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Im Test! Star Wars: Knights of the Old Republic II

TitelStar Wars: Knights of the Old Republic II
Japan8. Juni 2022
Aspyr Media
Nordamerika8. Juni 2022
Aspyr Media
Europa8. Juni 2022
Aspyr Media
SystemNintendo Switch
Getestet fürNintendo Switch
EntwicklerAspyr Media
GenresAction-RPG
Texte
Deutschland Nordamerika 
VertonungDeutschland Nordamerika 

Mit Star Wars: Knights of the Old Republic bescherte der kanadische Entwickler BioWare den Star-Wars-Fans im Jahre 2003 ein Rollenspiel, welches unter eingefleischten Fans bis heute als bestes Star-Wars-Spiel aller Zeiten und Meilenstein im Rollenspiel-Genre gilt.

Nur wenig verwunderlich war es daher, dass der Publisher LucasArts bereits im Jahre 2004 den Nachfolger Star Wars: Knights of the Old Republic II: The Sith Lords nachschob. Teil zwei der Rollenspiel-Reihe wurde dieses Mal jedoch vom US-amerikanischen Entwickler Obsidian Entertainment entwickelt. KOTOR II erschien für PCs und Xbox.

Der US-amerikanische Entwickler und Publisher Aspyr Media, welcher für die Portierung von zahlreichen Klassikern bekannt ist, veröffentlichte im November des Jahres 2021 eine technisch aufgebohrte Remastered-Version von Knights of the Old Republic für Nintendo Switch. Aufgrund großer Nachfrage der Fans war es dann auch nicht weiter verwunderlich, dass auch KOTOR II eine hübschere Remastered-Version erhalten wird.

Am 8. Juni 2022 war es dann endlich so weit und auch KOTOR II erschien in aufgebohrter Fassung für Nintendos Handheld-Konsole. Ob der mittlerweile doch schon angestaubte Titel auch heute noch begeistern kann oder ob man ihm sein Alter nun doch deutlich anmerkt, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Ein namenloser Jedi im Exil

Die Geschichte von KOTOR II spielt einige Jahre nach den Geschehnissen des ersten Teils. Man übernimmt die Rolle eines namenlosen Jedi, welcher in der Schlacht um den Planeten Malachor V, dem Planeten der Mandalorianer, an der Seite von Revan (der Hauptfigur des ersten Teils) kämpfte.

Wie auch schon im ersten Teil kann man frei über Namen, Aussehen, Geschlecht und Fähigkeiten entscheiden und sich so einen Charakter ganz nach den eigenen Wünschen zusammenstellen. Einen konkreten Namen hat unser Hauptcharakter also nicht. Im Spiel wird er jedoch immer wieder als „Verbannter“ bezeichnet.

Nach dieser epischen Schlacht um Malachor V wird unser Hauptcharakter aus dem Jedi-Orden ausgeschlossen, da dieser Kampf gegen die Mandalorianer vom Orden nicht genehmigt war und unnötig vielen Soldaten und Jedi das Leben kostete.

»Unser namenloser Held muss einen Weg aus dem Exil finden und die Verbindung zur Macht zurückerlangen, um die Stabilität in der Galaxis wiederherstellen zu können.«

Neben dieser Verurteilung beziehungsweise Verbannung vom Orden selbst, verliert unser Hauptcharakter durch die hohe Anzahl der Verluste von Jedi und Soldaten in besagter Schlacht außerdem die Verbindung zur Macht, was ihn nun verletzlich und schwach macht.

Unser namenloser Held muss nun einen Weg aus dem Exil finden und die Verbindung zur Macht zurückerlangen, um die Stabilität in der Galaxis wiederherstellen zu können und ihr den wohlverdienten Frieden zurückzubringen.

Das Kampfsystem will erst erlernt werden

Das Gameplay von KOTOR II lehnt sich sehr an das des ersten Teils an. Die Kämpfe laufen in einem rundenbasierten System ab. Das heißt, man erteilt dem Hauptcharakter und seinen jeweiligen Begleitern Befehle entweder direkt im Kampfgeschehen oder aber in einer Art „Freeze-Modus“. Mit diesem kann man den Kampf jederzeit komplett pausieren, um über den nächsten taktischen Zug nachzudenken oder den Charakteren in Ruhe unterschiedliche Befehle zuzuweisen. Nachdem man die jeweiligen nächsten Aktionen zugewiesen hat, kann man den Freeze-Modus wieder beenden und der Kampf läuft weiter. An das Kampfsystem der KOTOR-Titel muss man sich also erst gewöhnen.

Die Areale selbst lassen sich außerhalb der zahlreichen Kämpfe aber ziemlich offen und weitläufig erkunden. Man hat somit eigentlich nur selten das Gefühl, nicht genügend Bereiche erkunden zu können beziehungsweise zu sehr vom Leveldesign eingeengt zu werden.

Natürlich darf auch ein ordentliches Skillsystem nicht fehlen. Bei KOTOR II kann man daher, wie auch schon in Teil 1, zahlreiche Fähigkeiten und Skills erlernen und ausbauen.

Auch haben SpielerInnen die Möglichkeit, sich der hellen oder der dunklen Seite der Macht anzuschließen. Daraus ergeben sich dann ebenfalls wieder neue mögliche Abzweigungen im Spielverlauf und auch verschiedene Enden sind abhängig von der Machtzugehörigkeit möglich. Für genügend Abwechslung im Spielverlauf ist also bestens gesorgt.

Ausufernde Dialoge dürfen natürlich nicht fehlen

Wie es sich für ein ordentliches Rollenspiel gehört, legt auch KOTOR II extrem viel Wert auf ausufernde Dialoge. Während dieser zahlreichen Dialoge haben SpielerInnen immer wieder die Wahl, diese in bestimmte Richtungen zu lenken.

Abhängig von den ausgewählten Skills und der jeweiligen Machtzugehörigkeit, hat man auch unterschiedliche Antwortmöglichkeiten in den Gesprächen zur Auswahl. Somit ergeben sich zahlreiche mögliche Ausgänge der Gespräche und entsprechende Reaktionen der NPCs.

Optisch leider gar nicht mehr so eindrucksvoll

Die Remastered-Version bietet neben einer stabilen Framerate mit 60 FPS auch höher aufgelöste Texturen und eine dynamische Beleuchtung. Dennoch merkt man dem Titel das Alter deutlich an. Die immer noch extrem matschig wirkenden Texturen, die relativ leeren Spielareale und die steifen Charakteranimationen lassen den Titel veraltet und eingestaubt wirken.

Dennoch darf man hier auch nicht vergessen, dass es sich lediglich um ein Remaster und nicht um ein Remake handelt. Große grafische Sprünge darf man bei einem Remaster also generell nicht erwarten.

Sobald man sich jedoch an die angestaubte Optik gewöhnt hat, erwartet die SpielerInnen aber ein nach wie vor spannendes Abenteuer in einer weit entfernten Galaxis, welche für heutige technische Verhältnisse nur nicht mehr ganz so beeindruckend ist.

Soundtechnisch immer noch ein Genuss

Selten gibt es bei Titeln aus dem Star-Wars-Universum etwas auf soundtechnischer Seite zu bemängeln. Auch KOTOR II macht hier keine Ausnahme und glänzt mit einem tollen Soundtrack, schön abgemischten Soundeffekten und eingängigen Melodien, welche einem das Abenteuer gekonnt versüßen.

Ein richtig fieser Bug trübt den Gesamteindruck

Ein äußerst fieser und wirklich unnötiger Bug trat nach der Landung auf dem Planeten Onderon auf. Nach einer bestimmten Cutscene hängt sich das Spiel auf und muss neu gestartet werden. Das heißt, das Spiel kann so nicht mehr auf regulärem Weg beendet werden. Mittlerweile hat der Entwickler Aspyr das Problem jedoch erkannt und mit einem Update in den Griff bekommen. Der Vollständigkeit halber wollten wir diesen Bug jedoch nicht unerwähnt lassen.

Fazit

Der Switch-Port von Knights of the Old Republic II kann wie auch schon der Port des Vorgängers aus dem Jahre 2021 überzeugen. Zwar hat man es altersbedingt mit ziemlich matschigen Texturen und extrem steifen Animationen zu tun. Jedoch darf man nicht vergessen, wie alt der Titel schon ist und dass es sich hier lediglich um ein Remaster und nicht um ein Remake handelt.

Das Kampfsystem ist KOTOR-typisch gerade zu Beginn des Abenteuers etwas eigen und will erst erlernt werden. Gerade wenn man das Star-Wars-typische, eher Action-orientierte Gameplay mag, muss man sich hier erst an das etwas behäbigere Tempo gewöhnen.

Die Grafik wurde für das Remaster leicht überarbeitet und kommt nun mit schärferen Texturen, butterweichen 60 Frames und einem neuen dynamischen Beleuchtungssystem daher, das es so im Original ursprünglich nicht gab. Wie bereits erwähnt, sind diese Neuerungen zwar nett, kaschieren die verstaubte und veraltete Optik jedoch nur leicht.

Auf der soundtechnischen Seite hingegen gibt es nichts zu bemängeln. Der gewohnt klassische Star-Wars-Soundtrack trifft auf stimmige und passende Soundeffekte und Hintergrund-Melodien. Perfektes Star-Wars-Feeling also.

Was gerade zum Release des Switch-Ports von KOTOR II extrem nervig war, war der Absturz-Bug, welcher kurz vor Ende dazu führte, dass man das Spiel immer nach einer bestimmten Cutscene neu starten musste. Somit konnte das Spiel nicht beendet werden. Mittlerweile ist dieses Problem allerdings unter Kontrolle, da Aspyr dem mit einem Update entgegenwirkte.

Unterm Strich bleibt KOTOR II ein vor allem für Star-Wars-Fans interessantes Rollenspiel, welches meiner Meinung nach jedoch nicht ganz an den fantastischen Vorgänger heranreichen kann.

 

Story

Man übernimmt die Rolle eines aus dem Orden verbannten namenlosen Jedi, welcher sich erneut mit der Macht vertraut machen muss und die Galaxis vor einem finsteren Übel retten muss.

Gameplay

Gewohntes KOTOR-Gameplay mit gerade zu Beginn des Abenteuers etwas gewöhnungsbedürftigem Kampfsystem. Die Areale können relativ frei erkundet werden.

Grafik

Deutlich angestaubte Optik mit matschigen Texturen und steifen Animationen. Die verbesserten Texturen und das neue Beleuchtungssystem des Remasters ändern nur wenig am deutlich veralteten Gesamtbild des Titels.

Sound

Star-Wars-typisch auf hohem Niveau, mit tollem Soundtrack und stets passenden Soundeffekten und Klangteppichen.

Sonstiges

Der Cutscene-Bug beim Launch sorgte dafür, dass das Spiel nicht beendet werden konnte. Mittlerweile wurde dieses Problem jedoch mit einem Update behoben.

Bildmaterial: Star Wars: Knights of the Old Republic II, Aspyr Media

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