Im Test! Pokémon Sonne und Mond

Wir schreiben das Jahr 2016 und die Pokémon-Videospielreihe feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Für mobile Smart-Devices erschien Pokémon GO und...
Titel Pokémon Sonne / Pokémon Mond
Japan 18. November 2016
Nintendo
Nordamerika 18. November 2016
Nintendo
Europa 23. November 2016
Nintendo
System Nintendo 3DS
Getestet für Nintendo 3DS
Entwickler GAME FREAK Inc.
Genres RPG

Wir schreiben das Jahr 2016 und die Pokémon-Videospielreihe feiert ihr 25-jähriges Bestehen. Für mobile Smart-Devices erschien Pokémon GO und lässt somit in zahlreichen Spielern ihre Liebe zu den Taschenmonstern erneut aufflammen und erschafft gleichzeitig einige neue Fans der Serie. Dass in diesem Jubiläums-Jahr natürlich auch ein neuer Ableger der Hauptreihe erscheint, ist somit auch keine große Überraschung. Mittlerweile sind Pokémon Sonne und Pokémon Mond für Nintendo 3DS erhältlich und brechen mit ein paar Traditionen, welche die Serie bisher aufrechterhalten hat. Doch ob dies überhaupt eine gute Idee war, haben wir uns einmal genauer angeschaut.

Das Abenteuer beginnt!

Wie so ziemlich jeder Ableger der Pokémon-Reihe beginnt das Abenteuer damit, dass ihr euch einen Charakter erstellt, welcher gerade eben mit seiner Mutter in die Alola-Region gezogen ist. Alola ist hierbei eindeutig dem realen Hawaii nachempfunden. Bei der Charakterauswahl könnt ihr euch zwischen einem männlichen und weiblichen Charakter entscheiden, auch Haut- und Haarfarbe könnt ihr einstellen. Nach einem kurzen Telefonat mit Professor Kukui, welcher der bekannte Pokémon-Professor der Region ist, landet ihr auch schon in Alola.

Für diejenigen, welche noch nie etwas von Pokémon gehört oder gelesen haben, hier eine kurze Erklärung der bezaubernden Wesen: Es handelt sich dabei quasi um die Tierwelt der Pokémon-Welt, welche unterschiedlichen Typen zugeteilt wird. Im Wasser lebende Wesen gehören somit meist dem Wasser-Typ an, feurige Wesen haben Feuer-Typ etc. Bei den Typen gibt es jeweils Vor- und Nachteile gegenüber anderen Typen. So ist beispielsweise der eben angesprochene Wasser-Typ stark gegen Feuer. Logisch, denn Wasser löscht Feuer. Nicht alle Typen sind direkt so schlüssig nachzuvollziehen, aber schnell kann man sich aneignen, was ungefähr gut gegen andere Pokémon ist. In dieser mystischen Welt ist es völlig normal, die Pokémon mit sogenannten Pokébällen zu fangen und anschließend in Kämpfen gegeneinander antreten zu lassen. Durch das Kämpfen gewinnen die Taschenmonster an Stärke und entwickeln sich oft zu noch stärkeren Wesen weiter. Das Tauschen von Pokémon ist ebenfalls möglich und ein völlig normaler Vorgang in der Pokémon-Welt. Viele Trainer besitzen zudem einen sogenannten Pokédex, welcher detaillierte Einträge über gefangene Pokémon enthält.

Alola besteht aus insgesamt vier Inseln, zusätzlich gibt es eine von Menschenhand erschaffene Insel. In bisherigen Spielen gingen Kinder ab einem bestimmten Alter auf eine Reise durch die Pokémon-Welt und ergatterten in Pokémon-Arenen acht Orden, um dann in der Pokémon Liga zum Champion zu werden. In Alola läuft das aber alles ein wenig anders ab. Dort gibt es die Inselwanderschaften, bei denen ihr über alle vier Inseln… naja, wandert und zahlreiche Prüfungen absolvieren müsst. Diese ersetzen die bisherige Art der Arenen komplett und bieten unterschiedliche Aufgaben. Letztendlich geht es meist natürlich trotzdem darum, mit euren Pokémon zu kämpfen.

Die Art und Weise, wie die Prüfungen ablaufen, ist allerdings hervorragend abwechslungsreich. In einer Prüfung müsst ihr beispielsweise ein Quiz absolvieren, in einer anderen Zutaten für ein Lockmittel sammeln. Ein großer Spaß am Spiel ist es, der nächsten Prüfung entgegenzufiebern und zu schauen, was einen erwartet. In vielen Prüfungen wartet am Ende ein Herrscher-Pokémon auf euch, welches besonders stark ist und sogar um Hilfe rufen kann. Hierbei wird dann ein zweiter Gegner herbeigerufen, um euch ordentlich bedrängen zu können. Die Kämpfe sind manchmal gar nicht so einfach, wie man es vielleicht aus früheren Pokémon-Spielen gewohnt ist. Generell hatte ich das Gefühl, dass Pokémon Sonne und Mond ein wenig knackiger sind als die Vorgänger. Wirklich schwer war es nun aber auch nicht.

Pokemon-Sun-Moon-June-2-TeaseDas Grundprinzip lautet also letztendlich, wie immer, von Ort zu Ort zu reisen, in neuen Gebieten auf die Jagd nach neuen Pokémon zu gehen und euer sechsköpfiges Team aufzubauen. Der Ablauf der Kämpfe hat sich hierbei auch nicht wirklich geändert, bis auf die Art und Weise, wie ihr andere Pokémon-Trainer erkennt. In Pokémon Sonne und Mond gibt es einen visuellen Hinweis, wenn ihr in die Blicklinie eines anderen Trainers geraten könntet. Erblickt er euch, beginnt der Kampf. Ein nettes Detail ist hierbei, dass sie dann nicht wie früher direkt zu euch gerannt kommen, sondern an Ort und Stelle stehen bleiben. Warum sollte man sich auch direkt vor euch stellen, wenn man sich eh gleich die Pokébälle um die Ohren wirft?

Beginnt der Kampf, wird automatisch das Pokémon von euch in den Kampf geschickt, welches sich an erster Stelle im Team befindet. Anschließend gibt es für euch mehrere Optionen: Angriff, Items nutzen oder das Pokémon wechseln. Kämpft ihr mit einem wilden Monster, dann könnt ihr ebenfalls auf Knopfdruck direkt Pokébälle auswählen, um das wilde Pokémon fangen zu können. Ebenfalls ist in diesen Kämpfen eine Flucht möglich, was im Kampf mit Trainern nicht der Fall ist. Unter euren Items befinden sich beispielsweise Heilgegenstände oder Power-ups, die auf eure Pokémon wirken. Wenn ihr jedoch merkt, dass ihr ein falsches Monster in den Kampf geschickt habt, könnt ihr, wie gesagt, sofort wechseln. Bei dem Einsatz eines Gegenstandes oder dem Wechsel eines Taschenmonsters beginnt ihr jedoch eine Runde des rundenbasierten Kampfsystems und seid einem möglichen Angriff des Gegners ohne Gegenangriff ausgeliefert.

»Es ist in Pokémon Sonne und Mond zum Beispiel auch wieder möglich, neue Kleidung für euren Charakter zu kaufen oder beim Friseur einen neuen Haarschnitt verpasst zu bekommen.«

Wenn ihr euch selber für einen Angriff entscheidet, dann entscheidet das Spiel anhand der Geschwindigkeit der Pokémon darüber, wer zuerst attackiert. Jedes Pokémon kann bis zu vier Angriffe erlernen und falls es beispielsweise durch ein Level-up eine neue Attacke lernt, muss einer der bereits vorhandenen vier Angriffe „vergessen“ werden. Für immer verloren ist dieser dann aber nicht, es gibt im Spiel die Möglichkeit, dies wieder anzupassen. Durch ein Level-up erhöhen sich auch die Statuswerte eines tierischen Mitstreiters, womit sie logischerweise stärker werden. Erstmals in der Serie erhalten eure Pokémon unterschiedlich viele Erfahrungspunkte, je nachdem, auf welchem Level sie und die Gegner sind. Ein Pokémon auf Level 15 erhält in einem Kampf gegen ein Level-20-Monster somit deutlich mehr Punkte als ein Pokémon auf Level 25.

Ist ein Pokémon-Kampf gegen einen anderen Trainer gewonnen, erhaltet ihr Pokédollar. Diese könnt ihr für neue Pokébälle, Heiltränke oder andere Dinge nutzen. Es ist in Pokémon Sonne und Mond zum Beispiel auch wieder möglich, neue Kleidung für euren Charakter zu kaufen oder beim Friseur einen neuen Haarschnitt verpasst zu bekommen. Auch sogenannte TM, technische Maschinen, welche Attacken beinhalten, können davon gekauft und für euer Team verwendet werden. Auf diese Weise könnt ihr euren Pokémon Attacken beibringen, welche sie sonst nie lernen würden. Aber hier kann jedes Monster nur bestimmte TM nutzen, es ist also kein universelles Mittel.

Änderungen im gewohnten Spielablauf

Immer wenn ihr eine Prüfung besteht, erhaltet ihr keine Orden, sondern die neuen Z-Kristalle. Diese spielen in der Geschichte eine mindere Rolle, sind aber für eure Kämpfe mitunter sehr wichtig. Mithilfe eines Z-Kristalles ist es möglich, einen ganz besonders mächtigen Angriff einzusetzen. Für jeden Pokémon-Typ gibt es einen Kristall, zudem enthält der Titel spezialisierte Kristalle für manche Pokémon. Dies lässt sie dann einen eigenen, einzigartigen Angriff ausführen. Einen sogenannten Z-Angriff kann man jedoch nur ein Mal pro Kampf einsetzen, also ist da ein wenig Timing durchaus gefragt. Nervig: Man kann die, zugegeben echt coolen, Z-Angriffs-Animationen nicht überspringen. Wenn ihr also einfach nur ein wildes Pokémon wegballern wollt, ist ein Z-Angriff keine gute Wahl. Das dauert dann einfach zu lang.

Um euch in Alola fortbewegen zu können, bedarf es manchmal mehr als eure zwei Beine. Denn an manchen Stellen befinden sich Steine, welche euch am Weiterkommen hindern oder ein See, durch den ihr nicht schwimmen könnt, weil euer Charakter scheinbar nie schwimmen gelernt hat. Während man in früheren Ablegern seinen eigenen Pokémon spezielle Angriffe beibrachte, um die Hindernisse zu überwinden, gibt es nun Helfer-Pokémon. Diese können auf Knopfdruck gerufen werden und helfen euch dabei, weiterzukommen. So könnt ihr beispielsweise auf einem Tauros durch die Gegend rasen oder auf Glurak in bereits besuchte Gegenden zurückreisen. Das erleichtert eine Team-Zusammenstellung ungemein beim Durchspielen der Geschichte, da man nun nicht mehr darauf achten muss, ein Monster dabei zu haben, welches gewisse Fähigkeiten zum Weiterkommen besitzt.

pkmWährend man in bisherigen Spielen der Reihe nahezu fast immer nur durch Pokémon-Kämpfe Geld erlangen konnte, gibt es nun in Pokémon Sonne und Pokémon Mond die Möglichkeit, Nebenaufgaben anzunehmen und somit Geld oder andere Belohnungen zu erhalten. Die Aufgaben bestehen meist darin, einen Pokédex-Eintrag zu einem Monster zu erhalten und zu zeigen, manchmal aber müsst ihr auch Pokémon in einem Areal finden oder Ähnliches. Keine super komplexen Aufgaben, aber immerhin kleine Dinge, die ihr nebenbei erledigen könnt. Nebenbei könnt ihr ebenfalls 100 Zygarde-Teile sammeln, um euch so nach und nach ein legendäres Pokémon „basteln“ zu können.

Auf dem Weg durch Alola seid ihr zwar meist allein unterwegs, trefft aber sehr oft auf eure virtuellen Freunde. Besonders Lilli, eine Frohnatur mit gewisser Angst vor Pokémon, ist häufig auf eurem Weg anzutreffen. Als großer Antagonist fällt schnell Team Skull auf, eine Gruppe ziemlich trotteliger, aber irgendwie liebenswürdiger Typen, welche für Stress sorgen. Für ein Pokémon-Spiel muss man allerdings sagen, dass die Story an manchen Stellen „recht überraschend“ ist und durchaus zu unterhalten weiß. Selten wollte ich in einem Pokémon-Spiel unbedingt wissen, wie es weitergeht, aber Sonne und Mond haben mich durchaus ein wenig packen können. Als dann noch die Ultrabestien ins Spiel kamen, war ich sowieso vollends gefangen. Aber erwartet dennoch nicht zu viel, denn auch wenn es deutlich mehr Gespräche und mögliche Wendungen gibt als je zuvor, so ist die Story trotzdem ein wenig vorhersehbar. Schön jedoch, dass ein feindliches Team nicht „Wir wollen die Welt beherrschen!“ schreit, wie es sonst meist der Fall war.

Doch zurück zu den knuffigen Taschenmonstern: Um eure Freundschaft zu den Pokémon zu erhöhen, könnt ihr jederzeit außerhalb von Kämpfen eine PokéPause einlegen. Hierbei wechselt das Geschehen und ihr könnt auf dem unteren Bildschirm von Nintendo 3DS euer Team streicheln und mit Poké-Beeren füttern. Die Beeren lassen euer Team nicht nur satt, sondern auch zutraulicher werden. Dies ist allerdings nicht nur interessant, weil manche Pokémon einfach so verdammt süß sind, sondern es auch auf die Kämpfe wichtige Auswirkungen haben kann. Hat euch ein Team-Mitglied ganz dolle lieb, so kann es häufiger vorkommen, dass ein fataler Angriff mit einem Gesundheitspunkt überlebt wird oder ein Volltreffer ausgeführt wird, „weil es gelobt werden möchte“. Auch Statusveränderungen werden manchmal auf eigene Faust im Kampf geheilt. Apropos Statusveränderungen: Gift, Paralyse und Co. können in der PokéPause auch ohne den Einsatz von Heilgegenständen entfernt werden.

Wie bereits in früheren Ablegern der Pokémon-Reihe gibt es wieder zwei Versionen der aktuellen Generation, welche, wie mehrfach bereits erwähnt, aus Pokémon Sonne und Pokémon Mond bestehen. Der größte Unterschied ist bereits auf dem Cover zu sehen: Das Flagship-Pokémon, welches jeweils nur ein Mal in der jeweiligen Version vorkommt. Ansonsten gibt es noch einige Versions-exklusive Monster. Dies war bisher jedoch immer so, neu ist der Zeitunterschied im Spiel. Wenn ihr in Pokémon Sonne um zwölf Uhr Mittags spielt, dann ist im Spiel auch Tag. In Pokémon Mond spielt ihr dann jedoch bei Nacht, denn dort ist die Tageszeit immer um zwölf Stunden verschoben. Außerdem trefft ihr in beiden Spielen auf unterschiedliche Herrscher-Pokémon.

Kommunikation mit anderen Spielern

»Mithilfe des Festival Plaza könnt ihr nun mit anderen Spielern kommunizieren. Dank der Sofort-Link-Funktion könnt ihr direkt ohne Probleme mit einer anderen Person, welche direkt neben euch steht, kommunizieren.«

Eine der wichtigsten Funktionen in der Pokémon-Reihe ist die Tatsache, dass ihr gegen andere menschliche Spieler antreten oder mit ihnen Pokémon tauschen könnt. Und bei Pokémon Sonne und Mond hat man sich gedacht: „Hey, wir machen das mal so richtig unnötig kompliziert!“ Mithilfe des Festival Plaza könnt ihr nun mit anderen Spielern kommunizieren. Dank der Sofort-Link-Funktion könnt ihr direkt ohne Probleme mit einer anderen Person, welche direkt neben euch steht, kommunizieren. Möchtet ihr jedoch mit einer Person aus eurer Freundesliste tauschen, müsst ihr euch im Festival Plaza erst einmal mit dem Internet verbinden, dann „Link-Tausch“ heraussuchen und eurem Partner eine Anfrage schicken. Klingt an sich nicht kompliziert, aber wer von den Älteren unter uns, welche mal mit einem Link-Kabel tauschen mussten, denkt bei „Link-Tausch“ an einen Online-Tausch?

Schickt ihr euch beide gleichzeitig eine Anfrage, werdet ihr ebenfalls nicht direkt miteinander verbunden, sondern es passiert einfach gar nichts. Wenn nur eine Person eine Tausch-Anfrage schickt, dann kriegt die andere Person jedoch ohne Probleme direkt eine Anfrage… vorausgesetzt, man hat sich vorher mit dem Internet noch einmal manuell verbunden. Ich weiß nicht, ob ich da ein wenig altmodisch bin, aber irgendwie wirkt das alles für mich unnötig kompliziert. Warum einen Plaza machen, wo ich mich dann erst mit dem Internet verbinden, jemand raussuchen und dann hoffen muss, dass mir nicht schon eine Anfrage geschickt, aber nicht angezeigt wurde? Da gab es meiner Meinung nach bereits bessere Systeme in der Pokémon-Reihe, aber wahrscheinlich sehe ich das persönlich nur zu überspitzt.

Der Festival Plaza selbst ist dabei gar keine so schlechte Idee, denn dort könnt ihr diverse Buden platzieren und verschiedene Boni erhalten. An einer Losbude könnt ihr neue Gegenstände erhalten oder die Werte eurer Pokémon an einer Grusel-Bude stärken. Auch große Events von Nintendo werden abgehalten. Zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Reviews gab es das Große Spektakel, bei dem alle Spieler 100.000.000 Pokémon fangen müssen. Jeder Spieler kann auf dem Plaza außerdem eigene Spektakel veranstalten, an denen dann auch andere Personen teilnehmen können. Dabei gibt es dann beispielsweise Aufgaben wie „Typen-Konter“, wo ihr von Person zu Person flitzen und Fragen bezüglich Typen-Vorteilen beantworten müsst. Gewinnt ihr, erhaltet ihr Festival-Marken, welche dann wiederum an den Buden eingesetzt werden können.

Hat ein anderer Spieler ein solches Festival gestartet, könnt ihr einsteigen und um die höchste Punktzahl kämpfen. Auch die bereits bekannten Funktionen wie Wundertausch, bei dem ihr ein zufälliges Pokémon im Tausch erhaltet, oder die allgemeine Tausch-Funktion der GTS (Global Trade Station) sind vorhanden. Bei letzterer könnt ihr ein Taschenmonster einstellen mit einem Gesuch. Hierbei müsst ihr jedoch ein Pokémon schon einmal im Spiel gesehen haben, sonst könnt ihr es nicht anfragen. Auf diese Weise könnt ihr jedoch schnell den Pokédex füllen, um der beste Pokémon-Sammler aller Zeiten zu werden!

pkm2Bei den Kämpfen gegen andere Spieler gibt es mit dem Battle Royal nun eine gänzlich neue Kampfart. Hierbei können bis zu vier Trainer gleichzeitig gegeneinander antreten anstatt wie bisher immer zwei mit höchstens zwei Pokémon auf einmal. Dabei könnt ihr eure Attacken frei gegen einen anderen Spieler richten, wie ihr wollt. Taktisches Vorgehen ist hier also das A und O. Natürlich könnt ihr aber auch einfach weiterhin normale Kämpfe gegen andere Spieler bestreiten.

Ein ganz interessanter Spaß ist das Pokémon-Resort, welches die Pokémon nutzt, die sich momentan nicht in eurem Team befinden. Auf mehreren Inseln könnt ihr Pokémon-Beeren und -Bohnen anpflanzen oder Pokémon trainieren. Mithilfe von Bohnen könnt ihr die Inseln sogar ausbauen und somit noch effektiver machen. Die Inseln nutzen dann jedoch die eingebaute 3DS-Uhr, also solltet ihr daran nicht herumspielen, sonst setzt ihr darin alles zurück. Ein weiteres neues Feature, welches ganz lustig ist, aber nicht unbedingt sehr oft von mir genutzt wurde, ist die Pokémon-Kamera. An einigen Stellen in der Oberwelt weist euch der Pokédex am unteren Bildschirm, welcher eine Umgebungskarte anzeigt, darauf hin, dass ihr Pokémon fotografieren könnt. Anschließend schaut ihr durch den Sucher des Pokédex und könnt ein Taschenmonster fotografieren. Dies bringt euch Punkte, welche dann zu Verbesserungen der Kamera führen. Hierbei handelt es sich quasi um eine kleine Hommage an Pokémon Snap, welches für Nintendo 64 erschien.

Grafik hui, Framerate manchmal pfui

Kommen wir zum grafischen Aspekt von Pokémon Sonne und Mond. Lasst mich direkt sagen, dass ich wirklich beeindruckt davon bin, wie lebendig die Pokémon-Welt in der neuesten Generation wirkt. Die Inseln sind sehr abwechslungsreich gestaltet, mit hübschen Städten, voll mit Pokémon und Menschen. Wenn ihr durch die Gegend lauft, hört ihr manchmal Pokémon-Schreie, welche euch das Gefühl geben, von den Taschenmonstern umgeben zu sein. Viele NPCs, welche nicht mit euch kämpfen wollen, bevölkern die Gegend und geben euch manchmal Items, manchmal wollen sie aber auch einfach nur labern. Grafisch ist der Titel durchaus beeindruckend, auch wenn er keine Bäume ausreißt. Die Pokémon in den Kämpfen sind sehr hübsch animiert und besitzen viele Kampf-Animationen.

»Selten hat mich der Soundtrack eines Pokémon-Spieles so begeistert. «

Als Fan des 3D-Effekts von Nintendo 3DS bin ich jedoch ein wenig enttäuscht, da der Titel davon nahezu keinerlei Gebrauch macht. Nur bei der Pokémon-Kamera kommt er zum Einsatz und hier bricht Nintendo 3DS nahezu komplett ein, egal ob mit 3D oder ohne. Der Grund, wieso ich die Pokémon-Kamera-Funktion fast vollständig ignoriert habe, ist die absolut miserable Framerate während des Minispieles. Das reißt mich einfach völlig aus dem Spielgeschehen, wenn das Pokémon über den Bildschirm ruckelt. Auch in den Kämpfen ist der Titel nicht immer völlig frei von kleinen Framerate-Einbrüchen. Lustigerweise bricht die Framerate immer dann ein, wenn man Attacken auswählt und eigentlich nichts passiert, im Kampf selbst sieht das dann schon wieder anders aus. Davon abgesehen sehen die Modelle im Spiel dennoch echt schön aus, was dementsprechend entschädigen kann.

Selten hat mich der Soundtrack eines Pokémon-Spieles so begeistert. Ob es sich um neue Umgebungsmusik handelt, das Theme eines bestimmten Feindes oder musikalische Untermalung für Zwischensequenzen, zu jedem Zeitpunkt gibt es passende Musikstücke und das musikalische Thema von Team Skull passt perfekt zu der selten dämlichen, aber sympathischen Truppe. Eine Sprachausgabe besitzt Pokémon Sonne und Mond nicht, dafür aber vollständig deutsche Texte.

Gewohnt gute Pokémon-Qualität

Es gibt tolle Neuerungen in Pokémon Sonne und Pokémon Mond, aber es gibt auch ein paar Dinge, wo ich mich wirklich frage, wieso Game Freak, das Entwicklerstudio hinter der Reihe, nicht etwas aus dem Vorgänger mitgenommen hat. In Pokémon Alpha Saphir und Omega Rubin konnte man auf dem unteren Bildschirm unter anderem eine Umgebungsfunktion nutzen. Diese zeigte an, ob man in einem Gebiet alle möglichen Taschenmonster gefangen hatte. Das war für das Vervollständigen des Pokédex sehr hilfreich, wenn man nicht unbedingt auf das Internet zurückgreifen wollte. Denn wenn man in einem Gebiet war und dort keine goldene Krone vorzufinden war, wusste man sofort: „Hier gibts noch Pokémon für mich zu fangen!“ Generell ist der untere Touchscreen absolut sinnlos genutzt, da man dort die ganze Zeit nur die Karte der Umgebung sieht. Es ist praktisch, dass man gezeigt bekommt, wo man als nächstes hin soll, aber warum nicht wie im Vorgänger einfach das Auswahl-Menü für Pokémon, Items und Co. dort hinpacken?

Auf der anderen Seite hat Game Freak es deutlich einfacher gemacht, sich Typen-Vorteile zu merken und Verbesserungen sind im Kampf nun besser sichtbar. Habt ihr bereits gegen ein Pokémon gekämpft, zeigt es bei der Auswahl eines Angriffes nun immer an, ob eine Attacke überhaupt effektiv ist oder nicht. Auch könnt ihr auf Knopfdruck schauen, wie oft der Feind bereits beispielsweise seine Angriffstärke erhöht hat.

Fazit

»Sind Pokémon Sonne und Mond nun die besten Pokémon-Spiele aller Zeiten? Das muss jeder für sich selbst entscheiden. Nicht jeder mag die Tatsache, dass es nun „so viel“ Story gibt, manche finden die neuen Pokémon und Begleiter doof und sowieso war die erste Generation ja eh die beste, die es je gab. Andere freuen sich darüber, Pikachus süße Backen auf dem Touchscreen streicheln zu können, auf Tauros Felsen zu zerbrechen und mit Freunden auf eine Reise zu gehen. Auf meiner persönlichen Liste der liebsten Pokémon-Spiele hat die siebte Generation jedoch einen hohen Rang eingenommen.«

Story: Ihr seid das neue Kind in der Alola-Gegend und macht euch auf die Reise, direkt der beste Trainer aller Zeiten zu werden. Dabei rettet ihr nebenbei die Welt und trefft auf zahlreiche Freunde.

Gameplay: Ihr fangt Pokémon und lasst diese dann gegeneinander kämpfen. Auf einer Reise über insgesamt fünf Inseln absolviert ihr die Inselprüfungen und vervollständigt eure virtuelle Pokémon-Enzyklopädie.

Grafik: Sehr schöne Gegenden, toll animierte Charaktere, die endlich nicht mehr im Chibi-Stil sind. Leider diverse Einbrüche der Framerate, besonders bei Benutzung der Pokémon-Kamera.

Sound: Fantastischer Soundtrack mit Ohrwurm-Garantie, auch wenn viele bekannte Melodien hierbei geremixt wurden. Keine Sprachausgabe.

Sonstiges: Einige neue Pokémon, Alola-Formen bekannter Pokémon bringen neue Gesichter mit sich, Online-Tausch und -Kampf wie gewohnt möglich, After-Game nicht besonders umfangreich.

Geschrieben von Eric