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Im Test! Blue Reflection: Second Light

TitelBlue Reflection: Second Light
Japan21. Oktober 2021
Koei Tecmo
Nordamerika09. November 2021
Koei Tecmo
Europa09. November 2021
Koei Tecmo
SystemPlayStation 4, Nintendo Switch, PC
Getestet fürPlayStation 4
EntwicklerGust
GenresJRPG
Texte
Nordamerika
VertonungJapan

Am 9. November erschien Blue Reflection: Second Light für die gängigen Systeme. Vor einiger Zeit konnten wir uns bereits einen ersten Einblick von dem Titel in unserem Preview machen. Nun folgt unser vollständiger Bericht zur kürzlich erschienenen PS4-Fassung. Lest hier unseren Eindruck und ob sich der Titel sowohl technisch als auch von der Story her weiterentwickelt hat.

Eine seltsam unbekannte Welt

In Blue Reflection: Second Light erlebt ihr die Welt aus den Augen von Ao Hoshizaki, einer jungen Schülerin, die sich nur fragmentarisch an ihr früheres Leben erinnern kann. Mit diesem Problem ist sie nicht allein. In dieser ihr unbekannten Welt lebt sie zusammen mit den Mädchen Kokoro, Yuki und Rena.

Alle verbindet eines miteinander: Sie haben ihre Erinnerungen verloren. Zusammen in einer ihnen unbekannten Welt machen sie sich auf, um diese zu ergründen.

Ein fast normaler Alltag

»Das Kampfsystem wirkt im Vergleich zum Vorgänger deutlich dynamischer. Während ihr Kommandos auswählt, wird die Zeit eingefroren. Angriffe werden direkt nach der Eingabe ausgeführt.«

Dreh- und Angelpunkt von Blue Reflection: Second Light ist das Schulgebäude, in dem Ao und ihre Mitstreiterinnen zusammen leben. Wie sie an diesen Ort gekommen sind und wieso sie sich gerade in einer Schule befinden, ist unbekannt. Auch ihre Verbindungen untereinander sind unbekannt. Doch darüber zu schmollen bringt nichts, stattdessen machen Ao und ihre Mitstreiter das Beste daraus und so begebt ihr euch auf eine Interessante Reise durch eure Erinnerungen. Euer digitaler Ratgeber steht euch dabei ständig mit Rat, Tat und Tutorial zur Seite.

Erinnerungsfragmente

Wie eingangs erwähnt, besitzen die gezeigten Charaktere keine, beziehungsweise nur vage Erinnerungen an ihr vorheriges Leben. Woher sie kommen, wer sie waren; all dies ist ein Mysterium, welches es aufzuklären gilt. Hierbei helfen euch Erinnerungsfragmente – Teile von Erinnerungen der Charaktere, die in der Welt versteckt sind. Das Sammeln dieser führt zu kurzen Erinnerungsschüben und letztlich zu einer vollständigen Erinnerung der betreffenden Person. Mit dem Bau neuer Einrichtungen werden neue Welten freigeschaltet, um neue Charaktere zu entdecken und um deren Erinnerungen zu erwecken. Letztlich ist es euer Ziel, herauszufinden, wieso ihr in dieser Welt seid und was der Zweck eures Aufenthalts ist.

Dynamisches Kampfsystem

Wer bereits unser Preview gelesen hat, weiß bereits in Grundzügen, wie sich Second Light im Vergleich zu seinem Vorgänger spielt, dennoch möchte ich das Ganze nochmal für die neuen Leser aufrollen und um Neuheiten erweitern. Bei dem Kampfsystem handelt es sich um ein „Active Time Battle“-System, ähnlich des Erstlings.

Wie spielt sich das Ganze ab? Sowohl ihr als auch euer Gegner wandeln als Icons auf einem Zeitstrahl, der für eure Gruppe noch in mehrere Abschnitte unterteilt ist. Jeder dieser Abschnitte steht für einen auszuführenden Angriff. So fangt ihr mit einem Balken an.

Führt ihr Angriffe aus, erhöht sich bei euch langsam die Angriffsstufe. Mit der Zeit lernt ihr neue Fähigkeiten, die euren Ätherfluss beschleunigen, womit ihr deutlich schneller in höhere Kampfstufen aufsteigen könnt. Jeder dieser separaten Abschnitte liefert euch neue Fähigkeiten oder modifiziert eure alten.

Das Ganze ist ein fünfstufiges System. So könnt ihr ab der zweiten Stufe Fähigkeiten aneinanderreihen, ab der dritten euch verwandeln und letztlich auf der höchsten Stufe verheerende Teamattacken ausführen. Vieles davon müsst ihr allerdings erst durch das Verbessern der Bindungen zu euren Partymitgliedern freischalten, was viel Zeit in Anspruch nehmen wird.

»Abseits der Kämpfe konnten wir während des Erkundens einen zusätzlichen Modus kennenlernen. Der Stealthmodus wandelt eure Umgebung um.«

Das Kampfsystem wirkt im Vergleich zum Vorgänger deutlich dynamischer. Während ihr Kommandos auswählt, wird die Zeit eingefroren. Angriffe werden direkt nach der Eingabe ausgeführt. Das heißt, dass eure Charaktere direkt einen Gegner angreifen und nicht erst warten, bis das vorherige Kommando ausgeführt wurde. Aber auch eure Gegner reagieren in der Form und können euch attackieren, während ihr gerade einen Angriff auf den Gegner ausführt. Das Ganze kann mit Verzögerungsangriffen, Buffs und Debuffs kombiniert werden, um so einen Vorteil im Kampf zu erhalten. Ihr könnt Gegner einfrieren, sodass sie nicht angreifen, und diese mit Statuseffekten belegen.

Von Angesicht zu Angesicht

Besonderes Augenmerk bezüglich der Kämpfe wird in Blue Reflection: Second Light auf die Bosskämpfe gelegt. Zusätzlich zu den bereits erwähnten Fähigkeiten können hier entweder von euch oder vom Boss selbst 1-gegen-1-Kämpfe innerhalb des eigentlichen Kampfes provoziert werden. Bei einem solchen Aufeinandertreffen besitzt ihr vier vordefinierte Fertigkeiten, mit denen ihr entweder angreifen, kontern, ausweichen oder euch heilen könnt. Das Scharmützel läuft in Echtzeit ab und ihr müsst eure Angriffe und eure Verteidigung richtig timen, um Schaden auszuteilen.

Im schlechtesten Fall geht ihr sonst mit eurem Charakter drauf oder landet im besten Fall einen verheerenden Angriff. Nach einem Kampf bekommt ihr traditionell eure Erfahrungspunkte und mit genügend Punkten steigt ihr in der Stufe auf. Das Kampfsystem machte mir sehr viel Spaß, auch weil vieles erst mit der Zeit freigeschaltet wird und man bis in den späten Spielverlauf Neues entdecken kann.

Frontkämpfer und Unterstützer

Neben euren Charakteren, die aktiv am Kampf teilnehmen (drei maximal an der Zahl), könnt ihr einen vierten als Support-Charakter setzen, welcher euch mit Effekten im Kampf unterstützt oder bei Bedarf mit einem Charakter aus der Party ausgetauscht werden kann. Nicht jeder Charakter in Blue Reflection: Second Light wird euch direkt im Kampf unterstützen. So findet ihr mit der Zeit auch reine Unterstützungscharaktere, die ihr nur durch euer Bindungslevel entwickeln könnt. Diese belohnen euch dann mit passiven Fähigkeiten für eure Kämpferriege.

Vom Levelaufstieg entkoppelt ist das Erlernen von Fähigkeiten. Diese sind in verschiedene Kategorien, Emotionen genannt, unterteilt. Mittels TP können diese erlernt werden. Dabei habt ihr zu Beginn nicht den vollen Zugriff auf alle Kategorien und Fertigkeiten. Diese werden teils durch die Story, teils euer TP-Level freigeschaltet. Letzteres erhöht ihr über Nebenquests, Dates und optionale Eventszenen, von denen es weit über 100 gibt. Allein bei den Dates kann schon eine dreistellige Zahl absolviert werden. Womit wir wieder bei dem zuvor genannten langsamen, „optionalen“ Pacing angekommen sind. Letztlich wollt ihr eure Charaktere weiterentwickeln und das ist mit viel optionaler Arbeit gekoppelt, wenn man es bei den Kämpfen ruhiger angehen möchte.

Von Dates, Nebenquests und Bindungen

Dates sind dabei natürlich nicht eure einzige Möglichkeit, eure Charaktere zu stärken. Viele Systeme helfen euch dabei, die nacheinander hier kurz angerissen werden. Das einfache Aufsteigen im Level ist hier noch der geläufigste Mechanismus. Der größte und auch langwierigste Part betrifft, wie erwähnt, das Daten und die Nebenquests selbst.

Ein Date läuft dabei wie folgt ab: Betreffende Charaktere haben über ihrem Kopf ein Icon. Entweder sprecht ihr diese dann direkt an oder ihr lest ihren Eintrag in eurem Handy nach. Im nun folgenden Verlauf geht ihr im Schulgebäude Eventszenen ab, die sich quer über das ganze Areal verteilen. Im Grunde müsst ihr euch nur eine Szene anschauen und eventuell eine Handlungsentscheidung treffen, die unterschiedliche Reaktionen hervorrufen.

Daneben gibt es zusätzliche Szenen, die das ganze Event strecken, diese sind aber nicht wirklich relevant für den Ausgang. Nach einem solchen Date bekommt ihr TP-Punkte, mit denen ihr aktive und passive Fähigkeiten eurer Charaktere freischalten könnt. Mit der Zeit steigt ihr im TP-Level auf und schaltet neue Fertigkeiten, Szenen und später geheime Zonen frei. Im Grunde ein wirklich nettes Slice-of-Life-Feature, das aber extrem langwierig werden kann, wenn man wirklich alles im Spiel sehen und freischalten will.

Von Zeit zu Zeit fragen euch eure Mitstreiter auch um Hilfe. Das kann ein kleinerer Kampfauftrag, die Suche nach bestimmten Objekten oder das Herstellen von Gegenständen sein. Womit wir zu zwei weiteren essentiellen Features von Blue Reflection: Second Light kommen.

Stealthmodus und Crafting

Abseits der Kämpfe konnten wir während des Erkundens einen zusätzlichen Modus kennenlernen. Der Stealthmodus wandelt eure Umgebung um. Während Farben in den Hintergrund treten, werden in diesem Modus die Sichtbereiche eurer Gegner hervorgehoben. So könnt ihr stärkeren Gegnern ausweichen oder mit einem Angriff von hinten einen Überraschungsangriff provozieren, der meist nachfolgend mit der Paralyse des Gegners und schließlich seinem Tod endet.

Ein nettes Gimmick, das den Nachteil hat, dass man den Modus nach jedem Kampf per Tastendruck neu setzen muss. Auch werdet ihr Nebenmissionen begegnen, die dieses Feature ausnutzen, das funktioniert je nach Areal gut oder schlecht. In manchen Situationen rauft man sich die Haare, weil man an manchen Engstellen nur schwer vorbeikommt und, wenn man erwischt wird, meist einen langen Weg zum Nadelöhr vor sich hat. Von daher hat dieses Feature auch seine Schattenseiten, gerade weil sich hinter der Absolvierung besondere Belohnungen verstecken.

Neben dem Erkunden der Gebiete sammelt ihr fleißig Gegenstände, die herumliegen oder die ihr durch Gegner bekommt. Mit diesen könnt ihr wiederum neue Gegenstände herstellen, die euch im Kampf unterstützen. Das Ganze wird mit kleineren Animationsskits untermalt, während ihr fleißig Gegenstände herstellt. Das Craftingsystem ist hier besonders wichtig, da es euch wertvolle Gegenstände zum Weiterkommen liefert, sowohl für den Kampf als auch mit Storybezug.

Die zweite Funktion ist das Errichten von besonderen Einrichtungen für eure Basis. Diese bieten zum einen besondere Einzel- und Seteffekte für eure Kämpferinnen, zum anderen werden so neue Datingplätze freigeschaltet, welche wiederum für eure Charakterentwicklung wichtig sind. Zusätzlich könnt ihr die Einrichtungen auch upgraden, um die Effekte dieser zu verstärken.

Die verschiedenen Systeme sind eng miteinander verzahnt und wer in Blue Reflection: Second Light alles verfolgt, ist relativ schnell und ohne „Grind“ sehr mächtig. Grind in Anführungszeichen, da sich der Grind nicht mit stundenlangem Leveln hinzieht, sondern mit Dates, Crafting und Nebenquests beschäftigt. Wer nach der Prozedur gefühlt zu stark ist, kann viele Effekte allerdings auch wieder abschalten oder entfernen.

Schöne Areale und Figurendesigns

Während wir uns durch die Gegner metzelten, schauten wir uns auch die Areale etwas näher an. Sowohl Schule als auch die zu entdeckenden Welten bieten in der vollen Version schöne Details und sind recht gelungen gestaltet. Da die Welten an die verschiedenen Charaktere gekoppelt sind, konnten sich die Entwickler austoben. Das Resultat sind viele verschiedene und abwechslungsreiche Areale.

Die Texturen sind zwar nicht „state of the art“, wissen aber in Kombination mit den schönen Lichteffekten zu überzeugen und sind deutlich detailreicher als noch im Vorgänger. Auch die Charaktere wirken wieder recht liebevoll designt und gerade die Transformationen können hier überzeugen. Die damals in der PC-Version entdeckten Bugs wurden ausgebügelt, einzig im späteren Kampfverlauf beim Einsatz von mächtigen Fertigkeiten ist es auf der Basis-PS4 zu Framedrops gekommen. Generell läuft das Spiel aber flüssig und ohne Fehler.

Auch der Soundtrack und das Voice-Acting konnten in der finalen Version überzeugen. Wobei Letzteres ein wenig in Konkurrenz mit den Figurenanimationen steht. Ersteres wiederum bietet eine gelungene Mischung an Liedern, die zu den fantasievollen Welten passen.

Starke Girl-Power

Visuell und auditiv gefiel uns auch der finale Einblick in Blue Reflection: Second Light sehr gut. Die Framedrops auf der Basis-PS4 sind zwar unschön, treten aber wie erwähnt nur vereinzelt auf. Blue Reflection: Second Light bietet eine interessante Magical-Girl-/Slice-of-Life-Geschichte mit einem immens aufgeblasenen Datingsystem und vielen weiteren Mechaniken zur Charakterentwicklung. Das Pacing der Geschichte ist eher langsam und liefert euch über die gesamte Laufzeit viel Neues zum Entdecken. Wer sich auf den Nebenkram einlässt, hat über viele Stunden etwas zu tun, was aber auch zum Teil langatmig werden kann. Mein positiver Ersteindruck durch die Preview bestätigt sich auch in der finalen Version von Blue Reflection: Second Light. Ich würde mich über einen weiteren Teil beziehungsweise Spin-offs oder Prequels freuen, das Potenzial ist jedenfalls da.

 

Story

Eine gemächliche Magical-Girl-Story mit langsamem Pacing, welche erst so wirklich in den letzten drei Kapiteln der Geschichte in Fahrt kommt. Eine schöne Geschichte, die die Beziehungen der Charaktere in den Fokus stellt.

Gameplay

Das Gameplay wurde zum Vorgänger hin in allen Bereichen deutlich verbessert. Besonders das dynamische ATB-Kampfsystem konnte begeistern.

Grafik

Trotz angestaubter Grafikengine liefert Blue Reflection: Second Light schöne verträumte Welten und bizarr anmutende Gegner.

Sound

Die Musik in Blue Reflection: Second Light schlägt eher ruhige, verträumte Töne an. Gepaart mit dem guten Voice-Acting taucht man in eine wunderbare Welt ein, die einem aber nicht allzu lange im Ohr bleibt.

Sonstiges

Blue Reflection: Second Light bietet euch neben einem New-Game-Plus-Modus einen neuen Schwierigkeitsgrad und neue Szenen für den zweiten Durchgang an. Viele Statistiken helfen euch beim Sammeln von Informationen über die Charaktere, Gegenstände und Gegner.

Bildmaterial: Blue Reflection: Second Light, Koei Tecmo Games, Gust

8 Kommentare

  1. Ich hoffe immer noch, dass ich das Spiel irgendwann noch zu nem günstigeren Preis kriege. Von der Demo her war die Qualität des Spieles zwar ziemlich niedrig, wien Low Budget Spiel, besonders die Animationen und Gesichter, sowie auch eigentlich alle Objekte, die es in irgendiener Form gibt; genauso wie die Erzählweise der Geschichte xD aber ich würde wirklich gerne sehen, wie die Geschichte weitergeht und habe auch nichts gegen Low Budget Projekte. Der Preis ist dafür nur echt überzogen aber bei Koei Tecmo erwartet man ja nix anderes mehr^^ Vielleicht ist mein Eindruck aber auch son Demo Ding, wie damals bei Balan Wonderworld, wo das Endprodukt ja auch nochmal erheblich besser wurde, weshalb ich mich nicht drauf versteifen sollte. Immerhin kommt Blue Reflection echt überraschend gut weg von dem ganzen Feedback was ich bisher dazu gelesen hab. Überrascht mich auch sehr. Nach der Demo hab ich befürchtet, dass es ziemlich schnell sehr gebasht wird, aufgrund der minderen Qualität. Das passiert heutzutage schließlich sehr oft und schnell^^
  2. OK, habe immer einen Bogen um den Erstling gemacht, da da das Gameplay stark angeprangert wurde, aber wenn ich mal Bock auf ne Magical-Girl-Story habe, werde ich mir das vielleicht mal anschauen.. (und es im Sale ist). Wusste auch gar nicht, dass es eine Switch Version gibt, dachte es wäre PS4 exklusiv..
  3. Ah da @Yurikotoki Teil 1 erwähnte... wo ich ursprünglich nicht mal wusste, dass es sowas gibt xD Wie ich sehe ist der aber auch nicht wirklich mehr zu kriegen...
    Ist es eigentlich von Vorteil Teil 1 zu spielen? Oder ist Second Light losgelöst davon?
  4. Weird schrieb:

    Ist es eigentlich von Vorteil Teil 1 zu spielen? Oder ist Second Light losgelöst davon?
    Die Geschichten sind miteinander verwoben, Teil 2 baut, trotz neuer Protagonistin sehr stark auf Teil 1 auf.
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