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Angespielt! Persona 3 Reload

Lange galten die Persona-Spiele als nischige Rollenspiel-Geheimtipps. Spätestens seit dem opulenten Auftritt der Phantomdiebe in Persona 5 genießt die Serie aber auch im Mainstream immerzu wachsende Popularität. Mittlerweile werden die ProtagonistInnen aus dem beliebten fünften Serieneintrag in aller Regelmäßigkeit durch diverse Genres getragen. Warum auch nicht – der kommerzielle Erfolg macht es möglich und das Ergebnis sind gelungene Spin-offs wie „Strikers“ und „Tactica“.

Mit Persona 3 Reload verschafft Atlus den Phantomdieben nun aber eine wohlverdiente Atempause. Stattdessen werden die HeldInnen aus dem beliebten dritten Serienteil noch einmal in den Fokus gerückt. Viele Serienfans schwören auf Persona 3 – nicht selten findet sich der Titel stolz an der Spitze entsprechender Bestenlisten wieder. Keine schlechte Idee also, auch diese Geschichte für ein größeres Publikum verfügbar zu machen.

„Reload“ soll Persona 3 dabei in neuem Glanze erstrahlen lassen – für das aufwendige Remake wurden offenbar keine Kosten und Mühen gescheut. Damit wir uns selbst davon überzeugen können, hat Atlus kürzlich nach Großbritannien eingeladen – wir sind der Einladung gefolgt. Ob es Atlus gelungen ist, das beliebte Rollenspiel von 2006 in die moderne Zeit zu tragen, lest ihr in den folgenden Zeilen.

Ein echter Augenschmaus

Fans der Serie wissen: Der Spielzeit-Zähler klettert bei Persona schnell mal in den dreistelligen Bereich, ehe der Abspann über den Bildschirm flimmert. Auch Persona 3 Reload dürfte hier nicht die große Ausnahme von der Regel werden. Im Rahmen der Anspielsession durften wir eine Stunde mit dem Spiel verbringen – ihr versteht also, dass sich lediglich Raum bot, an der Oberfläche von „Reload“ zu kratzen.

Eine Stunde ist aber mehr als genug Zeit, um das Offensichtliche zu erkennen: Persona 3 Reload sieht fantastisch aus. Der Titel begeistert mit einer detailverliebten und haarscharfen Optik, die bekannte Charaktere, Bilder und Motive modernisiert, ohne den Charme des Originals einzubüßen. Ganz im Stile von Persona 5 steuern wir unseren Protagonisten aus der Verfolger-Perspektive durch die Gänge der Schule, Straßen der Stadt oder auch das nahegelegene Wohnheim – quasi unser Hauptquartier. 

Hier verabreden wir uns dann zum nächtlichen Gang in den Tartarus. Der dämonische Turm erfreut alle paar Etagen mit einem frischen Anstrich – wir bewegten uns im Zuge der Anspielsession vor allem durch schaurige Korridore, deren Interieur an Alien-Künstler HR Giger erinnerte. Obskure Fratzen an Wänden und lebendige Wegsperren inklusive, versteht sich.

Was gibts Neues?

Im Tartarus bestaunen wir aber nicht nur außerweltliche Architektur, wir legen uns auch mit diversen Schatten an. Und das geht in Persona 3 Reload ähnlich geschmeidig von der Hand, wie wir es von Persona 5 gewohnt sind. Sprich, wir wählen per simplem Knopfdruck zwischen einfachen und magischen Angriffen und machen im besten Falle von den Schwächen unserer Feinde Gebrauch. Ihr kennt es. 

Neu dazu kommt die Theurgie-Mechanik. Die dürft ihr euch wie eine Art Spezialangriff vorstellen, der im Vorfeld aufgeladen werden möchte. Das tun wir durch diverse Kampfaktionen – jede Figur verfügt allerdings über persönliche Eigenheiten, durch die ihre Leisten flotter gefüllt werden können. Das kann etwa das Landen von kritischen Treffern oder das Heilen von KameradInnen sein. Einmal vorbereitet, entladen wir dann verheerende Angriffe auf unsere Feinde – auch die variieren von Charakter zu Charakter.

Und na klar: Auch in den Kämpfen profitiert „Reload“ natürlich von der visuellen Frischzellenkur. Sattes Effektfeuerwerk und schick inszenierte Gruppenangriffe erfreuen unser Auge so sehr wie es die Feinde ärgert.

Außerhalb des Tartarus winkt der serientypische Schulalltag. Wir sitzen morgens im Klassenzimmer und grübeln mit dem Ertönen der Schlussglocke, was wir mit dem restlichen Tag anfangen. Die Handvoll Tage, die wir im Zuge der Anspielsession erleben konnten, winkten bereits mit zahlreichen Möglichkeiten zur Nebenaktivität. Wir verbringen Zeit mit FreundInnen, bummeln durchs Einkaufszentrum oder experimentieren im Velvet Room mit unseren Personas. So kommen wir nicht zuletzt an praktische neue Theurgie-Skills.

Persona 3 in Bestform?

So düster Persona 3 Reload übrigens im Vergleich zu Persona 5 anmutet, muss sich der Titel nicht in Sachen Style verstecken. Von verspielten Menüs und frischen Anime-Sequenzen über die modische neue Garderobe der Gruppe bis zur einnehmenden Musik – „Reload“ trieft vor Coolness.

Davon ab ließ die neue Preview aber keine allzu großen neuen Erkenntnisse im Vergleich zu unserem ersten Angespielt! zu. Persona-Fans wissen im Grunde ziemlich genau, was sie erwartet. Fundamentale Neuerungen – abseits der bekannten – solltet ihr nicht erwarten und die sind vielleicht auch gar nicht nötig. In der kurzen Stunde mit dem Spiel griffen nämlich alle Systeme gut ineinander und versprachen für Neulinge die wohl beste Einstiegsmöglichkeit in den dritten Serienteil.

Große Kritikpunkte bleiben erfreulicherweise aus. Gruppenangriffe lassen sich etwa noch immer nicht überspringen, das kann – trotz cooler Inszenierung – irgendwann schlauchen, ist aber weit weg vom sprichwörtlichen Beinbruch. Wenn Atlus bislang also nicht Baustellen geschickt vertuscht hat, steht einem potenziellen RPG-Hit nicht viel im Wege.

Persona 3 bekommt die große Bühne, die es verdient

Persona 3 Reload nimmt sich das beliebte Rollenspiel zur Brust und ergänzt es um einige Neuerungen und Quality-of-Life-Ergänzungen. Vor allem aber verpasst es dem bewährten Abenteuer eine Frischzellenkur, die sich gewaschen hat. „Reload“ sieht hervorragend aus und hört sich hervorragend an. An das Gerüst von Persona 5 und damit an die moderne Zeit angepasst, dürfte das Remake schon bald ein gänzlich neues Publikum für den Fan-Favoriten erschließen. Die kurze Preview-Session ließ zwar keine allzu großen neuen Erkenntnisse zu, bestärkte aber nochmal den ohnehin bereits tollen Eindruck vom Spiel. Es müsste schon viel passieren, damit das noch in die Hose geht. Solltet ihr schon immer mit dem Gedanken gespielt haben, Persona 3 zu spielen, dürfte euch „Reload“ im kommenden Monat mit der besten Möglichkeit dazu einladen.

 

Bildmaterial: Persona 3 Reload, Atlus, P-Studio

23 Kommentare

  1. Für die Switch gibt es sogar physische Fassungen von P3P und P4 Golden. Gut, inzwischen würde man die Switch nicht mehr als "moderne" Plattform bezeichnen, da ja schon die Gerüchteküche brodelt zu einer Switch 2, aber man kann es spielen.

    Ach das waren die Limited Run Fassungen oder? Die sind ja wieder mit enormen Wartezeiten verbunden, aber stimmt die gabs noch. Ich bin da noch skeptisch. Ich hab noch soviel für die Switch zum zocken da kann die Switch 2 gern erst 2030 erscheinen. 1 und 2-1, 2-2 fehlen halt noch komplett. Die sammeln sich bei mir alle noch auf der PSP, da wären unzensierte Remakes auch was schönes. ^ ^

  2. Aber mal im Ernst, ich kann teilweise Filme aus den 40ern auf Blu-Ray finden und einfach auf nem Blu-Ray-Player spielen. Dass bereits Spiele aus der vorletzten Konsolengeneration nicht spielbar sind ohne Originalhardware ist frustrierend!

    Ich weiß, dass das nicht so einfach ist, aber trotzdem. In Sachen Präservation sind Games wirklich das schlimmste Medium, dass es gibt.

    Und solange sich daran nicht fundamental etwas ändert, sind jedwede Digital-Only-Diskussionen im Gaming obsolet - wollte ich nur noch mal latent off topic anmerken.

  3. Ach das waren die Limited Run Fassungen oder? Die sind ja wieder mit enormen Wartezeiten verbunden, aber stimmt die gabs noch. Ich bin da noch skeptisch. Ich hab noch soviel für die Switch zum zocken da kann die Switch 2 gern erst 2030 erscheinen. 1 und 2-1, 2-2 fehlen halt noch komplett. Die sammeln sich bei mir alle noch auf der PSP, da wären unzensierte Remakes auch was schönes. ^ ^

    Richtig, von Limited Run Games. Hab ich bestellt und hab P3P schon vor längerem geliefert bekommen.. Das ging diesmal deutlich schneller als ich erwartet hätte.


    Und ich hab ebenso noch genug zu zocken für die Switch. Sollen sich Zeit lassen.

  4. Hab mich heute mal in ein paar Reload Versionen vom Soundtrack reingehört und ich muss sagen ich bin nicht so begeistert von. Wahrscheinlich stellt mir hier meine Nostalgie ein Bein aber bisher gefällt mir da nix. Sind die Vocals die es mir verhauen.



    Von daher erstmal nen paar Monate vergehen lassen. In nem Sale oder so holen. Vielleicht kann man sich ja den OG Soundtrack ja einstellen.

  5. Richtig, von Limited Run Games. Hab ich bestellt und hab P3P schon vor längerem geliefert bekommen.. Das ging diesmal deutlich schneller als ich erwartet hätte.


    Und ich hab ebenso noch genug zu zocken für die Switch. Sollen sich Zeit lassen.

    Mit dem Switch-Spiele ist auch so eine Sache. Ich Persönlich hab nichts gegen Switch oder Nintendo, aber wenn ich auf eine Bildschirm Zocken möchte, dem leider kein 4K abspielt, dann möchte ich auch ein klares Bildformat Spielen. Leider wird es nur bis zu "Full-HD" angezeigt und wirkt so meine TV wie eine PS3-Spiel.


    Shin Megami Tensei V ist ein Beispiel dafür, da wird die Auflösung 1080p im TV klar zu sehen, dass einigen grobe Pixel entsteht zu Handheld-Modus ist die Auflösung zu 720p etwas glatter. Man kann eine 4K-Konvektor Adapter die wie man sagt auf 4K Auflösung abspielen und sieht viele glatter aus und die Pixel von Grafik ist verschwunden auch feiner dem je!


    Ich kenne diese Spiel auch aus dem PSP (war damals noch sehr Jung mit 19, wie die Zeitvergeht) und was ich mich noch daran erinnern kann, dass nie durchgespielt habe, da ich diese Spiel irgendwo im eine U-Bahn legen gelassen habe. Irgendwann wollte ich dem Frust eigentlich für Gebraucht kaufen kam aber nie dazu da es duzen von Games kam und hab es dann verdrängt bis diese Spiel selten und Teuer wurde bei Ebay.


    Kann mich nicht entscheiden, ob es für die Switch für besser geeignet ist (Bin meistens auch viel mit dem DB unterwegs ) da ich nur aus dem Zeit zur PSP kennen von des Spiel oder eh zu PS5-Fassung im großen TV im eine gemütlichen Sofa zu Zocken?

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