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Im Test! Outcast: A New Beginning

TitelOutcast – A New Beginning
Japan14. Februar 2024
THQ Nordic
Nordamerika14. Februar 2024
THQ Nordic
Europa14. Februar 2024
THQ Nordic
SystemPlayStation 5, Xbox Series, PCs
Getestet fürPlayStation 5
EntwicklerAppeal Studios
GenresOpen-World-Action-Adventure
Texte
Deutschland Nordamerika 
VertonungDeutschland Nordamerika 

Das Original „Outcast“ vom belgischen Entwickler Appeal wurde im August des Jahres 1999 exklusiv für PCs veröffentlicht und gilt bis heute als Meilenstein und vor allem in technischer Hinsicht als absolut wegweisend. Der Entwickler Appeal schaffte es seinerzeit, ein bisher nie dagewesenes Spielerlebnis zu kreieren. Neu war in erster Linie die recht große und relativ frei begehbare Spielwelt und das daraus resultierende Gefühl der spielerischen Freiheit. Die Anfänge der Open World könnte man sagen.

Vor allem optisch konnte Outcast aus der Masse herausstechen. Die hauseigene Grafikengine, genannt Paradise Engine, konnte mit einer Mischung aus texturierter Voxel- und softwareberechneter Polygon-Grafik glänzen und so einen Look erschaffen, den man bis dato noch nicht gesehen hatte. Eine äußerst hohe Sichtweite und ein weniger eckig anmutendes Gesamtbild als es bei anderen Titeln dieser Zeit der Fall war, sorgte für ein technisch erstaunlich fortschrittliches Spielerlebnis.

Mit „Outcast: Second Contact“ erschien im November 2017 ein Remake mit überarbeiteter Grafik, verbessertem Waffen-Handling, verbesserter KI und einem überarbeiteten HUD. Außerdem wurde die Spielwelt erweitert und mit neuen Quests ausgekleidet, um das Spiel so noch voller wirken zu lassen. Dieses Remake erschien für PS4, Xbox One und PCs und wurde auf Basis der Unity-Engine entwickelt.

Da die Outcast-Fangemeinde nach wie vor recht groß ist und die Fan-Wünsche nach einem Nachfolger immer lauter und beständig waren, entschied man sich beim aktuellen Rechteinhaber THQ Nordic dafür, dem Kult-Titel endlich einen Nachfolger zu spendieren.

Outcast: A New Beginning erschien am 15. März für PS5, Xbox Series und PCs und soll die Geschichte rund um den Hauptcharakter Cutter Slade fortsetzen. Ob den Entwicklern von Appeal Studios dieses Vorhaben gelungen ist oder ob man die Outcast-Reihe lieber in nostalgischer Erinnerung behalten sollte, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Test.

Das versklavte Volk der Talaner muss befreit werden

Die Geschichte von Outcast: A New Beginning beginnt mit der Wiederbelebung unseres Helden Cutter Slade, einem ehemaligen Navy-Seal, welchen wir bereits aus dem ersten Ableger der Reihe kennen. Nachdem dieser von den „Yods“, einer mächtigen Alienrasse, zurück ins Leben geholt wurde, wird Cutter Slade damit beauftragt, die Talaner zu befreien. Die Talaner, ebenfalls ein uraltes, außerirdisches Volk, wurden ihrer natürlichen Ressourcen beraubt und anschließend versklavt.

Als Schauplatz dient, wie auch schon im ersten Teil der Reihe, die außerirdische Welt „Adelpha“, die sich, rein was Flora und Fauna betrifft, gar nicht so sehr von der uns bekannten Erde unterscheidet. In dieser, unserem Helden doch recht fremden Welt müssen wir es nun mit allerlei gefährlichen Widersachern aufnehmen, um das uralte Volk der Talaner zu befreien und dem Volk und der gesamten Welt den Frieden zurückzubringen.

Storytechnisch ist Outcast: A New Beginning also absolut kein Meilenstein und auch wie die Story präsentiert wird, erinnert eher an durchschnittliche 90er-Jahre-Filme. Hier bleibt der zweite Teil der Reihe seinem Vorgänger also in jeder Hinsicht treu.

Gameplaytechnisch gewohnte Outcast-Kost

»Im Prinzip spielt sich der zweite Ableger der Reihe wie eine modernisierte Variante des Erstlings.«

Spielerisch bleibt Outcast: A New Beginning seinem Vorgänger natürlich ebenfalls treu. Im Prinzip spielt sich der zweite Ableger der Reihe wie eine modernisierte Variante des Erstlings. Natürlich haben die Entwickler, dank der modernen Technik, heutzutage deutlich mehr Spielraum in Sachen weitläufige und vielseitige Spielwelten und Gameplay-Mechaniken.

Gerade die offene und beeindruckend gestaltete Open World ist eine der größten Stärken von Outcast: A New Beginning. Mit vielseitigen Landschaften und genügend Spielraum zum Erkunden, lädt die Spielwelt geradezu zum Entdecken ein. Ständig findet man hier und da etwas Neues und Interessantes und wird so bei Laune gehalten. Dennoch hätten die Entwickler hier und da ruhig etwas mehr Geheimnisse einbauen können, einfach damit die Spielwelt noch einen kleinen Tick voller wirkt.

Man arbeitet sich so nach und nach seinen Weg durch unzählige größere und kleinere Quests, welche man von den Bewohnern dieser Welt aufgetragen bekommt. Statt bombastischen und großen Hauptquests, wie man sie von vielen anderen Open-World-Titeln kennt, verfolgen wir bei Outcast: A New Beginning eher viele kleinere und kompaktere Quests. Mal soll man unterschiedliche Zutaten sammeln und beim Questgeber abliefern und mal sollen wir nur einen Gegenstand zurückholen oder einen bestimmten Gegner ausschalten. Die Quests sind folglich also eher simpel und kürzer gehalten. Wie schon beim ersten Teil, verbringt man auch bei Outcast: A New Beginning viel Zeit in unzähligen Gesprächen mit den Charakteren und Questgebern. Das Spiel fühlt sich so im ersten Moment zwar voll an, was storytechnisch erzählt wird, bleibt aber eher auf Standard-Niveau.

Action steht nach wie vor hoch im Kurs

Hitzige und actionreiche Feuergefechte mit den außerirdischen Widersachern stehen aber natürlich ebenso an der Tagesordnung unseres Helden Cutter Slade. Leider stehen unserem Helden allerdings nur zwei Feuerwaffen zur Verfügung. Neben einer Energiepistole kann Cutter Slade auch auf ein Energiegewehr zurückgreifen. Das war es dann aber auch schon in Sachen Waffenvielfalt. Lediglich unterschiedliche Munitionsarten sorgen zumindest für etwas Abwechslung. Etwas mehr Waffenarten hätte Outcast: A New Beginning aber gerne vertragen können.

Neben den Feuerwaffen kann Cutter aber natürlich auch auf diverse Gadgets wie beispielsweise ein Jetpack und einen Energieschild zum Blocken gegnerischer Angriffe zurückgreifen.

Upgrade-System sorgt zumindest für etwas Abwechslung

Im weiteren Spielverlauf haben wir außerdem die Möglichkeit, die Fähigkeiten unseres Helden weiter auszubauen. So kann Cutter dann höher springen oder im Nahkampf stärkere Angriffe ausführen. Die Kämpfe fühlen sich dynamisch und actionreich an und somit natürlich auch einen kleinen Tick moderner, als es noch beim ersten Teil der Fall war. Spielt man nicht gerade auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad, fühlt sich das Spiel so weit auch recht ausgeglichen an und ein gezieltes Aufwerten des Charakters kann fast schon vernachlässigt werden. Auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad kann man sich das digitale Leben durch ein gezieltes Aufwerten des Hauptcharakters aber deutlich erleichtern und sich so einige Vorteile verschaffen.

Speziell das Jetpack ist es aber, das dem Spiel die unglaublich wichtige Dynamik verleiht, die auch schon den ersten Teil der Reihe so erfrischend wirken ließ. Denn mit besagtem Jetpack hat man die Möglichkeit, geradezu durch die Spielwelt zu gleiten. Egal ob in der Luft oder sogar unter Wasser, das Jetpack bringt uns stets zuverlässig und vor allem äußerst schnell von A nach B. Ein schnelles Erkunden der großen Spielwelt ist somit also deutlich leichter und schneller möglich.

Technisch auf ordentlichem Niveau mit beeindruckenden Landschaften

Aus technischer Sicht kann Outcast: A New Beginning als durchaus ordentlich bezeichnet werden. Mit wunderschön gestalteten Landschaften, welche durch die schönen Lichteffekte geradezu erstrahlen, kann der Titel auch mit scharfen Texturen und schön gestalteten Charaktermodellen glänzen.

Die weitläufigen Areale glänzen außerdem mit einer beeindruckenden Flora und Fauna und dank der hohen Weitsicht hat man das Gefühl, sich in einer riesigen und weitläufigen Spielwelt zu bewegen. Immersion gelungen quasi.

Vor dem Day-One-Patch gab es massive Probleme mit Tearing im Performance-Modus. Dieses Problem wurde mittlerweile jedoch weitestgehend behoben und nun läuft der Titel mit meist recht stabilen 60 Frames in besagtem Performance-Modus. Hin und wieder wird das Spielgeschehen allerdings durch mal mehr und mal weniger heftige Framedrops gestört. Diese treten oft in recht hektischen Situationen, also Feuergefechten mit mehreren Gegnern, auf.

Toller orchestraler Soundtrack rettet das Gesamtbild

Tontechnisch bewegt sich Outcast: A New Beginning sowohl in puncto Soundtrack, als auch in puncto Soundeffekte auf absolut ordentlichem Niveau. Wo die Soundeffekte noch ordentlich und durchaus gelungen wirken, kann speziell der orchestrale Soundtrack glänzen. Gerade dieser ist es nämlich, der den epischen Spielmomenten die nötige Wucht verleiht und diese gekonnt untermalt.

Fazit

Outcast: A New Beginning macht eigentlich genau das, was man von einem zweiten Teil der legendären Outcast-Reihe erwarten würde. Die Stärken des bis heute gefeierten ersten Teils wurden gekonnt übernommen und zum Teil auch erweitert und verbessert. Viele Probleme, die der erste Teil hatte, hat allerdings auch Teil 2 und so wurden gerade die eher mittelmäßig spannenden Quests leider nicht wirklich verbessert. Zu lange beschäftigt man sich mit gefühlt zu unwichtigen Quests und Aufgaben, die eigentlich kaum der Rede wert sind und die Story auch nur minimal vorantreiben.

Ein großer Pluspunkt ist jedoch ganz klar die große und vielseitige Spielwelt, die mit einer enormen Weitsicht glänzen kann und gerade optisch wirklich einiges hermacht. Die Spielwelt hätte für meinen Geschmack allerdings gerne noch einen Tick voller sein können.

Technisch ist Outcast: A New Beginning durchaus ordentlich und kann mit beeindruckender Weitsicht und schönen Texturen sowie tollen Lichteffekten glänzen. Was gerade vor dem mittlerweile veröffentlichten Day-One-Patch sehr gestört hat, war das extreme Tearing im Performance-Modus auf Konsolen. Dieses Problem wurde mittlerweile aber weitestgehend behoben. Lediglich die ab und an auftretenden Framedrops trüben das Gesamtbild noch etwas.

Vor allem der orchestrale Soundtrack verdient ein Lob, denn dieser schafft es gekonnt, die mal mehr und mal weniger episch anmutenden Szenen gekonnt zu untermalen und schafft es so, eine dichte und atmosphärische Stimmung zu erzeugen. Die Soundeffekte sind durchaus ordentlich und leisten sich keine größeren Ausfälle.

Outcast: A New Beginning ist also gerade für SpielerInnen, die den ersten Teil der Reihe mochten, absolut empfehlenswert. Wer mit dem Erstling so überhaupt gar nichts anfangen konnte, wird auch mit Outcast: A New Beginning wenig Freude haben. Outcast: A New Beginning ist – um es abschließend zu sagen – ein durchaus ordentlicher Open-World-Action-Titel, der allerdings nicht jedem zusagen wird. Für Unentschlossene und absolute Serien-Neulinge gibt es in den jeweiligen Stores allerdings auch eine Demo zum Download.

 

Story

Unser Hauptcharakter Cutter Slade wird wiedergeboren und soll das Volk der Talaner aus der Sklaverei befreien und die Bedrohung durch die finsteren, außerirdischen Eroberer in die Flucht schlagen.

Gameplay

Die offene Spielwelt des Planeten „Adelpha“ ist weitläufig, vielseitig und lädt zum Erkunden ein. Mit unterschiedlichen Waffen, Munitionsarten und diversen Gadgets wie dem Jetpack beispielsweise, haben wir allerlei Möglichkeiten die Welt zu erkunden und die zahlreichen Gegner zu bekämpfen. Viele kleinere Quests statt große Hauptquests stehen an der Tagesordnung.

Grafik

Die tolle Weitsicht lässt die große Spielwelt förmlich erstrahlen. Auch die Texturen und Lichteffekte können glänzen. Was nicht glänzte, war die Performance auf Konsolen. Gerade vor dem ersten Patch plagte heftiges Tearing die ansonsten schöne Optik des Titels. Hin und wieder gab es auch mal mehr und mal weniger heftige Framedrops zu bestaunen.

Sound

Der tolle orchestrale Soundtrack untermalt das Geschehen gekonnt und setzt die meist recht mittelmäßigen Quests zumindest tontechnisch in ein gutes Licht. Die Soundeffekte sind durchweg ordentlich und leisten sich keine gröberen Patzer.

Sonstiges

Etwas mehr Waffentypen hätte der Titel durchaus vertragen können. Bei einem Spiel, in dem der Kampf eine so wichtige Rolle einnimmt, wie es bei einem Outcast-Ableger der Fall ist, sind zwei unterschiedliche Waffen schlichtweg zu wenig.

Bildmaterial: Outcast: A New Beginning, THQ Nordic, Appeal Studios

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