Im Test! Senran Kagura: Peach Beach Splash

Auf Nintendo 3DS sorgte Senran Kagura vor einigen Jahren für einiges an Aufsehen, da man in dem Titel junge, hübsche Mädels gegeneinander antreten...
Titel Senran Kagura: Peach Beach Splash
Japan 16. März 2017
Marvelous
Nordamerika 26. September 2017
Xseed Games
Europa 22. September 2017
Marvelous
System PlayStation 4
Getestet für PlayStation 4
Entwickler Tamsoft
Genres Third-Person-Shooter
Texte
 Nordamerika 
Vertonung  Japan

Auf Nintendo 3DS sorgte Senran Kagura vor einigen Jahren für einiges an Aufsehen, da man in dem Titel junge, hübsche Mädels gegeneinander antreten lassen und dabei ihre Kleidung zerfetzen konnte. Mittlerweile handelt es sich bei Senran Kagura um eine fest etablierte Reihe, welche weltweit zahlreiche Fans ansammeln konnte. Bei Senran Kagura: Peach Beach Splash handelt es sich um den neuesten Wurf der Serie, in dem es nicht feuchter zugehen könnte. Denn anstatt sich dieses Mal mit Waffen die Kleidung vom Leibe zu kämpfen, spritzen sich die Shinobi-Mädels mit Wasser voll. Das klingt spannend, doch spielt sich das auch gut?

Die Story könnte anfänglich nicht alberner sein. Die bekannten Senran-Kagura-Mädels aus den verschiedenen konkurrierenden Schulen werden mithilfe einer mysteriösen Einladung auf eine einsame Insel gezaubert. Darauf findet das Peach-Beach-Splash-Festival, kurz PBS, statt. Das Gewinner-Team kann sich etwas wünschen, egal was. Was man in dem Festival machen kann, haben wir eben bereits kurz angesprochen: Mit Wasserpistolen verschiedener Art müssen sich die zahlreichen Mädels gegenseitig vollspritzen. Dabei gibt es insgesamt zehn verschiedene Waffenarten, von normaler Wasserpistole über Wasser-Sniper bis hin zur Wasser-Bazooka. Für jeden Spielstil sollte da etwas mit dabei sein, ob man lieber aus der Entfernung ballert oder in den Nahkampf geht.

Zu Beginn stehen euch vier Story-Stränge zur Verfügung, welche in die verschiedenen Shinobi-Gruppen unterteilt sind. Habt ihr alle abgeschlossen, schaltet ihr quasi das „wahre Ende“ frei, in welchem die Story grundsätzlich wieder, wie gar nicht so unüblich in der Reihe, versucht, einen ernsteren Ton anzunehmen. Letztendlich spritzt man dennoch weiterhin leichtbekleidete Mädels mit Wasser voll. Die normalen Story-Stränge behandeln die persönlichen Probleme der Shinobi-Kämpferinnen, aber insgesamt ist alles recht vorhersehbar und belanglos. Wirklich spannend ist da nichts. Wer den Charme und die Gespräche der Senran-Kagura-Reihe mag, wird dennoch seine Freude an den Unterhaltungen haben.

In den Story-Missionen gibt es immer unterschiedliche Missions-Ziele, welche ihr erfüllen müsst. Ob man nun zahlreiche Mini-Feinde wegspritzen oder einen einzigen Shinobi bekämpfen muss, letztendlich ballert ihr alles mit Wasser voll, was euch vor die Flinte kommt. Eine kleine Abwechslung gibt es in Form von Missionen, in denen ihr in Flammen geratene Objekte löschen müsst. Es wäre schön gewesen, mehr Abwechslung zu haben, aber die normalen Kämpfe machen genug Spaß und sind flott gestaltet, sodass man sich erst nach einiger Zeit anfangen könnte zu langweilen. Die Boss-Kämpfe sind hingegen definitiv Highlights, welche euch sogar ein klein wenig fordern können.

Wenn ihr die Hauptgeschichte des Spieles zockt, könnt ihr vor einem Kampf immer einen von mehreren vorgegeben Charakteren auswählen. Ist eine Mission bereits erfolgreich erfüllt, könnt ihr selbst auswählen, welche Shinobi in den Ring geschickt werden sollen. Jedes der Mädels besitzt ein eigenes Deck aus Karten, von denen ihr im Laufe der Zeit zahlreiche neue Versionen freischalten könnt. Insgesamt gibt es über 800 Fähigkeits-Karten, welche über von euch freigeschaltete Kartenpakete zu erhalten sind. Natürlich ist es zufällig, was ihr in den Paketen habt, aber es gibt unterschiedliche Packungen mit verschiedenen Seltenheitsgraden.

Die Fähigkeits-Karten können von euch im Kampf nach kurzer Aufladungszeit genutzt werden. Die Effekte sind sehr vielfältig und auch das könnt ihr auf euren Spielstil ausrichten. Möchtet ihr mithilfe von Barrieren lieber defensiv spielen, mit Flammenkugeln um euch schießen oder euer gesamtes Team durch schnellere Nachladungszeiten unterstützen? Die sogenannten Pet-Karten bringen euch einen kleinen Helfer, welcher für euch um sich ballert oder euch heilt.

Jede Karte, egal ob Fähigkeits-, Pet- oder Charakter-Karte, kann aufgelevelt und somit verstärkt werden. Dafür werden Karten genutzt, welche ihr doppelt besitzt. Diese wandern in den allgemeinen Pool zum Aufleveln. Je seltener eine doppelte Karte ist, desto mehr Erfahrungspunkte gibt diese beim Aufleveln. Wenn ihr eines der Mädels verstärkt, so besitzt sie beispielsweise mehr Trefferpunkte und kann somit im Kampf deutlich mehr aushalten als auf dem geringsten Level. Fähigkeits-Karten besitzen dann meist eine längere Dauer oder einen verstärkten Effekt. Wer also die schweren Level packen möchte, muss ordentlich leveln!

»Insgesamt gibt es über 800 Fähigkeits-Karten, welche über von euch freigeschaltete Kartenpakete zu erhalten sind.«

Was mich persönlich sehr an Senran Kagura: Peach Beach Splash überrascht hat, ist die Steuerung und wie wendig man ist. Anfänglich wirkt das alles noch etwas kompliziert, doch flott ist man in der Wasserschlacht drin und bewegt sich wendig über das Feld. Ihr könnt nicht nur einfach drauflosfeuern, sondern mithilfe eurer Wasser-Jet-Fähigkeit über das Feld düsen oder durch die Lüfte springen und teilweise sogar fliegen. Je nachdem, welche Waffe ihr ausgerüstet habt, gibt es unterschiedliche Wasser-Jet-Fähigkeiten. Manche lassen euch einen kurzen, aber flotten Sprung in die Lüfte machen, andere ermöglichen es durch die Gegend zu schweben. Alles natürlich auf Kosten eurer Wasser-Vorräte, welche auf Knopfdruck aufgeladen werden müssen. Aber auch das ist beispielsweise in der Luft oder in Bewegung möglich.

Jede Waffenart besitzt zwei Feuer-Möglichkeiten. Dauerfeuer oder doch kurze Stöße? Ein schneller Schuss mit der Bazooka oder doch drei schwächere, dafür aber zielsuchende Raketen? Je nach Situation könnt ihr das Ganze auf Knopfdruck umschalten. Wer ohne Anvisieren spielen möchte, kann auch die automatische Zielfunktion jederzeit ausschalten.

Ein Highlight eines jeden Mädchens ist, wenn eure Wet-Anzeige komplett gefüllt ist. Diese kann entweder durch das Feindesfeuer, aber auch durch das Feuer eurer eigenen Team-Kameraden gefüllt werden. Ist ein Charakter in dem speziellen Modus, besitzt er unendlich viel Munition und kann ordentlich losballern. Seht ihr also einen Feind, welcher die spezielle Animation durchführt, solltet ihr entweder das Weite suchen oder ihn schnell ausschalten.

Was in diesem Ableger der berüchtigten Reihe nicht fehlen darf, sind die Finisher. Diese fallen dieses Mal, im Vergleich zu vorigen Titeln, meiner Meinung nach etwas „zahmer“ aus, auch wenn das Spiel zum ersten Mal in der Geschichte der Reihe hierzulande eine USK-18-Einstufung bekommen hat. Sind die HP eines gegnerischen Mädels auf 0, bleibt dieses für kurze Zeit am Boden und kann auf Knopfdruck mit massiv viel Wasser vollgespritzt werden. Dabei gibt es drei Ziele, auf die ihr euch konzentrieren könnt: Gesicht, Brust und Becken. Das, was die Mädels in den letzteren beiden Gebieten anhaben, wird dann nach genug Rumgespritze von ihren Körpern geschleudert. Aber natürlich gibt es hilfreiche Lichtstrahlen, welche eure jungen Augen vor ungewollten Einblicken schützen.

Sobald die Story geschafft ist, gibt es noch mehrere Turniere, in welchen ihr euer Lieblingsteam aus fünf Shinobi-Mädels zusammenstellen und in dreieinhalb-minütige Kämpfe schicken könnt. Wer am Ende der Runde die meisten K.O. erlangen konnte, gewinnt. Dies ist der Modus, in welchem ihr ordentlich Geld und neue Kartenpakete erlangen könnt. Sind eure Waffen, Mädels und Karten gut gelevelt, ist auch der schwerste Kampf eigentlich ein Kinderspiel. Ist der Modus von euch bewältigt, gibt es noch einige Nebengeschichten mit den Mädels, welche einfach nur Spaß machen sollen und die Persönlichkeiten der Charaktere besonders hervorheben. Dabei ist hier, wie übrigens auch in der Haupt-Story, jede Mission in drei Schwierigkeitsgrade unterteilt und wird mit diversen Rängen belohnt, je nachdem wie gut ihr wart. Dabei ist der S-Rang der beste und es ist echt nicht schwer, diesen zu erlangen. Ob man den höchsten Rang auf Leicht oder Schwer erlangt, spielt dabei keine Rolle. Aber natürlich könnt ihr vor euren Freunden behaupten, den besten Rang auf Schwer erlangt zu haben, wenn ihr ihnen überhaupt von diesem Spiel erzählen wollt.

Was man an der Stelle erwähnen muss, ist die Computer-Intelligenz. Manchmal hat man das Gefühl, dass eure Team-Kameraden, welche von der CPU gesteuert werden, kleine Götter sind und alles Mögliche ohne Probleme besiegen. Ein andermal rennen sie sinnlos in die Feindesgruppen rein und geben ihnen zahlreiche Punkte. Verloren habe ich nie, aber es war manchmal echt knapp, weil die CPU einfach macht, was sie will. Das ist ärgerlich, denn wenn man mal verlieren sollte, hat man dann wahrscheinlich das Gefühl, dass es nicht die eigene Schuld war.

»Die japanische Sprachausgabe ist voller Leben und gefällt äußerst gut. Die poppigen Songs haben richtig Ohrwurm-Potenzial.«

Sobald ihr sämtliche Single-Player-Inhalte bewältigt habt, gibt es in Senran Kagura: Peach Beach Splash nicht mehr viel zu tun. Denn zu diesem Zeitpunkt habt ihr definitiv sämtliche Inhalte aus dem Shop gekauft, wobei es da auch nicht wirklich viel gibt. Einige neue Kostüme, Accessoires und die Galerie-Bilder sind schnell gekauft, da man beim Durchspielen mehr als genug Geld erhält. Ist der Shop leergekauft, geht es eigentlich nun daran, alle Karten freizuschalten. Um hierfür genug Geld zu erhalten, lohnt es sich eigentlich nur den finalen Turnier-Kampf immer und immer wieder zu spielen. Zumindest ist es das, was ich dann irgendwann gemacht habe, aber das wurde dann auch recht flott ein wenig eintönig, da es sich immer um dieselben Gegner handelt.

Eine weitere Möglichkeit ist der Online-Multiplayer, in den ihr euch stürzen könnt. In verschiedenen Modi, in denen es nicht nur darum geht, die meisten Punkte durch Herumspritzen zu machen, könnt ihr euer Können unter Beweis stellen. Dabei gibt es normale Matches, aber auch Ranglisten-Kämpfe sind möglich. Leider habe ich bis zum Schreiben dieses Reviews keinen einzigen Online-Kampf austragen können, da ich einfach nie ein Spiel fand, was ja auch irgendwie logisch ist vor Veröffentlichung des Titels. Wer keine Lust auf ein Gegeneinander hat, der kann mit Freunden im Kooperations-Modus wellenartige Kämpfe bestreiten, in denen ihr lange überleben müsst.

Wie bereits erwähnt, ist es möglich neue Kostüme, Accessoires und auch Haar-Styles freizuschalten. Diese können in der Umkleide von euch jederzeit angebracht und geändert werden. Dabei gibt es verschiedene Optionen und die Accessoires lassen sich von euch nach Belieben in der Größe, Farbe oder Position ändern. Ein Merkmal der Senran-Kagura-Reihe sind die zerstörbaren Kleidungsstücke, was auch dieses Mal möglich ist. Passend zum wässrigen Spaß gibt es aber nun auch Kleidung, welche durchsichtig wird, wenn sie nass ist. Wie ihr die Mädels letztendlich herumspringen lasst, ist also gänzlich euch überlassen. In der Umkleide könnt ihr die Mädchen übrigens ebenfalls mit Wasser bespritzen, begrabschen und küssen… wenn ihr das denn gerne wollt. Die Shinobi scheinen daran immerhin gefallen zu finden, mehr oder weniger. Eine Diorama-Funktion gibt es auch, bei welcher bis zu fünf Figuren nach Belieben positioniert und abgelichtet werden können. Aber macht damit bitte keinen Schweinkram.

Ein so flottes Spiel wie Senran Kagura: Peach Beach Splash es ist, sollte eigentlich immer flüssig laufen. Leider schafft das der Titel nicht, wenn viel auf dem Bildschirm los ist. Es ist nun nicht so, dass die grafische Qualität absolut hervorragend wäre, was das Einbrechen der Bildrate erklären würde. Die Gegenden sind hübsch, aber grafisch keine Bombe. Viel Grafikpower geht wahrscheinlich für die hübsch animierten Mädels und ihre Brüste drauf, aber selbst das erklärt die Einbrüche nicht. Es ist nicht spielstörend und nach einer Weile gewöhnt man sich dran, ärgerlich ist es dennoch ein wenig. Die Arenen, in denen ihr euch bespritzt, sind immerhin abwechslungsreich. Sogar ein Schnee-Areal gibt es, wobei mir da die Mädels im Bikini ehrlich gesagt ein wenig leid tun.

Die japanische Sprachausgabe ist voller Leben und gefällt äußerst gut. Natürlich sind alle originalen Sprecher aus den anderen Teilen der Reihe mit dabei. Was mich persönlich sehr überrascht hat, ist der Soundtrack von Peach Beach Splash. Die poppigen Songs haben richtig Ohrwurm-Potenzial, ich habe mich tatsächlich nach dem Spielen dabei erwischt, diverse Lieder vor mich hinzusummen. Damit hatte ich nicht gerechnet, um ehrlich zu sein. Übrigens, wie es bisher immer bei der Reihe der Fall war, sind auch dieses Mal alle Texte in Englisch. Ärgerlich: Die Gespräche der Mädels während der Story werden zwar klein am Bildschirmrand übersetzt, aber durch die kleine Größe geht das während der Action schnell unter. Da es sich aber selten um „wichtige“ Gespräche handelt, ist das zu verschmerzen.

Spritziger Spaß für zwischendurch

»Mir hat Senran Kagura: Peach Beach Splash viel Spaß gemacht und ich denke, ich werde auch noch viel Zeit mit dem Titel verbringen. Vor allem, wenn ich den Online-Modus endlich auch nutzen kann. Auch wenn ich mir vorstellen kann, dass dort nur stark aufgelevelte Charaktere eine wirkliche Chance haben werden. Mit den über 800 Karten weckt der Titel den Sammler in mir und ich möchte so viele der vielen Motive wie möglich sehen. Wem es ähnlich geht und wer Bock auf schnelle, unterhaltsame und seichte Unterhaltung hat, dem ist Senran Kagura: Peach Beach Splash zu empfehlen. Fans der Reihe schlagen wahrscheinlich sowieso zu, und das sollten sie auch.«
Über 20 Shinobi-Mädels werden auf eine Insel teleportiert, auf welcher sie in Wasserpistolen-Schlachten sich mit Wasser vollspritzen müssen.
In verschiedenen Arenen spritzt ihr das feindliche Team voll und könnt sogar deren Bikinis wegspritzen. Über 800 sammelbare Karten können ausgerüstet werden. Online-Multiplayer bietet diverse Modi und auch Koop-Funktionen.
Das Spiel ist hübsch, reißt aber keine Bäume aus. Durch die PlayStation-4-Exklusivität hübscher als bisherige Teile, aber leider bricht manchmal die Bildrate ein.
Überraschend starker Soundtrack mit Ohrwurm-Potenzial!
Verschiedene Kostüme können in der Umkleide ausprobiert werden, auch ein Begrabschen der Mädchen ist möglich. Neue Charaktere und Kostüme werden nach Release per DLC bereitgestellt.