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Keine Reviews und schlechte Userscores für Digimon Survive, aber wir geben (teilweise) Entwarnung

Auch heute gibt es noch keine professionellen Reviews zu Digimon Survive. Metacritic und OpenCritic laufen ins Leere. Stattdessen gibt es überdurchschnittlich viele negative Userscores bei Metacritic. Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung weist Metacritic 46 negative Userscores von insgesamt 176 aus.

Zusammen mit der langen Entwicklungsgeschichte des Spiels und den vielen Verschiebungen gibt das natürlich kein gutes Bild ab. Fans haben allen Grund, misstrauisch zu sein, wenn es zum Launch (und Tage danach) keine Reviews zu einem Spiel gibt.

Wir können zumindest teilweise Entwarnung geben. Warum es keine Reviews gibt, können wir nicht sagen. Aber Digimon Survive scheint gewiss kein schlechtes Spiel zu sein. Das ist unsere Einschätzung nach den ersten Spielstunden.

Vielmehr scheint es so, als seien viele KäuferInnen mit den falschen Erwartungen an Digimon Survive herangegangen. Das ist natürlich nicht zwingend ein Fehler der KäuferInnen. Eine Mischung aus Visual Novel und Taktik-RPG ist wohl nichts, was man als Digimon-Fan hinter einem neuen Spiel seiner Marke erwartet. Aber genau das ist Digimon Survive und der Visual-Novel-Anteil ist dabei wohl noch viel größer, als Fans erwarten konnten.

„Es wäre ein Digimon-Spiel, das mir wirklich Spaß machen würde, wenn es nicht so mit diesen VN-Elementen überladen wäre“, schreibt ein User bei Metacritic, der 0 von 10 Punkten vergibt. Wir testen Digimon Survive bereits fleißig, doch wie wahrscheinlich viele andere Medien haben wir unser Review noch längst nicht fertig.

Um euch ein paar wichtige Einblicke zu geben und euch zu sagen, worauf ihr euch einstellen müsst, hat Cassandra heute schon mal ein paar gesammelte Eindrücke geteilt, die ich an euch weiterreiche. Das ist natürlich ausdrücklich keine abschließende Bewertung – es ist möglich, dass sich hier noch einiges ändert. Aber wir haben das Gefühl, dass es gut für euch LeserInnen und gut für Digimon Survive ist, wenn wir darüber reden.

Unsere ersten Eindrücke

Bei Digimon Survive handelt es sich tatsächlich vor allem um eine Visual Novel. Den größten Teil eurer Spielzeit werdet ihr mit Lesen verbringen. Dabei gibt es drei verschiedene Modi, welche etwas Abwechslung bieten sollen, nicht aber von bekannten Genre-Konventionen weichen.

Im ersten Modus lest ihr tatsächlich nur die Gespräche, welche die Haupthandlung vorantreiben. Im Erkundungsmodus hingegen könnt ihr euch durch verschiedene Areale klicken und mehr zu den Charakteren und der Spielwelt erfahren. Falls ihr eure Erkundung so kurz wie möglich halten wollt, zeigt euch das Spiel an, wo es mit der Handlung weitergeht – so könnte euch aber das eine oder andere praktische Item entgehen.

Zuletzt wäre da der Free-Action-Modus, bei dem ihr à la Fire Emblem Warriors: Three Houses oder Persona eine gewisse Anzahl an Tätigkeitspunkten habt, die ihr für Aktivitäten ausgeben könnt, wie beispielsweise dem Näherkommen mit anderen Charakteren oder dem Untersuchen eines besonders verdächtigen Ortes.

Die Abwechslung in dem Visual-Novel-Loop stellen die Digimon-Kämpfe dar, in denen sich eure Monster prügeln. Das Gameplay hier orientiert sich dabei nicht an klassischen Rollenspielen wie Pokémon oder Dragon Quest, sondern mehr an taktischen Rollenspielen wie Fire Emblem oder Final Fantasy Tactics.

Mit Items könnt ihr die Werte eurer Digimon verbessern oder sie digitieren lassen. Die Kämpfe sind dabei unterhaltsam und Teil der Hauptstory. Sie lassen sich in den Erkundungsmodi frei auswählen, werden aber wahrscheinlich trotzdem nur einen kleinen Teil eurer Spielzeit ausmachen. Wenn ihr Digimon Survive also kauft, solltet ihr wirklich mit viel (klassischer) Visual Novel rechnen, da ihr ansonsten definitiv überrascht werdet, sei es im Positiven oder eben im Negativen. Aber hey: Wir haben zum aktuellen Zeitpunkt beinahe drei der zwölf Kapitel gespielt und bis jetzt einen positiven Eindruck der überraschend düsteren Story.

Sonntagsfrage zu Digimon Survive

Also – kein Cyberpunk-Fall. Zumindest aller Voraussicht nach nicht. Übrigens: Auch unsere aktuelle Sonntagsfrage dreht sich um Digimon Survive – und da geht es um eure ersten Eindrücke. Falls ihr Digimon Survive also schon gespielt habt und darüber reden möchtet, dann tut das doch gerne!

Bildmaterial: Digimon Survive, Bandai Namco, Hyde

19 Kommentare

  1. User Scores von 0 oder 10 kann man meiner Ansicht nach bei Metacritic oft nicht ernst nehmen. Das sind dann einfach Leute die den Score in die eine oder andere Richtung pushen wollen.
    "ist nicht so großartig wie erhofft und hat verschenktes Potential" => 0
    "What did people expect when they buy this game? It's a visual novel and not a shooter" => 10

    Das ist ein Punkte Krieg aber keine ausgewogenen Meinungen.
  2. Um noch spät meinen Senf dazuzugeben :) : Meiner Meinung nach ist es für die Bewertung einer VN schon nötig, die Geschichte durchgelesen zu haben. Schliesslich macht das Lesen in dem Fall (fast) das ganze Spiel aus. Wenn z.B. die ersten 20 Stunden einer Geschichte genial geschrieben sind, nur damit die letzten 20 Stunden Schrott sind, dann würde ich das als Käufer:in doch gerne wissen. Gefühlt spiele ich an einer VN auch länger als an einem Buch, das ich schliesslich auch nicht zu Ende lesen möchte (bzw. überhaupt beginnen), wenn es mir überhaupt nicht gefällt. VNs haben nunmal wenig Gameplay, das sonst den Loop befüllt und „bieten“ so weniger, das man bewerten kann.

    Zu Digimon Survive: Das bietet doch mehr Gameplay als eine klassische VN aber gefühlt lese ich doch 80% der Zeit. Würde mir die Geschichte nicht gefallen, würde mir das persönlich definitiv das ganze Spiel versauen und ich würd dann lieber ein Fire Emblem oder FF Tactics spielen, wenn ich die Art von Gameplay wollen würde.
  3. JenovanoDanna schrieb:

    Um noch spät meinen Senf dazuzugeben :) : Meiner Meinung nach ist es für die Bewertung einer VN schon nötig, die Geschichte durchgelesen zu haben.

    Hier ist aber die Frage ob du von dem Typische "Credits laufen bin durch" ausgehst denn dann fangen viele VNs gerade erst an mit ihren unterschiedlichen Routen. Die einen je nach Spiel sogar durchaus nochmal den ganzen Spielspass rauben können weil man dann mit dem "Perfect Ending" im Grunde nicht zufrieden ist (ging mir erst letztens mit AI Somnium Files 2 so aber das isn anderes Thema)

    Ich finde es schwer eine VN subjektiv zu bewerten denn wie du schon sagst ist es i.d.R die Story die diese Spiele treibt und eben auch der Kernpunkt sind. Trotzdem finde ich sollte ein Spiel nicht ausschliesslich durch die Story bewertet werden. Nimmt man z.b sämtliche Bethesda Spiele dann sind deren Mainstories alle immens Flach erzählt, glänzen allerdings oftmals durch ihre Sidestories. Müsste ich also diese Spiele mit diesen Kriterien bewerten dann würden sie bei mir deutlich schlechter abschneiden als sie eigendlich sind.
  4. Desotho schrieb:


    Wo wir aber wieder beim angesprochenen Thema von @JenovanoDanna wären. Dies ist kein Test sondern nen Ersteindruck nach gersdemal 12 Std.

    Den einzigen Punkt den ich diesbezüglich unterschreiben kann wäre das Pacing. Das habe ich ja ebenfalls schon öfter kritisiert. Aber gerade ab der Hälfte des Spieles zieht die Story ordentlich an die er aber nach 12 std auf keinem Fall erreicht hat.
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