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Nach Entlassungswelle: PlayStation will Arbeitsweise zu First-Party-Blockbustern „neu bewerten“

„PlayStation Studios“-Chef Hermen Hulst sagte, dass man im Rahmen der kürzlichen Entscheidung, weltweit 900 Mitarbeitende zu entlassen, „die Art und Weise, wie wir arbeiten, neu überdenkt“.

Am Dienstag kündigte Sony Interactive Entertainment eine Entlassungswelle in seinen Entwicklungsstudios an, darunter Insomniac und Naughty Dog in den USA sowie Guerrilla und Firesprite im Vereinigten Königreich. Das London Studio von PlayStation wird sogar vollständig geschlossen.

Als Hulst die Nachricht kommentierte, bestätigte er, dass die Entlassungen auch zur Einstampfung unbenannter Spieleprojekte geführt haben. Dazu gehört beispielsweise ein Live-Service-Game zu Twisted Metal, das bei Firesprite in Arbeit gewesen sein soll.

Arbeitsweise „neu bewerten“

„Unser Ziel bei PlayStation Studios war es schon immer, die besten Spiele für PlayStation-Fans zu entwickeln, und unsere globale Studio-Community repräsentiert einige der kreativsten und talentiertesten Teams der Spielebranche“, so Hulst.

Er erklärt: „PlayStation 5 befindet sich im vierten Jahr und wir befinden uns in einem Stadium, in dem wir einen Schritt zurücktreten und uns mit den Anforderungen unseres Unternehmens befassen müssen. Gleichzeitig hat unsere Branche anhaltende und grundlegende Veränderungen erlebt, die sich auf die Art und Weise auswirken, wie wir alle Spiele entwickeln und spielen.“

„Um die immersiven, narrativen Geschichten, für die PlayStation Studios bekannt ist, in der von uns angestrebten Qualität zu liefern, ist eine Neubewertung unserer Arbeitsweise erforderlich“, so Hulst weiter. „Die Bereitstellung und Aufrechterhaltung sozialer Online-Erlebnisse – die es PlayStation-Spielern und Spielerinnen ermöglichen, unsere Welten auf unterschiedliche Weise zu erkunden – sowie die Einführung von Spielen auf zusätzlichen Geräten wie PC und Mobilgeräten erfordert einen anderen Ansatz und andere Ressourcen.“

Einige Projekte werden eingestellt

Er fährt fort: „Um diese Herausforderungen zu meistern, mussten PlayStation Studios wachsen. Wir haben brillante und erfolgreiche Studios in unsere Familie aufgenommen. Wir haben in neue Technologien und Partnerschaften investiert. Wir haben Talente aus unserer gesamten Branche und darüber hinaus rekrutiert.“

„Aber Wachstum an sich ist kein Ehrgeiz. PlayStation Studios ist bestrebt, kontinuierlich Wege zur Zusammenarbeit zu finden. Wir arbeiten zusammen und bündeln unsere Anstrengungen, um sicherzustellen, dass wir Spiele entwickeln können, die die Grenzen des Spiels überschreiten und das liefern, was Sie von uns erwarten“, so Hulst.

Er erklärt die Konsequenz: „Wir haben uns unsere Studios und unser Portfolio angesehen, Projekte in verschiedenen Entwicklungsstadien bewertet und sind zu dem Schluss gekommen, dass einige dieser Projekte nicht vorankommen werden. Ich möchte klarstellen, dass die Entscheidung, die Arbeit an diesen Projekten einzustellen, keine Widerspiegelung des Talents oder der Leidenschaft der Teammitglieder sind.“

„Unsere Philosophie bestand schon immer darin, kreatives Experimentieren zu ermöglichen. Manchmal werden aus großartigen Ideen keine großartigen Spiele. Manchmal wird ein Projekt mit den besten Absichten gestartet, bevor Veränderungen im Markt oder in der Branche zu einer Planänderung führen“, erklärt Hulst. „Es macht mich zutiefst traurig, dass talentierte Menschen das Unternehmen verlassen. Ich habe so viel Bewunderung, Wertschätzung und Respekt für ihre Arbeit.“

via VGC, Bildmaterial: PlayStation

12 Kommentare

  1. Wir haben bereits eine mehr als ausreichend starke Hardware

    Wenn man sich zwischen Grafik- und Performancemodus entscheiden muss, so ist das für mich nicht die Definition von ausreichend starker Hardware.


    Vor 25 Jahren waren Konsolen wie Dreamcast dem PC sogar technisch voraus.

    Mittlerweile ist der Rückstand dessen, was auf Konsolen technisch möglich ist gegenüber dem, was generell technisch möglich ist, immer größer geworden. Ttotzdem wird krampfhaft versucht, spielemäßig mitzuhalten.

    Vielleicht sollte Sony es genauso machen wie Nintendo und sich komplett abkoppeln. Das ist ja ein überaus erfolgreiches Konzept. Wenn man keine Grafikbomben mehr entwickeln muss, kann man auch die Kosten senken.

  2. Es wirkt für mich momentan so als ob die AAA-Industrie komplett am außeinanderbrechen ist. Vermutlich sehen es die meisten Spieler anders aber ich denke dass die Spiele mittlerweile zu aufwendige sind was die Grafik angeht. Wenn ich z.B. das Remaster von Crisis Core mit dem FF7 Remake(Rebirth) vergleiche, so muss ich sagen dass mir eine Grafik wie in CC locker ausreichen würde.

    Letzten Endes ist das Problem heute eher dass Spiele nur noch flachen Inhalt bieten und um dieses Manko zu beseitigen, würde ich sehr gerne auf extreme Grafikpracht verzichten. Und das nächste Problem sind die offenen Spielwelten die nichts bringen außer sinnlosen Laufwegen aber gleichzeitig viel Entwicklungsgelder verschlingen. Und auch die Spielzeit von 50 Stunden+ wird oft nur erreicht weil man blöde Sidequests einbaut und diese mit langen Laufwegen paart. Ich habe noch kein Story Spiel in der heutigen Zeit gefunden was mich länger als 30 Stunden wirklich bei der Stange halten konnte. Meistens wird es ab 25 Stunden schon nervig und ich wünsche mir das Ende herbei.


    Das Problem ist ja zudem dass das Verhältniss zwischen Spielern und Publishern immer vergifteter wird. Die Kunden trauen den meisten Publishern nicht mehr weil man oft Vollpreise bezahlt aber dann doch nur Games bekommt, welche mit pay content zugekleistert sind. Dazu dann noch gestiegene Spielepreise von 80 Euro und Spiele die zum Release nicht fertig sind.

  3. Mich würde eher interessieren wie viele man zur Pandemie Zeit eingestellt oder welche Personen man genau entlässt sind es die Kaffee Trinker die nur den Prozess einer Entwicklung hindern oder sind es tatsächlich talentierte Entwickler. Wenn ich mir anschaue was da geschlossen wurde sind diese Studios ja nicht bekannt für irgendwelche nennenswerte Entwicklungen.


    Ich erwarte diese Art von Entlassungen auch bei Square Enix die kommenden Wochen da sich einige viel zu künstlich aufgebläht haben ohne genug zu Wirtschaften. Allgemein denke ich aber auch das es ein Globales Phänomen ist, da so ziemlich alles gegen die Wand fährt und der Kapitalismus am Endpunkt angelangt ist bzw. der Asiatische Markt wieder Interessanter werden wird.

  4. In Japan wird sowas nicht passieren, dort sind Mitarbeiter weitgehend gegen solche Kündigungswellen geschützt. Aus diesem Grund hat SIE auch sein Headquarter und seine Studios zunehmend in den Westen verlegt. In den USA oder Großbritannien, wo Arbeitsrecht nicht groß geschrieben wird, schmeißt Du eben die Belegschaft einfach raus wenn Du einen schlechten Tag hast. In Japan alles andere als einfach, auch wenn Japan kein Land ist wo arbeiten "Spaß" macht. Aber Belegschaft in Japan loszuwerden, nur weil man wachsen will? Sehr, sehr schwierig.


    PS: SE hat seine Weststudios auch größtenteils schon verscherbelt.


    Update: Guerilla Games streicht nun ebenfalls 10% der Stellen.

  5. Vor 25 Jahren waren Konsolen wie Dreamcast dem PC sogar technisch voraus.


    Der Vergleich hinkt aber schon stark da die Hardware Leistung gerade mitte der 2000er einfach explodiert ist und auch in den Letzten 5 Jahren wieder so stark angestiegen das man da vor 15 Jahren nur von hätte träumen können. Die Dreamcast wurde damals für 199$ verkauft was selbst mit inflantion heute 376$ wäre. Bau dir heute mal nen PC mit vergleichbarer Hardware zur PS5 und schau wie weit du damit wirklich kommst bzw was du schlussendlich auch zahlst.


    Die Konsolenhersteller sind sich natürlich im Klaren wie viel die Verbraucher ca bereit sind auf den Tisch zu legen und müssen dementsprechend auch die Konsomen Hardware anpassen. Sofern die Kunden zum Launch einer Konsolen Generation also nicht jereit sind 1000+€ auf den Tisch zu legen wird die Kluft zwischen PC und Konsole immer größer werden.....wobei ich dort allerdings glaube das wir uns ab der nächsten Gen wieder deutlich annähern denn selbst bei dem PC sind 4k @ 60/120 fps momentan so der große Standart weil 8k Endgeräte auch einfach noch nicht zu bezahlen sind. Daher denke ich wird man mit 4k @60 fps spätestens zur PS6 nen Sweetspot erreichen welcher nicht mehr so getoppt wird.

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