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Im Test! Eiyuden Chronicle: Rising

TitelEiyuden Chronicle: Rising
Japan10. Mai 2022
505 Games
Nordamerika10. Mai 2022
505 Games
Europa10. Mai 2022
505 Games
SystemPC, Switch, PS4, PS5, Xbox One, Xbox Series X/S
Getestet fürSwitch
EntwicklerNatsume Atari
GenresJRPG
Texte
Deutschland Nordamerika 
Vertonung –

Als spiritueller Suikoden-Nachfolger verbuchte Eiyuden Chronicle: Hundred Heroes vorletztes Jahr eine sehr erfolgreiche Kickstarter-Kampagne. Leider dauert es noch ein wenig, bis der Titel auf den heimischen Konsolen und PCs erscheint (2023). Um die Wartezeit ein wenig zu verkürzen, erschien vor Kurzem Eiyuden Chronicle: Rising. Das Spiel soll euch ein wenig auf Hundred Heroes einstimmen und einige der hundert Helden vorstellen. Wie gut das gelingt, erfahrt ihr in den kommenden Zeilen.

Für einen Stempel tue ich fast alles

Direkt zu Beginn trefft ihr auf Protagonistin CJ. Sie ist eine Schatzjägerin, die von zu Hause aufbrach, um einen großen Schatz zu finden. Dieser muss im besten Fall den Schatz ihres Vaters, welcher im selben Alter aufbrach, übertreffen. Voll motiviert und gut gelaunt gelangt sie auf ihrer Reise in die kleine Stadt Neu-Nevaeh.

Leider benötigt sie eine entsprechende Abenteuerlizenz, um in der Gegend nach Schätzen zu jagen. Nun steht sie vor der Wahl, entweder viel Geld für die Lizenz zu zahlen oder einen Beitrag zum Aufbau der Stadt zu leisten. Ohne einen Cent in der Tasche steht die Wahl schnell fest. So bietet sie ihre Hilfe im Gegenzug von Stempeln an. Mit genügend Stempeln schenkt ihr die Bürgermeisterin Isha dann eine Abenteuerlizenz.

Was zu Beginn wie eine simple Schatzsuche wirkt, entpuppt sich im Laufe der Zeit zusätzlich zu einer Aufbausimulation. Neu-Nevaeh wurde von einem Erdbeben heimgesucht, welches viele Häuser und Geschäfte zerstörte. Den Bewohnern fehlt es an Materialien und tatkräftiger Unterstützung, um die unterschiedlichen Gebäude wiederaufzubauen. Nun gilt es, bestimmte Gegner zu besiegen, spezielle Ressourcen zu sammeln oder Personen und Gegenstände zu finden. Eine tollkühne und hilfsbereite Schatzjägerin kommt ihnen also gerade recht.

Reden ist kein Gold

»Die Kombination aus RPG, Aufbausimulation und Schatzsuche passt ganz gut zum Spiel. Zu erleben, wie die Stadt zu neuer Blüte erstrahlt, gibt der Handlung eine schöne Tiefe.«

Die Kombination aus RPG, Aufbausimulation und Schatzsuche passt ganz gut zum Spiel. Zu erleben, wie die Stadt zu neuer Blüte erstrahlt, gibt der Handlung eine schöne Tiefe. Ihr lernt dadurch unterschiedliche sowie redselige Charaktere kennen. Das bringt sowohl gute als auch schlechte Aspekte mit sich. Zum einen erzählen euch die Charaktere interessante Dinge über die Stadt. Das wirkt an der einen oder anderen Stelle herzlich und sympathisch.

Der Großteil wirkt jedoch irgendwie nur zusammengeschustert. So gibt es zum Beispiel mehrere Nebenquests, in denen Charaktere gerne eine Katze haben möchten oder deren Katze weggelaufen ist. Den ersten Dialog las ich noch gerne durch. Aber spätestens beim dritten Mal, wenn man erkennt, worum es geht, habe ich die Dialoge der Nebenquests einfach übersprungen und mich einfach auf den Weg gemacht. Entsprechend macht sich eine gewisse Monotonie breit.

Im späteren Verlauf des Spiels hatte ich oft das Gefühl, dass mir viele Dialoge einfach keinen Mehrwert bieten. Da dachte ich einfach: „Okay, sag mir einfach, was du möchtest und laber mir keine Frikadelle ans Ohr, damit ich den Stempel erhalte“. Vor allem wirken viele Nebenquests, wenn die Wiederherstellung der Stadt fortgeschritten ist, einfach nur als spielstreckende Inhalte. Zum Glück sind es nur Nebenquests. Eine gewisse Monotonie lässt sich jedoch auch auf die Hauptquest übertragen.

Zu dritt kommt das Spiel in Fahrt

Auf dem Weg, der Stadt neuen Glanz zu verleihen, trifft CJ auf weitere Begleiter, die sich ihr anschließen. Da gäbe es zum Beispiel den etwas grummeligen Söldner Garoo. Ein Känguru-Tiermensch, welcher sich eigentlich auf seiner eigenen Schatzsuche befindet. Nichtsdestotrotz schafft es CJ, ihn zu überreden, sie bei der Suche und der Hilfe der Stadt zu unterstützen. Gleiches gilt für Bürgermeisterin Isha, welche sich im Laufe des Spiels aus persönlichen Gründen den beiden anschließt.

Durch die zusätzlichen Charaktere ändert sich ebenfalls die Spielweise. Während CJ nur zwei flinke Äxte besitzt, kann Garoo starke Angriffe und Isha Fernangriffe austeilen. Besonders anspruchsvoll wird das Gameplay dabei jedoch nicht. Per Knopfdruck kann ein Charakter angreifen, springen und zurückspringen beziehungsweise parieren. Zudem besitzt jeder spielbare Charakter eine eigene Angriffstaste und wird entsprechend herbeigerufen.

Da sich alle Charaktere nur geringfügig anders spielen, hatte ich nie das Gefühl, dass in den Kämpfen eine besondere taktische Tiefe entsteht. Lediglich bei wenigen Gegnertypen musste ich ein paar graue Zellen aktivieren. So gibt es zum Beispiel Gegner mit Schilden. Dieser muss zuerst mit einem starken Angriff von Garoo weggeschleudert werden. So kommt man besser an den Gegner heran. Ein paar weitere Kniffe gibt es nur bei den Bossgegnern. Dennoch lässt einen im Endeffekt nie das Gefühl los, dass man den Gegnern nur so gut es geht auf die Mütze hauen muss, um voranzukommen.

Das klappt zum Glück im Verlauf des Spiels deutlicher angenehmer als zu Beginn. Durch das Besiegen von Gegnern erhaltet ihr nicht nur Erfahrungspunkte, sondern auch Geld und Materialien, welche wiederum in die Verbesserung von Waffen und Ausrüstung gesteckt werden können. So lassen sich Kombinationsangriffe und Fertigkeiten verbessern, wie zum Beispiel ein Doppelsprung für CJ. Natürlich müssen die entsprechenden Stellen erst einmal gebaut und anschließend verbessert werden. Entsprechende Materialien gibt es in den Dungeons. So entsteht ein klassischer Gameplay-Loop, der einen bei Laune hält.

Je mehr Fähigkeiten freigeschaltet werden, desto besser wurde das Spielgefühl für mich. Zu Beginn wirkten die Angriffe und Bewegungen eher zurückhaltend. So empfand ich gerade die ersten Stunden des Spiels sehr anspruchslos und eintönig. Erst mit den hinzukommenden Begleitern und den zusätzlichen Angriffen machte das Gameplay mehr Spaß und sticht besser heraus. Der Einsatz von Einzelangriffen in einer bestimmten Reihenfolge löst ebenfalls einen charakterübergreifenden Kombinationsangriff aus, der nicht nur äußerst mächtig ist, sondern auch cool aussieht.

Eine gewisse Eintönigkeit besteht dennoch bis zum Ende des Spiels. Die Angriffsmuster von Gegnern werden nie sonderlich komplex und führen euch eher in Bedrängnis, wenn sich eine größere Anzahl entgegenstellt. Auch die Bosskämpfe sind nur wenig komplexer. Hier müsst ihr zwar stärker auf die Muster achten, doch selbst diese sind schnell durchschaut und dauern meist nicht lange.

Optisch ein Highlight

»Sowohl die Charaktere als auch die einzelnen Gebiete sind detailliert ausgestaltet und versprühen viel Charme.«

Was hingegen ganz und gar nicht eintönig wirkt, ist der Grafikstil des Spiels. Eiyuden Chronicle: Rising bedient sich beim HD2D-Stil, welchen man unter anderem von Octopath Traveler kennt, nur weniger pixelig und mit mehr dreidimensionalen Objekten. Sowohl die Charaktere als auch die einzelnen Gebiete sind detailliert ausgestaltet und versprühen viel Charme. Seien es die Waldgebiete, alte Ruinen oder die Stadt selbst. Man fühlt sich dort sehr heimisch und auch einige Charaktere wachsen einem durch die detailreiche Ausgestaltung sehr ans Herz.

Gleiches gilt auch für den Soundtrack, der insgesamt sehr harmonisch wirkt. Generell wirkt dieser sehr ruhig und dezent und kommt nur in den richtigen Momenten stärker hervor, zum Beispiel bei Bosskämpfen. Insgesamt hätte dem Spiel vermutlich auch eine Vertonung ganz gutgetan, da die vielen Textboxen hin und wieder sehr anstrengend sein können. Immerhin ist die deutsche Übersetzung in Ordnung.

Fazit

Eiyuden Chronicle: Rising ist ein nettes, kurzweiliges Spiel, was mich für die Dauer von 10 bis 15 Stunden gut unterhalten hat. Grundlegend macht es nichts neu. Dennoch bot es mir mit der recht simplen, nicht zu tiefgehenden Geschichte und der einfachen Erzählstruktur einfache Spielkost, die nichts falsch macht. Einziges, wesentliches Manko ist die etwas monotone Spielstruktur und die eintönigen Nebenquests. Zudem beginnt das Spiel eher schleppend. Zum Glück ist dieser Beginn nicht besonders lang und wer am Ball bleibt, erhält eine nette Geschichte mit interessanten Charakteren und einer schönen Spielumgebung.

 

Story

Als Schatzjägerin CJ gelangt ihr in die Stadt Neu-Nevaeh, helft dort den Bewohnern, um Stempel zu erhalten und den eigenen großen Schatz zu finden. Eine Kombination aus RPG, Aufbausimulation und Schatzsuche.

Gameplay

Monotone Nebenquests, die teilweise spielstreckend wirken. Gameplay der spielbaren Charaktere benötigt etwas Zeit um in Fahrt zu kommen, wird mit dem Verlauf des Spiels jedoch sehr angenehm.

Grafik

Detailliert ausgestaltete Charaktere und Gebiete, die viel Charme versprühen. Das Highlight des Spiels.

Sound

Ruhig und dezente Musik, die in den richtigen Momenten die passenden Akzente setzt.

Bildmaterial: Eiyuden Chronicle: Rising, 505 Games, Rabbit & Bear Studios, Natsume Atari

3 Kommentare

  1. Man kann ohne Zweifel an dem Spiel rummäkeln, aber mich hat es echt abgeholt. Podcast rein, mal eben noch paar Quests. Das Kampfsystem ist einfach gehalten und macht auch gerade deswegen Spaß.
  2. Sehr schön. Ja das Spiel hat auch bei mir einen Nerv getroffen, hab direkt Platin geholt. Es mag alles stimmen, die Nebenquests sind teiwleise einfach nur auf Quantität ausgelegt, nichts besonderes. Aber ich finde es halt überhaupt nicht schlimm. Ich hab für Belgleit/Neben-Spiel auch absolut keine großen Innovationen erwartet. Es wurde mal eben nebenbei entwickelt und für die Zeit in der das entwickelt wurde ist es wirklich sehr gelungen.

    Anfangs und auch in den ersten Spielstunde war ich wirklich skeptisch, aber mit und mit wurde das Gameplay schon interessanter. Es ist halt nicht wahnnsinnig komplex, aber das Kombo-Feature war mein Highlight xD (Hab hier Valkyria Profile vibes gespürt.) Es hat einfach sehr viel Spaß gemacht. Habe später nicht immer nur einen Charaker gespielt, sonder nur rumgekpombot :D Es war wie ne Sucht! Schwiergkeitsgrad war später auch nicht der Rede Wert. Auch die Bosse auf schwer waren easy machbar.

    Die Story ist auch zweckmäßig. NIcht unheimlich komplex erzählt, aber es geht ja auch nur um die Hintergrund Geschichte von ein paar Figuren die ja auch im Hauptspiel enthalten sein werden. Dadurch wird natürlich auch ein wenig Fokus auf die Charakter gelegt die hier vorgekommen sind, ob man sich im Hauptspiel für die anderen Charakter auch so viel Zeit nimmt, um so einen Hintergrund zu bauen. Ich bin gespannt!


    Witzig war am Ende noch die Anekdote zur Bedeutung des Namens der Progagonistin "CJ" :D
  3. Habe es immer noch vor mir, freue mich Dank des Tests trotzdem wieder drauf. Die hier angesprochenen Kritikpunkte sind mir eigentl schon bekannt und müssen für mich kein NoGo sein /kann damit leben. Mal sehen, wie es mich dann anspricht.
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