News SWI Test

Im Test! Miitopia

TitelMiitopia
Japan21. Mai 2021
Nintendo
Nordamerika21. Mai 2021
Nintendo
Europa21. Mai 2021
Nintendo
SystemNintendo Switch
Getestet fürNintendo Switch
EntwicklerNintendo
GenresRPG
Texte
Deutschland 
Vertonung –

Für Nintendo 3DS brachte Nintendo mit Tomodachi Life den wohl verrücktesten Titel, den man als Handheld-Besitzer zu der Zeit haben konnte. Doch mit diesem Mii-Spektakel hatten die niedlichen Avatare noch nicht ausgedient, denn wenige Jahre später erschien mit Miitopia ein Abenteuer-Spiel, welches komplett auf der Mii-Funktion aufbaut. Damals sorgte der Titel anhand seiner Originalität bereits für ein paar Schmunzler. Aber kann das Spiel nun fast fünf Jahre später als Neuauflage für Nintendo Switch auch noch überzeugen?

Aller Anfang ist… eine Stadt?

In Miitopia startet ihr in Anfang. So heißt die, nun ja, Anfangsstadt in Miitopia. Nachdem ihr euren Mii erstellt oder einfach einen der bereits auf der Konsole vorhandenen Mii ausgewählt habt, trefft ihr bald schon auf merkwürdige Monster mit komischen Gesichtern. An diesen Wesen ist der dunkle Fürst schuld, dem ihr natürlich ebenfalls einen Mii zuweisen müsst. Generell sind alle Charaktere, auf die ihr treffen werdet, vorher von euch mit Mii bestückt. Diese müsst ihr aber nicht zwingend alle selbst erstellen, doch dazu gleich mehr.

Der dunkle Fürst taucht bald in Anfang auf und entführt die Gesichter der Bewohner! Oh nein! Aber durch eine mysteriöse Figur werdet ihr ein auserwählter Kämpfer und könnt die Gesichter, welche auf starke Monster gelegt wurden, befreien. Nun reist ihr also durch das Land, um den dunklen Fürsten zu erlegen und erlebt dabei zahlreiche wahnwitzige Abenteuer.

Zahlen Mii eigentlich Miite?

»Auf einer Oberwelt bewegt ihr euch von Knotenpunkt zu Knotenpunkt und wählt die jeweilige Stage aus. Einmal drin, laufen eure Mii komplett von alleine den geraden Pfad entlang.«

Lasst uns erst einmal einen Blick auf den Mii-Editor werfen. Dieser beinhaltet erst einmal die grundsätzliche Mii-Gestaltung, die man von der Konsole kennt. Doch das Besondere ist der interne Make-up-Editor, mit dem euch eigentlich fast gar keine Grenzen gesetzt sind, sobald man sich einmal reingefuchst hat. Ich habe so viele kreative nachgebaute Charaktere aus Spielen, Anime oder Filmen gesehen, bei denen ich nicht einmal halbwegs verstehen könnte, wie man die gebaut hat. Sei es Prompto aus Final Fantasy XV, Spongebob, ein Emoji, eine Fortnite-V-Point-Karte (ja, was zur Hölle, in der Tat) oder simplere Sachen wie Link und Mario.

Das Schöne ist, ihr müsst diese Dinge nicht selbst basteln, denn mithilfe der Codes, die jeder Ersteller teilen kann, könnt ihr in den Genuss all dieser Mii kommen. Ebenfalls könnt ihr bei Freunden, die den Titel auch besitzen, einfach in die Mii-Liste schauen und Figuren herunterladen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, Mii zu sperren und nicht anzuzeigen, falls ihr die Mii eurer Freunde beispielsweise nicht publik machen wollt. Wenn ihr auch da nichts gefunden habt, so könnt ihr euch beliebte Mii anzeigen lassen, welche oft für die jeweilige Rolle von anderen Spielern gewählt wurden. Mii finden ist also wirklich nicht schwer.

Ist der dunkle Fürst ein Miisanthrop?

Nachdem ihr euch einen Mii erstellt und auf die Reise gegangen seid, werden euch nach kurzer Zeit drei weitere Team-Miitglieder begegnen. Damit Abwechslung geboten ist, gibt es mehrere Job-Klassen, in die ihr eure Mii stecken könnt. Dies reicht vom klassischen Heiler und Krieger über Tänzer und Panzer bis hin zu Blume und Koch. Alle Klassen haben so ihre Vor-und Nachteile, aber letztendlich nimmt man wahrscheinlich einfach das, worauf man Lust hat. Wirklich schwer ist Miitopia nämlich eigentlich nicht, es spielt sich sehr entspannt.

Wie ist aber nun der Ablauf in Miitopia? Auf einer Oberwelt bewegt ihr euch von Knotenpunkt zu Knotenpunkt und wählt die jeweilige Stage aus. Einmal drin, laufen eure Mii komplett von alleine den geraden Pfad entlang. Die einzigen Entscheidungen, die ihr dann trefft, sind bei Weggabelungen oder bei kleinen Ereignissen. Diese sind zufällig und geben euch manchmal zusätzliche Gegenstände, heilen euch oder fügen Schaden zu. Sehr oft sind sie aber auch völlig belanglos, aber lustig. Auf dem Weg unterhalten sich die Mii meist mit ebenfalls völlig belanglosen Textblasen. Es ist sehr charmant, immerhin.

Auf gefährlicher Miission!

»Eine der großen Neuerungen in der Switch-Fassung von Miitopa, neben dem erweiterten Mii-Editor, ist das Pferd. Je höher das Freundschaftslevel eines Mii mit dem Pferd ist, desto mehr kann das fleißige Ross.«

Die wichtigsten Ereignisse sind dann die Kämpfe, welche per Zufallsprinzip auftauchen, wenn ein Monster aus einer Kiste springt oder ihr einen Bossgegner erreicht habt. In den Kämpfen kontrolliert ihr nur euren Haupt-Mii, während die CPU die anderen Mii übernimmt. Anfangs fand ich das sehr blöd, aber schnell lernte ich, dass die künstliche Intelligenz tatsächlich echt ordentlich arbeitet. Oft greifen die anderen Mitglieder die schwächsten Gegner für den finalen Stoß an oder nutzen nicht unnötig einen Spezial-Angriff, welcher Magiepunkte verschwenden würde, um einen schwachen Gegner zu besiegen.

Die Kämpfe selbst sind aber, wie bereits erwähnt, meist nicht wirklich schwer. Manche Bossgegner sind durchaus knifflig. Nie war ich in der Position, dass ich nun hätte grinden müssen, um weiterzukommen. Ich muss allerdings zugeben, dass ich in jeder Stage mehrfach unterwegs war, um direkt alle Wege abzulaufen. Das kann durchaus zu meiner Stärke beigetragen haben. Im Team sollte auch immer ein Charakter mit Flächenangriff dabei sein. Dies hilft einfach dabei, größere Feindesgruppen schneller erledigen zu können.

Einen Heiler müsst ihr übrigens nicht einmal unbedingt dabeihaben, denn mithilfe der LP- und MP-Streuer könnt ihr eure Charaktere auch so im Kampf heilen. Diese werden im Laufe des Spiels auch immer größer und bieten mehr Heilkraft. Mit den Streuern könnt ihr eure Charaktere heilen, ohne Heil-Items oder Fähigkeiten zu nutzen. Ebenfalls verfügbar ist die Ruhezone, in welche ihr die Mii stecken könnt, um sie nicht nur bezüglich der HP zu heilen, sondern auch um Statusveränderungen loszuwerden.

Eine recht zufällige und eingangs undurchsichtige Komponente sind die Charaktereigenschaften der Mii. Diese können zum Beispiel lässig, nett oder verträumt sein. Ein lässiger Mii ist dann im Kampf tatsächlich extrem gut, da er häufiger Volltreffer macht und oft ausweichen kann dadurch. Ein verträumter Mii hingegen haut ab und an auf den falschen Gegner, aber immerhin mit mehr Wumms.

Ein fröhliches Miiteinander

Eingangs erwähnte ich Tomodachi Life, in welchem es um die Freundschaften der Mii ging. Auch in Miitopia könnt ihr den Freundschaftslevel der Avatare erhöhen, wobei daraus keine romantischen Beziehungen entstehen können. Am Ende einer jeden Stage besucht ihr ein Gasthaus. Dort könnt ihr die Mii in ein gemeinsames Zimmer stecken, was automatisch den Freundschaftswert langsam erhöht. Durch kleine zufällige Ereignisse oder Gespräche im Gasthaus wächst der Level ebenso weiter an. Auf gemeinsame Ausflüge können die Mii auch gehen, vorausgesetzt ihr habt Ausflugsgutscheine durch Minispiele bekommen oder in Truhen gefunden.

Den Freundschaftslevel zu erhöhen ist wirklich wichtig und praktisch. Die Mii werden dadurch im Kampf zum Beispiel zufällig bei einem Angriff stärker, weil sie vor den anderen angeben wollen. Auch warnen sie die anderen Mii gelegentlich vor Angriffen. Dies führt dann zu der Möglichkeit, dass ein Mii nicht getroffen wird. Richtig cool ist es dann, wenn alle Mii gleichzeitig angreifen, weil sich alle so gut verstehen und somit dann ordentlich Schaden austeilen. All dies unterstreicht einfach das Gefühl, auf einer gemeinsamen Reise zu sein. Dabei gibt es aber nicht immer nur fröhliche Momente: Manchmal streiten eure Mii auch und sind für eine Weile wütend aufeinander. Dies kann sogar im Kampf dazu führen, dass die Mii sich behindern. Um dies wieder aufzuheben, muss wieder gemeinsame Zeit verbracht werden. Irgendwann vertragen sie sich dann wieder.

Im Gasthaus könnt ihr euren Mii auch Essen geben, wobei jede Person ihre eigenen Vorlieben hat. Mit dem Essen könnt ihr die Statuswerte der Mii permanent erhöhen. Ebenfalls ist es im Gasthaus möglich, Ausrüstung zu erwerben. Dies geschieht jedoch relativ zufällig, da ihr darauf warten müsst, dass der jeweilige Mii es sich wünscht. Dann gebt ihr dem Avatar das nötige Geld und manchmal… kaufen sie sich was komplett anderes. Das ist das erste Mal lustig, schnell wird es nervig. Immerhin bekommt ihr das Wechselgeld zurück.

Apropos Geld: Dies könnt ihr nicht nur in den Kämpfen bekommen, sondern auch in einem der beiden Arcade-Minispiele. Bei Schere-Stein-Papier könnt ihr, mit genügend Glück, ordentlich Geld gewinnen. Ebenfalls vorhanden ist ein Glücksrad, auf welchem ihr Ausrüstungsgegenstände, Erfahrungspunkte oder diverse Items gewinnen könnt. Um in der Arcade-Halle spielen zu können, benötigt ihr jedoch Tickets. Diese findet ihr in Truhen, bekommt ihr von Bewohnern geschenkt oder erhaltet sie durch das Einscannen von amiibo. Apropos amiibo: Es gibt einige amiibo, welche euch Kostüme für die Mii geben können.

Miich tritt ein Pferd?!

»Der Soundtrack überzeugt mit vielen unterschiedlichen Songs und dabei sind auch ein paar echt gute Ohrwürmer.«

Eine der großen Neuerungen in der Switch-Fassung von Miitopa, neben dem erweiterten Mii-Editor, ist das Pferd. Dieses tritt recht schnell in eure Gruppe ein und bietet einige Vorteile. Je höher das Freundschaftslevel eines Mii mit dem Pferd ist, desto mehr kann das fleißige Ross. Neben einem gemeinsamen Angriff mit dem Pferd, welcher stärker ist als eine normale Attacke, kann es auch einen starken Flächenangriff abgeben. Ob das Pferd hilft, ist jedoch Zufall und kann nicht direkt ausgewählt werden, bis es sich dazu anbietet. Auch bei der Erkundung hilft es, indem manchmal die Mii darauf reiten und somit die Geschwindigkeit beim Reisen erhöht wird. Auch bei Streit kann das Pferd helfen: Ab und an, wenn die Mii dabei sind, sich zu zanken, tritt es in Erscheinung und beruhigt die Mii, indem es einfach süß ist. Übrigens könnt ihr das Pferd auch selbst gestalten. Ob rockiges Punker-Pferd mit bösem Blick und Hörnern oder quietschpinkes Einhorn mit Kulleraugen, die Optionen sind überraschend vielfältig.

Auf Nintendo 3DS hatte Miitopia durchaus hübsche Gegenden, vor allem durch den 3D-Bildschirm. Diese Gegenden wurden auf Nintendo Switch ordentlich aufgehübscht und mit schönen, glänzenden Effekten versehen. Die verschiedenen Gegenden, von Wald über Sand bis Schnee, bieten viel Abwechslung und lassen es immerhin beim Zuschauen nicht langweilig werden. Die Mii selbst sind, nun ja, halt Mii. Immerhin sehen die neuen Perücken zum Beispiel echt gut aus, die Texturen auf den Ausrüstungsgegenständen sind hochwertig und allgemein ergibt das Spiel ein rundes Bild. Es schmeißt jetzt kein Breath of the Wild aus einem Grafikwettbewerb, aber für das, was es leisten soll, überzeugt Miitopia durchaus.

Eine Sprachausgabe gibt es nicht, aber dafür kleines Gebrabbel von den Mii selbst. Der Soundtrack überzeugt mit vielen unterschiedlichen Songs und dabei sind auch ein paar echt gute Ohrwürmer. Ich muss zugeben, aufgrund der niedlichen Optik habe ich irgendwie nicht viel erwartet, aber wurde von den Melodien im Spiel positiv überrascht.

Überzeugt miit viel Charme

Der Ablauf in Miitopia ist recht klar geregelt: Ihr wählt eine Stage aus, dann laufen die Mii automatisch, die Kämpfe laufen größtenteils automatisch ab und dann geht’s auch schon wieder ins Gasthaus. Das könnte durchaus einigen Spielern missfallen, denn es fühlt sich oft so an, als würde man einfach nur zuschauen. Dementsprechend ist Miitopia für mich auch nie ein Spiel gewesen, welches ich nun stundenlang am Stück spiele. Wahrscheinlich fragt es auch gerade deswegen gefühlt nach drei Stages immer wieder nach, ob ich wirklich weiterspielen oder eine Pause einlegen möchte.

Mich persönlich störte das alles aber nicht unbedingt, da der Charme der Figuren einfach groß ist und ich die absurden Gespräche und Ereignisse sehr lustig finde. Es ist interessant, wenn man dann in das nächste Gebiet kommt und nun sieht, auf was für verrückte Figuren man da trifft und mit welchen Mii man diese dann bestückt. So traf ich auf Prinzessin Freezer, die Tochter von dem König Sans (aus Undertale), die von Jonathan Joestar und Dio Brando umworben wurde, oder auf die faule Fee Link. Auch die unterschiedlichen Klassen sorgen für recht viel Abwechslung, auch wenn sie sich letztendlich im Grunde ähneln, aber die kafkaesken Kostüme und Angriffe sind halt nun einmal einfach charmant und lustig.

Ein miisteriöser Spaß, aber nicht für jeden Spieler

Mit Miitopia für Nintendo Switch gibt es ein lustiges Abenteuer, welches perfekt für zwischendurch und unterwegs ist. Doch nicht jeder Spieler wird viel Freude daran haben, oft ein passiver Teil des Ganzen zu sein. Meine größte Empfehlung wäre es, die Demo zu laden und komplett durchzuspielen. Denn dann wisst ihr bereits, was euch im gesamten Spiel erwartet. Natürlich gibt es ein paar kleine Überraschungen, die ich euch nun im Review auch nicht nehmen wollte, aber im Großen und Ganzen zeigt die Demo wirklich sehr gut, was euch erwartet. Gefällt euch die Demo nur bedingt, wird euch das Spiel auf Dauer zu langweilig sein. Überraschend war übrigens, dass der Titel durchaus viel Endgame-Content bietet, wo es dann auch wirklich knackig wird.

 

Story

Der dunkle Fürst entführt die Gesichter der Bewohner von Miitopia! Geht und rettet sie, während ihr wahnwitzige Abenteuer erlebt!

Gameplay

Viel automatisiert, lustige Gespräche lockern das Geschehen auf. Bis zu 500 Mii können gespeichert und für die zahlreichen Charaktere genutzt werden.

Grafik

Ein recht hübsches Abenteuer, welches euch schicke Hintergründe für die Spaziergänge durch die Level bietet. Wirft aber nun auch niemanden aus den Latschen.

Sound

Viel Gebrabbel der Mii, aber nicht störend. Überraschend guter Soundtrack mit abwechslungsreichen Melodien.

Sonstiges

Ein umfangreicher Mii-Editor durch Make-up-System lässt euch unfassbar viel anstellen. Auf Knopfdruck lässt sich das Spielgeschehen jederzeit beschleunigen.

Bildmaterial: Miitopia, Nintendo

1 Kommentar

  1. Cloud und Tifa... ihr spinnt doch. :D

    Aber schöner Test. Mich hat schon die Demo kaum abgeholt und was ich bisher über Let's Plays gesehen habe hat die Lust auf das Spiel nicht unbedingt massiv vergrößert. Erstaunt mich sogar wie gut das Spiel in den Verkaufscharts liegt. Aber sei natürlich allen gegönnt die damit Spaß haben. Meins ist es gar nicht.
An dieser Stelle siehst du nur die letzten 5 Kommentare. Besuche das Forum um die komplette Diskussion zu diesem Thema zu sehen.