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Im Test! Lies of P

TitelLies of P
Japan19. September 2023
Neowiz
Nordamerika19. September 2023
Neowiz
Europa19. September 2023
Neowiz
SystemPlayStation 4/5, Xbox Series, Xbox One, PC
Getestet fürPlayStation 5
EntwicklerRound8 Studio
GenresAction-Adventure
Texte
Deutschland Nordamerika 
VertonungDeutschland Nordamerika 

Mit Lies of P haben die südkoreanischen Entwickler von Round8 Studio ein richtig interessantes und vielversprechendes Soulslike im Gepäck. Ein besonderes Highlight des Titels ist nämlich das Setting, denn für Lies of P diente die italienische Kinderbuchfigur Pinocchio als Vorlage. Eine spannende Mixtur aus Märchenvorlage und düsterem Soulslike erwartet uns hier also.

Offiziell angekündigt wurde der Titel erstmals im Mai des Jahres 2021. Der Publisher Neowiz zeigte während der Gamescom 2022 dann erstmals einen Gameplay-Trailer zum mittlerweile schon heiß ersehnten Pinocchio-Abenteuer. Die Erwartungen der geneigten Spielerschaft wuchsen schnell und schon bald mauserte sich Lies of P zu einem der am sehnlichst erwarteten Titel des Jahres 2023. Am 19. September 2023 erschien der Titel endlich für PlayStation, Xbox und PCs.

Kann die durchaus interessante Mixtur aus kindgerechter Märchenvorlage und düsterem und knallhartem Soulslike gelingen oder hätten sich die Entwickler hier doch lieber für eine etwas Genre-gerechtere Vorlage entscheiden sollen? Das und mehr erfahrt ihr natürlich wie immer in unserem ausführlichen Review.

Die Stadt Krat ist dem Untergang geweiht

Dank der neu entdeckten und revolutionären Energiequelle namens „Ergo“ war es nun möglich, Puppen lebendig werden zu lassen. Diese Puppen wurden in erster Linie als Hilfsarbeiter in der Stadt Krat eingesetzt. Der Erfinder dieser neuartigen Puppentechnik war kein Geringerer als der weltberühmte Gepetto, der auch Pinocchio erschuf.

Um die Sicherheit und Ordnung stets zu gewährleisten und sicherzugehen, dass keine Menschen zu Schaden kommen, sind die Puppen an den sogenannten „Bund“ gebunden. Der Bund ist eine Art Kodex, welcher es den Puppen untersagt, den Menschen zu schaden beziehungsweise sie anzulügen. Dennoch kam es eines Tages zu einem technischen Defekt, welcher dazu führte, dass sich die Puppen nicht mehr an den Kodex des Bundes hielten und eine Revolte gegen die Menschen starteten. Die Puppen entwickelten daraufhin auch eine eigene Sprache, die die Menschen nicht verstehen konnten. Während dieser Revolte wurde fast die gesamte menschliche Bevölkerung der Stadt Krat ausgelöscht.

Doch als wäre dies noch nicht Schicksal genug, plagt Krat auch eine teuflische Krankheit, welche „Versteinerungskrankheit“ genannt wird. Diese lässt ihre Opfer zuerst erblinden, bevor sie zu Stein werden und daraufhin sterben. Ein mysteriöser Nebeneffekt ist außerdem die Tatsache, dass die Krankheit die Menschen auch in abscheuliche Kreaturen verwandeln kann. Ein übler Nebeneffekt einer ohnehin schon abscheulichen Krankheit quasi.

Mehr als nur eine Puppe

In Lies of P übernehmen wir die Rolle von Pinocchio, welcher natürlich ebenfalls eine zum Leben erweckte Puppe ist. Allerdings kämpft Pinocchio auf der guten Seite und versucht mit allen Mitteln, die teuflische Puppenarmee und auch die Versteinerungskrankheit zu bezwingen. Eine große Aufgabe für eine einzelne Puppe also. Aber schließlich handelt es sich hier ja nicht um irgendeine Puppe.

Mit Gepettos Unterstützung und der neuen Technik, welche extra für Pinocchio angepasst wurde, stehen die Chancen für unseren tapferen Helden also gar nicht mal so schlecht.

Die Souls-Formel perfekt ausgeführt

Im Kern ist Lies of P ein klassisches Soulslike, wie man es kennt. Die wunderschön gestaltete und unheimlich atmosphärische Spielwelt erinnert von Sekunde eins an die großen FromSoftware-Vorbilder wie Bloodborne. Was aber ja keinesfalls schlecht ist. Dennoch hat Lies of P durchaus auch seinen eigenen Charme und die bizarre und von Puppen beherrschte Welt ist obendrein nicht ganz so düster, wie es bei einem Bloodborne der Fall ist.

Eine interessante Neuerung ist auf jeden Fall die Waffenmechanik von Lies of P. Anders als bei den FromSoftware-Titeln oder anderen Soulslikes, ist es bei Lies of P nun möglich, die Waffen frei nach dem eigenen Geschmack umzubauen. So ist es beispielsweise möglich, die Klinge eines Schwerts auch mit dem Griff einer Axt oder eines Schlagstocks zu kombinieren. Je nach Waffenkombination erhält man so eine völlig andere Waffe mit komplett anderem Moveset. Eine tolle Idee, welche wieder etwas frischen Wind in das eigentlich schon etwas eingefahrene Genre bringt.

Obendrauf gibt es auch noch den mechanischen Puppenarm, welcher wie bei Sekiro beispielsweise einige Extras zu bieten hat. Mit einem Seil kann man sich so beispielsweise schnell von Gegner zu Gegner schwingen oder auch ein Spezialschild lässt sich mit dem Puppenarm aktivieren. Für genügend Anpassungsspielraum, was das Kampfsystem anbelangt, ist also bestens gesorgt.

Anspruchsvoll, aber nicht unmöglich

Was vielen SpielerInnen oft negativ auffällt, wenn es um das Souls-Genre geht, ist der teils extreme und anspruchsvolle Schwierigkeitsgrad, den die Titel für gewöhnlich haben. Lies of P ist da eine kleine Ausnahme, denn auch wenn das Spiel durchaus nicht einfach ist, so ist es dennoch nicht ganz so schwer wie beispielsweise ein Bloodborne oder Sekiro. Gerade für Anfänger oder Genre-Neulinge ist der Titel also durchaus eher zu empfehlen, wenn man sich nicht sofort in schier endlose Frustmomente stürzen möchte.

Speziell die schweißtreibenden Bosskämpfe haben es in sich, sind aber mit genügend Konzentration durchaus zu meistern. Wo ich bei einem typischen Soulslike schon mal 5–10 Versuche pro Boss benötigte, bin ich bei Lies of P oft schon nach dem zweiten oder dritten Versuch erfolgreich aus dem Kampf gegangen. Der Titel ist auch deutlich verzeihlicher, sollte man die Skillpunkte mal nicht akkurat verteilt haben oder das ein oder andere Item noch nicht richtig beherrschen.

Auch das Kampfsystem von Lies of P kann man am ehesten mit einem Bloodborne oder Sekiro vergleichen, da es hier, wie auch bei den beiden FromSoftware-Vorbildern, deutlich aktiver und aggressiver zugeht, als es beispielsweise bei einem Dark Souls der Fall ist.

Epische Bosskämpfe und eine große Spielwelt

»Wie es sich für ein ordentliches Soulslike gehört, liegt der Fokus natürlich auch bei Lies of P auf den epischen und fordernden Bosskämpfen und der recht großen und vielseitigen Spielwelt.«

Wie es sich für ein ordentliches Soulslike gehört, liegt der Fokus natürlich auch bei Lies of P auf den epischen und fordernden Bosskämpfen und der recht großen und vielseitigen Spielwelt. Es gibt unheimlich viel zu entdecken und speziell die Designs der Bossgegner sind wirklich fantastisch ausgefallen. Anders als bei vielen anderen Vertretern des Souls-Genres setzen die Entwickler hier also auf eine durchgängige und miteinander verbundene Spielwelt. Das trägt meiner Meinung nach extrem zur Immersion bei und fühlt sich einfach dynamischer an, als es beispielsweise bei einem Nioh oder Wo Long: Fallen Dynasty der Fall war.

Lügen darf man nicht

Eine Besonderheit, die Lies of P etwas vom typischen Souls-Einheitsbrei abhebt, ist das Moralsystem. Man wird im Spielverlauf öfter vor die Wahl gestellt, zu lügen, oder aber die Wahrheit zu sagen. Oft kann man sich so einen kleinen Vorteil, wie beispielsweise ein besonderes Item, erhaschen. Je öfter man lügt, desto menschlicher wird Pinocchio im Spielverlauf. Am Ende des Spiels warten dann unterschiedliche Enden auf die SpielerInnen. Spielerisch hätte das Moralsystem aber ruhig etwas mehr Einfluss haben dürfen. Gerade bei einem Titel mit Pinocchio-Setting. Denn hier gehört das Lügen ja quasi mit zur Charakterentwicklung dazu.

Eine Optik, auf die auch Gepetto stolz wäre

Grafisch macht Lies of P ebenso eine absolut saubere Figur. Auch wenn der Titel noch mit der mittlerweile etwas angestaubten Unreal Engine 4 entwickelt wurde, so sehen die Stadt Krat und auch die Charaktermodelle selbst einfach fantastisch aus.

Die tollen Reflexionen und Lichteffekte verleihen dem Titel einen besonderen Charme und lassen die Welt lebendig wirken. Auch die Texturen können glänzen und lassen keine Wünsche offen.

Während unserer Testperiode lief der Titel außerdem stets flüssig mit 60 Frames im Performance-Modus auf PlayStation 5.

Auch soundtechnisch nicht von schlechten Eltern

Auch auf die Ohren gibt es einiges bei Lies of P. Die melancholischen Melodien, toll abgemischte Soundeffekte und die perfekt passende und stimmige Synchronisation machen einen fantastischen Eindruck und können sich absolut sehen, beziehungsweise hören lassen.

Fazit

Lies of P ist im Kern ein klassisches Soulslike, wie man es auch erwartet. Anspruchsvolle und epische Bosskämpfe mit toll designten Gegnern und einer großen und interessanten Spielwelt sind also das Hauptaugenmerk des Titels. Gerade die Bosskämpfe fallen aber etwas einfacher und einsteigerfreundlicher aus, als es bei anderen Genre-Vertretern meist der Fall ist.

Obendrauf gibt es mit der neuen Waffenmechanik, welche es ermöglicht, dass man jede Waffe nach eigenem Ermessen umbauen kann, einen interessanten neuen Ansatz. Auch der mechanische Puppenarm bringt frischen Wind in das typische Souls-Gameplay. Vergleichen kann man Lies of P am ehesten mit einem Bloodborne oder einem Sekiro, da der Kampf deutlich aggressiver ausfällt als beispielsweise bei einem Dark Souls.

Auch optisch und soundtechnisch kann der Titel glänzen. Die schön gestaltete Spielwelt und die tollen Charaktermodelle gepaart mit dem passenden Soundtrack lassen keine Wünsche offen und transportieren die wunderbar beklemmende Atmosphäre gekonnt.

Lies of P ist für alle Fans und Liebhaber des Souls-Genres sowieso absolutes Pflichtprogramm. Aber auch Genre-Neulinge, denen Titel dieser Art sonst eigentlich zu schwer sind, können einen Blick riskieren, da die Entwickler von Round8 Studio in Sachen Schwierigkeitsgrad etwas Gnade walten ließen. Als Gesamtpaket kann man Lies of P also vielleicht sogar als einen der besten Vertreter des Souls-Genres überhaupt bezeichnen. Absolute Kaufempfehlung von meiner Seite aus also.

 

Story

Die Stadt Krat wurde von dämonischen Puppen und Monstern überrannt. Auch eine mysteriöse Krankheit treibt ihr Unwesen und unser Held Pinocchio soll es nun richten. Eine Mammutaufgabe, aber schließlich handelt es sich hier ja nicht um irgendeine Puppe.

Gameplay

Typisches Souls-Gameplay mit schnellen Kämpfen, fantastischen Bossfights und vielen Waffen, mit denen man den zahlreichen Gegnern die Lichter ausmachen kann. Die neue Waffenmechanik lässt euch die Waffen untereinander kombinieren.

Grafik

Die eigentlich schon angestaubte Unreal Engine 4 sorgt immer noch für tolle Reflexionen, Lichteffekte und Texturen und lässt die Welt von Lies of P förmlich erstrahlen. Mit butterweichen 60 Frames macht das gleich noch mehr Spaß.

Sound

Ein toller Soundtrack gepaart mit stets passenden Effekten ergeben ein tolles und atmosphärisches Erlebnis.

Sonstiges

Das Moralsystem hätte etwas mehr Einfluss auf das aktuelle Spielgeschehen haben dürfen.

Bildmaterial: Lies of P, Neowiz, Round8 Studio

 

7 Kommentare

  1. Hatte letzte Woche mal rein gespielt, etwas über den Demo Umfang hinaus (Rathaus Boss gelegt) und kann bestätigen, daß es etwas verzeihlicher ist, als Bloodborne und erst recht Sekiro. 1+2 Versuche haben bei den Bossen gereicht und ich hatte über 38C° Fieber und war nicht so konzentriert. Also würde es auch für Souls Likes Einsteiger empfehlen.😁

    Auch in allen sonstigen Punkten bin ich ganz beim Test!

  2. Wenn du schon am 1. Boss zu kämpfen hattest dann wirst du eine extrem harte Zeit haben ^^ Ab einem gewissen Boss ungefähr bei ~25% des Spieles macht das Game eine enorme Schierigkeitskurve nach oben. Besagter Boss und sogar 3 weitere sind mit dem gestrigen Patch sogar schon generft wurden aber trotzdem ist das Game nicht ohne.


    Hab einige wirkliche Souls Veteranen auf Youtube aboniert und die meisten sind sich einig das wir hier eines der schwersten klassischen Soulslikes haben. Dem würde ich ehrlich gesagt bisher auch zustimmen. Bin zwar selber noch nicht durch nähere mich aber dem Ende und es gibt bisher einige Bosse wo ich teilweise 2-3 std drann saß teilweise sogar noch länger.

    Danke, das wollte ich gerade fragen, da ich bis jetzt beides gehört habe: Tests die sagen, es sei einfacher als Souls und andere die sagen, dass es ab 'nem Punkt stark anzieht und auch Veteranen zu knabbern haben.


    Macht die Entscheidung für mich leider nicht einfacher XD

  3. Ich gehe mit der Review größtenteils d´accord, aber ein EINSTIGERSOULS? Nope. Niemals. Never ever! Ich habe schon einiges an Erfahrung im Genre. Ich bin kein Profi, hab aber alle Fromsoft-Titel durch und Sekiro sogar auf Platin (ich bin ein stolzer Stollen!)

    Und ich halte Lies of P gerade im Bereich seiner Bosse für einen der härteren Brocken des Genres. Der erste Boss geht noch, aber sonst geht´s mir da wie @DantoriusD. An einigen der Bosse hab ich gut 2-3 Stunden gegrindet und ich bin gerade mal ungefähr bei der Halbzeit.

    Scheint auch generell so die Ansicht zu sein, dass es zu einem der härteren Vertreter gehört.


    Reden wir von reinen Bosskämpfen, habt ihr eine weitaus einfachere Zeit mit dem ersten Dark Souls (Ornstein und Smough sind wirklich nicht so hart) oder vor allem Demon´s Souls, welches im Verhältnis des Genres mittlerweile geradezu lächerlich einfache Bosse hat.

    Beide Titel sind dafür härter in der Erkundung und bei den normalen Kämpfen. Hier ist Lies of P recht leicht, gerade auch deshalb, weil man die einzelnen Gebiete sehr linear abarbeitet und nicht wie in Dark Souls 1 zumeist mehrere Optionen hat, wo man hingehen kann.

    Erhöht aber auch die Schwierigkeit bei den Bossen, weil man an nem Boss nicht vorbei kommt, wenn man Probleme hat. Entweder schafft ihr den Boss, oder ihr kommt nicht weiter, so einfach ist das!


    Ehrlich, ich kann jedem Einsteiger nur dringend raten, die Finger von dem Spiel zu lassen!

    Falls ihr einen angenehmen Einstieg ins Genre sucht, empfehle ich euch eher Spiele wie Code Vein, Steelrising oder Asterigos Curse of the Stars.

    Bei Ersterem habt ihr standardmäßig durchaus einen KI-Partner an der Seite, der euch das Leben deutlich erleichtert, letztere beiden geben euch mehrere Optionen, die euch den Einstieg einfacher machen. Asterigos hat sogar klassisch anwählbare Schwierigkeitsgrade!


    Verdammt, je nachdem, wo ihr eure Stärken seht, wären auch Demon´s Souls und Dark Souls 1 vermutlich leichtere Einstiege als Lies of P, zumindest, was die Bosse angeht.

  4. Hatte die Demo gespielt und da bin ich schon am ersten Haupt Boss gescheitert. :D

    Und ich schon am ersten größeren Gegner... xD


    Hab bisher keinerlei Souls Erfahrung und wollte es eigentlich gerne spielen, weil ich Hauptcharakter und das gesamte Design echt schön und ansprechend finde. Aber nach der Demo war ich raus... also einsteigerfreundlich würde ich das jedenfalls nicht nennen 😅


    Schade, dass die Lügenmechanik dann doch keine ganz so großen Auswirkungen hat oder viel Spielzeit einnimmt.

  5. Ich liebe das Spiel. Es ist so Souls wie es sonst nur von From Software sein kann und das ist.. ehrlich gesagt echt krass. Es ist eins ob ich Mechaniken nehme, was ähnliches mache und dann was nettes neues erschaffe oder ob ich die Rezeptur erfolgreich zu 99% anzuwenden schaffe, mit einem neuen Thema, einer neuen Welt. Ich habe nicht soviele Daumen wie ich dafür heben möchte. Für mich klar ein Kandidat für mein persönliches Spiel des Jahres.

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