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Der Junge und der Reiher: Hayao Miyazakis neuer „Ghibli“ gewinnt begehrten Oscar

Hayao Miyazakis Der Junge und der Reiher hat den renommierten Acadamy Award für den besten Animationsfilm gewonnen.

In der Nacht von Sonntag auf Montag fand die prestigeträchtige Oscarverleihung statt. Nachdem der neueste Streifen aus dem Hause Studio Ghibli bereits den Golden Globe sichern konnte, setzte sich Der Junge und der Reiher nun auch im Oscar-Rennen durch.

Elden Ring Rectangle

Damit ist Hayao Miyazakis neuer Film erst der zweite Anime-Film, der mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. Der erste ging übrigens vor mittlerweile über 20 Jahren auch an ihn. Das war 2002 mit Chihiros Reise ins Zauberland.

Wer übrigens denkt, dass Der Junge und der Reiher das letzte Projekt von Hayao Miyazaki ist, hat weit gefehlt. Sein langjähriger Freund und Produzent Toshio Suzuki bestätigte, dass er bereits am nächsten Projekt werkelt.

Bildmaterial: The Boy and the Heron, Studio Ghibli, GKIDS

4 Kommentare

  1. Vielleicht auch noch ne Erwähnung wert: Godzilla Minus One hat, wie ich finde, recht überraschend den Oscar für die besten Spezialeffekte gewonnen. Hat mich sehr gefreut.


    Die deutschen Beiträge gingen leider leer aus, aber dieses Jahr waren sowohl national als auch international schon einige Brecher dabei.


    Bei "Der Junge und der Reiher" war es nach dem Gewinn des Globes zwar keine große Überraschung mehr, aber war wirklich verdammt wichtig für klassische Animation. Mit Spider-Man 2 hatte man da noch nen Konkurrenten, wo der Vorgänger ja bereits den Oscar damals abgeräumt hat. Denke, aber auch für die japanische Animationskunst war das mal wieder wichtig. Gönne ich vor allem Miyazaki auch nochmal. Man muss dann halt auch einfach mal anerkennen, wie wichtig das Studio Ghibli ist wenn es darum geht, die Handwerkskunst international zu repräsentieren. Den Academy Awards spricht man etwas verfrüht seine Relevanz zwar immer mehr ab, aber die Auszeichnung bringt einfach noch immer viel Prestige mit sich.


    Nach Chihiro hatte es Miyazaki nochmal mit "Das wandelnde Schloss" sowie "Wie der Wind sich hebt" geschafft, nominiert zu werden. Es sieht ansonsten relativ düster für japanische Animationsfilme bei den Academy Awards aus. Es gab bis zum jetzigen Oscar für den Reiher nur noch wenige japanische Beiträge, die überhaupt berücksichtigt wurden. Da waren in den letzten Jahren Platzierungen auf der Longlist schon mit das höchste der Gefühle. Selbst so ein Kassenschlager wie "Your Name" vor einiger Zeit hat da keinen Blumentopf gewonnen. Größtenteils liegt es auch daran, dass die Japaner wirklich nur wenig Filme zum Wettbewerb überhaupt zulassen und einsenden, andererseits hat man sich, wie ich selbst finde, in den letzten Jahren kaum weiterentwickelt. "Der Junge und der Reiher" ist ein Film, der komplett Back to Basics geht, etwas, was Kinder vielleicht heute sogar befremdlich vorkommen könnte, dass es in diesem Stil Zeichentrickfilme gibt.


    Da mir der Film einfach auch richtig gut gefallen hat, freut es mich da nochmal umso mehr. Schade, dass niemand vom Studio Ghibli da war, den Preis entgegenzunehmen. Dafür hat das Godzilla-Team aber ordentlich gefeiert.

  2. Es gab bis zum jetzigen Oscar für den Reiher nur noch wenige japanische Beiträge, die überhaupt berücksichtigt wurden. Da waren in den letzten Jahren Platzierungen auf der Longlist schon mit das höchste der Gefühle.

    Wir brauchen uns nichts vormachen, aber Oscars und generell die meisten Award Shows sind sehr auf "Made in Hollywood/USA" bzw "Westen" fokussiert. Dass irgendwas ausländisches, im speziellen aus dem (Ost)asiatischen Bereich, gewinnt, ist eine extreme Seltenheit.

    ich bin mir sicher, dass einige Preise widerwillig vergeben werden, weil sie müssen, da man ihnen sonst nachweisen kann, dass es rigged ist.

    Man sieht das ganz besonders an Musik Awards, welche wegen der gestiegenen Popularität auch Künstler aus Südkorea aufnehmen müssen. Aber sie wollen die Preise "unter sich" vergeben, also was macht man? Geau, man kreiert separate K-Pop Kategorien, um diese dorthin abzuschieben und westlichen Künstlern weiterhin die Hauptpreise in die Hand zu drücken damit es bloß nicht mal vorkommt, dass jemand den beliebten Stars den Preis wegnehmen kann.

  3. Muss hier leider sagen, voll unverdient. Ich wäre sehr interessiert, ob dieser Film diesen Award auch bekommen hätte, wenn es kein Ghibli/ Miyazaki Film wäre. Und dann auch immer wieder dieses "sein letzter Film"...

    Ich finde, das macht das ganze schon wieder eher manipulativ.

    Ich war echt enttäuscht von der Junge und der Reiher. Tatsächlich bin ich sogar für ein paar Minuten eingeschlafen.

    Bei Spider man 2 war ich 2 mal im Kino und beide male war es ein Fest. Sowas erlebe ich selten. Oft merke ich Dinge an, die mir dann beim zweiten Mal weniger gefallen.

  4. Für mich sind Animes und Ghibli Filme Kunst.
    Es gibt zumindest kein Animationsstudio, dass Hintergründe so detailliert gestaltet wie die aus Japan.
    Schon in simplen Slice of Life Animes sieht man wunderschöne Landschaften, in denen dann die Charaktere nachträglich reingepflanzt werden.

    Ich weiss nicht ob das bewusster Stil oder einfach Talentlosigkeit bei unseren westlichen Cartoons ist, aber wenn man dieses krakelige Spongebob oder American Dad ansieht und sich dann im Vergleich einen simplen Anime aus Japan heranzieht, kriegt man bei ersterem Augenkrebs.
    Die Spiderman Animationsfilme sind ja zum grössten Teil CGi basiert, ja fast schon schablonenartig während gerade Animes noch mit gewisser Liebe zur klassischen Handarbeit nachgesagt wird.
    Mir ist auch klar, dass die Japaner (insbesondere Künstler und Trickzeichner) dafür auch länger arbeiten, da dies immer noch zeitaufwendiger ist, aber was ich damit sagen will ist, dass ich mich für unsere westliche Kunst schon ein bisschen schäme, wenn man sieht, was der asiatische Raum in der Hinsicht alles aus der Feder zaubert.

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