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Yakuza-Serie: Welchen Teil ihr zuerst spielen solltet und was euch mit der Serie erwartet

Die gesamte Yakuza-Serie ist nicht nur im Xbox Game Pass enthalten, sondern bald auch bei PlayStation Plus. Yakuza: Like a Dragon läutet heute die großen Yakuza-Monate bei PlayStation ein. Like a Dragon wird für alle Essential-Abonnenten verfügbar sein. Die restlichen Spiele der Kiryu-Ära erscheinen nach und nach bei PlayStation Plus und sind teilweise Abonnenten der Stufen Extra und Premium vorbehalten.

So oder so, dank der Verfügbarkeit in den Abo-Services wird Yakuza einer noch breiteren Spielerschaft zugänglich. Die Hürde zum „mal eben“ ausprobieren ist gering und das ist gut so. Denn Yakuza ist gut. Yakuza: Like a Dragon ist im Xbox Game Pass bereits verfügbar und erscheint heute bei PlayStation Plus.

Es ist ironischerweise der neueste Teil der Yakuza-Serie und damit auf den ersten Blick nicht als Einstieg in die Reihe geeignet, doch das ist zum Glück nicht so. Yakuza: Like a Dragon muss gesondert behandelt werden, es ist der erste Teil der Reihe mit einem neuen Protagonisten und völlig anderen Gameplay-Elementen.

Ihr könnt deshalb problemlos mit Yakuza: Like a Dragon anfangen, aber für die Kazuma-Kiryu-Ära (Yakuza Zero bis Yakuza 6) bietet sich doch eine bestimmte Reihenfolge an. Die ist zum Glück nicht kompliziert. Nachfolgend erklären wir euch, was euch mit Yakuza erwartet, wie es sich spielt und mehr.

Was ist Yakuza?

Die Yakuza-Serie wird oftmals als das Vermächtnis der Shenmue-Spiele bezeichnet, mit denen Sega unter Yu Suzuki Pionierarbeit im Bereich der Open-World-Spiele leistete. Yakuza verfeinerte diese Grundformel, doch das Schlagwort „Open World“ steht hier weniger für eine riesige Welt wie bei modernen Open-World-Spielen.

In den Spielen erkundet man stets eine oder mehrere Städte, die nicht besonders riesig sind. Dafür bilden sie enorm detailliert reale Orte in Japan nach und sind vollgepackt mit Beschäftigungsmöglichkeiten aller Art, von Sidestorys über Minispiele bis hin zu Straßenkämpfen.

Die Geschichten sind stets linear, cineastisch, dramatisch und sehr stark von Yakuza-Filmen inspiriert, sprich: Themen wie Ehre, Verrat, Liebe, Brüderlichkeit, Polizei und organisiertes Verbrechen spielen eine Rolle. Weder vor Gewalt noch vor Erotik wird zurückgeschreckt.

Man sollte dabei aber nicht annehmen, dass die Yakuza-Spiele bierernst sind. Während die Handlungen durchaus knallhart und dramatisch sind, sind die Nebenaufgaben voller verrückter Ideen und Humor. Vom Pilzhändler, der bloß Speisepilze verkaufen will, aber für einen Drogenhändler gehalten wird, bis hin zu skurrilen Sekten, in die der Spieler hineingezogen wird, ist alles dabei.

Gelegentlich trifft man sogar Parodien echter Menschen wie Michael Jackson und Steven Spielberg. Diese Sidestorys vermischen Humor mit Popkultur, leichten Seitenhieben auf die Gesellschaft und können gelegentlich sogar erstaunlich emotional werden.

Wie spielt sich Yakuza?

Obwohl man die Yakuza-Spiele oft nicht zu den RPGs zählt, besitzen sie viele RPG-Elemente. Die Kämpfe (Like A Dragon ausgenommen) vermischen Elemente aus Brawlern und Action-RPGs und werfen stets irgendeine Form von EXP oder Vergleichbarem ab, mit denen man seine Statuswerte verbessern oder neue Techniken lernen kann. Dabei sind die Grundlagen sehr simpel und intuitiv, doch wer auf höheren Schwierigkeitsgraden spielt, wird sich intensiver mit den Mechaniken auseinandersetzen müssen.

Der andere Teil des Gameplays besteht aus Stadterkundungen und Minispielen. Yakuza hat Unmengen davon, darunter Karaoke-Rhythmusspiele, simulierte Autorennen, erotische Telefongespräche und tatsächliche Spiele aus dem Retro-Katalog Segas, die in Yakuza emuliert werden. Viele davon sind simple Arcade-Spiele, doch es gibt auch genügend, mit denen man Stunden verbringen kann.

Wo fängt man an?

Die Yakuza-Hauptserie (Like A Dragon exkludiert) ist abgeschlossen und besteht aus sieben Teilen, von denen die ersten beiden (ursprünglich für PlayStation 2) ein Remake erhalten haben, das den Beinamen „Kiwami“ trägt. Die Spiele hängen alle chronologisch zusammen und decken einen realen Zeitraum ab – von den 80ern bis in die Gegenwart. Man schlüpft dabei stets in die Rolle von Kiryu Kazuma, wobei es in vielen Teilen noch weitere spielbare Hauptcharaktere gibt. Die Chronologie ist sehr simpel:

  • Yakuza 0
  • Yakuza / Yakuza Kiwami
  • Yakuza 2 / Yakuza Kiwami 2
  • Yakuza 3
  • Yakuza 4
  • Yakuza 5
  • Yakuza 6

Den denkbar besten Einstieg in die Serie bietet erfreulicherweise auch tatsächlich Yakuza 0. Man benötigt keinerlei Vorkenntnisse, erlebt die Spielsysteme bereits in ausgereifter Form und steigt direkt mit einem Yakuza-Spiel ein, das von der Handlung enorm fesselt. Alle anderen Teile spielt man am besten in chronologischer Reihenfolge.

Der Einstieg mit Yakuza Kiwami ist sicher auch möglich, doch man merkt der Geschichte deutlich an, dass die Urversion schon etwas älter ist. In jeder Hinsicht, vom Umfang bis zur Handlung, hinkt das Spiel Yakuza 0 etwas hinterher, auch wenn es zweifelsohne trotzdem empfehlenswert ist.

Ich empfehle aber vor allen Dingen auch deshalb Yakuza 0 als Einstieg, weil es gerade bei Yakuza Sinn macht, die Serie direkt zu Beginn in ihrer Bestform zu erleben. Innerhalb der Spiele wiederholt sich das Gameplay nämlich sehr stark – Orte und Minispiele werden meist zu großen Teilen in jeden neuen Teil übernommen und durch weiteren Content ergänzt – und auch ähnliche Handlungsmuster treten mehrfach auf. Daher ist es sinnvoll, den besten Teil frisch und unvoreingenommen zu erleben und sich von all den Dingen überraschen zu lassen, die Yakuza so sehr von anderen japanischen wie auch westlichen Spielen abgrenzen.

Dadurch, dass die Spiele sich untereinander so ähneln, empfehle ich auch, eine gewisse Zeit verstreichen zu lassen, bevor man den nächsten Teil anrührt, außer man spielt nur für die Geschichte. Denn nachdem man ein oder zwei Yakuza-Spiele sehr intensiv gespielt hat, wird man womöglich ausgebrannt sein und im nächsten Titel einen großen Teil der optionalen Inhalte links liegen lassen.

In jedem Fall sollte man sich nicht zu sehr vom Komplettierungsdrang leiten lassen. Denn Yakuza ist eine Serie, bei der man sich als Spieler gut auf die Aspekte, die einem viel Spaß machen, konzentrieren kann. Wenn man dabei eine Handvoll Minispiele, die einem nicht liegen, ignoriert, ist das langfristig definitiv eine gesündere Einstellung, als stets die Platin-Trophäe anzustreben.

Es existieren noch eine Reihe von Spin-offs, darunter das leicht verschriene Yakuza: Dead Souls mit einer Zombie-Apokalypse als Szenario. Erwähnungen verdienen zudem Yakuza Kenzan und Yakuza Ishin, die im historischen Japan angesiedelt sind und statt Yakuza Samurai in der Hauptrolle haben. Von den Spin-offs ist aktuell aber nur Yakuza: Dead Souls im Westen erhältlich.

tl;dr:

Yakuza ist eine Serie, die durch eine starke, cineastische Handlung, knallhartes Yakuza-Drama, realistisch nachgebildete Orte Japans, kurzweilige Minispiele, herrlich überinszenierte Action-Kämpfe und skurril-humorvolle Sidestorys besticht – oft mit viel Charme und mehr als nur einem Augenzwinkern, aber immer mit einem Gefühl dafür, wann die Präsentation ernst sein muss. Den denkbar besten Einstieg bietet Yakuza 0. Um Kaufpreise müsst ihr euch dank Xbox- oder PlayStation-Abo erst Gedanken machen, wenn ihr die Spiele in eurer Sammlung haben möchtet. Denn sie sind gut.

Bildmaterial: Yakuza: Like a Dragon, Sega, Ryu Ga Gotoku Studio – Dieser Artikel wurde in großen Teilen bereits 2018 von Ruben auf JPGAMES.DE veröffentlicht. Angesichts der aktuellen Ereignisse gab es geringfügige Anpassungen.

16 Kommentare

  1. Ich denke es ist völlig legitim die Beschäftigungen auch auszublenden und einfach nur der Story zu folgen.

    Ich halte es meist so: Angeschaut wird sich alles, aber machen tue ich eigentlich nur das was Spaß macht.
    - Automaten/Videospiele finde ich zwar nett, aber da wird einmal kurz reingespielt und fertig
    - Bei den "Verwaltungsspielen" kommt es drauf an. Bei 0 habe ich die Immobiliensache komplett ignoriert, dafür habe ich ne Woche lang komplett nur im Nachtclub verbracht. Bei Lost Judment hätte ich gerne Sachen wie die Bike Rennen weitergemacht weil es da ja auch ne kleine Story gab, abr das Bike Rennen ging mir dann so hart auf den Senkel ...
    - Sammeldinger nur was mir vor die Füsse rennt
    - Karaoke ist geil.

    Mut zur Lücke :)
  2. DantoriusD schrieb:

    Auch wenn ich jeden neuen Yakuza Fan begrüße so ist die Reihe schon echt harter Tobak was die Spielbarkeit angeht.

    Yakuza 0 und sowohl Kiwami 1&2 bilden natürlich einen sehr guten Einstieg in die Story aber dannach wird man wohl schwer zu kämpfen haben. Gerade 3,4&5 sind selbst als Remaster echt schwer zu ertragen besonders wenn man die kompletten Remakes von 1&2 vorher spielt. Es hätte der Serie echt gut getan wenn man 3-5 ebenfalls nen Kiwami Remake spendiert hätte denn gerade an den Teilen merkt man ebenfalls das der Zahn der Zeit schon etwas an ihnen nagt.
    Das mit den Teilen 3-5 lsese ich häufiger, allerdings kann ich das nicht ganz unterstreichen.

    Vor kurzem habe ich Teil 3 und Teil 4 nochmal durch gezockt und bei der Steuerung durch die Stadt würde ich zustimmen. Dadurch, dass man nicht sprinten kann spielt sich das Spiel etwas träge wenn man von A nach B läuft. Das es in den Teilen auch weniger Taxis gibt als in den anderen Teilen hilft da auch nicht gerade. Meistens ist der Weg zum Taxi und dann vom Taxi zum Ziel genau so lang oder länger als der direkte Weg. Auch, dass man noch an die Telefonzellen gebunden ist um zu speichern, fühlt sich etwas altbacken an.
    Die Kämpfe fand ich aber insgesammt gut. Bei Teil 4 haben mich einige der Kampfstile gestört, allerdings hatte ich mit dem generellen Kampfsystem kein Problem. Vor dem erneuten durchspielen der Teile hatte ich mich auch noch daran erinnert, wie frustrierend die Kämpfe damals teilweise waren. Deswegen hatte ich auch etwas Angst, dass mich das bei einem erneuten Durchgang stören würde. Aber als ich die Teile dann tatsächlich gespielt habe, musste ich feststellen, dass sie sich besser spielen, als ich es in Erinnerung hatte.

    Dazu muss ich aber auch sagen, dass ich die Remaster Collection gespielt habe und ich habe auf leicht gespielt. Trotzdem kann es vielleicht nicht Schaden, die Teile noch einmal zu erleben, denn evtl. stellt sich heraus, dass sie besser gealtert sind, als man das in Erinnerung hatte.

    Was Yakuza 5 betrifft ist das meiner Meinung nach der schwächste Teil. Nicht wegen des Gameplays, sondern eher wegen der Inszenierung. 5 Spielbare Charaktere sind einfach zu viel und dann hat jeder noch neben seiner Hauptstory eine umfangreiche Nebenstory. Das war der einzige Yakuza Teil, der mir zu lang vor kam. Gut der Kampfsystem von dem Baseballspieler war auch echt mies und hat absolut keinen Spaß gemacht. Ich habe es gehasst ihn zu spielen.

    Ich kann aber abschließend eigentlich nur sagen, was ich immer über die Yakuza Serie sage:
    Es ist eine geniale Spieleserie, die ich eigentlich nur empfehlen kann. Denn selbst die schwächsten Teile der Serie sind immer noch sehr gute Spiele.
  3. DantoriusD schrieb:

    Auch wenn ich jeden neuen Yakuza Fan begrüße so ist die Reihe schon echt harter Tobak was die Spielbarkeit angeht.

    Yakuza 0 und sowohl Kiwami 1&2 bilden natürlich einen sehr guten Einstieg in die Story aber dannach wird man wohl schwer zu kämpfen haben. Gerade 3,4&5 sind selbst als Remaster echt schwer zu ertragen besonders wenn man die kompletten Remakes von 1&2 vorher spielt. Es hätte der Serie echt gut getan wenn man 3-5 ebenfalls nen Kiwami Remake spendiert hätte denn gerade an den Teilen merkt man ebenfalls das der Zahn der Zeit schon etwas an ihnen nagt.
    Das gilt eigentlich nur für den 3. Denn hat man erstmal die Kulturschock-Rückschritt Rezession namentlich #3 überstanden, beginnt wieder der Aufstieg und wird mit jedem Teil besser. ^^
  4. Die stinken halt so richtig fein nach PS3. Wenn man schon an der Nadel hängt ist das egal
  5. Desotho schrieb:

    Die stinken halt so richtig fein nach PS3. Wenn man schon an der Nadel hängt ist das egal
    So in etwa ging es mir. Ich wollte mehr Story und es war mir egal, was ich dafür ertragen musste.
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