Angespielt! Super Mario Odyssey

Zu Beginn der Demo konnte man sich zwischen zwei Welten entscheiden: dem Sand Kingdom und dem Metro Kingdom. Die Welten in Super Mario

Hat man die E3 2017 aufmerksam verfolgt, so ist bestimmt aufgefallen, dass Nintendos diesjähriges Flaggschiff Super Mario Odyssey war. Die komplette Messekulisse war New Donk City nachempfunden, einer Stadt, die man im Spiel besucht. Während der Nintendo-Spotlight-Präsentation und im Treehouse-Livestream wurde einiges an Gameplay-Material zum Spiel gezeigt. Nun lud Nintendo Deutschland am 21. und 22. Juni 2017 zum Post-E3-Event nach Frankfurt ein und dort konnten wir in kurzen Spielsessions auch Super Mario Odyssey erleben.

Zu Beginn der Demo konnte man sich zwischen zwei Welten entscheiden: dem Sand Kingdom und dem Metro Kingdom. Die Welten in Super Mario Odyssey scheinen zum Sandkasten-Prinzip zurückzukehren, denn beide Level waren weitläufig und boten unzählige Rätsel und versteckte Geheimnisse, die zu lüften waren. Für die Erfüllung von Aufgaben und die Entdeckung von Geheimnissen wird man mit “Power-Monden” entlohnt, die wohl ein Pendant zu den Sternen aus Super Mario 64 darstellen. Laut Aussagen sollen die Welten 50 bis 60 Power-Monde enthalten, aber ob diese benötigt werden, um wie im Nintendo-64-Titel neue Level freizuschalten, konnte uns nicht gesagt werden.

super mario odyssey lichtInnerhalb der Welten kann man sich austoben, aber sich auch um die Anliegen der Bewohner kümmern. Eine Quest im Metro Kingdom verlangte beispielsweise, dass man in der Stadt vier Musikanten zusammensucht, um ein Musikfestival zu ermöglichen. In der kurzen Testzeit konnte ich noch nicht viele Aufgaben finden, jedoch werden in der vollen Version mehr Quests zu entdecken sein. Möchte man dem Strang der Geschichte wieder folgen, kann man sich an der Lichtsäule orientieren, welche vom Ort der nächsten wichtigen Aufgabe gen Himmel leuchtet.

Wer schon einige Super-Mario-Spiele kennt, der wird sich auch an die goldenen Münzen erinnern, die man immer sammeln konnte. Natürlich fehlen diese auch in Super Mario Odyssey nicht. Sie werden sogar um eine Funktion erweitert: man kann sie in Shops als Währung verwenden! In “Crazy Cap”-Läden, die in beiden Welten zu finden waren, konnte man für goldene Münzen Gegenstände (wie Heil-Items und sogar einen Power-Mond) und einen schicken Anzug mit Hut für Mario erwerben. In Super Mario Odyssey wird Mario auch andere Outfits anlegen können, die nicht nur kosmetische Effekte haben, sondern zum Betreten mancher Gebiete notwendig sind.
Neben diesen goldenen Münzen kann man in den einzelnen Welten auch violette Münzen finden. Diese sind ebenfalls eine Währung, jedoch kann man sie nur in dem Level verwenden, in dem man sie gefunden hat. Mit violetten Münzen bekam man Outfits, die zu den jeweiligen Welten gehörten, aber auch Dekorationsgegenstände für das Raumschiff “Odyssey”, welches Mario von Welt zu Welt führt.

Nach den vielen Erklärungen zum Aufbau kommen wir zur Steuerung des Spiels. An den Grundfähigkeiten von Mario hat sich auf den ersten Blick nicht viel verändert: man kann laufen, auf unterschiedliche Arten springen, sich ducken. Aus dem Sprung kann Mario sich zu Boden stürzen und damit Schaden anrichten. Die Möglichkeit, per Tastendruck zu sprinten schien zu fehlen, jedoch wurde dafür eine andere Fortbewegungsmöglichkeit implementiert: Mario kann sich nun am Boden entlang rollen, indem er sich duckt und viele Purzelbäume hintereinander schlägt. Die Fortbewegung wird dadurch wirklich schneller, jedoch muss man sich an diese Art gewöhnen und auch viel mit der Kamera arbeiten, weil Mario sich in der Rolle etwas schwieriger steuert.

super mario odyssey cappyÜber Angriffe wurde soweit wenig gesprochen, denn die übernimmt Mario nicht mehr selbst, sondern Cappy, ein Geist, der sich in Marios Mütze eingenistet hat. Per Bewegungssteuerung oder Tastendruck könnt ihr die Mütze werfen und damit Münzen und Gegenstände sammeln, aber auch kleine Gegner wie Gumbas ausschalten. Bewegt man beide Joy-Con zur Seite, fliegt Cappy im Kreis um Mario herum und teilt flächendeckend Schaden aus. Wirft man Cappy gegen einen größeren Gegner wie einen Kugelwilli, wird dieser “gecapert” und man übernimmt für kurze Zeit die Steuerung des Gegners. So kann man als Kugelwilli umherfliegen oder als Moai-Statue die Sonnenbrille aufsetzen und versteckte Plattformen entdecken. Das Capern ist aber nicht nur bei Gegnern möglich, denn Cappy kann auch Gegenstände und mehr übernehmen. Im Metro Kingdom konnte sich Mario in einen elektrischen Funken verwandeln und sich so durch Stromleitungen bewegen. In den Videos von Nintendo wurden die Bewohner oder sogar Taxis im Metro Kingdom gecapert, jedoch war das in der Demo leider nicht möglich.

Die kurzen Testsessions von Super Mario Odyssey haben mir gefallen und regen die Vorfreude auf das Spiel durchaus an. Das Sandkasten-Prinzip und die vielen Geheimnisse und Rätsel der Welten werden dafür sorgen, dass man eine lange Weile mit Super Mario Odyssey beschäftigt sein wird, wenn der Umfang des Spiels groß ist. Das “Caper”-Prinzip der Mütze, um Gegner und Objekte zu übernehmen, weht frischen Wind in das Super-Mario-Spiel und lässt uns Spielern viel Freiraum, um in den Welten zu experimentieren. Auch die Steuerung von Mario profitiert von Cappy, denn man kann nun Sprünge machen, mit denen man weite Distanzen überbrückt, da Cappy für einige Momente geworfen und als Sprungplattform genutzt werden kann. Ich freue mich darauf, zu sehen, in welche Richtung Nintendo das Gameplay von Super Mario Odyssey noch führt, sobald das Spiel am 27. Oktober 2017 für Nintendo Switch erscheint.