstände eintauschen. Unter den weniger nützlichen befinden sich Begleiter oder Ausrüstung. Unter den nützlichen befinden sich Jagdbücher, die mit ein wenig Glück auch von A- und S-Rängen hinterlassen werden. Eines dieser Bücher kostet 250 Jagdmarken.
Für zwei Jagdbücher kann man an anderer Stelle das „Öl der Zeit“ erhalten und für drei Bücher erhält man den „Sand der Zeit“. Mit dem Öl kann man seine verschlissenen Accessoires, die man für allagische Steine der Strategie erhält, und mit dem Sand die Ausrüstung restaurieren. Diese Gegenstände waren vorher nur in den neuen Teilen von „Verschlungener Schatten von Bahamut“ zu erbeuten, also für viele Spieler fast unerreichbar.
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Die Monsterjagd ist zwar sehr lukrativ, aber hebelt damit alle vorherigen Gameplaymechaniken, außer die „Verschlungenen Schatten von Bahamut“, aus den Fugen. Es ist nicht mehr nötig, Dungeons zu wiederholen, um allagische Steine zu bekommen, man kommt mit ein wenig Glück, Organisation und Durchhaltevermögen mit Leichtigkeit an die begehrten Gegenstände, um seine Ausrüstung aufzuwerten.
Durch die Menge an allagischen Steinen der Mythologie ist es auch nicht mehr nötig, sein tägliches Expertenroulette zu machen, um Alexandrit-Schatzkarten für die Novus Waffe zu bekommen.
Es ist zwar ein sehr angenehmer Vorteil für alle Spieler, dadurch gibt es aber verhältnismäßig wenige Spieler, die beispielsweise die Zenit-der-Götter-Kämpfe absolvieren. Dadurch, dass weniger Dungeons aufgesucht werden, kommen auch weniger begehrte Gegenstände auf den freien Marktplatz. Ein noch viel größerer Nachteil ist die Technik. Playstation-3-Spieler und PC-Spieler mit älteren Modellen, können die Monster bei großen Spielermassen nicht mehr sehen, sie nicht mehr angreifen und somit auch keine Jagdabzeichen bekommen. Hier kann man sich zwar mit anderen Spielern verbünden, um das Problem zu umgehen, der Frustfaktor ist dabei jedoch sehr hoch.
Eine schwache Alternative zu der freien Jagd bieten die täglichen und wöchentlichen Monstersteckbriefe. Bei den täglichen Steckbriefen muss man, dadurch, dass sich unter den Monstern auch FATE-Monster (freie Schlachten, die zufällig in den Gegenden erscheinen) befinden, eine Menge Zeit aufwenden, um gegenübergestellt lächerlich wenig Punkte zu bekommen. Auch das wöchentliche Monster gibt zwar zwanzig Extrapunkte, scheitert aber daran, dass es sich dabei um freie B-Ränge handelt, die so stark überlagert werden, dass man alleine nicht die volle Punktzahl erhält oder den Gegner wieder aus technischen Problemen nicht sehen kann.
Kontra: Durch technische Probleme, Reibereien unter den Spielern, ein mangelhaft durchdachtes und technisch umgesetztes System drücken leider die Spielfreude enorm. Dadurch, dass es sehr rentabel ist, lohnen sich Dungeons und andere Aktivitäten kaum noch und es ist dadurch schwerer, Spieler für andere Inhalte zu finden.
Pro: Im Ganzen gesehen ist die Monsterjagd ein sehr rentables System um die Novus-Waffe zu komplettieren und verschlissenen Strategierüstungsteile aufzuwerten. Schöne Jägerkleidung zum projizieren, Mytho-Kleidung und Begleiter sind auch für Jägermarken erhältlich.
Materialverwertung
Nicht nur die Monsterjagd hat einen erheblichen Einfluss auf das momentane eorzäische Leben, auch das neue Handwerkerfeature Materialverwertung stellt den Markt momentan auf den Kopf. Zuvor muss man eine kurze Quest mit einem Stufe-50-Handwerker beginnen, worauf man mit der Materialverwertung Gegenstände auseinandernehmen kann. Dabei erhält man nicht nur Kristalle und ein paar Materialien, sondern auch Handwerks- und Kriegs-Dematerie, die wiederum für neue Handwerkerrezepte benötigt werden.
Jedes Handwerk hat nun eine Geschickleiste spendiert bekommen, die bei Null anfängt und wie üblich erst aufgelevelt werden muss. Anfangs zerlegt man nur niedrigstufige Gegenstände und arbeitet sich in die hohen Level weiter. Je höher die Gegenstandstufe und das Geschick sind, desto eher und wahrscheinlicher fallen Demateria ab. Vor dem Zerlegen wird ein Menü angezeigt, in dem man die Wahrscheinlichkeit abliest, ob man den Gegenstand zerlegt bekommt oder versehentlich zerstört.
Kontra: Gegenstände die zuvor in Dungeons in Hülle und Fülle aus den Inventaren der Spieler auf die Märkte ihren Weg gefunden haben, werden nun rar. Durch die Monsterjagd kommen weniger Gegenstände dieser Art auf den Markt und reiche Handwerker kaufen die Bestände soweit auf, dass es für Otto-Normalspieler fast unerschwinglich wird sein Geschick zu maximieren.
Pro: Neue Rezepte für Handwerker, Bikinis und Schlafanzüge zum projizieren. Glühende und leuchtende Ausrüstungssets und sogar Waffen können jetzt mit der Demateria und Primae-Demateria hergestellt werden, die dann mit Kampfmateria aufgewertet werden.
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Hildibrand – Die Azurblaue Braut
Ein weiteres „nur-Story“-Highlight ist wieder einmal die Hildibrand-Quest-Reihe. Kurz erklärt, handelt es sich um den nach der siebten Katastrophe wieder aufgetauchten, vermeintlichen Meisterdetektiv Hildibrand, seiner Gehilfin und seinen Detektiv-Widersacher, welche gegen das Phantom ermitteln. Die Reihe wartet mit sehr viel Witz, Mimiken, Situationskomik und völlig durchgeknallten Charaktere auf. Das Erfolgrezept der Hildibrand-Episoden sind aber vor allem die Auftritte vieler bekannter Final-Fantasy-Charaktere, wie Gilgamesch und sein grünes Huhn, die dem Spieler einen angenehmen Urlaub vom stressigen Abenteurer-Alltagsleben in Eorzea bieten.
In der aktuellen Episode hat das Phantom den Raub der Azurblauen Braut angekündigt. Ihre Hochzeit mit dem Sohn eines wohlhabenden und einflussreichen Handelsmannes aus Uldah steht kurz bevor. Werden die Meisterdetektive es schaffen, das Phantom endlich dingfest zu machen? Oder wird die gesamte Hochzeit in Chaos versinken? Eins steht fest, es wird wieder eine spannende und saukomische Folge!
Eine weitere Nebenquestreihe wird mit der Mogrypost eingeführt. Sie bietet rührende und lustige Nebenaufträge in denen man mit den leicht vertrottelten Mogrypostboten zusammenarbeitet… oder vielmehr ihre Arbeit ganz übernimmt, ähnlich wie in Final Fantasy IX, kupo! Die Geschichten in den Quests schließen einen Kreis in die Vergangenheit der Abenteurer, so überbringt man beispielsweise an die Anführer der Abenteurergilden Briefe, den allerersten Ansprechpartnern von damals. Nachdem man einen Brief erfolgreich ausgeliefert hat, steigt der Postboten Rang… oder auch nicht. Das ganze Postbotensystem ist vielmehr eine spaßige Parodie auf richtige Quests und die Belohnung ist nur ein kleiner Begleiter, daher ist die Mogrypost eher was für Storyliebhaber.
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Die Chocobo-Aufzucht die sich im Trailer noch hübsch präsentierte, ist auch vielmehr nur ein kleiner und teurer Spaß. Um seinen Chocobo im Stall der Freien Gesellschaft unterzubringen und füttern zu können, muss man zuvor eine kleine Quest abschließen, in der man lernt, Ställe per Hand zu reinigen und seinen Chocobo zu belohnen. Tatsächlich benötigt man aber nur einen Zauberbesen, um den Stall zu reinigen, welcher aus sehr teuren Gegenständen hergestellt werden muss. Auch das Futter für die Chocobos muss im eigenen Hausgarten erst durch Kreuzungen von unterschiedlichem Gemüse erhalten werden, oder man muss tief in die Tasche greifen und das Gemüse auf dem Markt kaufen, da diese Gemüse durch das Gartensystem noch lange sehr rar bleiben werden. Hat man nun den Stall per Knopfdruck gereinigt und Gemüse zur Hand, kommt lediglich eine kurze aber niedliche Zwischensequenz, wie man seinen Chocobo trainiert und füttert. Daraufhin bekommt der Chocobo ein wenig Routine und ist eine Stunde satt, bevor er wieder trainiert werden kann. Ein sehr teures und noch zweifelhaft nützliches Hobby.
Eine neue und auch fragwürdig-nützliche Questlinie ist „Ein rätselhaftes Vermächtnis“. Hier muss der Spieler nur über Hinweise und Rätsel Schätze finden, ganz ohne Koordinaten. Klingt zuerst einfach und spaßig, doch werden vom Spieler mentale Fähigkeiten abverlangt, die seinesgleichen suchen. Zuerst werden Wörter, Listen oder Silben vorgesetzt. Danach muss man einen NPC finden, der einen hilfreichen Hinweis zur Lösung hat. Daraufhin muss man mit kompliziertesten Dekodierungen die Wörter oder Silben umstellen, das Alphabet neu Ordnen, Algorithmen erkennen und so weiter. Wer sich den Rätseln ohne Hilfe stellen möchte, sollte jedenfalls über eine Menge Wissen über Dekodierung haben. Ein normaler Spieler wird nämlich selten mit solch schweren Rätseln mit so wenig Hinweisen mit der Lösung konfrontiert.
Fazit

Defenders Of Eorzea ist wie die anderen Updates mit einer Menge Inhalt gefüllt. Das Hauptszenario wird erweitert, Hildibrand, Syrcus-Turm, die Monsterjagd, neue Quests, Dungeons und die Materialverwertung bieten genügend Spielspaß und Unterhaltung bis zum nächsten großen Versionsupdate. Playstation-3-Spieler und Spieler mit alten PCs müssen zwar ein wenig bei der Monsterjagd zurückstecken, können sich aber mit anderen Spielern arrangieren, um auch hier erfolgreich volle Jagdabzeichen zu erhalten. Defenders of Eorzea kommt vor allem Gelegenheitsspielern mit der Monsterjagd und dem Syrcus-Turm entgegen und Handwerkern mit all den neuen Rezepten und Einnahmequellen. Endspiel-Spieler und Nicht-Story-Liebhaber bleiben allerdings ein wenig auf der Strecke. Nicht nur, dass der „Sand der Zeit“ und „Öl der Zeit“ so leicht zu erhalten sind, dass es ein kleiner Schlag ins Gesicht für sie ist, es wurde lediglich nur der Zenith-der-Götter-Ramuh-Kampf als fordernder Kontent eingeführt.
Storyliebhaber kommen voll auf ihre Kosten und die Tatsache, dass man nun leicht an die gerade genannten Gegenstände herankommt, lockern das Spielgeschehen auch für Endspiel-Spieler so auf, dass sie sich mal an andere Tätigkeiten wagen können, wie zum Beispiel einen Handwerkerjob – denn hier kann man zur Zeit eine Menge Geld machen, das wiederum für die Novus-Waffe benötigt wird. Wer schon länger nicht mehr in Eorzea unterwegs war, sollte sich auf jeden Fall wieder ins Abenteuer wagen und von den ganzen Vorteilen jetzt profitieren, um gestärkt in die nächsten Versionsupdates mit Shiva und dem neuen Job Ninja gestärkt durchstarten zu können!