Im Test! Genkai Tokki Moero Chronicle

Nach einigen Jahren ist Moero Chronicle offiziell im Westen verfügbar. Hat sich die Wartezeit gelohnt? Wir haben für euch die Damen gerubbelt.
Titel Genkai Tokki Moero Chronicle
Japan 15. Mai 2014
Idea Factory
Nordamerika 16. August 2017
Idea Factory International
Europa 16. August 2017
Idea Factory International
System PC, PlayStation Vita
Getestet für PC
Entwickler Compile Heart
Genres Dungeon Crawler
Texte
 Nordamerika Japan
Vertonung  Japan

Im Westen hatte Monster Monpiece keinen leichten Start. Nach der Ankündigung der Lokalisierung des Kartenspiels mit einer amüsanten Rubbelfunktion wurde zuerst eine Zensur für einige Bilder mitgeteilt, im Anschluss erschien das Spiel nicht in ganz Europa. Auch in Deutschland sollte der Titel zunächst nicht digital für PlayStation Vita zugänglich sein. Mittlerweile existiert Monster Monpiece ohne jegliche Zensur im Angebot der Internetvertriebsplattform Steam.

Der zweite Ableger aus der Genkai-Tokki-Reihe, Genkai Tokki Moero Chronicle, wurde im Westen nicht für PlayStation Vita veröffentlicht. Wer den Dungeon Crawler erleben wollte, musste auf eine asiatische Version mit englischen Untertiteln zurückgreifen.

Nun gibt es die Möglichkeit, diesen Titel ab dem 16. August bei Steam zu erwerben. In Japan erschien das Spiel am 15. Mai 2014. Lohnt sich noch der Blick auf Moero Chronicle nach der ganzen Zeit? Wir haben das Videospiel für euch getestet und haben in den Verliesen die Monster-Mädchen für euch beim Rubbeln befriedigt.

Io, der Antiheld der Monster-Mädchen

Der Protagonist Io ist ein typischer Antiheld. Der junge Mann ist sehr faul und wirkt nicht intelligent, dazu hat er eine schreckliche Stimme und ein ganz großes Problem. Er kann nicht mit anderen Frauen reden, die einzige Ausnahme ist seine Jugendfreundin Lilia. Die Unfähigkeit liegt allerdings nicht nur an seiner Schüchternheit. Immer, wenn er andere Frauen sieht, kommen ihm ganz perverse Gedanken und in ihm wird die Lust entfacht.

Die Menschen leben in dieser Welt mit den Monster-Mädchen zusammen. Lange herrschte eine Art Frieden zwischen den beiden Völkern, doch seit einiger Zeit haben sich die Monster verändert. Sie sind angriffslustig geworden und bedrohen die Menschen.

Da Io keiner Tätigkeit nachgeht, entscheidet sich der Bürgermeister der Stadt, ihn auf eine Reise zu schicken. Er soll den Grund der Veränderung der Monster erforschen und nebenbei die Welt retten. Da er alleine dieser Aufgabe nicht gewachsen ist, wird er von Lilia, die zu den Monster-Mädchen gehört, begleitet. Gemeinsam begeben sie sich in das Abenteuer, um die anderen monströsen Damen wieder zur Vernunft zu bringen.

Wundersame Welt der Perversität

Eine Unterhose, die man als Mütze verwendet, soll unbesiegbar machen.

Wie es in einem Dungeon Crawler üblich ist, verbringt ihr die Spielzeit hauptsächlich in verschiedenen Verliesen. Io wird von den Monster-Mädchen begleitet und schickt sie in den Kampf. Schon der erste Dungeon erinnert an das Thema der Freizügigkeit, wenn ihr auf die merkwürdige Form der Pilze achtet, die aus dem Boden wachsen. Sogar die Gestaltung der Gegner erinnert auf eine verspielte Art an Geschlechtsteile.

In den Labyrinthen werdet ihr per Zufall von den Feinden, den sogenannten H-Monstern, angegriffen. Bis zu fünf Monster-Mädchen finden Platz in eurer Gruppe, doch zu Beginn kämpft Lilia allein. Die Kämpfe laufen rundenbasiert ab. Ist Io an der Reihe, sammelt er seine Gelüste, lässt diese frei, verteilt einen Gegenstand oder er macht nichts, wenn ihr ihm den Befehl dazu erteilt.

Die Ansammlung der Gelüste ist mit einer Prozentzahl verbunden. Lässt er seine Triebe dabei zu stark in die Höhe steigen, wird er von seinen Gedanken überrannt und ist erst einmal für einige Runden handlungsunfähig, bis sein Kopf wieder klar wird. Lasst ihr sein Verlangen vorher frei, verstärkt er damit einmalig die Stärke eines Monster-Mädchens.

»Schon der erste Dungeon erinnert an das Thema der Freizügigkeit, wenn ihr auf die merkwürdige Form der Pilze achtet, die aus dem Boden wachsen.«

Während Io nur eine unterstützende Funktion hat, kämpfen die Monster-Mädchen aktiv gegen die Gegner. Neben normalen Attacken stehen ihnen individuelle Techniken zur Verfügung, die sie über ihren aktuell angelegten Job erlernen. Sofern Io sich mit seinen Trieben überanstrengt hat, können sie ihn entzücken, damit er schneller wieder zu Sinnen kommt.

Nach einem Sieg gelangt ihr an Gegenstände, bekommt Erfahrungspunkte, Geld und Rubbel-Punkte. Somit sind die Kämpfe sehr einfach gestaltet. Einige der Fähigkeiten sind an Elemente gebunden, wobei ihr damit den Schwachpunkt eines H-Monsters attackieren könnt.

Um neue Mitstreiterinnen zu finden, erkundet ihr die Dungeons und trefft an Stellen auf ein Monster-Mädchen. Ihre Bewegungen erkennt ihr auf der Karte anhand einer Markierung. Die Kämpfe gegen diese Damen laufen anders ab. Zunächst erhaltet ihr Unterstützung von Otton, dem perversen Maskottchen der Serie. Ihr entscheidet, ob ihr die allgemeine Lebensenergie der Mädchen attackiert oder einzelne Körperstellen. Der zweite Weg hat den Vorteil, dass Otton sich am Anblick erfreut, wenn ihr damit ihnen die Kleiderstücke vom Körper entfernt. Auch den Damen scheint es zu gefallen, denn im Anschluss dürft ihr sie an verschiedenen Körperstellen berühren.

Die Outfits der Mädchen bringen ihnen neue Fähigkeiten bei.

Die Funktion nennt sich „Bumping Scratch“, mit der Io seine positiven Gelüste an das Mädchen sendet, um es wieder friedlich zu stimmen. Auf der linken Seite seht ihr eine Leiste, die sich komplett füllen muss. Innerhalb einer limitierten Zeit müsst ihr Stellen an den Körpern der Damen finden, an denen sie empfindlich sind.

Während man in der Version für PlayStation Vita das Touchpad verwendet und mit seinen Fingern alles gibt, steuert ihr die PC-Version über einen Controller oder Maus/Tastatur. Das haptische Gefühl fehlt natürlich, aber die Umsetzung ist für diese Fassung gut gelungen. Je nachdem, wie ihr die Maus bedient, berührt ihr die Damen oder kneift sie.

Otton beobachtet die Szene gespannt und wenn ihr euch mit der Prozedur beeilt, ist sein kleines Herz vor Freude so erfüllt, dass ihr den Zustand „Nude Flash“ aktiviert. Dadurch steht euch der ganze Körper der Dame auf einmal zur Verfügung und durch ein schnelles Rubbeln bringt ihr die Leiste für ihre Reinigung schnell in die Höhe. Lasst ihr euch allerdings zu lange Zeit, um die empfindlichen Körperstellen zu entdecken, verliert Otton sein Interesse. Gelingt es euch nicht, das Herz der Dame für euch zu gewinnen, verlässt sie den Ort für einige Zeit. Ihr müsst sie dann erneut in einem Kampf besiegen und wieder ihren Körper bearbeiten.

Gebrütete Gegenstände und Raumerweiterungen

Der Aufbau der Stadt ist sehr übersichtlich gestaltet. Ihr habt Zugriff auf das Hotel und auf einen Laden, der euch mit wichtigen Gegenständen ausstattet. Im Hotel warten die Monster-Mädchen, die euch aktuell nicht begleiten, außerdem könnt ihr hier mit ihnen Gespräche führen, Eier brüten lassen oder ihnen Haustiere anvertrauen.

Möchtet ihr die Freundschaft eines Monster-Mädchens gewinnen, solltet ihr ihnen die richtigen Geschenke machen, sie über die „Bumping Scratch“-Funktion, für die ihr im Hotel die Rubbel-Punkte benötigt, erfreuen oder sie in eure Gruppe nehmen. Jedes Mädchen wohnt in ihrem Zimmer und sobald ihr einen Hinweis erhaltet, führt ihr ein Gespräch. In den Verliesen findet ihr Unterhosen, die jeweils zu einem Monster-Mädchen gehören. Haben sie genug Vertrauen gefasst, wechseln sie ihre Unterwäsche. Jedes Set entspricht dabei einer Berufsklasse. Durch den Wechsel erlernen sie neue Fähigkeiten, allerdings sind die Techniken an die Unterwäsche gebunden.

Optisch bietet der Dungeon Crawler viel für die Augen.

Mit Glück steht ein H-Monster nach seiner Niederlage auf und begibt sich in das Hotel. Nach Belieben verbindet ihr ein Mädchen mit einem H-Monster, wodurch die Kämpferin eine Verbesserung erhält.

Alternativ könnt ihr das Mädchen dazu bringen, mit einem H-Monster und einem besonderen Gegenstand ein Ei zu erschaffen. Damit gestaltet ihr neue Ausrüstungsgegenstände oder gelangt an Erweiterungen für den Raum. Je hochwertiger die Zimmer der Damen ausgestattet sind, desto mehr Erfahrungspunkte erhalten sie, wenn sie sich nicht aktiv in eurer Gruppe befinden.

Die Gestaltung der Verliese ist sehr anfängerfreundlich gehalten. Es gibt kaum Fallen, nur der vorletzte Dungeon ist etwas verzwickter durch die Existenz von Teleportern. Karten für die Gebiete deckt ihr durch die Erkundung auf. Sie verraten euch, wo sich ein Monster-Mädchen befindet, falls ihr es nicht schon vorher seht, zeigen Speicherpunkte, die euch in diesem Dungeon Crawler komplett heilen, und Erntepunkte, an denen ihr verschiedene Objekte findet.

Im Gegensatz zu den Schatztruhen werden die Erntepunkte nach jedem Besuch in einem Dungeon wieder geladen, wodurch ihr viele Gegenstände außerhalb des Ladens erhaltet. Spezielle H-Monster sind mit einem Herz über ihrem Kopf markiert. Für euch ist dies ein Hinweis, dass der Gegner eine Unterhose nach dem Kampf fallen lassen könnte.

»Die Gestaltung der Verliese ist sehr anfängerfreundlich gehalten.«

Neben den Kämpfen findet ihr Events in den Verliesen, die ihr mit den Damen erlebt. Die Besitzerin des Hotels gibt euch einen Hinweis, wo diese Gespräche stattfinden könnten. Habt ihr die Hauptgeschichte erledigt, erwartet euch das Postgame, in dem keine weiteren Dungeons dazukommen. Stattdessen erforscht ihr unbekannte Gebiete in den bereits besuchten Verliesen, die euch vorher versperrt waren.

Hier warten weitere Monster-Mädchen auf euch, die zu den richtigen Herausforderungen gehören. Da der Schwierigkeitsgrad jederzeit auf vier Stufen angepasst werden kann, eignet sich der Dungeon Crawler für Neulinge und Profis. Auch wenn der Beginn einfach erscheint, solltet ihr euch mit Vorsicht durch die Labyrinthe kämpfen. Statusveränderungen haben eine hohe Trefferchance und wenn euer ganzes Team paralysiert ist, habt ihr schlechte Karten in einem Kampf.

Ios Stimme zum Abschalten

Optisch ist Moero Chronicle, trotz seiner ganzen Banalitäten, für einen Dungeon Crawler ein echter Hingucker, was nicht nur an der freizügigen Bekleidung der Damen liegt. Jedes Labyrinth besteht aus einem Thema, ihr durchquert einen Wald, erkundet eine Ruine oder stapft durch den tiefen Schnee. Leider wechseln die Hintergründe dabei kaum. Der Aufbau der Labyrinthe ist übersichtlich gestaltet und dank der Karte verliert man kaum die Orientierung.

Bekämpft ihr die Damen wie ein Ehrenmann oder reißt ihr ihnen die Kleidung vom Körper?

Mit den Charaktermodellen haben sich die Gestalter sehr viel Mühe gegeben. Es existieren knapp 50 Damen, die euch nach eurem Belieben begleiten. Jedes Monster-Mädchen besitzt nicht nur ein individuelles Aussehen, sondern auch eine eigene Persönlichkeit, wobei nur acht Damen wirklich in der Hauptgeschichte in den Eventszenen vertreten sind.

Ihr Aussehen ist zum Teil bezaubernd, aber für seichte Gemüter vielleicht auch ein wenig verstörend, vor allem, wenn sie ihre zweideutigen Posen zeigen. Die Animationen in den Gesprächen zeigen die Lebendigkeit der Figuren.

Von der Musik dürft ihr nicht allzu viel erwarten. In den Labyrinthen werden die gespielten Stücke nicht nervig, aber eine große Abwechslung gibt es leider nicht. Ganz schrecklich ist Ios Stimme in den Kämpfen, die jeden Aufbau seiner Lust kommentiert. Zum Glück gibt es eine Funktion, mit der man ihn verstummen lassen kann, ohne den kompletten Sound zu deaktivieren. In diesem Zustand machen die Kämpfe direkt mehr Spaß. Die wichtigen Szenen sind in diesem Spiel auf Japanisch vertont.

Ein kleines Monster für zwischendurch

»Wir mussten lange auf eine offizielle Version des Titels im Westen warten. Generell ziehe ich die Version für PlayStation Vita aufgrund der haptischen Funktion vor, doch wer das Spiel nicht importieren möchte oder keinen Handheld besitzt, kann diese Version ohne weitere Einschränkungen genießen. Moero Chronicle gehört zu den einfachen Dungeon Crawlern, erst im Postgame ist es nötig, die Stufen der Gruppenmitglieder stark zu erhöhen.

Wer einfach nur die Hauptgeschichte erleben möchte, ist hier als Neuling gut aufgehoben. Für diese benötigt ihr etwa 30 Stunden. Wer sich anschließend noch ins Postgame begibt und alles aus dem Spiel holen möchte, wird über 50 Stunden mit dem Spiel unterhalten.

Die Story ist sehr banal aufgebaut, wobei es eine willkommene Abwechslung ist, die verschiedenen Persönlichkeiten der Damen zu erleben. Ihr müsst jedoch mit vielen zweideutigen Szenen auskommen und ihr solltet keine Berührungsängste haben, die Rubbel-Funktion gehört zum Spiel dazu.

Wenn ihr keine halbnackten Lolis sehen könnt oder möchtet, dann meidet diesen Titel. Ansonsten zählt Moero Chronicle zu den amüsanten Dungeon Crawler für zwischendurch, der vielleicht keine große Herausforderung in diesem Genre darstellt, aber durchaus zu unterhalten weiß und zudem sehr zugänglich gestaltet ist. Die Tutorials weisen euch kurz und knapp ein und es gibt keine verschachtelten Menüs, die euch kompliziert durch das Kampfsystem oder Klassenwechsel führen.«

 

Ein Antiheld, der die Welt retten soll und gegen einen bösen Schurken antreten muss. Nicht sehr spannend geschrieben, dient nur als flache Unterhaltung.
Ein Dungeon Crawler, ausgestattet mit einer Rubbel-Funktion.
Optisch schöne Damen, lebendige Animationen in den Gesprächen, unterschiedliche Gestaltung der Gegner, nur Hintergründe in den Verliesen bieten wenig Abwechslung.
In den Labyrinthen angenehm, aber es gibt kein Erlebnis für die Ohren, die Stimme des Helden wird in den Kämpfen schnell nervig und kann zum Glück deaktiviert werden.
Großes Postgame, Galerie wird nach Beendigung der Hauptgeschichte freigeschaltet.