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Im Test! Red Dead Redemption Remastered

TitelRed Dead Redemption
Japan17. August 2023
Rockstar Games
Nordamerika17. August 2023
Rockstar Games
Europa17. August 2023
Rockstar Games
SystemNintendo Switch, PlayStation 4
Getestet fürNintendo Switch
EntwicklerRockstar San Diego
GenresOpen-World
Texte
Deutschland Nordamerika 
VertonungDeutschland Nordamerika 

Die Entwickler von Rockstar Games zählen bis heute zu den absoluten Meistern des Open-World-Genres. Mit der weltweit überaus erfolgreichen und gefeierten Grand-Theft-Auto-Reihe und anderen erfolgreichen Titeln wie Bully und Midnight Club, kann Rockstar Games unzählige hochkarätige Titel vorweisen.

Bereits im Jahre 2010 schafften es die Entwickler mit Red Dead Redemption gekonnt das Open-World-Genre mit einem ernsten und gnadenlosen Western-Setting zu kreuzen und schufen damit ein absolutes Meisterwerk. Der Titel erschien seinerzeit für PlayStation 3 und Xbox 360. Der eigentliche Ursprung der Red-Dead-Reihe war jedoch Red Dead Revolver aus dem Jahre 2004. Dieser Teil war jedoch eher ein Third-Person-Actionspiel und hat bis auf das Western-Setting nur wenig mit den beiden Red-Dead-Redemption-Teilen zu tun. Mit Red Dead Redemption 2 folgte im Jahre 2018 dann der heiß erwartete Nachfolger für PlayStation 4, Xbox One und später auch für PCs. Die Red-Dead-Reihe zählt bis heute zu den absoluten Meilensteinen des Open-World-Genres.

Lange Zeit gab es Gerüchte um ein eventuelles Remaster oder ein Remake des ersten Teils der Western-Reihe. Rockstar Games hielt sich, wie man es von ihnen gewohnt ist, stets bedeckt. Anfang August 2023 ließ Rockstar dann die Bombe platzen. Red Dead Redemption sollte schon am 17. August 2023 in einer überarbeiteten Remastered-Version für PlayStation 4 und Nintendo Switch erscheinen. Vorerst erschien der Titel lediglich als digitale Version zum Kauf beziehungsweise Download in den jeweiligen Stores. Am 13. Oktober folgte dann eine physische Handelsversion. Neben dem Hauptspiel selbst, ist auch der fantastische DLC „Undead Nightmare“ mit einer eigenen Story-Kampagne enthalten.

Ob die Remastered-Version von Red Dead Redemption und dem DLC Undead Nightmare auch heutzutage noch so begeistern kann wie zur Erstveröffentlichung im Jahre 2010 und ob sich die technischen Verbesserungen im Vergleich zum Original sehen lassen können oder doch eher in Grenzen halten, erfahrt ihr wie immer in unserem ausführlichen Test.

Der harte Wilde Westen

Die Geschichte von Red Dead Redemption spielt im Jahre 1911 in den Vereinigten Staaten von Amerika. Man übernimmt die Rolle von John Marston, einem ehemaligen gesetzlosen und ehemaligen Mitglied der Van-der-Linde-Gang. Ein waschechter Outlaw also, zumindest in der Vergangenheit war er das.

Denn John Marston möchte seine kriminelle Vergangenheit nun hinter sich lassen, wird dann jedoch aufgrund der Entführung seiner Frau Abigail und seines Sohnes Jack von Ordnungshüter Edgar Ross nach Armadillo in den fiktiven US-Bundesstaat New Austin beordert. Wie zu dieser Zeit üblich, war auch Edgar Ross ein korrupter Beamter und nur auf das eigene Wohl fixiert. Der korrupte Ordnungshüter möchte John einen zwielichtigen Deal vorschlagen. Er soll die Mitglieder der Van-der-Linde-Gang an die ortsansässigen Ordnungshüter verraten. Im Austausch wird John das Wohl seiner Familie versprochen. Eher eine Erpressung als ein Deal quasi.

Das ganze Vorhaben geht jedoch gehörig schief und John Marston findet sich in einer fast aussichtslosen Lage wieder. Nun muss er sich auf die beschwerliche Reise machen, um seine Frau und seinen Sohn zu befreien, um endlich ein normales Leben frei von Gewalt und Kriminalität führen zu können. Doch wird ihm das gelingen?

Das perfekte Open-World-Setting?

Welches Setting eignet sich wohl besser für einen Open-World-Titel als das Wild-West-Setting von Red Dead Redemption? Richtig, keines. Die schier endlosen Weiten der Prärie können auch heutzutage noch ins Staunen versetzen und lassen zu jeder Zeit richtiges Cowboy-Feeling aufkommen. Das Western-Setting ist zumindest meiner Meinung nach das perfekte Open-World-Setting, da man hier das Gefühl der Freiheit unglaublich gut vermitteln kann und darauf kommt es bei einer Open-World ja irgendwie auch an.

GTA-typisch kann man sich also frei durch diese schier endlose, offene Welt bewegen, bei unterschiedlichen Auftraggebern relativ vielseitige Missionen absolvieren und auch allerlei Nebenbeschäftigungen wie beispielsweise Poker-Matches nachgehen.

Speziell die Hauptmissionen fallen dabei recht vielseitig und abwechslungsreich aus. Mal überfällt man ganz klassisch einen fahrenden Zug. Mal muss man eine außer Kontrolle geratene Viehherde vor dem Absturz in die Tiefe bewahren. Viele Missionen enden, wie es sich für ein waschechtes Western-Abenteuer gehört, in wilden Schusswechseln.

Sollte man sich außerhalb der Missionen mal daneben und außerhalb des Gesetzes benehmen, rücken einem sofort die Ordnungshüter auf den Hals. In bester GTA-Manier gibt es verschiedene Fahndungsstufen, die anzeigen, wie sehr man gerade gesucht wird. Im Grunde ein Grand Theft Auto im Wilden Westen also.

Wenn Tote wieder auferstehen

»Ein Highlight der Remastered-Version von Red Dead Redemption ist ganz klar der DLC Undead Nightmare.«

Ein Highlight der Remastered-Version von Red Dead Redemption ist ganz klar der DLC „Undead Nightmare“. Dieser mit schwarzem Humor nur so vollgepackte DLC erzählt eine vom Hauptspiel unabhängige Geschichte.

Als unser Held John Marston eines Abends nach Hause zurückkehrt, ahnt er bereits nichts Gutes. In der kommenden Nacht wird Marston dann aufgrund eines Vorfalls aufgeweckt. Der Onkel ist zum Zombie geworden und ehe John reagieren und nach seiner Waffe greifen kann, sind auch schon seine Frau und sein Sohn mit dem tödlichen Virus infiziert.

John Marston ist aber natürlich niemand, der einfach aufgibt, und so fesselt er seine Frau und den Sohn in der Hoffnung, ein Gegenmittel für dieses Zombie-Virus auftreiben zu können, um diese wieder zu normalen Menschen machen zu können. John macht sich nun also auf, dieser mysteriösen Pest auf den Grund zu gehen und neben einem Gegengift auch die Ursache der Plage zu finden.

Speziell die teils wirklich humorvollen Missionen von Undead Nightmare sind absolut spielenswert. Leider fehlt der Remastered-Version von Red Dead Redemption der Multiplayermodus. Denn gerade Undead Nightmare konnte damals mit einem äußerst spaßigen Horde-Modus, in welchem man sich gegen dutzende Zombiehorden erwehren musste, glänzen.

Auch heute noch ansehnlich

Grafisch kann das Remaster von Red Dead Redemption auch heute noch überzeugen. Natürlich wirken die Texturen nicht mehr ganz so frisch wie damals. Immerhin sprechen wir hier aber auch von einem Titel aus dem Jahre 2010. Alles in allem ist die Optik aber auch heute noch schön anzusehen. Gerade die weitläufigen Landschaften können immer noch begeistern.

Auf Nintendo Switch läuft der Titel mit stabilen 30 Frames. Hier gibt es leider auch keine Möglichkeit, diese auf 60 Frames zu erhöhen. Für KäuferInnen der PlayStation-4-Version hat Rockstar Games erst vor kurzem ein Update veröffentlicht, welches es euch nun ermöglicht, die Remastered-Version mit vollen 60 Frames zu genießen. Allerdings ist dies nur auf PlayStation 5 möglich. SpielerInnen, die noch die PlayStation 4 nutzen, müssen sich also mit 30 Frames begnügen.

Ernüchternd sind jedoch die grafischen Anpassungen, die für die Remastered-Version vorgenommen wurden. Bis auf eine etwas höhere Auflösung wurde hier leider nicht wirklich etwas verbessert. Das heißt im Klartext, die Texturen, Charaktermodelle und Effekte bleiben unverändert. Hier hätte Rockstar wirklich mehr Aufwand investieren müssen, denn immerhin handelt es sich bei Red Dead Redemption ja um einen absoluten Rockstar-Meilenstein.

Romantisierter Wilder Westen

Der Soundtrack ist nach wie vor perfekt ausgewählt und untermalt das Geschehen stets passend. Zusätzlich verzückt der Titel mit knackigen Soundeffekten, wie beispielsweise realistischen Waffensounds, und schafft es daher gekonnt, uns zu jeder Zeit in die harte Welt des Wilden Westens abtauchen zu lassen.

Der Wilde Westen in Reinform

Die Remastered-Version von Red Dead Redemption ist ein zweischneidiges Schwert. Auf der einen Seite kann der Titel immer noch mit tollem Design, fantastischen Missionen, äußerst witzig geschriebenen Charakteren und einer interessanten Spielwelt glänzen.

Auf der anderen Seite wurde für meinen Geschmack jedoch zu wenig auf der technischen Ebene verbessert. Nur die Auflösung etwas zu erhöhen, halte ich schlichtweg für zu einfach und zu simpel gedacht. Hier hätte Rockstar auch die Texturen, Effekte und Modelle aufpolieren müssen. Immerhin reden wir hier ja nicht von irgendeinem Rockstar-Spiel. Zumindest soundtechnisch ist das Remaster aber wie auch das Original über jeden Zweifel erhaben und lässt Western-Feeling pur aufkommen.

Ein weiterer ärgerlicher Fakt ist, dass der Titel auf Nintendo Switch lediglich mit 30 Frames spielbar ist. Zumindest SpielerInnen, die den Titel auf PS5 spielen, können dank des letzten Updates nun die vollen 60 Frames nutzen. Vielleicht wären mit etwas Optimierung auch 60 Frames auf Switch möglich gewesen.

Für Red-Dead-Neulinge ist die Remastered-Version von Red Dead Redemption also ein absoluter Pflichtkauf. SpielerInnen, die das Original und auch den DLC Undead Nightmare bereits kennen, können auch getrost auf die Remastered-Version verzichten. Bis auf eine etwas erhöhte Auflösung bietet das Remaster leider keinen klaren Kaufgrund für SpielerInnen, die das Original bereits kennen und gespielt haben.

 

Story

John Marston wird erpresst und soll die ehemaligen Verbündeten der Van-der-Linde-Gang an die Ordnungshüter verraten. Im spaßigen DLC Undead Nightmare erwachen die Untoten zum Leben und sorgen für Chaos. Spaßig und schräg zugleich.

Gameplay

Open-World-Gameplay à la GTA. Viele spannende Missionen und viele Nebenbeschäftigungen füllen die Spielwelt.

Grafik

Tolle Optik und das Art-Design sind über jeden Zweifel erhaben. Leider wurde für das Remaster nur die Auflösung etwas erhöht. Zu wenig für solch einen wichtigen Titel.

Sound

Nach wie vor fantastisch. Der tolle Soundtrack und die passenden Soundeffekte versprühen Wild-West-Atmosphäre pur.

Sonstiges

Leider nur auf PS5 in 60 Frames spielbar. PS4- und Switch-NutzerInnen müssen sich mit 30 Frames begnügen.

Bildmaterial: Red Dead Redemption, Rockstar Games

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