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Im Test! Final Fantasy XVI

TitelFinal Fantasy XVI
Japan22. Juni 2023
Square Enix
Nordamerika22. Juni 2023
Square Enix
Europa22. Juni 2023
Square Enix
SystemPlayStation 5
Getestet fürPlayStation 5
EntwicklerSquare Enix – Creative Business Unit III
GenresAction-Rollenspiel
Texte Deutschland Nordamerika Japan
VertonungDeutschland Nordamerika Japan

Selbst, wenn man nichts mit der Welt japanischer Rollenspiele zu tun hat: Final Fantasy dürfte so ziemlich jedem Videospiel-Fan ein Begriff sein. In mittlerweile über 35 Jahren hat die Serie allerhand Entwicklungen, aber auch die einen oder anderen Experimente durchgemacht. Trotzdem – oder vielleicht auch gerade deswegen – horchen Branche, Medien und Fans nach wie vor gespannt auf, wenn ein neuer Titel der Hauptserie angekündigt wird.

Final Fantasy XVI hatte bei seiner Enthüllung ein besonders schweres Kreuz zu tragen. Der Vorgänger machte vor allem durch seine abenteuerliche Entwicklungsgeschichte Schlagzeilen. Eine unvollständige Erstveröffentlichung ließ viele Fans – und diverse Design-Entscheidungen zumindest einen Teil von ihnen – enttäuscht zurück.

Ein schweres Erbe also, das es da anzutreten galt. Und dessen sich Sympathieträger Naoki Yoshida letztlich annahm. Für viele Fans ein echter Lichtblick, gilt der Produzent doch als Retter des Online-Ablegers Final Fantasy XIV, das mittlerweile eine gewaltige Fanbase hinter sich versammelt. Aber selbst auf SpielerInnen, die bisher wenig mit dem MMORPG am Hut hatten, springt die Zuversicht in Yoshida und sein Team merklich über.

Natürlich nicht ohne jeden Zweifel. Immerhin machten Yoshida und sein Team bereits mit der ersten Präsentation des Spiels deutlich, dass uns mit Final Fantasy XVI der nächste Richtungswechsel bevorstünde. Das düstere Fantasy-Setting und die selbstbewusste Action-Ausrichtung dürfte entsprechend in den letzten Jahren Befürworter wie Skeptiker gefunden haben.

Nun dürfen sich beide Parteien selbst ein Bild machen – nach langer Wartezeit ist Final Fantasy XVI nämlich endlich da. Ob der Titel den gewaltigen Erwartungen gerecht werden kann, lest ihr im folgenden (spoilerfreien) Test.

Startschuss mit Paukenschlag

Fallen wir mit der Tür ins Haus, das tut Final Fantasy XVI nämlich auch. Das Spiel startet augenblicklich mit einem spektakulären Paukenschlag. Die Nachricht ist deutlich: Dieses Spiel hat – im wahrsten Sinne – Feuer und setzt selbstsicher auf beeindruckenden Bombast.

Bevor es nach einem rasanten Start spektakulär weitergeht, reisen wir aber in entspanntere Zeiten zurück. Unser Abenteuer beginnt in Rosalith, der Hauptstadt des Großherzogtums Rosaria. Hier schlüpfen wir in die Rolle von Clive Rosfield, dem erstgeborenen Sohn des Großherzogs Elwin. Zum Start der Handlung noch ein Jungspund, füllt er bereits die wichtige Funktion als Schild seines jüngeren Bruders Joshua aus. Trotz adliger Abstammung hat es nämlich auch der Zweitgeborene nicht leicht. Als Dominus der Esper Phönix, steht Joshua quasi im Mittelpunkt des Herzogtums.

Trotzdem: Das Leben in Rosaria ist gut. Sowohl der Adel als auch das einfache Volk erfreuen sich an einem angenehmen Dasein – keine Selbstverständlichkeit, wird Valisthea doch langsam von der sogenannten Fäule heimgesucht. Der vermeintliche Frieden währt aber nicht lang. In einer verhängnisvollen Nacht kommt es zum verräterischen Überfall auf die rosarischen Truppen. Die Ereignisse überschlagen sich – das Großherzogtum, wie es bis zu jenem Tage bestand, bricht in sich zusammen.

Clive wird vom Wunsch nach Vergeltung angetrieben.

Dreizehn Jahre später plagt sich Clive mit Schuldgefühlen und dem Durst nach Rache. Im Gegensatz zu ihm, hat sein Bruder Joshua die „Nacht der Flammen“ nämlich nicht überlebt. Vom feindlichen Kaiserreich zum Soldaten versklavt und gebrandmarkt, führt der einstige Schild seine neue Aufgabe wie betäubt aus – immerzu auf der Suche nach Antworten und vor allem dem Mörder seines Bruders.

Final Fantasy trifft Game of Thrones

Ja, die ersten Stunden begrüßen uns nicht nur mit Spektakel, sondern ebenso mit einem einnehmend emotionalen Story-Auftakt, inklusive allerhand Tragik. Wem möchte man es verübeln, wenn da bereits nach kurzer Zeit die ersten Tränen kullern. Zumal sich Final Fantasy XVI in Sachen Tonfall verhältnismäßig kompromisslos präsentiert. Intimität, Intrigen, Verrat, Gewalt und Tod – all das bekommen wir nicht nur durch die Blume, sondern ziemlich direkt aufgetischt.

Der bemühte Vergleich fällt häufiger mal, hier ist er aber mehr als angebracht: Gerade zum Einstieg fühlen wir uns mehrfach an Game of Thrones erinnert – mal subtiler, häufiger aber auch mal mit der Faust ins Gesicht. Das Team hinter dem Spiel betonte im Vorfeld oftmals, sich von der beliebten Serie inspiriert lassen zu haben. 

Das merkt man und ist auch gar nicht schlimm. Zum einen kanalisiert Final Fantasy XVI diese Inspiration nämlich wirklich gekonnt und zum anderen entspinnt sich aus dem einnehmenden Einstieg bald eine fesselnde Geschichte, die sich in eine ganz eigene Richtung entwickelt und mehrfach mit unseren Erwartungen zu spielen weiß. 

Das Leitthema der Vergeltung durchzieht dabei in unterschiedlicher Ausprägung die gesamte Handlung, wenngleich ihr beruhigt sein dürft: Es bleibt nicht bei einem einfachen Rachefeldzug, wie er sich zu Beginn andeutet. Final Fantasy XVI hat da deutlich größere Pläne.

Fulminanter Bombast und intime Charaktermomente

Von diesen möchte ich euch aber nichts verraten. Nur so viel: Gefiel euch der Einstieg – den ihr sicher alle bereits im Rahmen der Demo erlebt habt – stehen die Chancen ziemlich gut, dass euch auch die weitere Geschichte abholt.

Yoshida betonte im Vorfeld, dass das Team einen großen Fokus auf die Story gelegt habe – man wolle eine vollständige, in sich geschlossene und fesselnde Geschichte erzählen, hieß es. So viel sei verraten: Das ist zweifelsohne gelungen. Final Fantasy XVI erfindet das Rad vielleicht nicht neu, aber das muss es auch gar nicht. Es erzählt seine epische Geschichte nämlich klar, stilsicher und mit immerzu beeindruckenden Bildern. Da legt man dann auch gern den Controller beiseite, wenn sich eine neue – gern mal ausufernde, aber ebenso mitreißende – Zwischensequenz ankündigt. 

Es sind aber natürlich nicht nur die groß angelegten politischen Konflikte und intriganten Machenschaften verfeindeter Nationen, die hier das Interesse zu wecken wissen. Vor allem ist es die Schar an vielschichtigen Charakteren, die uns im Laufe des Abenteuers gehörig ans Herz wächst und im Sinn bleibt. Eine Handvoll kennt ihr vielleicht schon, viele mehr folgen aber im Verlauf des Spiels. Final Fantasy XVI schafft hier regelmäßig den Spagat zwischen fulminantem Bombast und intimen Charaktermomenten – und das macht schlichtweg großen Spaß!

Action groß geschrieben

Stichwort „Bombast“: Natürlich schauen wir Final Fantasy XVI nicht nur, wir spielen es auch. Ja, ihr müsst Spaß an langen Story-Sequenzen mitbringen, aber: Genauso oft wie zum Popcorn, greifen wir selbstverständlich auch zum Schwert.

Und hier kommen wir dann auch zum eingangs erwähnten Richtungswechsel: Final Fantasy XVI wird gewiss spalten. Der Titel schreibt das „Action“ in „Action-Rollenspiel“ groß und mit Ausrufezeichen. Kamen Echtzeit- und Kommando-Elemente in jüngeren Ablegern gern mal schüchtern zusammen, geht Final Fantasy XVI keine Kompromisse ein. Hier fühlen sich zum Start vermutlich eher „Devil May Cry“-SpielerInnen als Rollenspiel-Fans heimisch. Wenn ihr also so gar nichts mit dem Stylish-Action-Genre anfangen könnt, sieht es unter Umständen etwas düster für euch aus. Aber wenn ihr euch auf die spielerische Neuausrichtung einlassen könnt, dann seid versichert: Es erwartet euch jede Menge Spaß. 

Das reine Echtzeit-Kampfsystem setzt weniger auf ausgeklügelte Taktiken als vielmehr auf Dynamik, schnelle Reaktion und flinke Finger. Genrefremde Serienfans müssen den Kopf aber nicht in den Sand stecken. Der Vergleich mit Devil May Cry ist zwar akkurat – Final Fantasy XVI gestaltet sich aber ein ganzes Stück einsteigerfreundicher. Ihr dürft euch sicher sein, bereits nach kurzer Eingewöhnungszeit hübsche Kombos aus dem Ärmel zu zaubern. Zumal wir Schritt für Schritt an unser stetig wachsendes Repertoire an Fähigkeiten herangeführt werden.

Für Action-Veteranen und Genre-Neulinge

Wir starten mit einem einfachen Nah- und Fernkampfangriff und einem Ausweichschritt. Ein Umstand, der gerade zu Beginn für etwas langatmige Konfrontationen sorgt. Das relativiert sich aber, sobald wir weitere Manöver lernen und die Kräfte von bis zu drei gleichzeitig verfügbaren Espern – jeweils mit zwei vorab ausgerüsteten Fähigkeiten – zu unseren Gunsten nutzen. 

Letztere feuern wir natürlich nicht nach Belieben ab. Auf jede Nutzung einer solchen Esper-Fähigkeit folgt eine Abklingzeit, ehe wir erneut von ihr Gebrauch machen können. Der Einsatz will also wohl überlegt sein. Zeitig sinnvoll abgestimmt, schmelzen wir die Willenskraft unserer Feinde und prügeln sie letztlich aus dem Gleichgewicht – dann glühen die Schadenszahlen förmlich über den Bildschirm. 

Lässt uns das Spiel in den ersten Stunden noch unverblümt in die Tasten hämmern, zieht der Schwierigkeitsgrad im weiteren Verlauf angenehm an, sodass wir gerade in den herausragend inszenierten Bosskämpfen gern mal ins Schwitzen kommen. Auch hier gelingt der Spagat gekonnt: Final Fantasy XVI gestaltet sich immerzu fordernd, aber nie frustrierend. 

Die Kämpfe machen nicht nur spielerisch Spaß – sondern auch visuell.

Action-Profis werden in den Wochen nach Veröffentlichung sicher beeindruckende Kombo-Paraden in Videoform pressen – die nötige Tiefe bietet das Kampfsystem nämlich allemal. Aber auch Genre-Neulinge erfreuen sich an toll choreographierter Action, ganz ohne dass sich die Finger im Zuge verzwickter Eingaben zu verknoten drohen.

Final Fantasy XVI präsentiert sich hier mit offenen Armen und denkt auch an SpielerInnen, denen der Zugang zum Kampfsystem schwerfällt. Eine Auswahl an besonderen Ringen vereinfacht optional diverse Aktionen. So erleichtern wir uns wahlweise den zeitigen Ausweichschritt, automatisieren die Einnahme von Heilmitteln oder lösen umfangreiche Kombos per einfachem Knopfdruck aus. Ob ihr diese Optionen und mehr lediglich zum Einstieg oder gar durchweg nutzt, bleibt ganz euch überlassen. Hauptsache, ihr habt Spaß!

Experimentieren nach Herzenslust

Ein Leitsatz, den sich auch das Team hinter dem Spiel dick aufs Whiteboard gepinselt haben muss. So mag ich es mir zumindest vorstellen – immerhin zieht sich der Aspekt der Zugänglichkeit merklich durch weitere Systeme und Design-Entscheidungen. 

Der Arete-Stein lässt uns nach Herzenslust mit Fähigkeiten experimentieren.

Im Kampf errungene Fertigkeitspunkte investieren wir nämlich genretypisch in einen Fertigkeitsbaum. Klassisch „verskillen“ können wir uns dabei nicht. Wir haben nämlich jederzeit die Möglichkeit, unsere Punkte komplett oder gezielt zurückzusetzen – ganz ohne „Strafgebühr“. Eine wirklich lobenswerte Entscheidung, werden wir so doch zum Experimentieren eingeladen. Entsprechend regelmäßig habe ich mich beim Arete-Stein wiedergefunden, wo wir verschiedene Esper-Kombinationen und Fähigkeiten an Gegnern unserer Wahl ausprobieren. Zusätzlich wiederholen wir hier nach Belieben Sequenzen aus der Hauptgeschichte oder jagen nach High-Scores im Arcade-Modus.

Damit wir auch im politischen Wirrwarr den Überblick behalten, sprechen wir wahlweise mit unseren BeraterInnen Vivian und Harpokrates. Die versorgen uns nämlich mit allerhand nützlichem Wissen zu Valistheas Nationen, Fraktionen, Persönlichkeiten und mehr. Unterwegs schlagen wir zusätzlich relevante Begrifflichkeiten im Kompendium nach. Ein tolles Feature, von dem ich regelmäßig Gebrauch machte.

Auf dem politisch neuesten Stand und gewappnet mit frischen Fähigkeiten stürzen wir uns dann auch wieder ins epische Geschehen und schrecken auch nicht zurück, wenn wir auf die – bereits angesprochenen – Bossgegner treffen. So viel vorweg: Die sind eines der großen Highlights von Final Fantasy XVI.

Ein Spektakel, das seinesgleichen sucht

Gerade bei den Konfrontationen mit feindlich gesinnten Domini werden alle erdenklichen Bombast-Geschütze aufgefahren. Final Fantasy hatte gewiss schon immer einen Hang zum Spektakel. Was aber hier präsentiert wird, dürfte eure Kinnlade mit größter Sicherheit ein ums andere Mal herunterklappen lassen.

Ich erwischte mich jedenfalls regelmäßig dabei, wie ich mich in einen euphorischen Rausch kämpfte und kaum aus dem Staunen herauskam. Vor allem, weil viele der großen Bosskämpfe nicht nur spielerisch fordern – sie begeistern ebenso mit imposanten Settings, gewaltigen Schauwerten, einer filmreifen Inszenierung und herausragend guter Musikuntermalung.

Da nimmt man es dann auch in Kauf, wenn das Spiel mal etwas über das Ziel hinausschießt. Das bunte Effektgewitter verschluckt nämlich gern mal unsere Feinde – ein Umstand, der Ausweichmanöver etwa erschwert. Dem Spielspaß tut das aber gerade in diesen ekstatischen Momenten selten einen Abbruch.

Die Esper-Kämpfe gestalten sich wahnsinnig spektakulär.

Im Gegenteil: Wenn wir siegreich und mit wild klopfendem Herzen aus einer der – spielerisch durchaus abwechslungsreichen – Esper-Sequenzen hervorgehen, würden wir am liebsten gleich zurück, um uns erneut von epischen Chören bei der Zerlegung unseres Feindes feiern zu lassen.

Blumen pflücken, statt Welt retten?

In der Regel werden wir nach einem solchen Hoch aber erstmal wieder vom mittelalterlichen Alltag begrüßt. Hier eilen wir wahlweise zum nächsten Storybeat, decken uns im Versteck mit neuer Ausrüstung ein, erkunden mal mehr, mal minder weitläufige Gebiete oder widmen uns diversen Nebenaufgaben. Schade nur, dass letztere spielerisch sehr konventionell ausfallen. Ganz klassisch sammeln, sprechen und töten wir uns immerzu ans Ziel. Etwas Abwechslung wäre hier durchaus willkommen gewesen.

Einige Nebenaufgaben locken dann zumindest erzählerisch mit interessantem Hintergrundwissen zu diversen Figuren und der Welt. Und einige speziell gekennzeichnete Aufgaben versorgen uns sogar mit nützlichen Upgrades.

Spannender gestalten sich da schon die Jagdaufträge, bei denen wir es auf besonders garstige Biester absehen und unser Können auf die Probe stellen. Seid versichert: Hier warten eine Handvoll knackige Herausforderungen auf euch.

Atemberaubendes Valisthea

Haben wir unseren Jagdtrieb gestillt, widmen wir uns erneut der Hauptgeschichte und grinsen schon bald wieder über beide Ohren. Es sind nämlich nicht nur die Bosskämpfe, die mit herausragenden Schauwerten prahlen.

Die abwechslungsreichen Settings auf dem Weg zu den Oberfieslingen beeindrucken zuweilen mit einer schlichtweg atemberaubenden Optik. Vom umwerfenden Art Design bis zur tollen Umsetzung: Ihr werdet sicherlich mehrmals die virtuelle Kamera zücken, um fantastische Panoramen festzuhalten.

Die Kehrseite der Medaille: In weniger prominenten Momenten – etwa im Gespräch mit NPCs – müssen wir uns mit weniger detaillierten Figuren und Animationen zufriedengeben. Kleinere technische Unebenheiten, wie das Fehlen von Kollision mancher Gegnermodelle nach ihrem Ableben, lassen sich zudem verschmerzen. 

Ärgerlicher fällt da schon der Umstand aus, dass der grundlegend solide Performance-Modus gern mal etwas ins Stocken kommt. Kein Beinbruch, aber doch ein Abzug in der B-Note, ist eine konstant stabile Framerate doch gerade in solch flotten Action-Titeln begrüßenswert. Der Grafik-Modus setzt dafür auf etwas schärfere Texturen und eine durchweg robuste Bildrate von 30 FPS. Allerdings fällt hier ein relativ starker Motion-Blur-Effekt auf – das dürfte nicht jedem gefallen.

Ein Spektakel fürs Ohr

Und wie macht sich Final Fantasy XVI auf auditiver Ebene? Kurz: Spektakel gibt es nicht nur fürs Auge, sondern auch fürs Ohr. Masayoshi Sokens voller, epischer und facettenreicher Soundtrack ist schlicht über jeden Zweifel erhaben. Und dürfte so ziemlich jedem Superlativ gerecht werden, mit dem man ihn in der nächsten Zeit sicherlich auszeichnen wird. 

Soken bedient die Epik großer Momente im Spiel mit absolut gewaltig-orchestralen Stücken, begleitet von imposanten Chören. Er begeistert aber auch mit frischen Variationen bekannter Stücke und spielt mit sphärischen und experimentellen Sounds. Immer wieder halten wir ein, um – für das Setting – ungewohnten und gleichermaßen mitreißenden Stücken zu lauschen. Ein wirklich herausragendes Werk.

Groß, größer, Final Fantasy XVI.

Großes Lob gebührt auch der Vertonung von Final Fantasy XVI. Die deutsche Tonspur fußt auf einer durchweg gelungenen Lokalisierung und bietet allerhand tolle Performances – angeführt von Vincent Fallow in der Rolle von Protagonist Clive Rosfield. Der langjährige „Final Fantasy“-Fan begeistert mit wutentbrannten Schreien in den großen Szenen und gefühlvollen Nuancen in den intimen Momenten. Ein fantastischer Eindruck, der sich durch die gesamte Hauptbesetzung zieht. Aber auch die englischen und japanischen Tonspuren überzeugen mit durchweg tollen Leistungen. Hut ab!

Final Fantasy durch und durch

In den letzten Wochen schwang gern mal die Frage durch den Raum: Ist das noch Final Fantasy? Zum Abschluss also meine subjektive Antwort auf diese sehr subjektive Frage: Final Fantasy XVI ist Final Fantasy durch und durch. 

Was ist es, das ein Final Fantasy ausmacht – sind es traditionelle Namen, Kreaturen, Konzepte? Die werdet ihr alle im neuen Spiel finden. Cid ist an Bord, genau so wie die quirligen Chocobos, garstigen Morbole oder imposanten Esper. Zahlreiche große und kleine Referenzen durchziehen Clives Abenteuer. Und mit den Mutterkristallen als zentrales Element der Handlung fühlen wir uns den Wurzeln der Serie so nah wie lang nicht mehr.

Ja, Final Fantasy XVI geht gewiss auch neue Wege – gerade mit seiner kompromisslosen Action-Ausrichtung. Final Fantasy präsentiert sich aber auch nicht erst seit gestern als experimentelle Serie.

Eines ist jedenfalls klar: Final Fantasy XVI wird – wie eingangs erwähnt – spalten. Und wie schon in unserem Vorschau-Bericht beschrieben, wird es wohl auch kein Final Fantasy mehr geben, das die gesamte Fanbase einen kann. Nach über 50 Stunden in Valisthea bin ich aber sicher, dass Final Fantasy XVI nicht nur neue Fans für sich gewinnen wird – es wird auch den einen oder anderen Skeptiker zu überzeugen wissen. Ganz sicher.

Ein episches Action-Spektakel mit jeder Menge Herz

Die Erwartungen an Final Fantasy XVI hätten im Vorfeld vermutlich nicht größer sein können. Als Produzent des Spiels machte Sympathieträger Naoki Yoshida Fans der Serie Mut. Aber es schwang natürlich auch Skepsis mit – immerhin machte das Team früh deutlich, dass mit Final Fantasy XVI ein selbstbewusster Richtungswechsel anstünde.

Nun ist der heiß erwartete Titel also da und präsentiert sich kompromisslos als waschechtes Action-Spektakel – das wird den einen Fans mehr gefallen als anderen. Könnt ihr euch aber für die Vision von Yoshidas Team öffnen, dann erwartet euch ein herausragendes Action-Rollenspiel, dass nicht nur mit beispiellosem Bombast begeistert, sondern ebenso mit einer emotionalen und stilsicher erzählten Geschichte.

Zum Start fühlen sich vermutlich eher „Devil May Cry“-SpielerInnen als Rollenspiel-Fans heimisch. Aber seid versichert: Final Fantasy XVI empfängt Action-Neulinge genauso wie Genre-Veteranen mit offenen Armen. Spätestens die herausragend inszenierten Bosskämpfe, imposanten Panoramen, fantastische Musikuntermalung und überzeugende Vertonung dürften dann auch den einen oder anderen skeptischen Fan für sich gewinnen.

Final Fantasy war jedenfalls lang nicht mehr so rundum stark und dürfte nicht nur neue Fans für die Serie gewinnen, sondern ebenso die Ranglisten diverser langjähriger Fans elegant hinaufklettern.

 

Story

Clive muss den Tod seines Bruders und Fall seiner Heimat mitansehen und schwört auf Rache. Aus diesem Einstieg entspinnt sich eine gleichermaßen spektakuläre wie emotionale Geschichte.

Gameplay

Kompromissloses Action-Gameplay, bei dem sich eingangs vor allem Stylish-Action-Fans heimisch fühlen. Final Fantasy XVI begrüßt aber Neulinge und Veteranen gleichermaßen mit offenen Armen.

Grafik

Atemberaubende Panoramen und beeindruckendes Effektgewitter werden lediglich von kleineren technischen Unzulänglichkeiten in weniger prominenten Momenten ausgebremst. Der Performance-Modus kommt leider etwas ins Stocken.

Sound

Sokens herausragender Soundtrack begeistert mit epischen und experimentellen Klängen. Eine fantastische Vertonung begeistert gerade in der deutschen Version mit durchweg tollen Performances.

Sonstiges

Nach Abschluss der mindestens 35-stündigen Hauptgeschichte winken weitere Modi –Wiederspielwert garantiert.

Bildmaterial: FINAL FANTASY XVI © 2023 SQUARE ENIX CO., LTD. All Rights Reserved.

9 Kommentare

  1. Danke für den schönen Test. Hat sich echt schön lesen lassen und die gezeigten Bilder lassen erahnen auf welchen grafischen und technischen Level SE das Spiel gebracht hat.


    Allerdings wie jeder vielleicht weiß bin ich nicht sonderlich ein verfechter des Spiels. Ich hätte mich mit viel Überredungskunst vielleicht auf das Spiel eingelassen trotz des KS aber das fehlen einer Party und dessen Management fehlt mir dann doch so dermaßen das ich dann gekonnt sage "Ne danke".


    Nichts desto trotz wird das Spiel ein Spektakel und (vermeintlich) Story bieten das seines gleichen sucht und ich freu mich schon auf das lange Youtube Story Video was ich mir dann mal geben werde xD


    Kann nicht sagen das ich viele Hoffnung auf das nächste Mainline FF habe da man bestimmt auf den Erfolg von FFXVI aufbauen möchte von daher mal schauen was so in der RPG Szene für son (dachte nie das ich das mal schreibe) alten Hasen wie mir abgeht.

    Nächstes Jahr Persona 3 Reload und Metaphor freu ich mich schon drauf.


    So...ich hoffe mal damit ist das Thema FFXVI gegessen und wir hören auf uns im Kreis zu drehen xD

    Bin gespannt welches Thema/Thread als nächstes explodiert....wobei wem mache ich was vor das wird eh wieder was von SE ,)


    Ich wünsche euch viel Spaß beim Zocken. :P

  2. Zitat

    ..da man bestimmt auf den Erfolg von FFXVI aufbauen möchte..

    Der sich leider erst noch zeigen muss. FF16 wird definitiv kein Selbstläufer.

    Wärend vorherige Titel immer versuchen alle glücklich zu machen, hat man sich hier ganz klar davon distanziert,

    was dazu führt das es hier nur sehr wenige "Ich gebe ihm mal eine Chance." und viel mehr "Ist nichts für mich." gibt.

  3. Kann der Tester vielleicht ein paar Sätze zum Thema LGBTQ in dem Spiel verlieren?


    Es gab ja viel Gerede darum, dass es darin auch homosexuelle Inhalte gebe. Würde mich mal interessieren, inwiefern das ausgesprägt ist. Das kann ja von ganz klein (nebensatz eines NPCs) bis hin zu Sexszenen in der Mainstory, so ziemlich alles sein.

  4. Ho no bitte nicht! Als ich deinen ersten Satz las, dachte ich du meinst das aus Spaß.


    Bitte nicht noch mehr Diskussionen.

    Soweit ich weiß ist der Dominion von Esper Bla Bla gay. Das ist alles. Wenn du dir die/den Dominion anschaust wirst du es erahnen, da homosexuelle Menschen ja auch immer homosexuell aussehen. Total! 🙄

  5. Danke für das Review. Auch für mich kann ich da nur eine klare Empfehlung ableiten, dieses Spiel nicht zu kaufen.

    Bietet mir einfach zu wenig FF-Content. Die Story werde ich mir natürlich ansehen, gibt ja genügend Let´s Play´s.

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